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Eine Drückjagd organisieren – Interview mit Drückjagdveranstalter Michael Rietz

Interview Michael Rietz

Eine eigene Drückjagd im Revier zu veranstalten bedeutet auch eine große Verantwortung zu tragen. Es müssen Richtlinien beachtet und viele Dinge schon im Vorfeld organisiert werden. Um Ihnen einen Einblick in die Organisation einer Drückjagd zu geben, haben wir Drückjagdveranstalter Michael Rietz aus Rheinland-Pfalz getroffen und ihm einige Antworten entlocken können:

Hallo Michael, stell Dich doch bitte einmal kurz bei unseren Lesern vor:

Mein Name ist Michael Rietz, ich bin seit 2015 mit meinem Jagdkameraden Toni G. Pächter in einem 688 ha großen Feld/Wald Revier.

Ich wurde schon im Kindesalter durch meinen damaligen Nachbarn jagdlich sehr geprägt und war schon immer sehr mit der Natur verbunden. Schon früh tauschte ich Motorrad gegen Pferd und liebte die Ausritte in die Natur. Dabei lernte ich auch meinen damaligen Lehrprinzen kennen, der mich nach dem ein oder anderen Gespräch über die Jagd 2006 zum Jagdschein anmeldete.

Erst einmal allgemein: Was ist Dir bei der Drückjagd wichtig?

Es ist sehr schwierig auf alle Punkte, die bei einer Drückjagd wichtig sind, einzugehen. Darüber könnte man vermutlich viele Seiten verfassen!

Generell finde ich diese effektive Jagdart sehr wichtig, um in unseren Revieren den hohen Schwarzwildbestand zu regulieren und den Jagddruck auf das Wild durch viele Ansitze zu mindern.

Auch bietet sie mir die Möglichkeit, mit dem Reviernachbar gemeinsam eine revierübergreifende Drückjagd durchzuführen, um Revierteile an der Grenze einzubeziehen, die sonst nicht effektiv bejagd werden können.

Bei der  Drückjagd selbst ist mir die Sicherheit der Teilnehmer, aber auch unbeteiligter Personen (Spaziergänger) wichtig und steht an erster Stelle. Aber auch das Wohl der eingesetzten Jagdhunde ist mir sehr wichtig und ich setzte mich immer mit dem Tierarzt vor Ort in Verbindung, um eine schnelle Versorgung verletzter Hunde sicherzustellen.

Wir führen generell nur zwei Treiben durch, die nicht über mehrere Stunden gehen, damit die Konzentration nicht verloren geht. Mögliche Nachsuchen lassen sich dann am Nachmittag gefahrlos und bei gutem Licht noch durchführen!

Mir ist ferner auch sehr wichtig, auf die Wildbrethygiene zu achten. Deshalb wird erlegtes Wild zu einem bestimmten Aufbrechplatz gefahren. Wir versorgen es dort zentral im Hängen und Aufbrüche werden gesammelt entsorgt.                                                                                 

Seit wann planst Du schon Drückjagden?

Ich plane seit vier Jahren als Pächter Drückjagden mit. Ich habe die Jahre vorher aber auch schon als Ansteller mitgewirkt.

Wann fängst Du mit der Planung einer Drückjagd an?

Die Drückjagdplanung fängt bereits zu Beginn des Jagdjahres an, um einen geeigneten Termin zu finden und mit den Hundeführern abzusprechen.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Da bei uns im Revier die Aufgaben gut verteilt sind, geht die Vorbereitung recht zügig. Es ist nur darauf zu achten, dass rechtzeitig vor der Jagd die Genehmigung für die Verkehrsberuhigung der Straßen vorliegt und die Stände ca. eine Woche vor der Jagd markiert sind.

Wie viele Leute kommen im Durchschnitt zur Drückjagd?

Ich bin kein Freund von großen Drückjagden und wir beschränken uns meist auf ca. 30-35 Schützen und wenige, dafür ortskundige Treiber, sowie die Hundeführer.

Was muss alles vorbereitet werden?

Nach Terminfindung und Zusage der Hundeführer, damit ausreichend Hunde zu Verfügung stehen, erfolgt die Erstellung einen Zeitplanes, die Reservierung einer Lokalität für das Schüsseltreiben sowie die Anfertigung einer Jagdeinladung an die Jagdgäste mit Ort und Datum, Treffpunkt und Freigabe u.s.w.

Danach wird die Verkehrsberuhigung über die Kreisverwaltung und die Sperrung der Waldwege über die Ortsgemeinde beantragt. Es wird geklärt welcher Tierarzt für Notfälle erreichbar ist.

Intern wird aufgeteilt, wer Ausschildert und Wege sperrt, den Aufbrechplatz zum Versorgen des Wildes und den Streckenlegeplatz vorbereitet, wer die Kontrolle der Jagdscheine durchführt, und die Gruppenführer müssen eingeteilt werden, welche die Teilnehmer zu ihren Ständen bringen, dort einweisen und wieder abholen und die Anschüsse begutachten und verbrechen.

Wie läuft die Drückjagd für gewöhnlich ab?

Am Tag der Drückjagd treffen wir uns und sperren zunächst Wege und stellen die Schilder für die Verkehrsberuhigung auf. Nach Eintreffen der Jagdgäste und Begrüßung und Ansprache werden dir Gruppen eingeteilt und die Ansteller übernehmen ihre Schützen und rücken ab. Ein ortskundiger Durchgehschütze übernimmt die Hundeführer und weist diese ein und fährt mit ihnen zum Beginn des Treibens. Allerdings meist erst, wenn die Schützen ihre Stände eingenommen haben, um zu verhindern, dass die Sauen von dem Hundegebell bereits aufgemacht werden, bevor die Schützen ihre Stände erreicht haben. Danach folgt, wie gesagt, das erste Treiben mit zenraler Aufbrechpause und kleiner Stärkung der Treiber und Jagdgäste. Nach dem zweiten Treiben und dem erneuten Versorgen des erlegten Wildes erfolgt das Verblasen der Strecke mit Schlusswort und es geht zum Schüsseltreiben.

Wie lange dauert die Drückjagd im Durchschnitt?

Die Drückjagd mit zwei Treiben und Aufbrechpause mit anschließendem Streckenlegen, würde ich mit einer Dauer von ca. 6 Stunden ansetzen. Dann natürlich noch das Schüsseltreiben.

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