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Die Zielfernrohrmontage & Arten

Zielfernrohrmontage

Nahezu jedem Jäger ist schon einmal ein Fehlschuss unterlaufen. Entweder zieht das anvisierte Wild daraufhin unversehrt von dannen oder flieht schlimmsten Falls krank geschossen und verendet somit elendig. Wird nach diesem Vorkommen nach der Ursache geforscht, wieso die Kugel nicht das anvisierte Ziel traf, zieht der Schütze meist die Waffe selbst, das eigene Können oder die Wetterverhältnisse als Gründe für den Fehlschuss in Betracht. Dass jedoch bloß ein einziger kleiner Fremdkörper genügt, der in die Zielfernrohrmontage geraten ist, um das Ziel zu verfehlen, ist vielen Schützen meist gar nicht klar.

Gelangt dieser Fremdkörper in Form eines winzigen Krümels beispielsweise in die Unterteile der Montage, ist an Treffsicherheit nicht mehr zu denken. Denn wird ein Zielfernrohr nur um wenige Millimeter aus seiner Position gebracht, bewirkt dies bereits eine Abweichung der Schusslaufbahn um mehrere Zentimeter. Daher ist es enorm wichtig, die richtige Zielfernrohrmontage zu wählen, um eine zuverlässige und gleichbleibende Trefferlage verzeichnen zu können. Art und Anschluss der Langwaffe sowie die zu montierende Zieloptik sind dabei die wichtigsten Faktoren. Doch auch eine fehlerhaft angebrachte Montage kann ein Grund für einen Fehlschuss sein. Ist diese nämlich nicht einwandfrei montiert, ergeben sich dadurch sowohl mangelnde Schussleistungen als auch Schäden am Zielfernrohr selbst.

Das Resultat einer unzureichenden und fehlbefestigten Zielfernrohrmontage sind sogenannte Abprallschüsse. Zu Abprallern kommt es, wenn die Kugel beim Schießen nicht das anvisierte Ziel trifft bzw. nicht in das gewollte Objekt trifft, sondern von diesem abprallt und in eine andere Richtung fliegt. Im schlimmsten Fall kann Ihnen von der zuständigen Verwaltungsbehörde der Jagdschein eingezogen und die Waffenbesitzkarte widerrufen werden. Dabei kann Ihnen vorgeworfen werden, dass Ihnen die erforderliche Zuverlässigkeit im Sinne des Waffengesetzes fehle. Diese waffenrechtliche Zuverlässigkeit macht die Fähigkeit und Bereitschaft, potentielle Risiken mit Dritten zu vermeiden, zur unumstößlichen Bedingung.

Was muss eine Zielfernrohrmontage alles leisten?

Wenn Sie sich für ein Zielfernrohr entscheiden, sollten Sie bei der Zielfernrohrmontage unbedingt darauf achten, dass diese sowohl robust ist als auch einen festen und sicheren Sitz aufweist. Die Verwendung hochwertiger Materialen und eine tadellose Verarbeitung sind jedoch die Grundvoraussetzungen für eine optimale Passgenauigkeit. Außerdem muss sie Temperaturschwankungen und unterschiedlichen Witterungsbedingungen trotzen. Natürlich muss die Montage auch voll und ganz schussfest sein, d.h. keineswegs die Position verändern, wenn ein Schuss abgefeuert wird. Die Schuss- bzw. Schockfestigkeit ist damit die wichtigste Eigenschaft, die eine Zielfernrohrmontage erfüllen muss. Auf keinen Fall darf die Montage die Funktionalität von Zielfernrohr und Waffe beeinträchtigen. Nicht nur das Zielen, sondern auch das Repetieren bzw. das Auswerfen der Patrone muss uneingeschränkt gewährleistet sein.

Doch wenn man vor der Wahl einer Zielfernrohrmontage steht, muss man sich nicht nur mit der  Waffe selbst, sondern auch dem Zielfernrohr auseinandersetzen. Wichtig ist dabei, dass die Verbindung der Klemmringe oder Mittelrohrschienen zum Zielfernrohr passt. Auch die Bauhöhe muss für das Glas ausreichend hoch sein. Zudem muss der Schütze im Vorfeld für sich entscheiden, ob das Zielfernrohr abnehmbar oder fest montiert sein soll. Abnehmbare Montagen sind in erster Linie für jagdliche Prozeduren und zum Transport von Vorteil.

Die Zielfernrohrmontagearten

Ringmontage

ZielfernrohrmontageEine Variante, ein Zielfernrohr zu montieren, stellt beispielsweise die Ringmontage dar. Bei der Ringmontage lässt sich die Zieloptik schnell austauschen, bzw. komplett entfernen sollte man sie beispielsweise während der Nachsuche oder auch auf Reisewegen nicht mehr benötigen. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass eine Wiederholgenauigkeit stets gegeben ist, d.h. das Zielfernrohr jedes Mal wieder an derselben Position sitzt. Sollte man das Fernrohr zu einem späteren Zeitpunkt einmal wechseln oder erneuern wollen, stellt sich also diese Variante der Montage als äußerst sinnvoll heraus. Ein Nachteil besteht jedoch darin, dass man in der Montage selbst immer an die Hilfe des Herstellers gebunden ist, da es nicht leicht ist, die Ringe so akkurat zu befestigen, sodass das Fernrohr in der richtigen Position sitzt. Außerdem ist das Zielfernrohr bei der Ringmontage immer einer gewissen Spannung ausgesetzt, die aus einer zu festen Verbindung resultieren. Das Glas wird dann gegebenenfalls so sehr unter Spannung gesetzt, dass Deformierungen auftreten können.

Schienenmontage

Doch auch bei der Schienenmontage kann das Zielfernrohr praktischer weise einfach bei Bedarf gewechselt werden. Diese bietet zudem den Vorteil, dass dies ganz einfach auch vom Schützen selbst erledigt werden kann. Schienenmontagen werden vom Hersteller meist bereits vorgefertigt und sind daher schon gleich korrekt ausgerichtet. Somit müssen Sie sich nicht auf ein Zieloptik festlegen, sondern können diese jederzeit einfach wechseln. Schäden, die bei der Ringmontage oftmals aufgrund der vorhandenen Spannung, die auf das Zielfernrohr wirkt, passieren, treten bei der Schienenmontage nur sehr selten auf.

Schwenkmontage

Eine dritte Möglichkeit der Befestigung des Zielfernrohrs stellt die Schwenkmontage dar, welche als gängigste Form der Montage für Jagdwaffen bzw. Büchsen in Europa gilt. Bei dieser unterscheidet man wiederum zwei Bauarten, nämlich einerseits die klassische EAW-Schwenkmontage und andererseits die Hebelschwenkmontage. Bei dieser befindet sich das Schlösschen, das den Hinterfuß verriegelt auf der hinteren Hülsenbrücke der Waffe. Dabei wird eine Vorderplatte auf der Waffe befestigt. In die passende Ausfräsung dieser Vorderplatte wird der massive Zapfen, der am Vorderfuß der Zielfernrohrmontage angefräst wird, in einem 90 Grad Winkel eingesetzt.  Anschließend wird das Glas sozusagen eingeschwenkt. Wenn der Drehbolzenverschluss des befestigten Schlösschens parallel zum Glas ausgerichtet ist, findet dieser automatisch in seine Position bzw. rastet ein. Das verbindende Element zwischen Zieloptik und Waffe stellt allerdings der Vorderfuß dar. Bei jedem Abfeuern mildert dieser vollkommen die entstehenden Rückstoßkräfte ab. Aufgrund der Klemmschraube kann die Passung für den Vorderfuß eingestellt werden, was auch bedeutet, dass die Montage einfach nachkorrigiert werden kann, falls sie einmal etwas locker werden sollte.

Hebelschwenkmontage

Bei der Hebelschwenkmontage hingegen ist das eben genannte Schloss am Zielfernrohr selbst befestigt, der auf der Waffe angebrachte Hinterfuß wird lediglich durch ein flaches Prismenstück gebildet. Das bedeutet, dass sich der gesamte Verriegelungsmechanismus am Zielfernrohr befindet. Vorteil bei dieser Methode und Grund dafür, diese Methode gerne bei Kipplaufwaffen einzusetzen ist, dass das Schlösschen bei abgenommener Zieloptik die Visierlinie nicht behindert oder beeinträchtigt. Möchten Sie die Zieloptik einmal auswechseln oder auf diese verzichten, muss bloß der Drehbolzen über den kleinen Hebel am Schlösschen hochgeschwenkt werden, wodurch sich das Glas aus der Verriegelung drücken, ausschwenken und entnehmen lässt.

Vorteil bei dieser Methode ist, dass nur wenig Fachkenntnis des Büchsenmachers von Nöten ist, was auch mit geringeren Kosten für Sie verbunden ist, da der Arbeitsaufwand deutlich geringer ist als bei der Einhakmontage.

Sie sehen also, dass die Gründe für einen Fehlschuss oftmals vielseitig sein können und Sie dabei auch immer stets die Zielfernrohrmontage selbst nicht außer Acht lassen dürfen. Welche Variante der Methode für Sie die Richtige ist, werden Sie dank diesen Artikels hoffentlich herausfinden.

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