Schnelle und sichere Zielgenauigkeit dank Rotpunktvisier und Leuchtpunktvisier

Die Präzision einer Handfeuerwaffe wird immer durch die ihr zur Verfügung stehende Optik limitiert. Für das statische Schießen, oder das Schießen auf größere Entfernungen sind Eisenvisiere (Kimme und Korn) und Zielfernrohre oft ausreichend. Beim dynamischen Schießen auf sich bewegende Ziele stoßen diese Optiken jedoch an ihre Grenzen.

Ein gutes Beispiel für eine solche Situation ist die Drückjagd, bei welcher es erforderlich ist wechselndes Wild möglichst schnell anzuvisieren und einen sicheren Schuss zu setzen. Auch dynamische Schießdisziplinen wie „Fallscheibe“ erfordern eine sehr schnelle und Präzise Schussabgabe.

Deshalb stellte die Firma Aimpoint im Jahr 1975 das erste Rotpunktvisier, den „Aimpoint Electronic“ vor. Im Vergleich zu Kimme und Korn oder Zielfernrohr hat dieses Rotpunktvisier den Vorteil, dass beide Augen des Schützen beim zielen geöffnet bleiben. Somit besteht immer ein maximales Sichtfeld. Der Zielpunkt erscheint dem Schützen durch das Rotpunktvisier dabei in seinem natürlichen Sehfeld.

 

Für welche Distanzen eignet sich ein Rotpunktvisier?

Ein Rotpunktvisier ersetzt normalerweise die offene Visierung. Der Einsatz ist bis zu einer Distanz von 50 Metern sinnvoll. Bei größeren Entfernungen verdeckt der Zielpunkt einen zu großen Bereich des Zieles. Ein Leuchtpunktvisier mit Vergrößerung hat zwar eine erhöhte Reichweite, jedoch auf Kosten der Parallaxenfreiheit.

 

Wie funktioniert ein Leuchtpunktvisier?

Je nach Aufbau besteht ein Leuchtpunktvisier aus einem Kollimator, welcher einfallendes Licht in einen parallelen Strahlengang zwingt. Im Anschluss befindet sich ein halbtransparenter gekrümmter Spiegel, welcher das einfallende Bild mit dem im spitzen Winkel einfallenden Licht des Zielpunktes abmischt. Das Licht des Zielpunktes wird bei aktuellen Gerätegenerationen von einer Halbleiterdiode aussendet. Dies impliziert auch den größten Unterschied zu Zielbeleuchtung durch Laser oder Vis-Strahler zu einem Leuchtpunktvisier.

Das Rotpunktvisier bildet einen Zielpunkt ab, welcher nur für den Schützen sichtbar ist. Durch die Spiegeltechnik gibt es jedoch in einem gewissen Winkel eine Reflektion. Um diese abzufangen gibt es wabenartige Aufsätze, so genannte Killflashs, welche vor den Kollimator am Rotpunktvisier montiert werden. Daher ist die Montage, das Schießen und selbstverständlich auch die Jagt mit einem Rotpunktvisier in Deutschland zulässig, und nicht wie Zielbeleuchtungen illegal.

Eine Vergrößerungslinse wird im Rotpunktvisier nur selten eingebaut. Durch den Verzicht auf  eine Vergrößerung findet keine Parallaxenverschiebung statt. Bei korrektem Einschießen trifft die Waffe immer dorthin, wo der Zielpunkt im Leuchtpunktvisier hinzielt. Beim Zielen durch ein Rotpunktvisier können beide Augen geöffnet bleiben, dies ermöglicht eine maximale Umsicht und Aufmerksamkeit.

Bei einer offenen Visierung müssen 3 Optische Ebenen auf eine Linie gebracht werden: Kimme, Korn und Ziel. Besonders bei ältere Menschen ist dies eine große Anstrengung für das Auge und erfordert eine hohe Übungsschwelle. Bei einem Rotpunktvisier befinden sich Ziel und Zielpunkt auf der Austrittslinse und damit auf einer optischen Ebene. Dem Auge wird so wesentlich weniger Anpassungsfähigkeiten abverlagt, was die Zeit zwischen Zielen und Schussabgabe erheblich reduziert.

 

Welches Leuchtpunktvisier soll ich kaufen?

Je nach Anwendungsbereich und finanziellem Rahmen gibt es eine sehr große Anzahl an Herstellern und Varianten. Brauchbare Modelle gibt es bereits ab 150 Euro, wie zum Beispiel das Falke II Leuchtpunktvisier. In dieser Preisregion erhalten Sie Rotpunktvisiere welche eher zu statischem/sportlichem Schießen auf dem Schießtand geeignet sind. Diese Basismodelle sind meistens jedoch nicht immer 100% Parallaxenfrei. Das bedeutet, dass sich der Zielpunkt mit der Position des Auges verändert. Die Beleuchtungstechnik in einem günstigeren Rotpunktvisier  ist meist einfach gehalten und bietet eine Betriebsdauer von 8 bis 10 Stunden (das Spitzenmodell von Aimpoint hält im Vergleich dazu bis zu 50 000 Stunden mit nur einer Batterieladung).

In höheren Preisklassen (400-500 Euro) bietet fast jedes Rotlichtvisier ein abgeschlossenes System, welches meist staub- und wasserdicht ist. Im unteren Preissegment ist dies nur selten gegeben. Zum Führen im Revier und sicheren Jagd ist ein Rotpunktvisier von Aimpoint und Zeiss empfehlenswert. Schließlich geht es im jagdlichen Schießen in erster Linie um Waidgerechtigkeit, welche eine sehr zuverlässige Visierung erfordert.

Für die Drückjagt und Nachsuche stehen aktuell zwei besonders hochwertige Modelle zur Verfügung, zum einen den Aimpoint 9000SC NV 2 MOA Nachtsichttauglichkeit und das Rotpunktvisier Zeiss Victory Z-Point mit LotuTec®-Beschichtung. Beide Modelle sind absolut wasserdicht, staubdicht und beschlagsfrei. So können sie ihr Leuchtpunktvisier ganz bequem und ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen im Revier führen. Sollten sie mal einen Ast oder Baum streifen gewährleistet die erstklassige Verarbeitung und Vergütung dieser beiden Spitzenmodelle dauerhafte Stabilität und Zieltreue. Das Rotpunktvisier Aimpoint 9000SC NV 2 MOA von Aimpoint besticht besonders durch die lange Akkulaufzeit von bis zu 50 000 Stunden. Das Rotlichtvisier Zeiss Victory Z-Point von Zeiss verlängert die Laufzeit durch eine Silicium-Fotovoltaik Modul, welches in die Oberseite des Gehäuses eingebaut ist.

Rotpunktvisier, muss es immer Rot sein?

Viele Hersteller bieten in ihrem Rotpunktvisier die Möglichkeit den ausgesendeten Leuchtpunkt zu verändern. Es gibt oft verschiedene Absehen wie Kreuz, Kreis, Ringe, und so weiter, welche in ihrer Intensität meist über ein Potenziometer variabel sind. Viele Modelle bieten zudem die Möglichkeit den Zielpunkt im Rotpunktvisier in anderen Farben wie Grün oder Gelb darzustellen.

 

 

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