Skip to main content
+49 (0) 68 94 / 169 44 28

Testbericht GRS Berserk Schaft

Berserk Schaft

Tikka, Remington, Howa oder gar eine Savage. Alles Büchsen von der Stange, mit denen man jagen und viele Jahre glücklich werden kann. Mit der Zeit kommt dem ein oder anderen dann doch das Bedürfnis, an seiner Waffe etwas zu verändern.

Der After Market oder Zubehör Markt hält gerade für die genannten Büchsen einiges parat. Weder ein neuer Kammerstängel, eine Mündungsbremse, eine Handspannung, ein Magazin- Umbaukit, ein Abzug oder dergleichen – nichts ändert eine Büchse aber so dramatisch wie ein neuer Schaft. Und das dachten sich in vergangener Zeit viele Hersteller und kamen mit neuen innovativen Schaftsystemen auf den Markt.

Sei es GRS oder KKC aus Norwegen, KRG, MDT, Hogue oder Manners aus den USA selbst. Accuracy International aus Portsmouth (Vereinigtes Königreich) hat für Remington 700 ein Schaftsystem im Programm. Viele Schaftsysteme geben der Waffe jedoch einen sehr militärischen Look – gerade, wenn wir von Accuracy International, Manners, MDT oder KRG sprechen.

Die Firma aus Hornindal in Norwegen jedoch, die sich der Herstellung von innovativen Schaftsystemen verschrieben hat, brachte erst vor kurzem den GRS Berserk auf den Markt: einen Composite Schaft mit höhenverstellbarer Wangenauflage sowie längenverstellbarer Schaftkappe. Sicherlich kein klassischer Jagdschaft, aber in den letzten Jahren hat sich einiges bewegt und „Kunststoffschäfte“ wurden auch in Deutschland salonfähig.

GRS Berserk Schaft

Montage

Bevor wir uns dem eigentlichen Schaft widmen, möchten wir darauf eingehen, wie ein solcher Schaft montiert wird.

Die Montage des Schaftes stellt keine unmögliche Aufgabe dar, wenn man etwas handwerklich begabt ist und das nötige Werkzeug hat.

Man benötigt einen Drehmomentschlüssel sowie eine stabile Arbeitsfläche. Wir haben noch zusätzlich eine MTM Werkbank, welche sehr hilfreich ist, um den Schaft einzuspannen. Die vorhandene Waffe muss selbstverständlich ausgeschäftet werden, was in unserem Fall schon geschehen ist.

Der GRS Berserk ist ein „Drop In“ System, welches keine Nacharbeit oder sonstiges erfordert.

Vom Original-Schaft werden lediglich der Abzugsbügel und die 2 Systemschrauben benötigt.

Fangen wir von vorne an und entfernen den alten Schaft:

Wir stellen sicher,

  • dass unsere Waffe entladen ist
  • Wir entfernen den Verschluss
  • Wir entfernen das Magazin
  • Wir lösen die 2 Systemschrauben und trennen System mit Lauf vom Schaft
  • Wir legen den Abzugsbügel, das Magazin und die Systemschrauben zur Seite

Nun liegt die ausgeschäftete Waffe, der GRS Berserk Schaft, das Magazin, die 2 Systemschrauben und der Abzugsbügel vor uns.

Wir nehmen den Schaft und spannen ihn kopfüber in die MTM Werkbank ein. Nun setzen wir den Abzugsbügel in die vorhandene Ausfräsung des Schaftes ein. Dieser rastet durch die gut gearbeitete Passung schon von selbst ein.

Danach drehen wir den GRS Berserk Schaft und widmen uns dem System mit Lauf. Es ist unabdingbar, dass die vorhandene Ausfräsung am System mit dem Rückstoßstollen (Recoil Lug) zusammengeführt wird. Wir nehmen also die Waffe und setzen sie von oben in den Schaft ein. Dabei sollte man darauf achten, dass Rückstoßstollen und Systemfräsung eine Einheit bilden.

Man merkt, wenn das System und der Stollen zusammenrutschen und exakt sitzen. Ist dies getan, drücken wir auf den hinteren Teil des Systems, da das Gewicht des GRS Berserk Laufes das Ganze vorne nach unten zieht. Daraufhin setzen wir unsere Systemschrauben handfest in das System, damit es in Position gehalten wird.

Wichtig ist jetzt, dass das System nach vorne geschoben wird, damit der Rückstoßstollen mit der Systemfräsung einen Anschlag bildet. Diese formschlüssige Verbindung sorgt bei jeder Schussabgabe für einen festen Sitz von Waffe und Schaft.

Ist all dies sichergestellt, ziehen wir unsere Systemschrauben abwechselnd an bis der Drehmomentschlüssel die vom Hersteller angegebene 5 Nm erreicht hat und durchrutscht.

Nun ist der Schaft montiert und wir müssen noch folgende Punkte kontrollieren:

  • Kann der Lauf frei schwingen? Dies könnt ihr gut mit einem Geldschein kontrollieren, indem ihr diesen bis zur Laufwurzel durchzieht und keinen Widerstand merkt.
  • Lässt sich das Magazin problemlos einsetzen?
  • Funktioniert die Sicherung tadellos!?
  • Lässt sich die Waffe locker durchrepetieren?
  • Löst der Abzug sauber aus?

Können Sie diese Fragen alle mit „ja“ beantworten, haben Sie es geschafft.

Eindruck und Handling

Der vorliegende Schaft ist an einer Tikka T3 Varmint im Kaliber .308 Winchester montiert, deren Laufdurchmesser an der Mündung 22mm beträgt. Der GRS Berserk ist nur als Rechtsversion und auch für Howa 1500 SA, Weatherby Vanguard SA, Remington 700 BDL Short und Long Action sowie Savage 12 und 16 erhältlich.

Der GRS Berserk Schaft verfügt über eine gut strukturierte harte Oberfläche. Dies ergibt sich aus dem mit 15% Fiberglas gehärtetem Durethan, welches je nach Bauart etwa 1,3 kg wiegt. Das Material ist äußerst widerstandsfähig und trotzt jeder groben Behandlung.

GRS Berserk Schaft mit gummierter OberflächeDie Haptik des GRS Berserk Schaftes wird durch gummierte Oberflächen am Pistolengriff sowie Vorderschaft optimal unterstützt und sorgt auch bei Nässe oder Schnee für guten Halt. Diese wurde lediglich auf den Schaft aufgeklebt – was man auch sieht. Die Verarbeitung ist etwas rustikal und könnte schöner sein.

Der gut ausgeformte Pistolengriff mit Fingerrillen gewährleistet eine natürliche Haltung der rechten Hand beim Schießen. Ebenso verfügt der Schaft über eine großzügige Daumenauflage, welche das Schießen noch entspannter macht.

Der Satz „Der Lauf schießt, der Schaft trifft“ gilt nicht nur bei Flinten. Auch eine Büchse muss dem Schützen passen und der GRS Berserk ermöglicht mit seiner verstellbaren Wangenauflage sowie Schulterstütze eine optimale Positionierung zum Schützen. Die Schulterstütze lässt sich von 33,5 cm-36,5 cm (gemessen von Schaftkappe bis zum Abzugszüngel) einstellen. Ein sehr ausgewogenes Maß, welches für 99% der Anwender passen sollte.

Die verstellbare Wangenauflage lässt ein perfektes Zusammenspiel von Auge und Zielfernrohr und/oder offener Visierung zu. Je nachdem, was man nutzt, man hat immer die optimale Höhe.

GRS Berserk Schaft mit original MagazinDie Ausformung des Hinterschafts erlaubt der linken Hand den Schaft beim Schießen bestmöglich zu unterstützen. Dass man das Originalmagazin weiter verwenden kann, stellt einen großen Pluspunkt dar.

Nehmen wir nur ein Whiskey 3 Chassis von KRG, ein HS-3 von MDT oder den Urvater das Accuracy International Chassis Systems. Alle Systeme sind auf AICS Magazine ausgelegt, welche

  1. sehr teuer sind,
  2. aus Stahl bestehen und somit schwer sind und
  3. meist nur mit Nacharbeit reibungslos funktionieren wie das Originalmagazin.

Ebenso lobenswert sind die Kugeldruckriemenbügel des GRS Berserk, die sich seitlich am Schaft befinden und somit eine entspannte Trageweise auf dem Rücken ermöglichen. Die Abnahme der Bügel geht leicht von der Hand und ist praxisgerecht. Damit auch ein Zweibein ohne größere Probleme montiert werden kann, befindet sich zusätzlich am Vorderschaft eine Riemenbügelöse.

Fazit

In Anbetracht dessen, dass dieser Schaft nur um die 500€ kostet, ist er eine absolute Kaufempfehlung! Die Haptik und das Handling der Waffe wurden deutlich verbessert. Der gerade Pistolengriff, die gummierten Flächen, die Wangenauflage und die längenverstellbare Schaftkappe lassen den Schützen mit der Waffe zu einer Einheit verschmelzen. Wenn man von den etwas lieblosen Klebstellen der gummierten Flächen absieht, kann man den Norwegern nur ein dickes Lob aussprechen und hoffen, dass sie weiter solch tolle Schäfte wie den GRS Berserk bauen.

LivingActive.de Newsletter


Ihnen hat dieser Beitrag gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und erfahren Sie als Erster von neuen Beiträgen.

Wie hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Berwerten Sie als Erster)
Loading...

Ähnliche Beiträge


Kommentare

Thomas Oskamp 16. Januar 2019 um 13:00

Hallo kurze Frage gibt es den GRS Berserk Schaft auch für eine Savage 10 FCP-SR 51cm Lauflänge?

WMH Thomas Oskamp

Antworten

Markus Steinbrecher 23. Januar 2019 um 8:36

Hallo Herr Oskamp,

Ja den gibt es. Man muss dabei nur wissen, wo der Bolt Release ist, entweder am Abzugsbügel oder seitlich.

Waidmannsheil, Markus Steinbrecher

Antworten

Mirko Winkelmann 22. Juni 2019 um 14:23

Guten Tag,
wird es den Berserk in absehbarer Zeit auch für Blaser R8 oder Sauer 202 geben?

Freundliche Grüße
Mir Winkelmann

Antworten

Markus Steinbrecher 8. Juli 2019 um 9:22

Hallo Mirko,

für die Blaser R8 gibt es den Bifrost Schaft: https://www.livingactive.de/grs-bifrost-schaft
Weitere Details sind uns leider zurzeit nicht bekannt.

Waidmannsheil,
Markus

Antworten

März 29. Juni 2019 um 15:08

Ich habe die Howa 1500 in Cal. .308 und .223. Beide sind ohne Magazin. Gibt es den Schaft auch ohne Magazinkasten.

Antworten

Markus Steinbrecher 8. Juli 2019 um 9:16

Ja den gibt es.

Waidmannsheil,
Markus

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *