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Jagdtrophäen: Rehbock Trophäe präparieren – Schritt für Schritt Anleitung

Viele, aber längst nicht mehr jeder Jäger in Deutschland praktizieren es noch selbst, die Trophäenbearbeitung. Nach einer gelungenen und erfolgreichen Jagd im Frühjahr auf einen Rehbock, steht die Arbeit in Form der Trophäenbearbeitung an. Die Trophäenbehandlung ist ein wichtiger Bestandteil des Jägerhandwerks und gehört auch ein Stück weit zum waidwerken des Jägers, um so dem Wildtier die letzte Ehre zu zeigen und dieses wertzuschätzen. Da die Trophäenbehandlung ein gewisses Geschick und Routine abfordert, führt dies längst nicht mehr jeder Jäger selbst durch. Hierzu gibt es mittlerweile eine Vielzahl von gewerblichen Trophäenpräparatoren. Um das ganze den Jägern und vor allen den Jagdeinsteigern nochmals näher zu bringen, soll der nachfolgende Bericht als Anleitung für die Behandlung einer Jagdtrophäe dienen. Hier wird Schritt für Schritt aufgezeigt, was beachtet werden muss und wie Sie erfolgreich eine Trophäe bearbeiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jagdtrophäen gehören zum Jägerbrauchtum
  • Für die Trophäenbearbeitung werden spezielle Utensilien benötigt
  • Jede Jagdtrophäe bringt eine eigene Geschichte mit sich
  • Besonders beim Bleichen mit Wasserstoffperoxid ist Vorsicht geboten

Zweck der Trophäenbearbeitung

Das Abkochen einer Trophäe, egal ob Hirschgeweih, Rehbock Gehörn oder Keilerwaffe gehört in erster Linie zum Brauchtum des Waidwerkens. Es ist wie der letzte Bissen oder das Verblasen, ein Ausdruck von Respekt gegenüber dem erlegten Wild. Zudem wird mit der Trophäenbearbeitung ein optisch ansprechendes sowie dekoratives Schmuckstück hergestellt, mit dem sicherlich der ein oder andere Jagdraum geschmückt ist. Mit Trophäen ist es möglich, an einer Trophäenschau teilzunehmen, um die vorliegende Trophäe bewerten zu lassen weiterhin kann so eine erfolgreiche Hege im Revier dokumentiert und verfolgt werden. Eine präparierte Trophäe gehört schlussendlich in jeden passionierten Jägerhaushalt, welche an jede einzelne Jagdsituation erinnert und eigene Geschichten mit sich bringt.

Die benötigten Utensilien

  • Ein geeignetes Jagdmesser
  • Eine Gehörnsäge
  • Ein Elektroherd mit passendem Kochtopf
  • Ein Gehörnbrettchen
  • Trophäenbleiche
  • Befestigungsklammer
  • Eine Abkochvorrichtung

 

Das Vorgehen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Das Haupt abschlagen und die Decke abschärfen

Nachdem der Rehbock erfolgreich erlegt wurde, ist der erste Schritt, das Haupt vom Träger abzuschlagen und anschließend die Decke vom Schädelknochen mithilfe des Messers abzuschärfen. Nachdem die Decke sauber abgeschärft wurde, müssen die Lichter ausgelöst werden. Dazu muss man die Messerspitze rund um den Augapfel führen, um diesen aus der Augenhöle abzutrennen.

 

 

In diesem Paket finden Sie ein Ausbeinmesser, ein breites Ausbeinmesser und ein Stechmesser. Die Klingen haben eine Länge von 13 cm, 15 cm und 18 cm.

ErgoGrip Messer sind die absolut hygienischen Fleischermesser für den professionellen Einsatz. Top-Qualität für ermüdungsfreies Arbeiten – kompromisslos in Ergonomie und Schärfe.

Beide Messer besitzen eine handbearbeitete und rasiermesserscharfe Klinge. Die gummierte TPR Griffschale sorgt für eine sichere, rutschfeste Handhabung und sticht durch Ihre Signalfarbe direkt ins Auge. Im Lieferumfang ist eine Nylontasche im Mossy Oak® Tarnmuster enthalten. Erhältlich in der Farbe Orange.

Schritt 2: Auslösen des Unterkiefers und Lecker

Bevor es an das Abschneiden und Abkochen des Hauptes geht, muss der Unterkiefer und Lecker entfernt werden. Dazu müssen zwei Einschnitte im Kieferbereich gemacht werden, um dann den Unterkiefer durch kräftiges Ziehen aus dem Kiefergelenk auszulösen. Ist dieser ausgelöst, können mit dem Messer die Sehnen und Muskeln durchgetrennt werden. Anschließend kann der Lecker ganz simpel mit dem Messer herausgeschärft werden.

Schritt 3: Haupt kappen

Nachdem das Gröbste vom Schädel entfernt wurde, kommt die Knochensäge zum Einsatz. Mit der Sägevorrichtung wird der Oberkiefer exakt gerade abgeschnitten, um das Gehörn später auf ein Brettchen zu setzen. Dazu wird der Schädel in die Knochensägenvorrichtung eingespannt, sodass dieser fest darin sitzt, um schließlich mit der Säge und der vorgesehenen Führung den Oberkiefer abzutrennen.
Hilfreich ist hierbei die Vorrichtung in einen Schraubstock einzuspannen, um die nötige Stabilität zu bekommen.

 

Diese Gehörnsäge ist sehr robust. In der Lieferung ist eine Halterung und eine Säge enthalten.

Die AKAH Gehörnsäge für Reh eignet sich perfekt für das zersägen von Rehgehörn. So können Sie das Gehörn eines erlegten Rehbocks selbst auf ein Brett setzen und haben eine schöne Jagdtrophäe.

Schritt 4: Abkochen des Schädels und Unterkiefers

Nun kann der bearbeitete Schädel zusammen mit dem Unterkiefer in einem alten Kochtopf auf dem Herd oder in einem entsprechenden Abkochgerät abgekocht werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Gehörnstangen nicht mit dem kochenden Wasser in Verbindung kommen. Dazu sollte der Kochtopf die passende Größe haben und eine spezielle Abkochvorrichtung des Herstellers Fritzmann genutzt werden. Für kapitalere Tropähen wie beispielsweise ein Hirschgeweih kann ein Einkochapparat optimal verwendet werden. Zudem ist es ratsam, einen Ort im Freien zu wählen, da durch das Abkochen ein unangenehmer Geruch entsteht.

 

Die Fritzmann Abkochvorrichtung eignet sich für Reh- und Gamstrophäen. Sie besitzt gummiarmierte Halterungen und Schrauben mit Flügelmuttern ermöglichen ein stufenloses Verstellen in vier Richtungen. Dabei ist die Vorrichtung ganz einfach an jedem Kochtopf anzubringen.

Mit dem Trophäen Abkochgerät lässt sich ein Bock- oder Gamshaupt einfach abkochen. Mit dem Korb, der sich in dem Abkochgerät befindet, kann man den Schädel entnehmen, ohne dass man sich die Finger verbrüht. Das Wasser kocht sehr schnell, dadurch benötigt man nur wenig Zeit, um auch ältere Stücke zu garen.

Schritt 5: Säubern der Knochenteile

Nach einer Kochzeit von ca. 30-60 Minuten kann der Schädel und der Unterkiefer aus dem kochenden Wasser genommen werden und mit kaltem Wasser abgeschreckt werden. Anschließend können die beiden Knochenteile zuerst mit einem Messer von der restlichen Knochenhaut befreit werden. Danach kann man zur Feinsäuberung eine Wurzelbürste sowie eine Zahnbürste verwenden, um auch die letzten Reste unter fließendem Wasser komplett zu entfernen. Auch die Innenseite des Schädels muss von Wildbret, Knochenhaut, Knorpel und Gehirn befreit werden.

Schritt 6: Trophäe bleichen

Nachdem der Schädel sowie der Unterkiefer von jeglichen Rückständen befreit wurden und nun eine braun/graue Farbe hat, geht es jetzt an das Bleichen, wozu es verschiedene Möglichkeiten gibt. Eine der bewährtesten und vermutlich weit verbreitetsten Methoden ist die Trophäenbleiche auf Basis von 12 % igem Wasserstoffperoxid. Hierzu empfiehlt sich die Trophäenbleiche von Attra Tec zu verwenden, da diese wirklich ein exzellentes Ergebnis erzeugt. Bei dieser Methode kann der Schädel entweder komplett in die Flüssigkeit getaucht werden oder das Gehörn wird mit Watte umwickelt und  in der Flüssigkeit getränkt. Hier muss erneut drauf geachtet werden, dass die Stangen nicht mit dem Wasserstoffperoxid in Verbindung kommen, da diese sonst ebenfalls weiß werden. Der Schädel sowie der Unterkiefer können 12 – 24 h gebleicht werden, bis die Knochenteile vollständig weiß sind. Sollten sich jedoch trotzdem noch grau/braune Stellen sichtbar machen, kann mit einem Pinsel nachgearbeitet werden. Daraufhin wird die Trophäe aus der Flüssigkeit genommen bzw. von der Watte befreit und gründlich in der Sonne trocknen gelassen. Dabei sollte der Schädelknochen dann deutlich sichtbar ausbleichen.

 

 

AttraTec N° 10 Trophäenbleiche eignet sich sehr gut zum Bleichen von Trophäen. Eine Wichtige Voraussetzung für das Bleichen: Die Trophäe sollte so gut wie möglich von Gewebeteilen und Fett gereinigt sein. Die Zugabe eines flüssigen (Voll)Waschmittels zum Abkochen kann die Reinigung unterstützen.

Schädel und andere Knochenteile können Sie sowohl bei der Erstpräparation als auch bei der Restaurierung rein weiß bleichen und sich wieder an dem Anblick und der Erinnerung erfreuen.
Das Pulver reicht für 2 – 3 Reh- bzw. 1 Hirschschädel und wird im Wasser gelöst.

Schritt 7: Trophäe auf ein Trophäenbrett setzen

Nachdem der Schädel einen Nachmittag in der Sonne ausgebleicht ist, muss bei diesem letzten Schritt zunächst ein passendes und für den eigenen Geschmack schönes Gehörnbrettchen ausgesucht werden. Bei der Montage des Gehörns auf einem Trophäenbrett gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten, die sich bewährt haben. Zum einen können spezielle Gehörnklammern wie beispielsweise die hier verwendete „St. Hubertus Gehörnklammer“ von Fritzmann genutzt werden, um eine sichere Verbindung zwischen Schädel und Brett herzustellen. Zum anderen kann aber auch einfach ein kleines Loch durch die Schädelwand gebohrt werden, wodurch eine Befestigung mit einer Schraube möglich ist, was auf jeden Fall die günstigere Alternative ist. Zudem besteht die Möglichkeit, den Schädel mit Holzleim oder Silikon auf das Brett zu kleben. Bei allen erwähnten Varianten muss die Bocktrophäe mittig auf dem Brett ausgerichtet werden, um ein optisch einwandfreies Ergebnis zu bekommen.
Da man anhand des Unterkiefers das Alter eines Bocks gut abschätzen kann, bietet sich bei den meisten Brettchen die Möglichkeit, ein Stück dieses Unterkiefers in ein Kieferfach auf der Unterseite des Bretts zu verstauen. Dieses Stück Unterkiefer kann mithilfe einer Säge oder eines Winkelschleifers an das Kieferfach angepasst werde. Wenn dieser letzte Handgriff auch erledigt wurde, ist die Bocktrophäe fertig und bereit für an die Wand gehangen zu werden.

 

Die Fritzmann Gehörnklammer „St. Hubertus“ ist aus kräftigem Federstahl gefertigt und dient dem problemlosen Aufmontieren von Reh- und Gams-Trophäen.

Die St. Hubertus Geweihklammer für Rothirsch lässt sich sehr einfach in den Hirschschädel einbringen.

TROPHÄENBEHANDLUNG ARTIKEL FINDEN SIE HIER

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