Welches Visier ist ideal für die Drückjagd?

Heutzutage stehen dem Jäger diverse Visierungen zur Auswahl. Da die Drückjagd eine Bewegungsjagd ist, bei welcher das Wild auf kurze bis mittlere Distanzen sicher angesprochen werden soll, gibt es jedoch einiges zu beachten. Ansprechen bedeutet die Beobachtung, die Beurteilung und Identifizierung des Wildes. Zu berücksichtigende Faktoren der Begutachtung sind Alter, Geschlecht, und mögliche Krankheiten oder Verletzungen.

 

Kimme Und Korn immer nach vorn! 

Die einfachste Visierung bildet Kimme und Korn. Besonders auf geringe Schussentfernung ermöglicht diese offene Visierung ein sehr schnelles Schießen. Bei Distanzen bis 20 Meter ist sie genauso ideal wie bei der Nachsuche. Jagdlich ist ein Einsatz der offenen Visierung bis maximal 40 bis 60 Meter sinnvoll. Darüber hinaus ist der Einsatz nicht zu empfehlen, Waidgerechtigkeit geht ja bekanntlich immer vor.

Ein großer Nachteil der offenen Visierung ist allerdings, dass sie sehr stark von der eigenen Sehkraft abhängt. Schließlich muss das Auge hier eine Menge arbeit leisten um Kimme, Korn und auch noch Ziel in Übereinstimmung zu bringen. Dementsprechend braucht es für ein schnelles und dennoch präzises Schießen mit der offenen Visierung auch jede Menge Übung. 

Beim Zielen mit Kimme und Korn sollte das Korn immer am schärfsten gesehen werden. Außerdem sollte beachtet werden, dass je länger die Visierlinie, also der Abstand zwischen Kimme und Korn ist, desto präziser lässt es sich auch Zielen. Bei sehr kurzen Visierlinien ist eine Seitliche Abweichung nicht selten.

 

Wie erkenne ich eine gute Offenen Visierung?

Die Geometrie beeinflusst den Verwendungszweck sehr stark. Für Präzisionsschlüsse auf mittlere Distanz eignet sich beispielsweise eine Kombination aus Kimme mit Rechteckausschnitt und Balkenkorn. Eine gestrichenes Korn sollt einen Hochschuss von 5 bis 10 cm auf 100m ergeben. So kann man das Ziel einfach aufsitzen lassen. Entspricht die Einschießentfernung nicht der Zielentfernung muss man aufsitzen oder verschwinden lassen (aufsitzen = kürzere Entfernung, verschwinden lassen = größerer Entfernung). Man sollte bei diesen Visierungen auf ausreichend große Lichthöfe achten. Als Lichthof bezeichnet man den Bereich zwischen Kimmenblatt und Korn. Ein Manko besteht darin dass viele Jagdwaffen für die Montage eines Zielfernrohres geschäftet sind, daher liegen Kimme und Korn oft zu tief. Als Schäftung bezeichnet man die Form und Ausführung des Schaftes.

 

Fluchtvisier für die Drückjagd

Für das schnelle Ansprechen auf einer Drückjagd ist eine Kombination aus Schmetterlingskimme und Perlkorn sehr zu empfehlen. Das Perlkorn fügt sich sehr schnell in die Kimme ein. Dadurch ist eine rasche Ansprache möglich. Perlkörner in verschiedenen Farben bieten eine gute Anpassbarkeit für fast jedes Revier und Witterungsverhältnis.

Um möglichst wenig Ziel zu verdecken sind die Kimmen von Flucht- oder Drückjagd Visierungen entweder Dachkantförmig oder als schmale V-Kimmen ausgeführt. Mit einem Fieberglaskorn oder einem Leuc

Also zusammenfassend sind offenen Visierungen sehr robust, energieunabhängig, bei jedem Wetter einsetzbar und ermöglichen ein sehr schnelles Schießen. Das sichere Schießen über Kimme und Korn erfordert jedoch viel Übung und Sehkraft, besonders im Alter hat das Auge immer mehr Probleme mit offenen Visieren. Logischerweise wird der untere Teil des Zieles verdeckt, daher ist es wichtig sein Ziel vor der Schussabgabe genau aufgeklärt zu haben.htkorn lassen sich auch sehr gute Ergebnisse bei Dämmerung erzielen.

Rotpunktvisier, Hightech im Revier

Der größte Vorteil dieser Visiere besteht darin, dass Absehen und das Ziel auf einer Bildebene liegen. Dadurch muss das Auge nicht ständig per Akkommodation (Anpassung der Brechkraft des Auges) den Brennpunkt (der Brennpunkt oder Fokus sollte auf der Netzhaut liegen) neu suchen. Dadurch ist das Zielen mit einem Rotpunktvisier weniger anstrengend für das Auge des Schützen. Auch Ältere Schützen mit Sehschwächen kön

nen mit einem Rotpunktvisier sehr präzise schießen.

Da beim Zielen beide Augen geöffnet bleiben hat man ein unbegrenztes Sichtfeld. Daher ist eine Vergrößerung nicht ratsam da diese das Sehfeld einschränkt. Besonders der Schuss auf ein bewegtes Ziel wird begünstigt, durch die Parallaxenfreiheit, hier muss das Ziel nur mit dem Zielpunkt abgedeckt werden. Parallaxenfreiheit bedeutet das unabhängig vom Sichtwinkel der Zielpunkt immer auf dem Ziel bleibt.

 

Für Welche Distanzen eignet sich ein Rotpunktvisier?

Ein Rotpunktvisier deckt einen Distanzbereich von 0 bis circa 70 Meter ab. Wobei auch ein Präzisionsschluss auf 100 Meter durchaus möglich ist. Damit decken Rotpunktvisiere fast die gleichen Bereiche wie offene Visierungen ab. Das Rotpunktvisier könnte man also durchaus als die Evolution von Kimme und Korn betrachten.

 

Was Macht ein gutes Rotpunktvisier aus?

Der Zielpunkt sollte in der Intensität verstellbar sein, um das Rotpunktvisier auf die aktuellen Lichtverhältnisse anzupassen. Ebenso sollte die Position des Absehens oder Zielpunktes verstellbar sein, um das Rotpunktvisier schnell auf verschiedene Laborierungen einstellen zu können.

Die Größe des Zielpunktes wird in Winkelminuten (MOA) angegeben, dabei entspricht 1MOA 29,1 mm auf 100 Meter. Für die Drückjagd sind Leuchtpunkte von 1MOA zu empfehlen, da sie nicht zu viel vom Ziel verdecken.

 

Wie sieht es mit der Stromversorgung aus?

Alle Rotpunktvisiere arbeiten mit einer Lichtquelle, dabei handelt es sich meist um eine Halbleiterdiode. Diese Halbleiterdioden sind sehr energieeffizient. Der Hersteller Aimpoint gibt beispielsweise eine Akkulaufzeit von 50000 Stunden an. Geräte mit hoher Energieeffizienz haben meistens den Vorteil, auch bei niedrigen Temperaturen gut zu funktionieren, da die benötigte Strommenge sehr gering ist, meistens im Bereich einiger µA.

Viele Hersteller wie Aimpoint bieten Rotpunktvisiere speziell für Langwaffen an, diese sind oft in einem langen Gehäuse untergebracht, welches auf die Ringmontage passt. Diese Systeme sind offenen Reflexvisieren deutlich vorzuziehen, da diese die Technik viel besser schützen.

 

Drückjagd-Zielfernrohre

Zielfernrohre speziell für die Drückjagd unterscheiden sich deutlich von den Ansitz Modellen. Für das flüchtige Schießen eignen sich besonders einfachen Vergrößerungen bis maximal 2-4 fach. Frühere Modelle waren in ihrem Sehfeld bei circa 24m/100 m begrenzt. Heutige moderne Optiken ermöglichen ein nahezu riesiges Sichtfeld von 40 Metern. Auch der Abstand des Zielfernrohres zum Auge ist bei Drückjagdwaffen mit 9 bis 10 cm deutlich erhöht, um eventuellen Verletzungen durch den Rückstoß des Projektils zu begegnen.

Zielfernrohre bieten ein sehr helles, scharfes und besonders kontrastreiches Bild. Durch die Dioptrienverstellung und den Fakt dass Absehen und Ziel wie beim Rotpunktvisier auf einer optischen Ebene stehen, sind Zielfernrohre besonders für Schützen mit nicht mehr so perfekter Sehschärfe bestens geeignet. Hohe Zoom Werte machen auch ein Ansprechen auf mittlere bis weite Entfernung möglich.

 

Welches Absehen?

Das Absehen ist entscheidend für den Jagderfolg. Für Bewegungsjagden sind Leuchtpunkte zu empfehlen. Diese ermöglichen eine extrem rasche Zielaufnahme und stören unbeleuchtet nicht. Ein großer Vorteil bei Zielfernrohren ist ja die Energie-Unabhängkeit, daher sollte das Zielfernrohr auch unbeleuchtet eine einwandfreies Zielen ermöglichen.

Moderne Zielfernrohre bilden das Absehen auf einer zweiten Bildebene ab. Dadurch ist es immer gleich groß. Bei Vergrößerung verdeckt es so weitaus weniger vom Ziel. Dies macht präzises Schießen auf weite Distanz wesentlich einfacher.

Drückjagd-Zielfernrohre sind somit für mittlere Distanzen eine sehr gute Wahl. Man sollte jedoch darauf achten, dass die verwendeten Linsen auch Beschlag- und Wasserabweisend sind.

  

Resumé

Jedes Revier stellt unterschiedliche Anforderungen an Jäger und Jagdwaffe. Bei einer Jagdausübung bei welcher Wild auf kürzeste Distanzen (25m) erlegt wird sind offenen Fluchtvisierungen ideal. Rotpunktvisiere decken Distanzen von nah bis rund 60m ab. Zielfernrohre machen erst ab einer mittleren Distanz wirklich Sinn. Um für alle Situationen gerüstet zu sein empfiehlt sich entweder eine Kombination aus abnehmbaren Zielfernrohr und einer offenen Visierung, oder eine Kombination aus Zielfernrohr und Rotpunktvisier.

 

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