Ratgeber Jagdbekleidung

Geht man den Ablauf einer Treibjagd durch, fällt auf, wie vielfältig die Ansprüche an Jagdbekleidung ausfallen. Auf dem Weg zu den individuellen Plätzen muss die Jagdbekleidung den Jägern genügend Bewegungsfreiheit bieten und bequem sein. Am Platz angekommen muss der Jäger sich möglichst ruhig verhalten, wobei ihn seine Jagdbekleidung bestenfalls nicht behindern sollte. Auch muss er für seine Mitjäger gut sichtbar und für das Wild möglichst unsichtbar sein. Schlägt das Wetter um, muss der Jäger auch dafür gerüstet sein. Ob Unwetter oder klirrende Kälte, für jede Situation gibt es spezielle Jagdbekleidung. Abgesehen davon braucht man auf der Jagd genügend Stauraum für das Equipment, das am besten direkt am Mann zu tragen ist. Viele Taschen über den Körper verteilt sind daher praktisch und besonders beliebt. 

Das richtige Kleidungsstück zu finden gestaltet sich oft schwierig. Im Folgenden werden wir Ihnen verschiedene Materialien und die Membranen und Beschichtungen einiger bekannter Marken vorstellen. Auch zum Aspekt der Sicherheit für Jäger und Jagdhund gibt es einige Hinweise. 

Schutz- und Signalkleidung zur Sicherheit auf der Jagd

Der wichtigste Aspekt bei der Jagd sollte immer die Sicherheit sein. Dazu gehört sowohl die Sicherheit des Jägers und seines Jagdhundes vor Jagdunfällen als auch der Schutz vor Angriffen, wie sie beispielsweise durch verletzte Wildschweine bei der Nachsuche vorkommen können. Die meisten Jagdhosen für Herren sowie Jagdhosen für Damen sind besonders schnittfest, damit die Hauer des Schwarzwilds keinen allzu  großen Schaden anrichten. Solche Jagdhosen können zum Beispiel nach ihrem Einsatzgebiet benannt sein, wie die "Nachsuche-Hose" der Marke Pfanner, oder nach dem schnittfesten Material, das sie auszeichnet, wie die Pinewood 7990 Wild Boar Hose - TWARON Nachsuchehose. Kevlar, welches Pfanner für seine Hose verwendet, und auch Twaron sind Aramidfasern. Diese zeichnen sich durch ihre hohe Zugfestigkeit aus, welche sie schusssicher macht. Auch für den Jagdhund sind Schnittschutz-Westen zu erwerben, welche ihn bei Wildschweinangriffen und Jagdunfällen schützen.

Ist der Schutz vor Angriffen gewährleistet, so bleibt noch der Schutz vor Jagdunfällen. Dazu gibt es spezielle Signalbekleidung, die beispielsweise Orange- oder Rottöne beinhaltet, die das Wild nicht erkennen kann, der Mitjäger dafür sehr wohl. Die grellen Farben schützen im Wald auch Jagdhunde, die im Unterholz umherstreifen, vor schlimmeren Unfällen. Mit einer Hundeausrüstung mit einem Halsband oder einer Hundeschutzweste in Signalfarbe kann man sie sehr gut vom Wild unterscheiden. 

Besonders zu beachten ist jedoch, dass man als Jäger nicht nur die Oberbekleidung in Signalfarben tragen sollte, sondern auch die Jagdhose. Aus welchem Grund auch immer, mag es vorkommen, dass nur die Beine des Jägers für andere zu sehen sind. Sind diese dann zumindest mit einem Streifen in Signalfarbe versehen, hebt sich der Jäger direkt von seinem Umfeld ab. Dabei muss noch einmal betont werden, dass die Wildtiere nachgewiesenerweise nur Grauabstufungen erkennen. Rot- und Orangetöne, ebenso wie Grün- und Brauntöne sind für sie nur Kontraste in verschiedenen Graustufen. Daher ist es auch besonders wichtig, dass die Jagdbekleidung mit einem Tarnmuster versehen ist. Ist dies nicht der Fall, kann die menschliche Kontur für Wildtiere schnell zu erkennen sein. Auch für das Gesicht und die Hände gibt es Accessoires im Tarnmuster, um das Bild abzurunden.

Tarnmuster und ihre (herstellerspezifischen) Bezeichnungen bei der Jagdbekleidung

Die Tarnmusterung sollte dabei unbedingt an das Jagdgebiet und den Jagdzeitpunkt angepasst werden. Gehen Sie auf Entenjagd empfiehlt es sich Jagdbekleidung mit Schilf-Tarnmuster zu wählen. Jagen Sie im Wald, ist ein anderes Muster empfehlenswerter. Auch hier gibt es viele verschiedene Tarnmuster, die wir Ihnen am Beispiel einiger bekannter Marken gerne vorstellen würden. 

Die Marke Pinewood beispielsweise bietet verschiedene Tarnmuster an. Zu den Waldtarnmustern gehören Realtree APG HD, welches ein Baum-/Laubmuster in Grau-, Braun- und Grüntönen darstellt, Realtree APB HD, welches ebenfalls ein Baum-/Laubmuster aufweist, aber (zumindest teilweise) in Signalfarben gehalten ist und Realtree AP HD Snow, das das selbe Muster aufweist, aber in weiß gehalten ist. Advantage Realtree MAX-4 ist das von Pinewood angebotene Schilftarnmuster. 

Die Muster der Marke Deerhunter sind ebenfalls in Signal-, Schilf- und Waldtarnmuster unterschieden, allerdings hat Deerhunter auch eine Pixelmusterung im Angebot, welche sich auf die Umgebung einstellt und die Farben wie ein Chamäleon ändern kann. Deerhunter Equipt Color Code 60 nennt sich diese Erfindung. Ihre grau-braunen und grünen Schattierungen passen sich der Umwelt an. Die Wald- und Schilftarnungen von Deerhunter sind den Jahreszeiten angepasst. Deerhunter Innovation GH - Color Code 50 und Deerhunter Innovation - Color Code 40 können sie im Sommer, Frühling und frühen Herbst einsetzen. Realtree Xtra Green - Color  Code 48 ist in grün gehalten und eignet sich für den Frühling und die Zeit, inder das Laub grün ist. Das Deerhunter Innovation Blaze - Color Code 70 ist die Signalbekleidung von Deerhunter.

Bekannte Materialien und ihre Eigenschaften

Jedem Jäger bekannt ist wohl das Material Loden. Traditionsreich und beliebt bei Jung und Alt, ist das Material doch ein echter Allrounder. Loden ist ein vollkommen natürlicher Stoff, der so gewoben und gewalkt wird, dass er fest und formbeständig wird. Die Lebensdauer von Lodenstoffen ist immens. Durch seine Beschaffenheit ist der Stoff wasser- und schmutzabweisend aber auch extrem leicht. Von Jägern am meisten geschätzt jedoch ist wohl mit Abstand die Tatsache, dass man bei Bewegung die Reibung des Lodenstoffs kaum zu hören vermag. Der gute Stoff hat jedoch auch seine Nachteile. Er ist zwar nahezu lautlos zu gebrauchen, allerdings ist er nicht besonders reißfest und verzeiht keine intensive Beanspruchung durch Reibung. 

Ein anderer Stoff, der ebenfalls sehr leise zu gebrauchen ist und Reibung etwas besser verträgt ist Fleece. Das Material ist robust, hält Wärme und ist wasserabweisend. Für Aktivitäten im Freien ist es bestens geeignet, da es schön flauschig und robust ist. Gerne wird es im Zwiebelsystem unter einer wasser- und winddichten Jacke getragen, um die Körperwärme zu halten. Allerdings ist auch an dieser Stelle schon der Nachteil von Fleece zu nennen: Im Sommer ist es kaum zu gebrauchen, da es wirklich wärmt. Auch ist es nicht atmungsaktiv und für sportliche Aktivitäten daher (zumindest im Sommer) eher ungeeignet. 

Generell ist es schwierig, einen Stoff auszumachen, der sowohl möglichst leise, als auch in allen anderen Anforderungen funktionell ist. Daher sollten Sie abwägen, wie Sie Ihre Prioritäten setzen. Besonders bei langen Jagden überwiegt eventuell der Komfort und die Funktionalität über die Geräuschlosigkeit. Wer will schon gerne nass werden und frieren? 

Verschiedene Materialien der Jagdbekleidung und ihre Funktion

Jagdbekleidung muss verschiedenen Situationen standhalten können. Auf der Jagd kann es schnell zu einem Wetterumschwung kommen, und es wäre mehr als ärgerlich, nicht darauf vorbereitet zu sein. Daher ist das Zwiebelprinzip sehr beliebt, um je nach Bedarf schnell an Wärme gewinnen oder verlieren zu können. Das ist grundsätzlich sehr praktisch, meist lässt sich doch je nach Wahl des Stoffes die ein oder andere Schicht auch sparen. Verschiedene Stoffe sind in unter den Jägern besonders häufig vertreten und auf Grund ihrer Eigenschaften auch beliebt. Dazu gehört beispielsweise Thinsulate. Wegen seiner Mischung aus synthetischen Fasern weist es ein geringes Gewicht, höchste Wasserabweisung und gute Dämmeigenschaften auf. Außerdem ist es besonders dehnbar, atmungsaktiv und reißfest.

Besonderheiten der Regenbekleidung für die Jagd

Regenbekleidung gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Das laminierte Polyester fühlt sich dabei glatt und vergleichbar unbeweglich an, das Stretch-Polyurethan hingegen ist eher weich und dehnbar. Die wasserdichten Eigenschaften besitzen beide jedoch in gleichem Maße. Auch häufig ist die Wasserdichtigkeit durch die GoreTex-Beschichtung gegeben. Allerdings sind diese Jacken selten wirklich geräuscharm und daher nicht unbedingt zu empfehlen. Durch die Verwendung moderner Membranen ist es möglich, (Regen-)Bekleidung für die Jagd herzustellen, die allen Anforderungen wie Funktionalität, Sicherheit und Wetteranpassung gerecht wird und trotzdem leicht ist und nicht aufträgt.

Herstellerspezifische Beschichtungen und Membranen in Jagdbekleidung

Besondere Membranen, Beschichtungen und Stoffe lassen die Materialien noch einmal an Nutzen gewinnen. An Hand der Marke Pinewood werden im Folgenden die Besonderheiten erklärt. Das TC-1200 ist ein Gewebe, das winddicht, wasserabweisend, moskitodicht und extrem schnelltrocknend ist. TC Lite dagegen ist entwickelt worden, um ein Maximum an Aktmungsaktivität zu gewährleisten, ebenso wie hohen Komfort. Das Gewebe ist außerdem wasserabweisend behandelt. Die Produkte mit der 2-Lagen-Membran sind ebenfalls wind. und wassericht, haben eine hohe Atmungsaktivität und verschweißte Nähte. Die Membran wird in das Futter eingearbeitet. Die 3-Lagen-Membran-Produkte sind auch winddicht und wasserabweisend, darüber hinaus aber auch atmungsaktiv. Die Membrand wird zwischen Innen- und Außenmaterial laminiert. Die Nähte dieser Produkte sind allesamt verschweißt. Besondere Beschichtungen, wie beispielsweise die Teflon-Beschichtung einiger Pinewood-Produkte macht die Kleidung wasser- und schmutzabweisend. Der 4-Wege-Stretch dagegen verschreibt sich ganz dem Komfort, denn er erlaubt ein individuelles Dehnen in alle Richtungen. 

Besonderheiten für Sommer- und Winterjagdbekleidung

Im Winter ist das Zwiebelsystem gefragt. Die unterste Schicht besteht dabei am besten aus spezieller Jagdunterwäsche. Die gibt es meist aus Merinowolle, die gut wärmt und atmungsaktiv ist, oder aber auch aus Bambusfasern. Diese Fasern regulieren die Körpertemperatur, führen Feuchtigkeit ab und wirken außerdem antibakteriell. Nicht selten findet man bei der Jadgdbekleidung auch Unterwäsche mit Silberfäden. Diese sind meist in Merino-Wolle eingearbeitet und neutralisieren Gerüche. Die zweite Schicht kann dann bereits eine Fleeceweste oder ähnliches sein, gefolgt von der Winterjacke. Auch Hosen gibt es mit Fleece-Futter und erhöhtem Bund, der die Nieren wärmt. 

Grundsätzlich findet man im Jagdbekleidungsgeschäft des Vertrauens jede Menge nützlicher Accessoires für den Winter. Dazu gehören beispielsweise Handschuhe und Mütze in Tarn-/Signalfarbe, spezielle Heiz-Hemden aber auch Heizsohlen als Einlage in die Jagdschuhe. 

Für den Sommer gibt es umgekehrt besonders atmungsaktive T-Shirts oder Hemden, sowie Jacken, die winddurchlässig sind. Je nach Bedarf und Vorliebe kann man sich dann individuell einkleiden. Für Kinder gibt es beispielsweise auch Jagdbekleidung, die dann meist bunter ausfällt und für noch mehr Sicherheit sorgt. Auch für Damen gibt es besondere Jagdbekleidung. Meist ist sie modisch, figurbetont und etwas farbiger als die der Herren. Auch hier sei nochmal gesagt: Dem Wild macht das nichts. Es sieht nur die Kontraste und das nur in Grautönen. Auch eine Signalweste in Pink-Realtree AP, wie die der Marke Pinewood, ist kein Hindernis für eine erfolgreiche Jagd. 

 

                    

 

 

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