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Nachtsicht Vorsatzgeräte im deutschen Waffen- und Jagdgesetz

Das Thema Nachtsichtvor- bzw. aufsatzgeräte ist in Zeiten der ASP-Bekämpfung für den Jäger populärer als je zuvor. Da die rechtliche Lage für die Benutzung solcher Geräte jedoch nicht für jeden Jäger direkt ersichtlich ist, soll mit diesem Berricht in erster Linie dieses Thema unter dem rechtlichen Aspekt durchleuchtet werden. Aufgegliedert wird der Bericht zunächst auf die rechtlichen Aspekte rund um Nachtsicht-Vorsatzgeräte, bevor bewährte Produktempfehlungen und abschließend grundlegenden Informationen und Erklärungen von Nachtsichtgeräten gegeben werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Waffen- und Jagdgesetz sind zwei paar Schuhe
  • Durch das neue Waffengesetz (§ 40 Absatz 3) sind Nachtsichtvor- und aufsatzgeräte generell erst einmal erlaubt
  • Nach jetzigem Stand des Jagdgesetzes der einzelnen Bundesländer ist die Verwendung von Nachtsichtvor- und aufsatzgeräten für Jäger nur in Brandenburg, Sachsen, Baden-Würtemberg und im Saarland erlaubt
  • Nachtsichtvor- und aufsatzgeräte dürfen nach (WaffG Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.1) nicht mit einem IR-Strahler ausgestattet werden

Wie sieht die Rechtsgrundlage der einzelnen Bundesländer für den Einsatz von Nachtsicht-Vorsatzgeräten bei der Jagd aus?

Zunächst ist der Kauf von Nachtsicht-Vorsatzgeräten in ganz Deutschland genehmigungsfrei erlaubt. Weiterhin ist das Mitführen und Verwenden als Handgerät ebenso erlaubt. Durch das Jagdgesetz nicht erlaubt ist jedoch in den meisten Bundesländern das Montieren eines Vorsatzgerätes mit einer Zieloptik zur Nutzung bei der Jagd.

Die rechtliche Lage zu diesem Thema näher betrachtet, gibt es für den Jäger zwei wesentliche Gesetze, nämlich das in ganz Deutschland gültige Waffengesetzt und das Jagdgesetz für jedes Bundesland. Wichtig hierbei ist, dass diese beiden Gesetze völlig unabhängig voneinander sind. Dies ist insofern wichtig, da Nachtsicht-Vorsatzgeräte mit in Kraft treten des neuen Waffengesetzes nach § 40 Absatz 3 für den Jäger generell erlaubt sind. Nicht betroffen sind davon jedoch jagdrechtliche Verbote. Dies bedeutet, dass in Bundesländern, in denen die Nachtsichttechnik als Vorsatzgerät nicht zugelassen ist, die Nutzung auch weiterhin verboten ist. Nach jetzigem Stand erlauben lediglich Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg und das Saarland die Nutzung von Nachtsicht-Vorsatzgeräten.

Zusammengefasst: Rechtsgrundlagen, die im neuen deutschen Waffengesetz erlaubt sind, dürfen nicht automatisch auf bundesweiter Ebene jagdlich angewendet werden!

Die entsprechende Rechtsgrundlage der Bundesländer, in denen die Nutzung von Nachtsicht-Vorsatzgeräten erlaubt ist:

  • Brandenburg: BbgJagdDV §3 Absatz 1 (Sachliche Gebote und Verbote)
  • Sachsen: SächsJagdG § 35 (Rechtsverordnung)
  • Baden-Württemberg: JVMG § 31 Absatz 1 Nummer 10 a (Sachliche Verbote)
  • Saarland: DV-SJG § 62a (Verwendung von künstlichen Lichtquellen)

Dürfen Nachtsichtvor- oder aufsatzgeräte mit ein- oder angebautem IR-Strahler eingesetzt werden?

Kurz und Knapp gesagt bleibt die Montage und Nutzung nach WaffG Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.1 grundsätzlich verboten! Dies bedeutet, dass Optiken mit eingebautem IR-Strahler, auch wenn dieser abgeschaltet bleibt und zusätzlich angebrachte IR-Strahler, weiterhin verboten sind.

Die meisten Nachtsicht-Vorsatzgeräte können ihre volle Leistung jedoch nur mit einem zusätzlichen IR-Strahler aufbringen, um dem Jäger ein bestmögliches Bild zu liefern. Daher sind diese Strahler für die optimale Nutzung von Nachtsichttechniken enorm wichtig. Wenn man dies auf das Gesetz überträgt, bedeutet dies, dass der Jäger die künstliche Lichtquelle in der Hand halten müsste oder dieses am Hochsitz befestigen, insofern die Nutzung im jeweiligen Bundesland jagdrechtlich erlaubt ist.

Produktempfehlungen: Unsere Top 5 Nachtsicht-Vorsatzgerät

Sollten Nachtsicht-Vorsatzgeräte in Ihrem Bundesland erlaubt sein, sollten Sie sich die folgenden und stets bewährten Produktempfehlungen genauer anschauen:

1. Dipol DN55 XT NSV (Nachtsicht-Vorsatzgerät)

Das Nachtsicht- Vorsatzgerät Dipol DN55 XT ist die Weiterentwicklung des bewährten Dipol DN34. Wichtigster Unterschied zum Dipol DN34 ist, dass beim DN55 XT das Ein-/Ausschalten sowie die Helligkeitseinstellung mit einem Regler erfolgt. Das neue Dipol ist auch um 7 mm kürzer und 27 mm schlanker als das Vorgängermodell. Somit zählt es zu den kompaktesten Nachtsichtvorsätzen am Markt.

2. Jahnke DJ-8 1×48 (Nachtsicht-Vorsatzgerät)

Das Jahnke NSV 1×48 ist durch das Magnesiumgehäuse bereits sehr leicht. Durch die kompakte Bauform ist es hier im Vergleich zum 56er nochmals leichter und damit optimal auf der Pirsch einzusetzen. Das 1×48 ist das perfekte Gerät, wenn wenig Platz zur Verfügung steht. Gerade bei Laufkürzungen in Kombination mit Overbarrel Schalldämpfer zählt jeder Zentimerter an Platz. Da kann das Jahnke Nachtsichtvorsatzgerät 1×46 seinen Trumpf ausspielen!

3. Pulsar FN455 (Digital-Nachtsichtgerät)

Das Pulsar Forward FN 455 ist Nachfolger des FN 155 und eines der preisgünstigsten Nachtsichtgeräte, die es als multifunktionale Ausführung am Markt gibt. Das FN 155 sorge bereits für große Beliebtheit und feierte erste Erfolge, jetzt ist auch das FN 455 als digitales Nachtsichtgerät im unteren Preissegment in unserem Sortiment und bring deutlich verbesserter Leistung mit sich.

4. DIPOL D400 DNS (Digitales-Nachtsichtgerät)

Eine Großzahl von Jägern setzt mittlerweile neben der klassischen Röhrentechnik auch auf digitale Nachtsichtgeräte. Der Vorteil ist die einfache Handhabung, kombiniert mit einer robusten Bauweise. Bei der Röhrentechnik ist  ein sensibler Umgang mit dem Gerät zwingend notwendig, um die Langlebigkeit der Röhre nicht zu beeinträchtigen. Dieser vorsichtige Umgang ist bei einem digitalen Nachtsichtgerät nicht mehr notwendig. Außerdem kann diese Technik sowohl am Tag, als auch in der Nacht angewandt werden.

5. NITEHOG TIR-M35 Chamelion (Wärmebild-Vorsatzgerät)

Mit dem neuen  Wärmebildgerät TIR-M35 Chameleon kann noch schneller aufgeklärt und genauer beobachtet werden. Die Pixelgröße von 17 µm des Microbolometers verfeinert die Qualität des farbigen Bildes und erlaubt hervorragende Sicht bei totaler Dunkelheit, feuchtem und nebligem Wetter.

Wissenswertes zum Thema Nachtsicht Vorsatzgerät

Was ist überhaupt ein Nachtsicht-Vorsatzgerät?

Nachtsicht-Vorsatzgeräte gibt es als Restlichtverstärker-, Wärmebild- oder Fusionsgerät und dient als Hilfsmittel bei der Erlegung von Schwarzwild in dunklen Nächten. Wichtig ist hierbei, dass es keine eigenständige Zieloptik (Nachtzielgerät) darstellt, keine eigene Zielvorrichtung (Fadenkreuz) besitzt und keine eigene Montagevorrichtung zur Anbringung an einer Waffe hat.
Mit einem standardmäßigen Nachtsicht-Vorsatzgerät kann jedes gängige Tageszielfernrohr im Handumdrehen in eine Nachtoptik umgewandelt werden. Dazu wird das beschriebene Nachtsicht-Vor- oder Aufsatzgerät vorne oder hinten auf ein Zielfernrohr gesteckt. Da Nachtsicht-Vorsatzgeräte absolut wiederholgenau sind, können diese optimal für eine waidgerechte Erlegung von Schwarzwild eingesetzt werden.

Wie funktioniert ein Nachtsichtgerät Vorsatzgerät

In der Regel sind Nachtsicht -Vorsatzgeräte Restlichtverstärker. Bei dieser Technik wird das vorhandene Licht bestmöglich verstärkt und so umgewandelt, dass es für das menschliche Auge besser zu sehen ist.

Dazu wird das Restlicht zunächst durch die Objektivseite eingefangen, wird dann durch Kathoden elektronisch verstärkt und wird anschließend durch eine Phosphorschicht auf der Okularseite als sichtbares Licht wiedergegeben.

Was ist beim Kauf eines Nachtsicht-Vorsatzgerätes zu beachten?

Das Thema Nachtsichttechnik ist wie bereits erwähnt bei vielen Jägern zum regelmäßigen Gesprächsthema geworden. Doch viele wissen nicht, welches Nachtsicht-Vorsatzgerät das richtige ist, da die Palette der in Frage kommenden Geräte recht groß ist. Daher muss man sich generell erst einmal einig werden, auf welchem Gebiet das Gerät eingesetzt werden soll. Hierbei sollte im Voraus festgelegt werden, ob man eher auf der Kirrung, auf Feldern und Wiesen oder über die Pirsch jagt. Weiterhin müssen die Geräte schussfest sowie wiederholgenau sein und bei der Vergrößerung durch ein Zielfernrohr ein sauberes und vernünftiges Bild liefern. Es gibt in diesem Bereich natürlich eine große Bandbreite an Vorsatzgeräten, egal ob Wärmebild-Vorsatzgerät, Nachtsicht-Vorsatzgerät oder digitales Vorsatzgerät. Da es bei der Verwendung für die verschiedenen Jagdsituationen jedoch die unterschiedlichsten Ansichten gibt, ist es ratsam, die Techniken kennenzulernen und diese in der Praxis zu testen.

Da diese Geräte preislich oft zwischen 1500-5000 Euro liegen, sollte ein solcher Kauf gut überlegt sein. Viele Hersteller bieten auch an, die Geräte erst zu testen, bevor man diese letztendlich kauft. Auf solche Möglichkeiten sollte jeder Interessent zurückgreifen.

Sucht man ein Gerät mit dem genau Details erkannt werden sollen bzw. als Vorsatzgerät eingesetzt werden soll, ist der Jäger definitiv mit einem Nachtsichtgerät (Restlichtverstärker) sehr gut bedient, da diese mit ihrem Preis/Leistungs-Verhältnis sehr überzeugen, allerdings können diese Röhrengeräte nur in der Dunkelheit benutzt werden.

Wärmebild-Vorsatzgeräte sind von der Qualität und der Benutzerfreundlichkeit zwar noch besser, sind in der Anschaffung allerdings sehr teuer.

Digitale-Vorsatzgeräte haben den Vorteil, dass Sie tagsüber und auch in der Dämmerung genutzt werden können. Die Qualität dieser Geräte kann jedoch nicht mit der Qualität von Nachtsichtgeräten aus der 2. oder 3. Generation verglichen werden. Diese Geräte sind eher auf der Qualitätsstufe von Geräten aus der 1. Generation.

Bei der Auswahl eines Nachtsichtgeräts (Restlichtverstärker) sollte man auf folgendes achten:

  • Die Generationen von Nachtsicht-Vorsatzgeräten

Wenn man sich mit Nachsicht-Vorsatzgeräten näher beschäftigt, werden die verbauten Bildverstärkerröhren in Generation I, Generation II und Generation III eingeteilt. Jedoch muss bei jedem einzelnen hergestellten Gerät die Generation I, II oder III nochmals separat bewertet werde, da beispielsweise nicht jede Gerätequalität der Generation I  wie die Qaulität eines anderen Gerätes der Generation I ist. Wichtige Faktoren für die Bewertung des Geräts sind Auflösung, Lichtverstärkung, Helligkeit und Rausch-Verhalten. Daher sollten nur Geräte in Betracht gezogen werden, die ein entsprechendes Datenblatt mit diesen Faktoren aufweisen.

  • Die Farbe der Bildverstärkerröhre

Nachtsicht Vorsatzgeräte gibt es in verschiedenen Farben. Am geläufigsten sind hierbei die Farben Grün und Schwarz/Weiß.Der Vorteil einer Schwarz/Weiß Bildröhre liegt darin, dass Menschen mit einer rot-grün Sehschwäche das Bild besser wahrnehmen können. Die Auswahl der Farbe muss letztendlich jedoch jeder für sich selbst entscheiden, da es dabei kein schlechter oder besser gibt . Ein Test unter realen Bedingungen ist sicherlich sehr hilfreich.

 

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