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Heimische Wildarten V: Rotfuchs

Fuchs

Der Rotfuchs (lateinischer Name: Vulpes vulpes) gehört zur Ordnung der Carnivora, der Raubtiere, und zur Familie der Hunde (Canidae). Ein männlicher Fuchs, genannt Rüde, wird in der Regel etwa 5 bis 9 kg schwer, ein weiblicher Fuchs, genannt Fähe, 4 bis 8 kg. Die Körperlänge liegt in der Regel zwischen 60 und 90 cm, wobei der Schwanz bis zu einem Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Die genauen Körpermaße des Fuchses schwanken allerdings je nach Jahreszeit und geographischer Lage des Lebensraums sehr stark. Der „normale“ Fuchs, der hierzulande bekannt ist, hat rötliches Fell an der Oberseite, eine weiße Unterseite und einen dicht behaarten Schwanz mit weißer Spitze. Die genaue Farbe kann je nach geographischer Lage variieren, auch rötlichgelbe oder tiefe rotbraune Töne kommen an der Oberseite vor. Eine der am stärksten abweichenden Varianten ist der Silberfuchs, der dunkelgrau bis schwarz gefärbt ist. Insgesamt durchlaufen Füchse im Jahr zwei Fellwechsel: Anfang April geht das dichte Winterfell langsam verloren, um Platz für das lichtere Sommerfell zu machen. Ab Oktober beginnt sich dann erneut das Winterfell zu bilden.

Die Stimme des Fuchses, ein eher leises, heiseres Bellen, hört man vor allem während der Paarungszeit. Geruchs- und Gehörsinn sind bei Füchsen ausgezeichnet ausgebildet. Auch die Sehkraft ist bei dem hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiven Tier hervorragend entwickelt, was dem Rotfuchs ein schnelles Reaktionsvermögen ermöglicht. Dass der Rotfuchs in alten Fabeln exemplarisch für List und Klugheit steht kommt nicht von ungefähr: Der Prädator verfügt über eine hohe Lernfähigkeit und ist ein ausgezeichneter Kulturfolger, der sich dem Leben in der Nähe des Menschen ideal angepasst hat. Gerade auch daher rührt seine extrem große Verbreitung. Der Rotfuchs ist im gesamten europäischen Raum verbreitet und kommt auch in den überwiegenden Teilen Nordamerikas und Asiens vor. Von allen wildlebenden Prädatoren hat der Rotfuchs das mit Abstand größte geographische Verbreitungsgebiet. Man findet Vertreter der Art sowohl nördlich vom Polarkreis als auch in südlichen Tropengebieten. Mitte des vorletzten Jahrhunderts wurde der Fuchs auch in Australien eingeführt, um dort die englische Tradition der Fuchsjagd einzuführen. Mittlerweile ist der Rotfuchs in ganz Australien verbreitet und angesiedelt. Aufgrund seiner Gefahr für die dortige Fauna versuchen Einheimische ihn mancherorts allerdings auszurotten.

Lebensraum und Ernährung

Als anpassungsfähiger Kulturfolger kann der Fuchs sowohl in Küstennähe als auch in Wüstengebieten leben. Gute Kletter- und Schwimmfähigkeiten helfen ihm dabei, sich in den meisten Lebensräumen zurechtzufinden. Im zentraleuropäischen Raum lebt der Fuchs hauptsächlich im Wald, wo er viel Deckung und Nahrung findet. Auch landwirtschaftliche genutzte Flächen in Kombination mit lichteren Wäldern bieten dem Rotfuchs allerdings einen idealen Lebensraum. In der heutigen Zeit der Industrialisierung ist der Fuchs auch gezwungen sich immer weiter an städtische Lebensbereiche anzupassen. Aufgrund seiner Vielfalt und Anpassungsfähigkeit findet man den Rotfuchs daher auch immer wieder in Dörfern und Stadtgebieten. In vielen deutschen und englischen Städten sind Stadtfuchspopulationen schon seit einigen Jahrzehnten normal, auch in Nordamerika, Australien und vielen asiatischen Ländern hat sich der Rotfuchs bereits in den Städten integriert.

Das Leben in direkter Menschennähe funktioniert für den Fuchs auch gerade deshalb so gut, weil er ein Nahrungsopportunist ist. Neben den Tieren, die in einer Stadt als Beute zur Verfügung stehen (u.a. Ratten, Mäuse, Insekten), findet der Fuchs auch reichlich Verwertbares in Komposthaufen und allgemeinen Essensresten im Müll. Auf Nahrungssuche bzw. Beutefang geht der Rotfuchs meistens bei Dämmerung oder Nacht. Auch außerhalb von Städten sind Mäuse eine der Hauptnahrungsquellen. Daneben ernährt sich das Raubtier hauptsächlich von Hasenartigen, Vogelgelegen, Jungvögeln oder Jungtieren aus der Paarhufer-Familie. Meistens schleicht sich der Fuchs an seine Beute an und springt, oftmals hetzt er die Beute allerdings auch. Das Erlegen der Beute findet meist durch einen Biss in das Genick statt, symptomatisch für den Fuchs wie auch für andere Vertreter der Hundeartigen ist hierbei das Totschütteln der Beute. Neben Insekten scheut der Fuchs auch nicht davor zurück, Obst und Früchte als Nahrung zu verzehren.

Fortpflanzung und Gefährdung

Füchse sind mit 9 bis 10 Monaten geschlechtsreif. Die Paarungszeit liegt in den Monaten Januar und Februar, die Rüden sind aber in der Regel von Dezember bis März befruchtungsfähig. Die Tragezeit der Fähe beträgt ca. 54 Tage, dann werden 1-10 Junge geboren. Feste Nahrung erhalten sie erst nach ca. 3 Wochen säugen. Den Fuchsbau verlassen können die jungen Füchse ab der 5. Lebenswoche. Spätestens im August des Jahres löst sich der entstandene Familienverband dann typischerweise auf und die Jungfüchse suchen sich selbstständig ihr eigenes Revier. Ohne Bejagung können Füchse durchaus ein Alter von über 10 Jahren erreichen. In der Praxis und unter starker Bejagung werden sie allerdings selten deutlich älter als 2 Jahre. Verschiedene Untersuchungen haben festgestellt, dass die Reproduktionsrate mit der Bejagung zusammenhängt. Bei stabilen Bedingungen ohne Bejagung werden weniger Jungen geworfen, das durchschnittliche Alter ist aber dementsprechend höher. Hoher Jagddruck führt dagegen zu mehr Fähen, die an der Fortpflanzung teilnehmen und mehr Jungen pro Wurf. Ein Fuchsbau besteht in der Regel aus einem größeren Kessel und mehreren Haupt- und Nebenröhren. Statt sich den Bau komplett selbst zu bauen, beziehen Füchse auch häufiger die Baue von Dachsen. In einigen Fällen kommt es sogar vor, dass neben dem Fuchs auch weitere Tierarten in dem gleichen Bau leben.

FuchsNatürliche Fressfeinde fehlen dem Fuchs in Zentraleuropa vielfach. Zu den größten Fressfeinden der Füchse gehören Luchse, Wölfe sowie See- und Steinadler, allerdings kommen diese Arten hier in Deutschland nicht oder kaum vor. Die Regulierung des Fuchsbestandes findet hier vor allem durch die Jagd statt. Andere Todesursachen sind vor allem Wildunfälle, Nässe, Kälte und Krankheiten. Eine genaue Statistik für die Anzahl der Wildunfälle ist hierbei schwer abzuschätzen, da beim Fuchs als eher kleines Wild oftmals keine Meldung beim Förster gemacht wird. An den genannten, natürlichen Ursachen sterben jedes Jahr ca. ein Drittel aller neugeborenen Füchse. Eine der Krankheiten, die man vor allem mit dem Fuchs in Verbindung bringt, ist die Tollwut. Vor Beginn des 21.Jahrhunderts war diese Virenerkrankung der Hauptfeind der Füchse und maßgeblich an der starken Regulation des Bestandes beteiligt. Aufgrund der hohen Gefahr für den Menschen wurde die Tollwut hierzulande erfolgreich durch flächendeckende Köderimpfung bekämpft. Mit dem Wegfall der Krankheit ging so allerdings auch ein sehr starker Anstieg des hiesigen Fuchsbestandes einher. Eine beim Fuchs auch heute noch sehr verbreitete Parasiteninfektion, die auf den Mensch übertragbar ist, ist der Fuchsbandwurm. Aufgrund dieses Parasiten sollten alle auf dem Boden wachsenden eingesammelten Früchte vor dem Verzehr bei 60 Grad gewaschen werden, um sicherzugehen, dass alle Parasiten abgetötet werden.

Jagd- und Schonzeiten

In Deutschland wurden in den Jagdjahren 2014/15 und 2015/16 jeweils ca. 450.000 Füchse erlegt. Die Fuchsjagd hat in vielen europäischen Ländern große Tradition und hat vielfach eine übergeordnete Funktion als wichtiges gesellschaftliches Ereignis. Gerade die sogenannte Parforcejagd, eine Hetzjagd-Variante, hat in Bezug auf die Fuchsjagd große Tradition; ist heutzutage aber vielfach verboten. Eine spezielle Jagdvariante, die sich beim nachtaktiven Fuchs perfekt eignet, ist die Fallenjagd. Hierfür gibt es heutzutage in Deutschland strenge Auflagen, tierschutzkonforme Tötungsfallen wie der Schwanenhals oder Lebendfallen dürfen allerdings eingesetzt werden. Auch die Baujagd eignet sich für den Fuchs besonders gut und ist hierzulande legal. Das aktuelle Bundesjagdgesetz erlaubt eine ganzjährige Bejagung des Rotfuchses. Wie gewöhnlich genießen lediglich die führenden Elterntiere während der Aufzuchtzeit besonderen Schutz. Nur wenn ein Geheck komplett erlegt wurde, dürfen auch die Elterntiere bejagt werden. Nicht alle Bundesländer lassen eine ganzjährige Bejagung des Fuchses zu. Ganzjährige Bejagung ist in Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erlaubt. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein dürfen Jungfüchse ganzjährig bejagt werden, für Altfüchse gibt es von März bis ca. Juni/Juli Schonzeit. In den restlichen Bundesländern gibt es auch für Jungfüchse Schonzeiten. Im Saarland darf der Rotfuchs vom 01.Juli bis zum 28.Februar bejagt werden.

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