Schreckschusswaffen - Varianten und die rechtliche Lage dazu

Als Gas-und Signalwaffen oder Schreckschusswaffen bezeichnet man Schusswaffen welche kein Projektil verschießen, sondern diverse Arten von Kartuschenmunition. In Deutschland ist der Erwerb dieser Waffen ab 18 Jahren gestattet, sofern die Schreckschusspistole/Schreckschussrevolver ein PTB Prüfsiegel hat.

Die meisten Schreckschusswaffen sind scharfen Kurzwaffen nachempfunden, allerdings nur äußerlich, das Innenleben unterscheidet sich sehr stark vom Original.

Schreckschusswaffen bestehen in der Regel aus Zinkdruckguss und nicht, wie eine scharfe Pistole, aus Stahl. Ebenso unterscheidet sich der Lauf, welcher durch eine Laufsperre das Verschießen von Projektilen aus Schreckschusswaffen verhindert. Jegliche Umbaumaßnahmen von Schreckschusswaffen zu scharfen Waffen sind zum einen illegal, zum anderen sind diese nicht für den hohen Druck von „echter Munition“ geeignet. Solche Versuche enden oft mit schwersten Verletzungen und sind damit nicht empfehlenswert. Daher bitte: Bauen sie ihre Schreckschusswaffen nicht in scharfe Waffen um.

 

Welche Schreckschusswaffen gibt es? 

Als Schreckschusswaffen werden sowohl Schreckschussrevolver als auch Schreckschusspistolen angeboten. Beide Arten haben gewisse Vor- und Nachteile.

Schreckschussrevolver

Schreckschussrevolver fassen meist 5-6 Schuss und sind sehr zuverlässig, da es sehr wenige bewegliche Teile gibt. Zu berücksichtigen ist jedoch die geringe Kapazität und der langsame Nachladevorgang.

Schreckschusspistole

Bei Schreckschusspistolen gibt es meist ein herausnehmbares Magazin welches bis zu 15 Patronen (Kartuschen) fasst. Da es mehr Bedienelemente und bewegliche Teile gibt, sind Schreckschusspistolen etwas störungsanfälliger als Schreckschussrevolver, besonders für ungeübten Schützen, welche den Umgang mit Schreckschusswaffen oder Faustfeuerwaffen nicht beherrschen. Daher werden Schreckschussrevolver eher zur Selbstverteidigung und Schreckschusspistolen zur Signalgebung oder dem Verschießen von pyrotechnischer Munition eingesetzt.

 

9mm? 8mm? pak?

Aktuell werden die meisten Schreckschusswaffen im Kaliber 9mm hergestellt, hierbei unterscheidet sich Revolver- von Pistolenmunition. Revolverkartuschen haben einen Rand am Stoßboden und einen Sternencrimp als Verschluss, daher auch die Bezeichnung 9mm R.K. (Rand Knall).

Pistolenmunition ist randlos und besitzt knapp über dem Stoßboden eine sogenannte Auszieherrille. und einen speziellen Polymerstopfen welcher als Verschlusskappe dient, die korrekte Bezeichnung lautet 9mm P.A.K (Pistole Action Knall). Diese beiden gebräuchlichen Kaliber gibt es sowohl als Knallmunition, wie auch als Reizstoffkartuschen, wahlweise mit Pfeffer, CS oder CN als Wirkstoff. Früher waren 6mm und 8mm Knallmunition sehr verbreitet, diese spielen heute aber kaum noch eine Rolle, da nur sehr wenige Hersteller entsprechende Waffen herstellen.

9mm Munition ist etwas lauter und dumpfer als 8mm Munition und wesentlich lauter als die 6mm Kartuschen welche zur Selbstverteidigung oder Ähnlichem nicht geeignet sind.

Knallmunition lässt sich von Reizstoff Munition deutlich unterscheiden, zum einen durch die Schrift auf dem Stoßboden, zum anderen an der Farbe der Verschlusskappe diese ist bei Knallmunition Grün und bei Reizstoffmunition Gelb. Zum Verschießen von Pyrotechnischer Munition aus ihren Schreckschusswaffen sollten sie niemals Reizstoff Kartuschen verwenden. Diese könnten den Schützen der Schreckschusswaffe außer Gefecht setzen.

 

Darf ich Schreckschusswaffen mit mir führen? Kleiner Waffenschein? Waffenschein?

Das Waffenrecht unterscheidet grundsätzlich Besitz und Führen von Waffen.

Führen bedeutet das zugriffsbereite Mitführen von Schreckschusswaffen/ Waffen außerhalb eines befriedeten Grundstücks - ob die Waffen/ Schreckschusswaffen geladen ist oder nicht, spielt hierbei keine Rolle. Das Führen von Schusswaffen und/oder Schreckschusswaffen erfordert in Deutschland einen Waffenschein, in diesem Fall den sogenannten kleinen Waffenschein, welcher für ca. 50 Euro und einem einwandfreien Führungszeugnis, bei der zuständigen Behörde (Ordnungs-oder Bürgeramt) zu bekommen ist. Wer nicht im Besitz dieses kleinen Waffenscheins ist, muss sehr genau darauf achten, dass er seine Schreckschusswaffen nur in einem abgeschlossenen Behältnis und nicht zugriffsbereit transportiert, da man ansonsten einen  Verstoß gegen das Waffengesetz begeht.

Ein häufiges Missverständnis betrifft das Schießen mit Schreckschusswaffen in der Öffentlichkeit zum Beispiel an Silvester. Der kleine Waffenschein ist keinesfalls eine  Berechtigung hierzu. Das Schießen ist generell nur auf Schießständen oder auf Privatgrund erlaubt. In einer Notwehrsituation gilt dies nicht. In einer solchen dürfen sie sich mit allen zu ihrer Verfügung stehenden Mitteln verteidigen, solange sie eine gewisse Verhältnismäßigkeit wahren. Wenn ein Angreifer sie beispielsweise mit einer Waffe oder einem gefährlichen Gegenstand wie einem Messer bedroht, dürfen sie von ihrem Notwehrrecht Gebrauch machen und schießen - jedoch nur um den konkreten Angriff abzuwehren. Wenn ein Täter beispielsweise flüchtet, ist die Gefahrensituation beendet, und damit auch ihr Notwehrrecht.

Wenn Sie mit Schreckschusswaffen auf einem Privatgelände schießen ist zu beachten, dass kein Geschoss das Gelände verlassen kann. Dies gilt hier besonders für die pyrotechnische Munition, welche mit Hilfe eines so genannten Signalbechers aus den meisten Schreckschusswaffen verschossen werden kann.

 

Sicherer Umgang mit Schreckschusswaffen

Damit Sie an ihren Schreckschusswaffen lange Freude haben und rechtlich immer auf der richtigen Seite sind, haben wir Ihnen einige Grundsätze zum Umgang mit Schreckschusswaffen zusammengestellt:

  • Transportieren Sie  Schreckschusswaffen immer in einem verschlossenen Behältnis und von der Munition getrennt.
  • Verladen Sie nur unbeschädigte und die auf der Waffe eingravierte Munitionsart in ihre Schreckschusswaffen
  • Tragen Sie beim Schießen ihrer Schreckschusswaffen eine Schutzbrille und einen Gehörschutz.
  • Achten Sie auf ein freies Schussfeld, keine Personen vor der Mündung!
  • Betrachten Sie die Waffen/ Schreckschusswaffen stets als geladen, also die Mündung immer zum Boden richten.
  • Öffnen Sie beim Ablegen der Schreckschusswaffen stets den Verschluss und entfernen Sie das Magazin oder schwenken Sie, im Falle eines Schreckschussrevolvers, die Trommel heraus.
  • Verschießen Sie pyrotechnische Munition mit ihren Schreckschusswaffen möglichst senkrecht in die Höhe.

 

Starenschreck Patronen

Früher waren Starenschreck oder Vogelschreckpatronen zum verschießen aus Schreckschusswaffen zu Silvester sehr beliebt, diese unterliegen jedoch aktuell der Zulassungs-Klasse BAM-PM2, daher ist der Erwerb oder Besitz ohne Munitionserwerbsschein in Deutschland verboten. Für Schreckschusswaffen wird jedoch ein sehr großes Sortiment an diversem Feuerwerk und Pyrotechnik, besonders zu Sylvester, angeboten.

 

 

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