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Drohnen – Moderne Helfer für Jagd und Forstwirtschaft

Drohne

Als Drohne werden unbemannte Flugobjekte bezeichnet, die sowohl autonom als auch von Menschenhand gesteuert sein können. Ausschlaggebend für den Begriff Drohne ist hierbei das unbemannte Fliegen. Die immer beliebter werdenden Flugobjekte finden sich heutzutage in zahlreichen Anwendungsbereichen: u.a. bei Militär, Polizei, Feuerwehr, Forschung, Naturschutz, Vermessungstechnik, technischen Kontrollen, Luftaufnahmen, Forstwirtschaft, der Jagd oder einfach nur so zum Spaß. Bei den sogenannten RC-Drohnen (funkferngesteuerte Drohnen) unterscheidet man zwischen verschiedenen Bauformen. Am häufigsten finden sich hier sogenannte Quadrocopter, die über 4 unterschiedliche Rotoren verfügen. Hexa- und Octocopter haben dementsprechend 6 bzw. 8 Rotoren, liegen wesentlich stabiler in der Luft und eignen sich vor allem für das Heben von schweren Lasten. Alle Drohnenarten mit mehr als 2 Rotoren in einer Ebene werden unter dem Begriff Multicopter zusammengefasst.

DrohneJe nach gewünschtem Anwendungsgebiet eignen sich unterschiedliche Drohnen zum Kauf. Bereits für unter 100 Euro findet man heutzutage hochwertige Drohnen, allerdings eignen diese sich meistens eher als Spielzeug und nicht zum ernsthaften Einsatz. Um Foto- und Kameraaufnahmen machen zu können und im Freien zu fliegen, auch bei windigen Verhältnissen, muss man als Käufer tiefer in die Tasche greifen. Live-Bildübertragungen und Aufnahmen mit Bildstabilisierung sind heutzutage im höheren Preissegment ebenfalls kein Problem mehr. Im absoluten Profi-Bereich der Drohnen können die unbemannten Flugobjekte mehrere tausend Euro kosten. Hierfür bekommt man allerdings auch die maximale Bildqualität geboten, je nach Variante sogar mit DSLR-Kameras. Derartige Drohnen werden gerade im gewerblichen Bereich eingesetzt. Neben dem Kaufpreis muss man beim Drohnen-Kauf auf viele Aspekte achten, u.a. das Stabilisierungssystem, Kameraauflösung und –qualität, Bildstabilisierung, Zubehör, Flugzeit, Reichweite und Sicherheitssysteme (bei schwachem Akku oder fehlender Verbindung).

Einsatzmöglichkeiten von Drohnen

Drohnen PerspektiveDrohnen finden im Bereich der Forstwirtschaft und der Jagd heute immer größeren Anklang. Ein wichtiges Einsatzgebiet: bei der tierschutzgerechten Gestaltung der Mahd. Jedes Jahr sterben tausende von Rehkitzen in Deutschland bei dem Mähen der Wiesen. Die Jungtiere haben in den ersten vier Wochen ihres Lebens noch keinen Fluchtinstinkt und fliehen daher nicht vor den Mähdreschern – mit tödlichen Folgen. Es werden daher zahlreiche Maßnahmen von Landwirten, Jägern und freiwilligen Helfern angewandt, um die Tiere zu schützen. Bestimmte Mähmethoden wie das Mähen von innen nach außen sind bereits in der Lage viele Tierleben zu retten, das Absuchen der Wiesen oder die Vergrämung der Tiere erzielen ebenfalls sehr gute Resultate. Der Einsatz von Drohnentechnik kann die Rettung von Wildtieren allerdings um ein Vielfaches erleichtern und kommt vielerorts bereits zum Einsatz. Nicht nur hochauflösende Kameraaufnahmen können so von einem gesamten Feld aus der Luft gemacht werden, mit hochwertigen Drohnen sind auch Wärmebild- und Infrarotaufnahmen möglich. Das Lokalisieren von Rehkitzen wird so extrem vereinfacht. Da sich viele Landwirte allerdings keine eigene hochwertige Drohne leisten können, sind sie vielfach auf Anbieter angewiesen, die Drohnenflug als Dienstleistung anbieten. Derartige Anbieter sind noch nicht so verbreitet, kommen allerdings immer häufiger vor. Zurzeit entwickelt sich auch auf dem Gebiet der Kitzrettung die Technik immer weiter. Drohnen sollen in Zukunft auch in der Lage sein, Rehkitze automatisch zu erkennen und autonom auf einer Karte zu kennzeichnen, um das Absuchen des Feldes noch effektiver zu gewährleisten.

Auch abseits der Kitzrettung können Drohnen eine große Hilfe für Jäger und Landwirte sein. Mit ihrer Hilfe kann man das Revier kartographieren oder sich gezielter auf die Jagd vorbereiten. Drohnen erleichtern auch das Feststellen von Wildschäden enorm, da man mit ihrer Hilfe die Schäden deutlich schneller und detaillierter ausmessen und protokollieren kann. Auch für die Prävention von Wildschäden können Drohnen eine Hilfe darstellen. Wenn aus der Luft Wildwechsel festgestellt werden können, kann man den Ansitz deutlich effektiver gestalten.

Die neuen Drohnen-Verordnungen

Am 6.April 2017 ist im Bundesgesetzblatt eine neue Drohnen-Verordnung angekündigt worden, die einen Tag später in Kraft getreten ist. Die umfangreichen neuen Regelungen sollen den Betrieb der Fluggeräte sicherer und regulierter machen. Neue Regeln in Bezug auf Kennzeichnungspflicht und Kenntnisnachweis werden ab dem 1.Oktober dieses Jahres In Kraft treten.

Eine grundsätzliche Regel, die für alle Drohnen-Piloten gilt: Man muss mit bloßem Auge jederzeit Sichtkontakt mit der Drohne haben. Die Steuerung über ein Display, Smartphone oder Nachtsichtgerät ist möglich und erlaubt, aber nicht ausreichend. Flugüberwachung per Videobrille ist ebenfalls erlaubt, allerdings nur bis zu einer Höhe von 30 Metern, bei Geräten, die nicht schwerer als 250 g sind und wenn eine zweite Person anwesend ist, die vor Gefahren warnen kann. Generell gilt bei jedem Flug: Wetter und Luftraum müssen stetig im Auge behalten und überwacht werden. Bemannten Luftfahrzeugen muss stets ausgewichen werden. Andere Regeln können in speziellen Vereinen gelten. Eine Kennzeichnungspflicht besteht allerdings für jeden Drohnen-Besitzer, der eine Drohne mit einem Gewicht höher als 250 Gramm besitzt. An dem Gerät muss dann eine dauerhafte, feuerfeste Plakette angebracht werden, auf der der Name und die Adresse des Eigentümers stehen. Durch diese Kennzeichnung wird sichergestellt, dass nach möglichen Unfällen der Eigentümer der Drohne festgestellt werden kann. Ab einem Gesamtgewicht von mehr als 2 Kilogramm, muss die Drohne gesondert gekennzeichnet sein und der Pilot muss extra Prüfungen ablegen, um besondere Fähigkeiten nachzuweisen. Drohnen, die schwerer als 5 Kilogramm sind, brauchen eine zusätzliche Aufstiegsgenehmigung, die von der jeweiligen Landesluftfahrtbehörde erteilt werden kann. Eine separate Aufstiegsgenehmigung ist auch notwendig, wenn man mit seiner Drohne Nachtflüge durchführen will.

Fliegen wohin man will – nach den neuen Drohnen-Verordnungen geht das nicht mehr! Über 100 Drohne im EinsatzMeter Höhe steigen ist zukünftig verboten. Lediglich auf Modellflugplätzen oder mit Ausnahme-Genehmigung der Landesluftfahrtbehörde sind derart hohe Flüge möglich. Das Überfliegen sogenannter „sensibler Bereiche“ ist komplett verboten! Solche Bereiche sind Einsatzorte von Polizei und sonstigen Rettungskräften, Flugplätze (1500 Meter Abstand halten!), Industrieanlagen, Hauptverkehrswege, Menschenansammlungen und Gebäude von Behörden und Verfassungsorganen. Der Sicherheitsabstand zu diesen Bereichen soll mindestens 100 Meter betragen, lediglich Einsatzkräfte sind von dieser Regelung ausgenommen. Zusätzlich dazu ist es auch verboten mit Drohnen, die mehr als 250 Gramm wiegen, über Wohngrundstücke zu fliegen. Drohnen, die in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, aufzuzeichnen oder zu übertragen, sind von dieser Regelung ebenfalls betroffen, unabhängig von ihrem Gewicht. Diese Regelungen dienen dem Schutz der Privatsphäre. Für Kameradrohnen gibt es zusätzliche Vorschriften, die vor allem das Verbreiten von Bildern verhindern sollen, die ohne Einwilligung der abgebildeten Personen aufgenommen wurden.

Haftpflichtversicherung für Drohnen

Aufgrund der großen Gefahren, die mittlerweile von Drohnen ausgehen können, ist jeder Betreiber verpflichtet eine spezielle Haftpflichtversicherung für seine Drohne abzuschließen. Die Kosten hierfür können bei etwa 80-150 Euro im Jahr liegen. Eine private Modellflugversicherung deckt in vielen Fällen nicht mehr, u.a. wenn ein Pilot mit seiner Drohne zu kommerziellen Zwecken tätig ist. Auch die eigene Haftpflichtversicherung ist meistens nicht für Drohnen geeignet, da hier für gewöhnlich auf spezielle, für den Modellflug vorgesehen Versicherungen verwiesen wird. Es gilt daher: Kein Drohnen-Flug ohne entsprechende Haftpflichtversicherung! Diese können z.B. beim Deutschen Modellflieger Verband oder der Deutschen Modellsport Organisation abgeschlossen werden.

Ein weiteres Problem kann das Überfliegen von Grundstücken ohne Genehmigung darstellen. Bis zu den neuen Drohnen-Verordnungen brauchte man als Pilot lediglich die Erlaubnis des Eigentümers von dessen Grundstück gestartet wurde und auf dem gelandet wurde. Nach der neuen Regelung braucht es die Erlaubnis aller Eigentümer der Grundstücke, die während dem Flug überflogen werden. Um den Flug zu vereinfachen, empfiehlt es sich daher, den Einsatz der Drohne im Jagdpachtvertrag einzutragen. Damit ist der Flug im gesamten Revier erlaubt und keine weitere Genehmigung ist von Nöten.

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