Ratgeber Jagdschuhe

Ratgeber Jagdschuhe


Zu einer vollständigen Jagdbekleidung gehört auch das passende Schuhwerk für die Jagd. Doch auch hier gibt es bestimmte Anforderungen, die es zu erfüllen gilt. Das ist beispielsweise die Trittsicherheit und Stoßdämpfung, die für Jagdschuhe essentiell ist, weil für die Sicherheit des Jägers unabdingbar. Bei langen Märschen in schwierigem Terrain ist außerdem der Komfort ein entscheidender Faktor, denn mit wunden Füßen lässt es sich nicht leise und unbeschwert durch den Wald pirschen. Besonders auf Entenjagd oder aber auch im herbstlichen Wald ist die Wasserdichte des Jagdschuhs enorm wichtig. Sie sollte in jedem Falle gegeben sein, aber die Atmungsaktivität so wenig wie möglich einschränken. Im Herbst und Winter ist auch die Wärmung des Jagdschuhs nicht zu vernachlässigen. Um all diese Punkte erfüllen zu können, sind verschiedene Materialien, Verarbeitungsmethoden und Membranen im Einsatz. Auf diese wollen wir im Folgendenen eingehen und versuchen, Ihnen ihre Funktionsweise, Vor- und Nachteile näher zu bringen.


Die Trittsicherheit und Stoßdämpfung des Jagdschuhs


In den bekanntesten Marken-Jagdschuhe, wie beispielsweiße Meindl und Lowa, sind überwiegend Vibram-Sohlen verarbeitet. Diese Sohlen sind eine besondere Gummimischung, die abriebfest, rutschfest und stoßdämpfend ist. Sie sind mittlerweile in fast allen Wander-, Trekking-, Jagd- und Outdoorschuhe verarbeitet, da sie aus einem Stück vulkanisiertem Gummi gefertigt sind und dadurch auch auf rutschigem, nassen Untergrund nicht den Halt verlieren. Daran ist jedoch ihr Profil nicht unbeteiligt. Je nach Modell kann dieses variieren, ist jedoch meist tief und mit omnidirektionalen Stollen ausgestattet. Das garantiert einen festen Halt auch in unwegsamem Gelände. Auch die Gummistiefel der Marke Aigle, welche für die Jagd konzipiert sind, tragen eine Vibram-Sohle.

Ein anderer Faktor für Trittsicherheit und Stoßdämpfung ist jedoch die Machart des Schuhs. Das gilt weniger für Gummistiefel als für Jagdschuhe. Hier sollten Sie darauf achten, dass eine Zwienaht den Schuh formstabiler und auch wasserfester macht. Der Unterschied zwischen Zwienaht und (einfacher) Rahmennaht ist folgender: Der Schaft des Schuhs wird mit dem Rahmen vernäht, sodass Oberleder, Rahmen und Brandsohle mit einander verbunden sind. Bei der Zwienaht werden Schaftrand, Rahmen und Zwischensohle mit einer zweiten Naht mit einander verbunden. Das dafür nach oben geschlagene Oberleder ist dabei in der Naht zu erkennen. Das und die beiden sichtbaren Bodennähte sind kennzeichnend für die Zwienaht und auch ihre direkten Erkennungsmerkmale (für Laien).


Komfort für lange Märsche im Jagdschuh


Wo wir doch gerade über die Machart der Jagdschuhe geschrieben haben, bietet es sich an, auch den Komfort und seine Ursachen zu untersuchen. Jagdschuhe sollten lange Märsche aushalten und so angenehm wie möglich machen. Dazu gibt es, je nach Modell und Hersteller, verschiedene Ausführungen. Dazu gehören beispielsweise besondere Fußbetten, verstärkte Stoffe an Ferse und Schnürung um die Bewegungen des Fußes bestmöglich zu unterstützen und zu stärken. Anhand der Marke Meindl möchten wir ein Modell genauer betrachten und seine speziellen Funktionen erläutern: Den Meindl Vakuum Men Ultra.

Der Jagdschuh besitzt ein spezielles Gore-Stretch-Futter, das wasserdicht ist und für eine besonders gute Passform sorgt. Auch der MFS-Vakuum-Schaum, der diesen Schuh ausmacht, sorgt für eine druckfreie Anpassung an Knöchel, Manschetten und Fußballen, wo er dann eng aber weich anliegt. Die sogenannten "moulded ribs" an der Schnürung des Jagdschuhs, sorgen für eine hohe Atmungsaktivität und garantieren eine perfekte Formstabilität. Mit Abstand am besondersten an diesem Schuh jedoch ist sein Fußbett. Mit Hilfe der Vakuum-Technologie kann es an die individuelle Fußform angepasst und der Druck somit optimal verteilt werden. Zwischen Vakuum-Schaum und Obermaterial ist ein Vliesstoff eingearbeitet, der Feuchtigkeit aufnimmt. Das Obermaterial ist besonders atmungsaktiv und robust. Unter dem Fußbett ist eine Federung eingearbeitet, die für eine optimale Anpassung an das Längsgewölbe sorgt. Damit ist der Schuh besonders gut an die individuelle Fußform angepasst und der Träger empfindet hohen Komfort. Außerdem erfüllt er auch die Kriterien Trittsicherheit, Stoßdämpfung, Wasserdichte und Wärmung.

Wasserdichte und Atmungsaktivität der Jagdschuhe

Die bekanntesten wasserdichten Jagdschuhe sind sicherlich die Gummistiefel. Besonders die Gummistiefel der Marke Aigle sind unter den Jägern bekannt, da es eine große Auswahl an Jagd-Gummistiefeln in den verschiedensten Ausführungen gibt. Alle diese Gummistiefel sind wasserdicht und erfüllen auch die vorherigen Kriterien wie Trittsicherheit und Komfort. Es gibt allerdings eine Besonderheit, die an dieser Stelle zu erwähnen ist: Das Outlast-Material der marke Aigle. Es ist im Aigle Parcours 2 Outlast verarbeitet und sorgt dafür, dass der Fuß trocken und warm bleibt. Haben Sie kalte Füße, so wärmt das Outlast-Material, fangen Ihre Füße gar an zu schwitzen kühlt und trocknet es. So unglaublich das klingen mag, es funktioniert! Allerdings sind die Innenfutter der Gummistiefel nicht alle derart atmungsaktiv, was manch einen Jäger zu anderem Jagdschuhwerk greifen lässt. Auch dazu soll es an dieser Stelle einige Hinweise geben.

Um sowohl Wasserdichte als auch Atmungsaktivität der Jagdschuhe gewährleisten zu können, gibt es neben der Zwienaht und Gummisohle auch die GoreTex-Membran. Die Poren der sogenannten ePTFE-Membran sind um ein vielfaches kleiner als Wassertropfen, was sie wasserdicht macht. Wasser in Dampfform jedoch kann von innen nach außen abgegeben werden. Das macht den Schuh atmungsaktiv. Das Problem dieser Membran ist allerdings, dass sie empfindlich auf Fette reagiert, weshalb GoreTex-Membranen beispielsweise mit einer extra Schicht laminiert werden, die sie vor Fetten schützt. Der Wasserdampf muss diese Schicht jedoch ebenfalls durchqueren, bevor er den Schuh verlässt - was die Atmungsaktivität etwas einschränkt. Auch aus diesem Grund sind die passenden Socken zum Jagdschuh wichtig.

Ein anderer wasserdichter Stoff ist Neopren. Im Schuhwerk wird er aber wegen seiner Wärmefunktion überwiegend als Innenfutter eingesetzt, da die Wasserdichte nicht nur "von außen" zu vernehmen ist. Schweiß oder Pfützenwasser beispielsweise kann durch das Neopren nicht nach außen treten und verbleibt im Schuh. 


Besonderheiten für die Jagd im Winter


Für kalte Temperaturen gibt es ebenfalls jede Menge Extras. Um erst einmal beim Schuhwerk selbst zu bleiben: Für die winterlichen Temperaturen bieten sich Jagdschuhe mit höherm Schaft oder (Gummi-)Stiefel an. Diese gibt es von den gängigsten Marken auch in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise mit Lamm- oder Kunstfell, Neopren oder Pelzfutter.

Die Vor- und Nachteile von Neopren sind oben bereits beschrieben worden, lassen sich aber kurz zusammenfassen: Die Wärmefunktion ist top, allerdings kann Schweiß und Wasser nicht gut wieder abgegeben werden, weshalb auch die Socken eine große Rolle spielen. Am häufigsten sind Neopren-Innenfutter in Gummistiefeln zu finden - wie bei dem Aigle Parcours 2 ISO Open Winter-Jagdstiefel -, da dort die Wärmefunktion am besten zum Tragen kommt.

Die Vor- und Nachteile von Lamm- und Kunstfell sind ebenfalls einfach darzustellen. Im Fell bildet sich ein natürliches Luftpolster, welches die Wärme gut halten kann. Die Atmungsaktivität ist dadurch gegeben, dass die Luft in diesen "Polstern" gut zirkulieren kann und somit alles schnell abtrocknet. Diese überaus gute Atmungsaktivität steht auch über den kleinen Nachteil, den Lamm- und Kunstfelle mit sich ziehen: Sie sind schwer zu reinigen. Allerdings sollte das bei einem Schuh-Innenfutter auch nicht allzu oft nötig sein, besonders dann, wenn es ein Gummistiefel ist. Die Marke Aigle bietet den Parcours 2 ISO Sibérie Winter-Jagdstiefel an, welcher die Füße durch sein Kunstfell-Innenfutter angenehm luftig wärmt.

Webpelz ist vor allem bei der Marke Meindl zu finden und eigentlich eine gute Alternative, denn seine Besonderheit ist die Geruchsneutralität wenn er feucht wird. Damit fangen die Jagdschuhe nicht gleich an zu müffeln, wenn Sie im Herbst durch nasses Laub und matschige Wälder marschieren. 

Nun haben Sie vielleicht schon einige Jagdschuhe erworben, bevor Sie diesen Ratgeber entdeckt haben. An dieser Stelle möchten wir Sie beruhigen: Es gibt nützliche Winter-Accessoires wie Heizeinlagen oder spezielle Thermo-Socken, die wirklich funktionieren. Die Alpenheat Fire-Sock Woll-Heizsocken bespielsweise sind nicht nur warm sondern auch äußerst praktisch konzipiert. Das Heizelement ist oberhalb der Zehen eingearbeitet und wird mit einem kleinen kompakten Akku betrieben, der an der Wade oder am Schuh mittels eines Gurtes befestigt wird. Die beheizten Socken von Alpenheat sind in vier Größen erhältlich und erzielen mit drei verschiedenen Heizstufen eine Heizdauer von 8 bis 16 Stunden. Mit geliefert wird ein USB-Kabel und ein Ladegerät, mit dem der Akku ohne weiteren Aufwand aufgeladen werden kann.

 

Besonders bei der Auswahl des Jagdschuhs ist eine Beratung und ausgiebige Anprobe sinnvoll. Der Händler Ihres Vertrauens steht Ihnen mit Sicherheit gerne mit Rat und Tat zur Seite.

 

 

 

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