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Jagdmesser Ratgeber

Klappmesser

In unserem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie beim Kauf eines Jagdmessers wissen und beachten müssen. Wir klären für Sie, welche Klingen und welche Griffe bei Jagdmessern von Vorteil sind und welche Jagdmesser für Jungjäger, erfahrene Jäger und Kinder geeignet sind.

Was ist ein Jagdmesser

Das Jagdmesser zählt zu den Blankwaffen – die Sammelbezeichnung für Messer, die auf der Jagd verwendet werden. Es ist für den Jäger ein unverzichtbares Hilfsmittel auf der Jagd. Es wird in erster Linie zum Abfangen und Zerwirken von erlegtem Wild genutzt.

Grundsätzlich unterscheidet man bei jedem Messer zwischen Taschenmesser/Klappmesser und feststehenden Messern. Der Vorteil von feststehenden Messern liegt vor allem in ihrer Stabilität. Außerdem sind sie leichter zur reinigen, Klappmesser lassen sich dafür sicherer und handlicher verstauen. Dazu haben Klappmesser meist mehrere Klingen, sodass sie angepasst an die Erfordernisse gewechselt werden können. Meist haben Jäger aufgrund der Spezialisierung sogar zwei Messer dabei. Das eine wird zum Abfangen von angeschossenem Wild genutzt (Abfangmesser) und das andere zum Zerwirken (Aufbrechmesser)

>> Zur Kategorie Messer

Das Abfangmesser

Abfangmesser oder auch Saufänger kommen zum Einsatz, wenn das Tier beispielsweise durch einen schlechten Schuss verletzt wurde und von seinem Leid erlöst werden muss. Verbreiteter ist für das Abfangen aber der Gebrauch einer Schusswaffe. In vielen Situationen ist es jedoch sicherer, das Wild mit einem Jagdmesser abzufangen, um keine Personen und auch nicht die Jagdhunde durch einen Querschläger zu gefährden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn unübersichtliches Gelände den Einsatz einer Schusswaffe nicht erlaubt oder wenn keine geeignete Waffe mitgeführt wird. Beispielsweise bei Wildunfällen wird häufig das Jagdmesser zur tierschutzgerechten Erlegung des angefahrenen Wilds verwendet.

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Das Aufbrechmesser bzw. Aufbruchmesser

Jagdmesser zum Aufbrechen werden verwende, um das Wild zu zerwirken. Dabei unterscheidet man generell zwischen zwei Klingenarten:

  • Gekröseklinge: Eine gebogene Klinge mit stumpfer Spitze. Sie eignet sich besonders für das saubere Öffnen von Bauch- und Brusthöhle.
  • Aufbruchklinge: Eignet sich neben dem Aufbrechen auch gleichzeitig zum Zerwirken des Wildes.

Oft werden beide Klingenarten auch in einem Messer zusammengeführt, wie bei dem Swingblade Messer von Outdoor Edge.

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In unserem Jagdmesser Test haben wir die verschiedenen Swing Messer von Outdoor Edge für Sie getestet:

Was macht ein gutes Jagdmesser aus

Das optimale Jagdmesser hat in der Regel eine Klingenlänge zwischen 10 und 15 cm und besitzt einen rutschfesten Griff aus Holz, Kunststoff oder Hirschhorn. Zudem sollte es nicht zu schwer sein und leicht zu reinigen sein.

Die Klingen

Die Klingen von Jagdmessern sind in der Regel aus Stahl. Damit sie sich gut schleifen lassen und das Material nicht spröde wird, sollte der Härtegrad bei Edelstahl (meist 420er oder 440er)  des verwendeten Stahls zwischen 57 und 60 liegen. Edelstahlklingen sind kaum korrosionsanfällig und rosten erst unter extremen Bedingungen. Klingen aus Carbonstahl (in der Regel C 60 – C 105) sind auch bei starken Belastungen besonders widerstandsfähig und bleiben lange scharf. Dafür sind sie anfälliger für Rost und Korrosion.

Spezielle Damast Jagdmesser sind aus besonderem Damaststahl gefertigt und gelten auch als teure Sammlermesser.

Die wichtigsten und gängigsten Klingen für Jagdmesser sind:

  • Drop-Point: Die Klingen haben einen leicht nach außen gebogenen (konvexen) Rücken. Dieser verläuft zunächst grade und fällt dann im letzten Viertel nach unten ab – daher auch der Name „drop point“. Durch diese Form ist die Spitze der Klinge genau auf der mittleren Achse der Klinge, weshalb sich die Kraft optimal übertragen lässt. Dadurch ist auch die Kontrolle über die Führung des Jagdmessers in besonderem Maße gegeben. Drop-Point-Messer haben zudem eine sehr breite Spitze, weshalb sie stabiler sind, gleichzeitig büßen sie aber an Schärfe ein.
  • Clip-Point: Diese Clip-Point Jagdmesser gibt es in zwei Varianten – entweder mit vollständig gradem oder leicht konkav geformtem Rücken. Die Spitze des Jagdmessers ist leicht nach oben zum Messerrücken gezogen und sehr dünn geformt. Das Jagdmesser ist daher in erster Linie für Stichbewegungen, aber auch als Allrounder geeignet. Das Jagdmesser lässt sich im Allgemeinen sehr gut kontrollieren.
  • Skinner: Die Skinner Klinge verläuft konstant konvex und hat damit eine sehr lange Schneidefläche. Sie ist daher sehr gut zum Häuten von Tieren geeignet. Denn hier kommen lange ziehende Bewegungen zum Einsatz. Für Stiche ist diese Art der Klinge allerdings ungeeignet.

Der Griff

Am beliebtesten sind Jagdmesser mit Hirschhorn. Es ist zum einen optisch ansprechend und bietet zum anderen eine gute Grifffestigkeit in der Hand. Auch Kunststoffgriffe sind praktisch in der Handhabung und gleichzeitig leicht zu reinigen. Außerdem sind farbige Griffe, wenn es beim Messer vor allem auf die Funktionalität ankommt, zu empfehlen, weil sie sich leicht Geäst wiederfinden lassen.

Die Messerscheide

Oft sind im Lieferumfang zum Jagdmesser auch die passende Messerscheide enthalten. Zuletzt sollte die Messerscheide immer in passender Größe zur Messerklinge gewählt werden. Ist die Messerscheide nämlich zu klein, kann das Jagdmesser unbemerkt herausrutschen und verloren gehen. Wenn sie andererseits zu klein gewählt wird, kann ein scharfes Jagdmesser sie durchschneiden und unbrauchbar machen.

Was für ein Jagdmesser? – Kaufberatung

Welches Jagdmesser das richtige für Sie ist, hängt davon ab, für welchen Zweck Sie das Messer benötigen und wie Erfahren Sie beispielsweise im Zerwirken von Wild sind.

Jagdmesser für Jungjäger

Natürlich ist es gerade am Anfang noch sehr schwierig, das Wild zu zerwirken. Es erfordert an Übung. Daher eignen sich für Jungjäger vor allem Jagdmesser mit Gekröseklinge. Mit diesen Klingen können die Innereien des Wildes nicht so einfach verletzt werden. Das Victorinox Hunter XT ist ein Multitool, das für viele verschiedene Einsätze verwendet werden kann.

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Jagdmesser für erfahrene Jäger

Erfahrene Jäger können sich der breiten Masse an Jagdmesser bedienen. Hier machen auch ganze Jagdmessersets beispielsweise von Böker oder Outdoor Edge Sinn.

Jagdmesser für Kinder

Auch die kleinsten Jäger können schon früh den Umgang mit dem Messer erlernen. Kindermesser verfügen auf Grund der Sicherheit abgerundete Spitzen und einen stark ausgeprägten Handschutz. Die Klinge ist natürlich trotzdem scharf und sollte daher nie ohne Aufsicht eines Erziehungsberechtigten genutzt werden.

Wie Jagdmesser schärfen?

Da auch robuste Jagdmesser regelmäßig geschliffen werden müssen, ist es sinnvoll sich ein Messerschärfer, ein Wetzstahl oder Schleifsteine anzulegen.

Messerschärfer

Sehr beliebt sind die Messerschärfer von Work Sharp. Diese werden mithilfe von Schleifpapier betrieben und können auch von Nicht Messerschärfer Profis bedient werden.

Wetzstahl

Der Wetzstahl ist die wohl bekannteste und einfachste Methode ein Messer zu schleifen. Dabei wird die Messerklinge am Wetzstahl mit schnellen Bewegungen entlang geführt und hierdurch geschleift.

Schleifsteine

Die Prozedur nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, ist aber sonst recht leicht durchführbar. Zunächst wird, wenn das Jagdmesser heftigere Abriebspuren hat oder extrem stumpf ist, mit einem groben Schleifstein vorgeschliffen, um eine erste Basis zu haben. Ist das erledigt oder waren keine heftigeren Beschädigungen vorhanden, kann es losgehen. Dazu nimmt man einen mittleren Schleifstein und schleift im gewünschten Winkel, bis sich auf der anderen Klingenseite ein entsprechender Grat wölbt. Dann wechselt man auf die andere Klingenseite. Als nächstes wählt man einen noch feineren Schleifstein. Hieran schleift man aber nur noch die Schneidekante selbst.

Anschließend wird der durch das Schleifen entstandene Grat (eine leichte Aufwölbung) entfernt, indem man von beiden Seiten in Schneiderichtung sanft am feinsten Schleifstein das Jagdmesser entlang zieht.

Danach wird das Messer an einem Lederriemen mit Polierpaste abgezogen, was den letzten feinen Grat entfernt.

Alternativ können Sie Ihre Messer auch in unserem Jagdgeschäft in St. Ingbert (Saarland) von unseren erfahrenen Mitarbeitern schleifen lassen.

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Kommentare

David Müller 22. März 2017 um 16:01

Danke für den informativen Beitrag. Ein Freund hat demnächst Geburtstag und wir möchten ihm ein Jagdmesser schenken, da er oft in der Wildnis campen geht. Unsere Vorstellung war es, ein handgefertigtes Jagdmesser zu schenken, wo wir den Härtegrad und den Griff selber aussuchen. Nun gibt es im Stahlhandel ca. 2500 Stahlsorten und wir möchten nur die beste für unseren Kollegen. Gut das man im Internet schnell fündig wird.

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