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Testbericht Swarovski dS 5-25×52 P Zielfernrohr

Swarovski dS 5-25x52 P

Swarovski dS 5-25×52 P

Swarovski dS 5-25×52 P Zielfernrohr

Technische Daten:

Vergrößerung: 5-25
wirksamer Objektiv-ø (mm): 48-52
Austrittspupillen-ø (mm): 9,6-2,1
Austrittspupillenabstand (mm) (Augenabstand): 95
Sehfeld (m/100 m): 7,3-1,5
Sehfeld (Grad): 4,2-0,84
augenseitiges Sehfeld (Grad): 21,5
Dioptrienausgleich (dpt): -3 bis +2
Lichttransmission (%): 83
Dämmerungszahl nach ISO 14132-1: 16,1-36,0
Treffpunktkorr. / Klick (mm/100 m): 7
max. Stellweg nach Höhe/Seite (m/100 m): 1,2 / 0,7
manueller Parallaxenausgleich (m): 50-∞
Filtergewinde objektivseitig: M 63×0,75
Länge (mm): 403
Gewicht (g): 1090
Mittelrohrdurchmesser (mm): 40

 

Beleuchtungseinheit:

Helligkeitsstufen: 64
Betriebsdauer: 500x
Display: LCoS monochrom
Messbereich (m): 30-1375
Messgenauigkeit (m) +/-: 1
Winkelmessung (Grad) +/-: 60
Max. Haltepunktkorrektur (m): 1024
Zusatzprogramm (App): dS Configurator
Betriebssystem: iOS ab Version 8.1, Android ab Version 4.4 KitKat

 

Wir leben in hektischen Zeiten, in denen ein Trend den anderen jagt. Alles wird schneller, besser, kleiner, intelligenter…

Die Frage nach dem Zielfernrohr von morgen stellt sich Swarovski schon heute und brachte 2017 das Swarovski dS 5-25×52 P auf den Markt.

Doch wohin geht die Entwicklung bei Zielfernrohren? Noch vor wenigen Jahren lieferten sich die Premiumhersteller ein wahres Kopf an Kopf rennen nach dem höchsten Zoomfaktor. Kurz davor ging es darum, die Lichttransmission bis aufs Letzte auszureizen.

Doch seien wir ehrlich. Brauchen wir eigentlich einen 10-fach oder gar 12-fach Zoomfaktor, nachdem wir beim 8-fach Zoom angekommen sind? Sind 2% Lichttransmission wirklich ein wahrer Gewinn?

Das Swarovski dS kehrt diesen Parametern den Rücken und geht einen völlig anderen Weg. Hier ist das Kernelement die Elektronik, welche dem Glas seine digitale Intelligenz verleiht. Doch eins nach dem anderen, denn am Swarovski dS gibt es Vieles zu entdecken.

 

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Verarbeitung und innere Werte

Die Verarbeitung des Glases ist wie zu erwarten auf allerhöchstem Niveau. Die matt schwarze Beschichtung ist perfekt ausgeführt. Auch die Bedienelemente, das einpassen der Logos, die Beschriftung sowie die Güte der verwendeten Materialien lassen keine Wünsche offen. Hier punktet Swarovski auf voller Linie.

Widmen wir uns der Mechanik und den Einstellungen, welche am Glas vorgenommen werden können. Gleich am Objektiv des Glases finden wir eine Besonderheit, was es von der breiten Masse abhebt. Die Höhen- und Seitenverstellung sitzt beim dS nicht wie gewohnt in der Mitte des Glases, sondern seitlich und auf der Oberseite des Objektiv.

Swarovski dS 5-25x52 P Höhen- und Seitenverstellung

Swarovski dS 5-25×52 P Höhen- und Seitenverstellung

Die Schutzkappen der Höhen- und Seitenverstellung lassen sich mit Hilfe eines Torx Schlüssels (im Lieferumfang enthalten) öffnen. Nachdem die Kappen entfernt wurden, ist es möglich, die Höhen- und Seitenverstellung vorzunehmen.

Öffnung der Schutzkappe mit Torx Schlüssel

Öffnung der Schutzkappe mit Torx Schlüssel

Höhen- und Seitenverstellung geöffnet

Höhen- und Seitenverstellung geöffnet

Die Verstellung geschieht über ein Verstellwerkzeug (im Lieferumfang enthalten). Pro Klick wandert der Kugeleinschlag um 1 cm auf 100 m. Die Klickrastung arbeitet absolut sauber und lässt sich problemlos wie bei jedem anderen Zielfernrohr einstellen.

Höhen- und Seitenverstellung Swarovski dS 5-25x52 P

Höhen- und Seitenverstellung Swarovski dS 5-25×52 P

In der Mitte des Glases befindet sich linker Hand der Parallaxenausgleich. Es ist zwingend erforderlich mit dem Parallaxenausgleich zu arbeiten, da nur so die optimale Schärfe zur entsprechenden Entfernung erreicht werden kann. Ebenso werden durch eine korrekte Parallaxeneinstellung Zielfehler vermieden, welche durch nicht zentrischen Einblick in das Zielfernrohr entstehen können.

Swarovski dS 5-25x52 P Parallaxenausgleich

Swarovski dS 5-25×52 P Parallaxenausgleich

Auf der Oberseite sitzt ein imposanter Turm, welcher zwei Aufgaben übernimmt. Zum einen bietet er Platz für den Torxschlüssel zum Öffnen der Abdeckkappen der Höhen- und Seitenverstellung.

Des weiteren kann das Verstellwerkzeug zur Treffpunktkorrektur darin verstaut werden. Zu guter Letzt bietet er Platz für die Batterie, welche die Elektronik mit Strom versorgt.

Swarovski dS 5-25x52 P Turm

Swarovski dS 5-25×52 P Turm

Swarovski dS 5-25x52 P Batterienlager

Swarovski dS 5-25×52 P Batterienlager

Etwas dahinter finden wir den Vergrößerungsstellring. Dieser verfügt über eine gerippte Oberfläche mit dezentem Nocken. Der Kraftaufwand ist wohl dosiert und lässt keine Wünsche offen. Die Vergrößerung reicht von 5-25 fach.

Swarovski dS 5-25x52 P Vergrößerungsstellring

Swarovski dS 5-25×52 P Vergrößerungsstellring

Swarovski dS 5-25x52 P Vergrößerungsstellring 5-25 fach

Swarovski dS 5-25×52 P Vergrößerungsstellring 5-25 fach

Auf der Oberseite des Okulars finden wir drei Drucktaster. In der Mitte sitzt die Messtaste, welche durch einen Kreis gekennzeichnet ist.

Swarovski dS 5-25x52 P Messtaste

Swarovski dS 5-25×52 P Messtaste

Links und rechts finden wir eine + sowie – Taste. Diese dienen zum einen der Steuerung der Leuchtintensität des Leuchtabsehens und zum anderen der Aktivierung/Deaktivierung der Bluetooth Funktion.

Swarovski dS 5-25x52 P Plus und Minus Taste

Swarovski dS 5-25×52 P Plus und Minus Taste

Schlussendlich finden wir am Ende des Okulars noch den Dioptrienausgleich. Dieser reicht von -3 bis +2 dpt und verfügt wie der Vergrößerungsstellring über einen gut bemessenen Kraftaufwand.

Swarovski dS 5-25x52 P Dioptrienausgleich

Swarovski dS 5-25×52 P Dioptrienausgleich

Etwas Kritik muss an dieser Stelle jedoch sein, da der Dioptrienausgleich über ein leichtes Längenspiel verfügt.

Die App

Die Jagd erfordert von uns Fingerspitzengefühl. Auch die Einschätzung von Entfernungen und der daraus resultierenden Verschiebung des Haltepunktes ist keine leichte Aufgabe. Auf unsere Geschoss wirken verschiedene Außenballistische Kräfte nachdem es den Lauf verlassen hat. Zum einen wäre dies z.B. der Luftwiderstand, welcher das Geschoss abbremst, aber auch die Erdanziehungskraft spielt hier eine große Rolle. Wir wollen das Ganze hier jedoch nicht vertiefen und einigen uns darauf, dass ein Geschoss nach Verlassen des Laufes durch verschiedene Außenballistische Gegebenheiten abgebremst wird. Dies führt dazu, dass unser Geschoss nicht gerade wie ein Laser fliegt, sondern in einem Bogen. Aus diesem Umstand ergeben sich auf verschiedene Distanzen auch abweichende Treffpunktlagen in der Höhe.

Und genau hier beginnt die Bestimmung des Swarovski dS. Ein Zielfernrohr, welches dem Jäger per Tastendruck die Entfernung zum Ziel misst und aus zuvor übertragenen Messwerten auf das Zielfernrohr den korrekten Haltepunkt ermittelt. Die Haltepunkt Korrektur wird dem Jäger direkt ins Absehen projiziert und gibt somit äußerste Sicherheit beim Schuss auf weite Distanzen.

Doch ganz von vorne, denn es hört sich komplizierter an als es ist:

Ich habe das Swarovski dS auf einer Blaser R8 im Kaliber 8x57IS montiert. Nachdem ich diese Arbeit abgeschlossen hatte, ging es mit der Waffe auf den Schießstand, um die mechanische Einstellung am Zielfernrohr vorzunehmen. Meine Entscheidung fiel darauf, die Waffe auf 100 m Fleck einzuschießen. Ich habe mich für die bleifreie RWS HIT entschieden, da bleifreie Munition immer mehr gefordert wird.

Auf dem Schießstand angekommen richtete ich meinen Stand ein und ließ die erste Kugel fliegen. Der erste Schuss saß ca. 8 cm links sowie 5 cm tief. Nachdem ich anhand des Torxschlüssels die Abdeckkappen der Höhen- uns Seitenverstellung geöffnet hatte, drehte ich mit Hilfe des Verstellwerkzeug 8 Klicks nach rechts sowie 5 Klicks nach oben. Danach schoss ich eine 3er Gruppe, welche auf 10 mm zusammen lag. Ich war mit diesem Ergebnis absolut zufrieden und somit waren die mechanischen Einstellungen in Bezug auf das Einschießen am Glas abgeschlossen.

Swarovski dS 5-25x52 P im Test

Swarovski dS 5-25×52 P im Test

Die zweite Aufgabe bestand darin, mit der kostenlosen dS Configurator App das Zielfernrohr zu konfigurieren.

Die App ist somit die Schnittstelle, welche der Kommunikation mit dem Zielfernrohr dient. Anhand der App werden alle wichtige Daten, die zur Berechnung der Haltepunktkorrektur dienen, auf das Glas übertragen. Zum Datentransfer wird die Funktechnik Bluetooth genutzt. Um die Funktionen sowie die Bedienung der dS Configurator App besser auf den Punkt zu bringen, möchten wir das ganze anhand des folgenden Videos erklären:

Thema kurze Läufe

Der Trend geht im Zeitalter der legalen Schalldämpfer immer mehr zu Waffen mit kurzen Läufen. Auch ich habe eine Heym SR21 mit 50 cm Lauflänge sowie eine Remington 700 SPS Tac. mit sogar nur 42 cm Lauflänge.

Wenn wir eine Schachtel Munition, sei es RWSHornady, S&B oder auch Geco, kaufen sind in der Regel alle relevanten ballisitischen Daten auf der Verpackung abgedruckt. Diese Daten werden üblicherweise aus 60 cm langen Prüfläufen ermittelt. Der Lauf unserer Waffe im Test hatte jedoch nur eine Länge von 50 cm. Dadurch dass die Pulvergase in einem 50 cm Lauf weniger Zeit haben auf das Geschoss einzuwirken, sinkt somit unsere Vo und unsere Eo. Aus diesem Grund empfiehlt Swarovski jedem, der mit dem dS kompromisslos arbeiten will, seine Laborierung aus seiner Waffe mit einem Chrony auszumessen, um absolut verlässliche Daten zu erhalten. Diese Daten können dann mit Hilfe des Expertenmodus der dS Configurator App auf das Glas übertragen werden.

Ein Beispiel

Unsere Laborierung hat folgende Werte auf der Verpackung abgedruckt:

Hersteller Geschoss Kaliber Vo
RWS HIT 10,40gr 8×57 IS 837 m/s

 

Wenn wir das ganze auf unseren 50 cm Lauf übertragen, können wir für ungefähr 2 cm Laufkürzung 1% Leistungsverlust einkalkulieren. Gegenüber dem 60 cm Lauf fehlen uns also 10 cm, was folgende Rechnung ergibt:

10:2=5 dies wiederum mal 1% ergibt 5% Leistungsverlust. Ziehen wir 5% von 837 m/s ab, ergibt sich eine Vo von ungefähr 795 m/s.

Dies sind 42 m/s weniger Vo als auf der Verpackung angegeben, was sich vielleicht wenig anhört, in Km/h ausgedrückt jedoch ca 150 Km/h weniger an der Laufmündung sind.
Dies ist nur ein Rechenbeispiel mit ca. Werten und ersetzt in keinem Fall ein Ausmessen durch ein Chrony. Es sollte vielmehr verdeutlichen, dass auch nur 5% Leistungsverlust sich wesentlich bemerkbar machen können.

Die Praxis

Natürlich haben wir das Zielfernrohr auch im Revier auf weitere Distanzen getestet, bevor wir es zur Jagd einsetzen. Dafür haben wir eine simple Anschussscheibe sowie eine Überläuferscheibe in angemessener Entfernung platziert.

Swarovski dS 5-25x52 P Praxistest

Swarovski dS 5-25×52 P Praxistest

Nachdem ich mich auf der Kanzel eingerichtet hatte, visierte ich die Anschussscheibe an und stellte meine Parallaxe ein, um ein absolut scharfes und brillantes Bild zu erreichen.

Swarovski dS 5-25x52 P Parallaxeneinstellung

Swarovski dS 5-25×52 P Parallaxeneinstellung

Ein kurzer Druck auf die Messtaste ergab eine Entfernung von 162 m, was aus jagdlicher Sicht schon eine weitere Entfernung ist. Da ich die Knock Down Power Option mit der dS Configurator App aktiviert hatte, wurde mir auf diese Entfernung eine Restenergie der RWS HIT von 2613 Joule im Absehen angezeigt. Die Korrektur lag in einem überschaubaren Bereich.

Swarovski dS Configurator App

Swarovski dS Configurator App

Also zögerte ich nicht lange und ließ die erste Kugel fliegen. Ich kam gut ab und sah durch die 25 fache Vergrößerung schon jetzt, dass mein Schuss einen Hauch zu tief saß.

Die Überläuferscheibe befand sich schon in einer jagdlichen Grenzzone, wenn man bedenkt, dass die meisten Schüsse auf der Jagd unter der 100 m Marke liegen. Ich visierte die Überläuferscheibe an und stellte meine Parallaxe exakt zur Entfernung ein. Meine Messung mit dem Swarovski dS ergab stattliche 256 m mit einer verbleibenden Knock Down Power von 2118 Joule. Die Korrektur würde ich als erheblich betrachten.

Swarovski dS Messung

Swarovski dS Messung

Ich konzentrierte mich auf den Schuss und auch beim zweiten Schuss war ich gut abgekommen. Somit war es Zeit für die Trefferaufnahme, um das Ergebnis dieses Kontrollschießens zu erfahren.

Der erste Schuss auf die 162 m entfernte Anschussscheibe saß etwas tief, jedoch fast perfekt in der waagerechten. Den Tiefschuss führe ich, wie eingangs erklärt, auf den kurzen Lauf und der daraus resultierenden Verschiebung der ballistischen Daten zurück.

Überprüfung Anschussscheibe

Überprüfung Anschussscheibe

Der zweite Schuss auf der 256 m entfernten Überläuferscheibe bestätigte diese Vermutung. Der Schuss saß wieder nahezu perfekt in der waagrechten zum Haltepunkt, jedoch war auch hier ein Tiefschuss zu verzeichnen.

Überprüfung Überläuferscheibe

Überprüfung Überläuferscheibe

Beide Treffer wären jedoch absolut waidgerecht gewesen und hätten die Stücke zur Strecke gebracht.

Fazit

Mich hat das Swarovski dS absolut überzeugt. Die Verarbeitung, die Mechanik und vor allem die digitale Intelligenz machen das Swarovski dS zu einem wahren Pionier, wenn wir an die Zielfernrohre von morgen denken. Um kompromisslos mit dem Swarovski dS zu arbeiten, muss jedoch die gewählte Laborierung aus der eigenen Waffe ausgemessen werden. Denn nur mit korrekten Werten kann das Swarovski dS eine exakte Korrektur berechnen. Wer auf weite Entfernungen waidgerecht jagen will, ist mit dem Swarovski dS bestens beraten und sollte diesem erstklassigen Zielfernrohr den Vorzug geben.


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