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Jungjäger – Die erste Drückjagd

Hat man den Jagdschein in der Tasche dauert es nicht lange bis zur Herbstzeit die erste Drückjagd auf dem Plan steht. Die Drückjagdzeit ist für viele das Highlight im Jagdjahr da Sie eine Fülle von Eindrücken, Erfahrungen und Gemeinschaftlichkeit bietet.

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Drückjagd und ich war äußerst gespannt was auf mich zukommen würde. Hier entstehen gerade bei Jungjägern äußerst viele Fragen. Wer jagdlich vor dem Jagdschein wenig Erfahrungen als Treiber sammeln konnte oder auch keinen familiären jagdlichen Hintergrund hat wird viele Fragen zu diesem Thema haben. Wir möchten uns gerne dieser Fragen annehmen und Euch in diesem Blogbeitrag etwas unter die Arme greifen.

Wie bekomme ich eine Einladung zu einer Drückjagd ?

Falls Ihr zu den glücklichen zählt welche direkt nach der bestandenen Jägerprüfung in einem Revier mitgehen könnt werdet Ihr die erste Drückjagd wohl im heimischen Revier absolvieren. Falls dem nicht so ist geht wie so vieles im Leben über Kontakte. Ich kenne jemanden der jemanden kennt. Ihr müsst also Kontakte knüpfen wenn Ihr keinen jagdlichen Background habt.

Dies kann zum Beispiel in einem Schützenverein geschehen. Viele Jäger halten sich auf Schießständen auf um Ihre Waffe ein oder Kontroll zu schießen. Natürlich auch zum Übungsschießen auf den laufenden Keiler oder den präzisen Büchsenschuss auf 100m. Oft kommt man hier ins Gespräch und schon hat man den ersten Kontakt geknüpft.

Es ist von Grund auf eine gute Idee sich als Jungjäger des öfteren auf den Schießstand zu begeben und die Schießfertigkeiten zu verbessern. Gerade auf Drückjagden sind Jäger mit guten Schießfertigkeiten gefragt. Könnt Ihr also auf dem Schießstand mit einem routinierten, präzisen Büchsenschießen glänzen wird der ein oder andere aufmerksam auf Euch.

Auch die Mitarbeiter der unteren Jagdbehörde sind des öfteren passionierte Jäger. Gerade im ländlichen Bereich haben diese eine großen Überblick welche Pächter evtl. sogar noch einen Jungjäger suchen. Vielleicht könnte sich hieraus eine Jagdgelegenheit ergeben.

Mein Sachbearbeiter auf der unteren Jagdbehörde ist heute einer meiner engsten Freunde. Ich traf Ihn auf dem Schießstand man kam ins Gespräch und daraus entwickelte sich eine Freundschaft. Er besorgte mir nicht nur meine 1. Jagdgelegeneheit er nahm mich auch auf unzählige Drückjagden mit und öffnete mir einige Türen was ich Ihm noch heute hoch anrechne.

Geschafft – die erste Einladung. Was soll ich anziehen ?

Ihr habt es also geschafft und habt Eure erste Drückjagdeinladung. Fangen wir von vorne an und befassen uns mit der richtigen Kleidung für die Drückjagd.

Drückjagden finden zumeist in kalter und manchmal auch feuchter Witterung statt. Ebenso müsst Ihr bedenken, dass Ihr Euch im Vergleich zu den Treibern auf eurem Standplatz nicht bewegt was schnell dazu führt zu frieren.

Passendes Schuhwerk ist also von großem Vorteil. Es hält die Füße warm und trocken. Es gibt nichts schlimmeres als mit nassen, kalten Füßen 2 Stunden oder länger im Treiben zu stehen.

Umso besser ist es natürlich wenn Ihr die Revierverhältnisse kennt und in welchen Teil des Reviers das Treiben stattfinden wird. Im Revier eines alten Freundes dessen Drückjagd ich jedes Jahr besuche ist es immer feucht. Wir drücken jedes Jahr einen sumpfigen Revierteil und haben zu 99% Sauen in diesem Trieb. Darum trage ich bei dieser Drückjagd immer Gummistiefel.

Im heimischen Revier hingegen haben wir keine solcher sumpfigen Abschnitte und somit trage ich einen normalen Winter Jagdstiefel.

Wenn Ihr besonders Empfindlich seid was kalte Füße betrifft empfehle ich Euch auf jeden Fall ein Paar wärmende Einlegesohlen auf aktiv Kohle Basis. Diese reagieren nach dem öffnen der Verpackung mit dem umliegenden Sauerstoff und sorgen so über mehrere Stunden für angenehm warme Füße.

Es lohnt sich bei einem hohen Verbrauch der Einwegsohlen evtl. auch in eine Schuhheizung zu investieren. Dadurch könnt Ihr bei häufiger Nutzung bares Geld sparen.

Nehmt auf jeden Fall noch ein paar Wechselschuhe mit. Die Schuhe können je nach Revier äußerst schmutzig werden. Für das Schüsseltreiben sind ein Paar saubere Wechselschuhe also ein wichtiger Aspekt.

Die Hose sollte in jedem Fall für die kalte Jahreszeit geeignet sein. Eine signalfarbe ist von Vorteil aber kein zwingendes Kriterium. Große aufgesetzte Beintaschen bieten Platz für den Jagdschein, das Handy oder die Gelbörse etc. Ein angenehmer Tragekomfort sollte die Hose auch bieten um Eure Bewegungsfreiheit so wenig wie möglich einzuschränken.

Die Jacke muss auf jeden Fall über eine Signalfarbe verfügen. Ihr müsst Euch immer deutlich von der Umgebung abheben. Große Taschen geben natürlich viel Stauraum für Eure Ausrüstung und persönlichen Gegenstände. Manche Jacken verfügen über integrierte Munitionstaschen was auch von Vorteil ist um die Munition adäquat zu verstauen.

Ein Kapuze kann bei Regen und Schnee ein äußerst angenehmes Feature sein. Es ist natürlich auch immer von der Witterung abhängig welche Jacke man wählt. Ich war schon auf Drückjagden bei klirrenden minus Temperaturen aber im Gegenzug auch schon bei wohlig warmen Plus Temperaturen. Im folgenden einige Empfehlungen.

Eine Kopfbedeckung kann nie Schaden auf der Jagd. Sei es eine Wollmütze, ein Hut oder auch die simple Kappe. Hier kann auch wieder auf Signalorange zurück gegriffen werden. Wollmützen und Kappen gibt es von vielen Herstellern in signal orange. Beim klassischen Jagdhut könnt Ihr in Kombination auch ein oranges Hutband einsetzen.

Ich trage auch gerne ein Multifunktionstuch bei der Jagd. Es schützt Euren Hals oder die Mund Nasen Partie vor kalten Windböen. Es kann aber auch über den kompletten Kopf gezogen und ähnlich einer Sturmhaube getragen werden. Dadurch schützt es auch gut vor Regen oder Schnee. Es gibt äußerst viele Einsatzmöglichkeiten eines solchen Multifunktionstuches. Es ist natürlich auch in Signal orange erhältlich was zusätzlich Eure Signalwirkung erhöht und somit der Sicherheit zuträglich ist.

Die Ausrüstung

Es gibt auch einige Ausrüstungsgegenstände welche von Vorteil auf der Drückjagd sind. Dies ist in hohem Maße der Rucksack da er dazu dient alles was Ihr mitführt sicher zu verstauen. Der Rucksack sollte nicht zu groß gewählt werden. Es gibt auch Rucksäcke mit einer integrierten Sitzmöglichkeit. Diese ermöglicht Euch die Beine etwas zu entspannen. Wenn man 2 Stunden im Treiben steht kann dies äußerst nützlich sein. Natürlich sollte der Rucksack auch wasserabweisend sein damit Eure Ausrüstung trocken bleibt.

Wer gerne etwas mehr Volumen hätte kann auch zum Halti Sitzrucksack Paljakka greifen.

Natürlich kann auch zu einem Rucksack ohne Sitzmöglichkeit gegriffen werden. In der Regel tragen sich diese Rucksäcke auch angenehmer da das Gestänge der Sitzfunktion entfällt. Um trotzdem eine Sitzmöglichkeit dabei zu haben empfiehlt sich ein Sitzstock.

Das Thema Gehörschutz solltet Ihr definitiv nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei einem Büchsenschuss eines standard Jagdkalibers wie .30-06 oder der 8×57 IS entstehen Schalldruckpegel welche absolut schädlich für das Gehör sind.

Anfangs merkt man die Beeinträchtigung dieser Schalldruckpegel durch ein Ohrenklingeln welches in den meisten Fällen auch wieder verschwindet. Das gefährliche sind hier die Langzeitschäden. Über einen längeren Zeitraum kann sich hier ein Tinnitus bilden oder auch das Gehör in seinem Frequenzspektrum schädigen. Schädigungen des Gehörs sind in den meisten Fällen irreversibel.

Darum solltet Ihr euch selbst einen gefallen machen und Euer Gehör schützen. Es gibt 2 Möglichkeiten wie Ihr euer Gehör adäquat schützen könnt. Bei dem klassischen Gehörschützer solltet Ihr zu einem aktiven Modell greifen. Dadurch wird sichergestellt dass Ihr trotz Gehörschutz das Wild auf der Drückjagd anwechseln hört. Ein aktiver Gehörschützer hat ein eingebautes Mikrofon welches die Umgebungsgeräusche wahrnimmt. Ihr hört also was um Euch herum geschieht. Hört Ihr das Wild anwechseln verschafft Euch das einen Zeitvorteil und Ihr könnt Euch besser auf die Situation vorbereiten. Gebt Ihr einen Schuss ab reagiert die Elektronik des Gehörschützers blitzschnell und schließt das Mikrofon. Dadurch wird der Schuss soweit herunter gedämpft das er in einem erträglichen Rahmen für Euer Gehör liegt.

Ich habe eine lange Zeit mit dem 3M Peltor Sport-Tac gejagt welcher mich nie im Stich gelassen hat.

Falls Ihr Brillenträger seid kann ein Gehörschützer bei längerem tragen auf die Bügel der Brille drücken was äußerst unangenehm sein kann. Ein Gehörschützer welcher anhand seiner extra weichen Silikonkissen diesen Umstand umgeht ist der MSA Supreme Pro. Hier konnte ich auch nach längerem tragen keine Beeinträchtigung feststellen.

Die Gehörschützer dieser Bauart schränken den Schützen natürlich etwas im Anschlag ein. Es besteht die Möglichkeit, dass Ihr mit dem Kapseln des Gehörschützers am Hinterschaft anstößt und euren Anschlag korrigieren müsst. Das kann Euch unter Umständen wertvolle Zeit kosten was auf der Drückjagd oft über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Hierfür bietet Peltor Gehörschutzstöpsel an. Diese werden wie normale Ohrenstöpsel getragen bieten aber ebenfalls eine aktive Elektronik.

Am besten ist es jedoch die Schallemission an der Mündung durch einen Schalldämpfer zu dämpfen. Ein Schalldämpfer entspannt die austretenden Pulvergase aus der Mündung und sorgt somit für eine immense Schallreduktion.

Auch der Rückstoß wird durch einen Schalldämpfer wesentlich reduziert, da die Pulvergase die Waffe im Schuss nach vorne ziehen wenn diese auf die Prallflächen im inneren des Schalldämpfers treffen (Schubumkehr).

Ich selbst nutze eine Hausken JD184 XTRM welcher durch seine Dämpfwolle im Innern eine hohe Dämpfleistung bietet. Ebenso ist es ein Overbarrel Schalldämpfer welcher auch nach hinten über den Lauf ragt und somit den Lauf nur um 10cm verlängert. Auch ist der Schalldämpfer sehr leicht was die Waffe schlussendlich davor bewahrt kopflastig zu werden.

Ein gutes Messer gehört in die Grundausstattung eines jeden Jägers. Natürlich kann man nach der Jagd seine Hilfe beim Aufbrechen anbieten. Das kommt nicht nur gut an sondern spart auch Zeit was den weiteren Ablauf positiv beeinflusst.

Es gibt eine Vielzahl von Messern welche die Aufgabe des aufbrechens problemlos bewältigen. Wichtig ist jedoch das ein Messer immer scharf ist. Ein Stück Wild mit einem stumpfen Messer aufzubrechen kann eine äußerst mühsame Angelegenheit werden.

Ein Entfernungsmesser kann dem Jungjäger Sicherheit bieten. Ihr werdet in der Regel nicht die Entfernungen an Eurem Standplatz kennen. Gerade über Gräben hinweg wenn Ihr an einem Gegenhang positioniert seid kann die Einschätzung etwas schwierig sein. Hier reicht eigentlich ein simpel aufgebauter Entfernungsmesser ohne Ballsitkcomputer da Ihr nur die genaue Entfernung zu verschiedenen Fixpunkten ausmessen wollt. Dadurch könnt Ihr Euch Euer Schussfeld genau abstecken und seid auf der sicheren Seite. Entfernungsmesser welche diese Anforderung kostengünstig erfüllen wären die folgenden.

Da es bei der Drückjagd immer zu kleineren Blessuren kommen kann ist es immer ratsam ein kleines Medi-Kit mitzuführen. Dadurch könnt Ihr Euch selbst, einem Mitjäger oder Treiber schnell erste Hilfe leisten. Ein solches Medi- Kit soll natürlich klein und leicht mitzuführen sein. Das Mil-Tec First Aid Set bietet mit seinem 43 teiligen Inhalt alles was man braucht um kleinere Verletzungen zu versorgen.

Auch so etwas simples wie ein Stift gehört in den Rucksack falls Ihr bei der Jagd zum Beispiel ein Anschussprotokoll ausgehändigt bekommt. Dazu mehr unter dem Punkt „Hahn in Ruh“.

Die Waffe

Rein für die Drückjagd kann man sich selbstverständlich eine Waffe anschaffen. Es gibt keine Universalempfehlung für die Drückjagd. Es können Repetierbüchsen, Geradezugrepetierer, Selbstlader oder sogar Unterhbelrepetierer verwendet werden. Ich selbst habe schon alle 4 genannten Waffenarten auf Drückjagden genutzt und muss sagen das ich mit dem Selbstlader und dem Geradezugrepetierer am besten zurecht kam.

Die Unterhebelrepetierer sehe ich mehr mit nostalgischen Augen und die Repetierbüchse ist für mich persönlich mehr eine Ansitzwaffe. Drückjagdsituationen gehen meist schnell von statten was gerade den Selbstlader und den Geradezugrepetierer prädestiniert.

Definitiv sollte die Waffe nicht zu schwer sein und somit zur Last fallen. Der Begriff Führigkeit ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Der Trend geht ganz klar zu kürzeren Läufen. Selbst RWS hat auf diesen Umstand reagiert und die RWS Short Barrel Munition auf den Markt gebracht. Diese Munition ist optimiert auf kurze Lauflängen und soll anhand einer speziell abgestimmte Ladung den Leistungsverlust eines kurzen Laufes kompensieren.

Durch den kurzen Lauf der Waffe bleibt die Gesamtlänge auch bei Nutzung mit Schalldämpfer in einem erträglichen Maß.

Waffen welche sich zur Drückjagd in hohem Maße eignen wären Beispielsweise die folgenden.

Das Problem bei den Selbstladern ist die nicht unproblematische Verwendung von Schalldämpfern. Die Benelli Argo und die Browning BAR Reflex verfügen beispielsweise ab Werk über kein Mündungsgewinde zur Schalldämpfer Aufnahme.

Ebenso kann es unter Umständen beim Ladevorgang zu Problemen kommen. Durch einen Schalldämpfer wird der Gasfluss beeinträchtigt und somit kann es bei Gasdruckladern die nicht über eine verstellbare Gasabnahme verfügen zu Problemen kommen.

Die Unterhebelrepetierer haben in der Regel das Problem, dass die meisten angebotenen Kaliber eine recht geringe Vo aufweisen. Die üblichen Verdächtigen wie die .45/70 Gov. oder die .450 Marlin bewegen sich im Bereich von etwa 600 m/s. Es ist natürlich immer abhängig von Geschossgewicht und auch der verwendeten Lauflänge.

Eine standard .30-06 fliegt mit einer Vo von etwa 850 m/s. Mit einer .45/70 Gov. oder .450 Marlin müssen wir also sehr auf unser Vorhaltemaß achten da sich das Geschoss wesentlich langsamer bewegt. Hier auf verschiedene Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig vorzuhalten erfordert ein hohes Maß an Übung. Darum würde ich eine solche Waffe nicht unbedingt dem Jungjäger ans Herz legen.

Die Optik

Die Optik muss auf einer Drückjagd vor allen Dingen ein immenses Sehfeld liefern. Wir brauchen einen guten räumlichen Überblick um das Stück schnell und sicher in die Optik zu bekommen. Ich würde bei einem Zielfernrohr zu einem Glas mit mindestens 20m Sehfeld auf kleinster Vergrößerung tendieren.

Ein Allround Glas wie das Swarovski Z6i 2-12×50 erfüllt diesen Wert noch und kann gleichermaßen zur Pirsch und dem Ansitz genutzt werden. Ihr bekommt mit einem solchen Glas also eine Optik die sehr viele Jagdarten abdecken kann.

Reine Drückjagdgläser haben in der Regel eine minimale 1x Vergrößerung was in Bezug zum Sehfeld natürlich sinnvoll ist. Bei solchen Gläsern liegen in der Regel Sehfelder von über 35m vor.

Das unangefochtene Drückjagdglas ist nach meinen Auffassung derzeit das Swarovski Z8i 0,75-6×20. Mit 56m Sehfeld zeigt dieses Glas einen nie da gewesenen Überblick bei höchstmöglicher Bildqualität. Diese Gläser sind jedoch Spezialisten für die Drückjagd. Bei anderen Jagdarten sind solche Zielfernrohre aufgrund ihrer Lichtleistung und der höchstmöglichen Vergrößerung eingeschränkt.

Ich habe auch lange Zeit mit einem Aimpoint Leuchtpunktvisier auf Drückjagden gejagt. Hierbei zählte das Aimpoint Micro H-2 und das Aimpoint 9000SC zu meiner Ausstattung. Zweifelsohne sind diese Leuchtpunktvisiere extrem Robust, zuverlässig und von bester Verarbeitung. Nicht umsonst werden Sie auch von Militär und Polizeieinheiten rund um den Globus genutzt.

Aimpoint Visiere haben keine Vergrößerung. Es wird lediglich ein roter Punkt im Visier abgebildet mit dem gezielt wird. Die Visiere haben den Vorteil, dass sie keinem festgelegten Augenabstand unterliegen wie ein Zielfernrohr. Ebenso ist auch ein verkanteter Einblick kein Problem. Dadurch kommt man sehr schnell in den Anschlag und kann hierdurch einen Zeitvorteil gewinnen.

Meine Erfahrungen mit diesen Visieren waren äußerst positiv. Wenn der Punkt sauber auf dem Blatt platziert war, flog die Kugel auch dort hin. Ein sauberes Abkommen natürlich vorausgesetzt. Ebenso sind Aimpoint Visiere im Vergleich zu einem hochwertigen Zielfernrohr günstiger in der Anschaffung.

Der Nachteil ist die fehlende Vergrößerung mit der man in der Regel einem etwas weiteren verhoffenden Stück die Kugel präziser antragen kann. Manche Schützen fühlen sich bei einer 2 fachen Vergrößerung auch wohler. Es ist also stark abhängig von den eigenen Vorlieben ob ich mich für ein Zielfernrohr oder ein Leuchtpunktvisier entscheide.

Das Kaliber

Kaliber Diskussionen führen in den meisten Fällen zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Frägt man 10 Jäger nach dem passenden Kaliber für die Drückjagd, bekommt man in der Regel eine Fülle von Antworten. Angefangen von der .308, 8x57IS, 9,3×62. .300 Win Mag oder gar die .375 Holland & Holland Magnum.

Eines ist hier jedoch nicht abzustreiten. Treffen ist das beste Kaliber. Was nützen mir vier oder gar fünftausend Joule, wenn ich diese nicht adäquat ins Ziel bekomme. Viel wichtiger als eine Menge Energie ist also ein korrekter Treffersitz.

Viele Schützen kommen auch mit besonders rückstoßstarken Kaliber weniger gut zurecht und somit sinkt auch die Präzision. Demnach würde ich aus meiner Sicht ein standard Kaliber wählen, welches sich noch angenehm schießen lässt und zudem genügend Energie Reserven liefert.

Ich habe viel mit der .30-06 Springfield auf Drückjagden gejagt und konnte mich über fehlenden Wirkung definitiv nicht beschweren. Ein guter Treffersitz versteht sich hier jedoch von selbst. Die 8×57 IS ist ebenso ein guter Kandidat und im Vergleich zur .30-06 auch besser für kurze Läufe geeignet.

Wem ein stärkerer Rückstoß keine Probleme bereitet, kann die Drückjagd auch mit der .300 Win Mag. bestreiten. Ein Vorteil der .300 Win Mag ist Ihre hohe Vo. Hier liegen wir in einem Bereich von ca. 950 m/s was unser Vorhaltemaß im Vergleich zu einer 8×57 IS (ca. 800 m/s) verkleinert.

Ganz oben auf der Liste steht neben der Kaliberwahl natürlich auch üben, üben, üben. Auf dem laufenden Keiler findet man schnell heraus, wie man am besten vorhält und erhält somit immer mehr das richtige Gefühl in den Anschlag zu gehen, sauber den Abzug zu ziehen und somit sicher abzukommen. Der laufende Keiler ist zwar eine gute Übung, jedoch läuft er immer auf der gleichen Linie. Die Geschwindigkeit kann zwar variiert werden, jedoch ist es trotzdem nicht ganz an der Realität.

Die realitätsnahste Übung ist und bleibt das Schießkino. Hier wird eine Drückjagdszene auf eine Leinwand projiziert. Dadurch habe ich zum Beispiel:

  • Eine komplette Rotte vor mir und muss ein frei stehendes Stück gezielt auswählen
  • Die Stücke bewegen sich nicht nur auf einer geraden Linie
  • Die Stücke variieren Ihre Geschwindigkeit und verhoffen auch kurz
  • Ich bekomme meinen Treffer in der Regel direkt angezeigt indem der Film nach dem Kugeleinschlag stehen bleibt und mein Treffer rot angezeigt wird.

Ein Schießkino Besuch ist also wesentlich näher an der Realität als der laufende Keiler. Natürlich ist ein solcher Besuch auch mit höheren Kosten verbunden.

Um die Kosten etwas zu minimieren, kann man auf günstige Trainingsmunition optimiert für das Schießkino zurück greifen. Ebenso hat eine solche Munition weniger Schadstoffbelastung beim Schützen, da Schießkinos in geschlossenen Räumen untergebracht sind.

Abschließend können wir zu diesem Thema also sagen, dass ein gutes Mittelkaliber wie die .30-06 oder 8×57 IS gute Dienste auf der Drückjagd leisten wird und es vielmehr auf einen sauberen Treffersitz ankommt, welchen wir am besten durch konsequente Übungseinheiten umsetzen können.

Die Munition

Wenn wir unser gesamtes Equipment herunter brechen, ist das einzige was beim Wild ankommt das Geschoss.

Bei der Munition spielt das Geschoss also eine wesentliche Rolle. Es geht darum, die Stücke schnell und ohne Qualen zu erlegen. Ebenso wollen wir in keinem Fall eine Nachsuche provozieren. Darum sollten wir auch hier mit einem gewissen Augenmerk herangehen. Demnach würde ich auf ein Geschoss setzen, welches eine hohe Augenblickswirkung aufweist und somit ein schnelles verenden der Stücke herbeiführen soll.

Ganz besonders sind hier die Teilzerlegungsgeschosse zu nennen. Bei diesen Geschossen zerlegt sich der vordere Teil in einzelne Fragmente, wobei der hintere Teil fest zusammen bleibt und für den nötigen Ausschuss sorgen soll.

Die Splitter führen ein hohe Gewebszerstörung bei, was auch die Augenblickswirkung nach oben setzt. Ein gewisse Wildbretentwertung muss hier jedoch in Kauf genommen werden, was im Bezug zu einer schwerwiegenden Nachsuche jedoch in Kauf zu nehmen ist. Als Beispiele wären hier die bleihaltigen RWS Doppelkern, RWS H-Mantel oder die bleifreie RWS Evolution Green zu nennen.

Auch ein gutes Geschoss wäre das bleihaltige Deformationsgeschoss Hornady SST. Dieses Geschoss pilzt anhand der Polymerspitze schnell und stark auf. Hierdurch resultiert ein breiter Wundkanal, welcher eine hohe Gewebszerstörung und Augenblickswirkung sicherstellen soll.

Das deutsche Pendant dazu wäre die Geco Express. Ähnlich aufgebaut wir auch hier eine schnelle Ansprache des Geschosses durch eine Polymerspitze eingeleitet, was wiederum für einen breiten Wundkanal und hohe Knock Down Power sorgen soll.

Ein gutes bleifreies Deformationsgeschoss bildet die Hornady ETX. Das ETX-Geschoss besteht aus einer bewährten Tombaklegierung. Somit kann man es auch mit herkömmlicher Vollmantelmunition, welche zumeist ebenfalls aus Tombak besteht, als Übungsmunition verschießen. Man sollte also nicht verschiedene Geschossmaterialien durcheinander verwenden, da es hierdurch zu Präzisionproblemen kommen kann.

Die Begrüßung auf der Drückjagd

Der Tag der ersten Drückjagd ist also gekommen und früh morgens geht es los zum Sammelpunkt. Dort angekommen werdet Ihr Euch erst mal in der Reihen der grünen Geländefahrzeuge einreihen und Euch unter die anwesenden Jäger mischen.

Das erste was Ihr schonmal erledigen könnt ist die Jagdschein Kontrolle. Hier wird einfach nur überprüft ob Ihr über einen gültigen Jagdschein verfügt. Ebenso wird Euer Name auf der Liste der eingeladenen Jäger abgehakt. Meist werdet Ihr hierbei auch gefragt ob Ihr am Schüsseltreiben teilnehmen wollt und müsst dann gegebenenfalls auch gleich die Essenskosten begleichen.

Auch wird des öfteren ein Beitrag für die anwesenden Jagdhunde erhoben. Dieser spielt sich nach meiner Erfahrung im Bereich von 5-10 € ab. Mit diesem Geld wird in der Regel eine Meutenversicherung zur Drückjagd abgeschlossen, welche einen Versicherungsschutz der Jagdhunde für den Tag der Jagdveranstaltung gewährleistet.

Dies ist auch definitiv in Ordnung, da die Hunde einen immensen Teil zu einer erfolgreichen Drückjagd beitragen.

Oft stellt der Pächter des Revieres und seine Mitjäger ein kleines Frühstück bereit. Hierbei handelt es sich nach meiner Erfahrung um Kaffee, Brezeln, Kuchen oder dergleichen. Eine kleine Stärkung schadet nie.

Nachdem sich die Reihen immer mehr füllen, wird der/die Pächter zum Sammeln der Jäger rufen. Dies kann ganz traditionell durch ein Jagdsignal mit dem Jagdhorn geschehen.

Der/die Pächter werden die anwesenden Jäger nochmals offiziell begrüßen und den Ablauf der Jagd, die Sicherheitsvorschriften und die Freigabe des zu bejagenden Wildes verkünden. Die ansässigen Mitjäger werden zumeist in Linien unterteilt. Dies kann die rote Line blaue Linie und gelbe Linie sein. Dies steht dem Pächter jedoch frei wie er die Linien nennt und unterteilt.

Jeder Linie ist ein Ansteller also ein ortsansässiger Jäger zugeteilt welcher Euch zu eurem Standplatz bringt und einweist. In der Regel werdet Ihr nach dem Signal Hahn in Ruh auch von diesem wieder an Eurem Standplatz abgeholt.

Mit dem Jagdhornsignal Aufbruch zur Jagd geht es dann los ins Revier.

Seit Ihr also Eurer Linie zugeteilt werden die Jäger zumeist auf einige wenige Autos verteilt um ins Revier zu kommen. Dies hat den großen Vorteil das weniger Lärm provoziert wird welcher das Wild schon vor Beginn der Jagd auf die Läufe bringt.

Angehen

Im Revier angekommen schnappt Ihr Euch Eure Waffe und Eure Ausrüstung. Ihr bleibt bei Eurem Ansteller, da es jetzt zügig vorangehen sollte.  Die Waffe wird beim Angehen mit offenem Verschluss und ungeladen geführt.

Ein ganz wichtiger Aspekt beim A06ngehen ist Ruhe. Ich habe schon lautstarke Unterhaltungen über die Fußballergebnisse, Kaliber Diskussionen oder auch den letzten Sommerurlaub erlebt. Das ist zwar gesellig aber der Jagd definitiv nicht zuträglich. Haltet Euch also beim Angehen etwas zurück, um das Wild nicht schon vor den Treibern auf die Läufe zu bringen.

Auf dem Stand

An Eurem Standplatz angekommen wird Euch euer Ansteller einweisen. Das bedeutet, er erklärt Euch knapp die Gegebenheiten am Standplatz. Er weißt auf Wechsel hin und von wo das Treiben kommen wird. Verständigt Euch mit Schützen in Eurem Sichtfeld durch Handzeichen damit Ihr auf jeden Fall von jedem wahrgenommen werdet.

Richtet Euch auf eurem Standplatz ein. Ladet Eure Waffe, da in den allermeisten Fällen nach dem anstellen geschossen werden darf. Dies wird Euch euer Ansteller jedoch mitteilen.

Mir persönlich ist es schon passiert, dass nach dem Schließen des Verschlusses eine Sau vor mir in der Dickung das weite sucht und von meinem Nachbarschützen beschossen wurde. Seit also nachdem Ihr Eure Waffe fertig gemacht habt auf der Hut.

Ihr könnt auch Laub und lose Äste auf Eurem Standplatz etwas zur Seite befördern, damit Ihr so wenig Lärm wie möglich produziert. Auch eine evtl. Schneedecke würde ich etwa 1mx1m räumen. Tretet Ihr die Schneedecke nämlich fest, kann es rutschig werden und desweiteren kann man schnell kalte Füße bekommen, wenn man zwei Stunden im Schnee steht.

Durch das Jagdhorn Signal Anblasen des Treibens erfahrt Ihr, dass die Treiber und Hunde nun das Treiben begonnen haben.

Sicherheit

Sicherheit ist ein ganz wichtiges Thema auf der Drückjagd!

  • Lasst eine Sau lieber ziehen als einen zu spitzen Winkel zum Nachbarschützen einzugehen.
  • Ihr braucht bei jedem Schuss einen 100% sicheren Kugelfang. Dieser kann nur gewachsener Boden sein. Keine Strauch kein Baum oder sonstiges.
  • Felsige Untergründe bilden ein hohes Gefahrenpotential für Abpraller. Darum solltet Ihr auch hier vorsichtig sein.
  • Niemals gegen den Horizont schießen. Auch wenn eine Rotte wie an der Perlenkette entlang einer Kuppe läuft ist hier nicht an schießen zu denken.
  • Niemals schießen wenn sich Treiber oder Hunde in der Nähe eines Stückes befinden.
  • Auch wenn die Hunde ein Stück hetzen würde ich mir den Schuss verkneifen. Es besteht immer die Möglichkeit das ein Stück schlagartig die Richtung wechselt oder stehen bleibt. Zu groß wäre die Gefahr einen Hund tödlich zu treffen oder zu verletzen.
  • Nehmt Euch Zeit beim Zielen umso weniger geschossen wird umso besser. Ziel ist es das Wild mit dem ersten Schuss waidgerecht zu erlegen.
  • Zieht niemals Eure Signalkleidung auf dem Stand aus auch wenn Euch warm ist. Ihr müsst Euch immer deutlich von der Umgebung abheben.
  • Verlasst unter keinen Umständen Euren Standplatz.
  • Keine Kunstschüsse auf das Haupt antragen. Schießt immer wenn das Stück Euch breit zugewandt ist auf das Blatt. Hier habt die größtmögliche tödliche Treffer Fläche.
  • Beschränkt Euch in der Entfernung. Ich habe mich mit Leuchtpunktvisieren immer auf 50m Schussentfernung beschränkt. Steht ein Stück etwas weiter und verhofft könnt Ihr mit einem Zielfernrohr auch einen etwas weiteren Schuss antragen.
  • Habt Ihr einen Schuss abgegeben welcher sichtlich nicht tödlich war schießt wenn möglich direkt nach um eine Nachsuche zu vermeiden.
  • Schießt nur wenn Ihr Euch 100% sicher seid. Auch wenn Euer Nachbar ruft: „Schieß doch!“ Ihr seid für Euren Schuss verantwortlich und sonst keiner !
  • Wenn Ihr ein Stück erlegt habt und es liegt in Eurem Sichtfeld bleibt Ihr auf Eurem Standplatz bis das Jagdhorn Signal Hahn in Ruh ertönt.
  • Ihr startet keine Nachsuche auf eigene Faust. Dafür ist der Nachsuchenführer zuständig.

Länge der Jagd

Ich war schon auf einigen Drückjagden und konnte feststellen, dass die Planung immer etwas anders verläuft. So kann zum Beispiel ein langes Treiben über vier Stunden stattfinden oder auch zwei Treiben an verschiedenen Orten mit ca. zwei Stunden. Dies ist immer abhängig von den Revierverhältnissen.

Meist findet zwischen zwei Treiben auch eine kleine Mittagspause statt in der es etwas zu Essen gibt.

Ich für meinen Teil mag lieber kürzere Treiben da sich 4 Stunden äußerst lange ziehen können. Ich erinnere mich noch an eine Drückjagd bei wirklich klirrender Kälte im Dezember. Nach einem 4 Stündigen Treiben kam mir fünf Minuten vor Hahn in Ruh ein Überläufer Keiler welchen ich auch erlegen konnte. Trotzdem war ich bis auf die Knochen durchgefroren und froh als ich Sammelpalatz ankam.

In unserem heimischen Revier drücken wir zumeist zwei Revierteile. Unsere Treiben gehen meist 1 1/2 Stunden und sind eher kurz und gezielt ausgerichtet.

Es kommt auch immer darauf an, wie sich ein Gelände durchdrücken lässt. In sumpfigen Abschnitten kommen die Treiber beispielsweise wesentlich langsamer voran, was auch die Gesamtzeit des Treibens verlängert.

Das müsst Ihr einfach auf Euch zukommen lassen. Eine Sitzgelegenheit ist also in jedem Fall ein sinniger Ausrüstungsgegenstand.

Hahn in Ruh

Mit dem Jagdhorn Signal Hahn in Ruh wird das Ende des Treibens und somit der Jagd eingeleitet. Daraufhin entladet Ihr Eure Waffe und öffnet den Verschluss. Euer Ansteller holt Euch in der Regel wieder an Eurem Standplatz ab. Daraufhin teilt Ihr ihm mit, was Ihr gesehen und evtl. beschossen habt. Liegt ein Stück in Eurem Sichtfeld, könnt ihr dieses an den Wegesrand ziehen. Normalerweise werden die erlegten Stücke von den ortskundigen Jägern geborgen.

Habt Ihr ein Stück beschossen, welcher nicht in Eurem Sichtfeld verendet ist, wird eine Nachsuche von Nöten sein. Teilt dem Ansteller und/oder Nachsuchenführer die genaue Situation mit.

  • Was habt Ihr beschossen ?
  • Falls Ihr auf ein Stück Schwarzwild geschossen habt, wie schwer war das Stück ungefähr?
  • Wann habt Ihr geschossen ?
  • Wo hat das Wild gestanden?
  • Wie viele Schüsse habt Ihr abgegeben ?
  • Wie hat das Wild auf Euren Schuss gezeichnet ?
  • Welches Kaliber und welches Geschoss habt Ihr verwendet?

In manchen Fällen erhaltet Ihr vor der Jagd auch ein Anschussprotokoll. Dabei handelt es sich um einen Zettel, auf dem alle wichtigen Daten und Fragen vermerkt sind. Auch können Schwarzwild Silhouetten in verschiedenen Winkeln abgedruckt sein auf denen Ihr den vermutlichen Sitz der Kugel mit einem X einzeichnen könnt.

Auch wenn Ihr denkt das Stück gefehlt zu haben, sollte eine kurze Kontrollsuche durchgeführt werden. Dies ist man dem Wild schuldig. Sollte doch Schweiß gefunden werden, sei es nur ein Tropfen muss das Stück nachgesucht werden um Ihm unnötige Qualen zu ersparen.

In der Regel geht es für Euch nun zum Sammelplatz und evtl. Nachsuchen werden von einem professionellen Nachsuchenführer durchgeführt.

Am Sammelplatz

Am Sammelplatz angekommen werden wohl schon die ersten Stücke dort eintreffen, um versorgt zu werden. Das Aufbrechen geschieht meistens zentral an einem Ort an dem genügend frisches Wasser und evtl. ein Aufbrechbock zur Verfügung steht. Die Aufbrüche werden gesammelt und entsorgt.

Meist geschieht dies auch durch die Ortsansässigen Jäger oder einen professionellen Metzger. Natürlich könnt Ihr hier gerne Eure Hilfe anbieten. Ob dies angenommen wird oder nicht steht auf einem anderen Blatt.

Oberste Priorität ist es das Wild so schnell wie möglich zu versorgen und es alsbald in die Kühlung zu bringen. Nur so kann eine hohe Fleischqualität sicher gestellt werden.

Während des Aufbrechens stehen in den meisten Fällen auch wieder Kaffe und Kuchen, Brezeln oder auch Kaltgetränke zur Verfügung. Lasst das ganze auf Euch wirken und kommt etwas ins Gespräch. So könnt Ihr auch erfahren, ob andere Schützen Anblick hatten oder sogar etwas erlegen konnten.

Strecke legen

Traditionell wird mit dem erlegten Wild Strecke gelegt. Es soll definitiv keine „Zurschaustellung“ der Beute sein an dem sich die Jäger ergötzen. Das Strecke legen hat vielmehr seinen Ursprung in der Ehre gegenüber dem erlegten Wild. Ebenso ist es ein gemeinschaftliches Ritual bei dem man auch dankbar ist wenn alle Jäger, Treiber und Hunde wieder unversehrt zurück gekehrt sind.

Auch werden hier die Erlegerbrüche vergeben. Habt Ihr also ein Stück Wild erlegen können, werdet Ihr auch einen Erlegerbruch erhalten. Der Erlegerbruch wird mit dem Schweiß des erlegten Stückes benetzt. Der Jagdleiter überreicht mit einem Waidmannsheil den Erlegerbruch auf dem abgenommen Hut dem Waidblatt oder auch dem Hirschfänger.

Die meiste Form, welche ich erlebt habe, war das Überreichen auf dem abgenommen Hut.

Ihr antwortet daraufhin mit einem ‚Waidmannsdank‘ und einem Händedruck. Ihr nehmt den Erlegerbruch und steckt Ihn an die rechte Hutseite.

Da Drückjagden ebenso in äußerst warmer Witterung stattfinden können, besteht die Möglichkeit, dass aus Gründen der Wildbrethygiene auf ein Strecke legen verzichtet wird.

Das Schüsseltreiben

Die Jägerschaft ist in den allermeisten Fällen von geselliger Natur. Traditionell findet zum Ende der Drückjagd ein Schüsseltreiben statt. Hierbei handelt es sich um ein gemeinsames Essen der Jäger, Treiber und Hundeführer. Hierbei kann auch das Jagdgericht einberufen werden falls Jäger, Treiber oder Hundeführer gegen das Brauchtum verstoßen haben.

Aber keine Angst, eine solche „Bestrafung“ äußerst sich meist in Trinkrunden oder dem Trinken von Spirituosen aus einer abgeschossenen Schrotpatrone etc. Körperliche Bestrafungen wie die Schläge mit einem Waidblatt auf das nackte Hinterteil sind mir bis heute nicht untergekommen und in meinen Augen auch nicht mehr zeitgemäß.

Das Jagdgericht kann hingegen aber auch Ehrungen vornehmen falls ein Jäger, Treiber oder Hundeführer ein vorbildliches Verhalten an den Tag gelegt hat. Ebenso könnt Ihr als Jungjäger auch in den Kreis der Jägerschaft ähnlich einem Ritterschlag aufgenommen werden.

Auch habe ich schon Tombolas erlebt in denen nicht unerhebliche Sachpreise wie Ferngläser oder eine Kettensäge verlost wurden.

Es ähnelt einem äußerst geselligen Fest, welches den Zusammenhalt und die gleiche Gesinnung nach außen trägt.

Die erste Drückjagd ist sicherlich ein erlebnisreicher Tag, den Ihr so schnell nicht vergessen werdet. Falls Ihr weitere Fragen rund um das Thema Drückjagd habt sei es die passende Waffe, Optik. Munition oder Ausrüstung stehen unsere Fachberater gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Wir wünschen Euch viel Waidmannsheil und hoffen das wir Euch mit diesem Leitfaden etwas unter die Arme greifen konnten.

ZUR DRÜCKJAGDAUSRÜSTUNG

 

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