Ratgeber Jagdausrüstung

  1. Was benötigt man bei der Jagd?
  2. Jagdbekleidung
  3. Jagdrucksack
  4. Ansitzeinrichtungen
  5. Bergehilfe
  6. Entfernungsmesser
  7. Jagdmesser
  8. Jagdhund

 

 

Was benötigt man bei der Jagd?

Zunächst mal muss man stets seinen Jagdschein und seine Waffenbesitzkarte auf der Jagd mit sich führen.

Dazu braucht man die geeignete Kleidung und vor allem bei Nässe geeignete Gummistiefel und einen Rucksack, um alles zu verstauen.

Für die Jagd selber benötigt es neben einem guten Fernrohr noch die passende Jagdwaffe mit zugehöriger Munition und gegebenenfalls Zielfernrohre sowie einen Ansitzhocker. Um die eigene Hörfähigkeit nicht zu beschädigen sollte man auch einen Gehörschutz tragen.

Zum Aufbrechen von erlegtem Wild benötigt man ein entsprechendes Jagdmesser. Und für das Wegtragen der Eingeweide sind Plastikbeutel nützlich.

Dazu können auch ein Entfernungsmesser und bei Nacht Nachtsichtgeräte oder eine Wärmebildkamera nützlich sein. Ebenfalls bei Nacht benötigt man zur Nachsuche leistungsstarke Taschenlampen.

 

Jagdbekleidung

Die Jagdbekleidung muss einen Spagat gewährleisten, denn sie muss einerseits bequem und komfortabel sitzen, um lange Ansitzzeiten angenehm auszuhalten, und andererseits funktional und widerstandsfähig gegen Nässe aber auch mechanische Belastungen wie beim Durchstreifen des Dickichts bei der Nachsuche oder dem Hantieren mit dem Jagdmesser sein.

Die Funktionalität der Kleidung liegt außerdem auch in ihrer Tarnfunktion. Orange ist beispielsweise für Schalenwild nicht erkennbar, wirkt auf andere Jäger besonders bei der Gemeinschaftsjagd aber als Warnfarbe.

Gerade im Winter bietet es sich an eine Kombination aus mehreren Schichten zu wählen.

Als Material eignen sich vor allem Fleece und Loden für äußere Kleidungsschichten. Beide sind sehr Geräusch dämpfend, halten warm und trocken und sind robust bei mechanischen Einwirkungen.

Darunter kann Thermounterwäsche einerseits warm halten und andererseits dafür sorgen, dass Schweiß nach außen transportiert wird, was die Erkältungsgefahr, wenn man nach einem schweißtreibenden Weg pausiert und abkühlt, senkt.

Bei den Schuhen sollte stets überlegt werden, wie der Boden am Ort der Jagd beschaffen ist, sodass Sohlen mit dem optimalen Halt gewählt werden. Damit lassen sich viele Jagdunfälle vermeiden, die durch Ausrutschen auf rutschigem Boden oder Abrutschen auf unebenem Gelände zu Verletzungen führen.

 

Jagdrucksack

Besonders wichtig bei der Wahl des Rucksacks ist, dass dieser möglichst wenig Geräusche macht und angenehm auf dem Rücken sitzt.

Die Nähte sollten außerdem gut verarbeitet und stabil sein und nicht bereits beim Kauf Schwachstellen erkennen lassen.

Es gibt verschiedene Varianten vom einfachen Beutel bis hin zum Multifunktionsrucksack. Darunter gibt es auch Formen, die sich in einen praktischen Hocker umbauen lassen.

Rucksäcke mit mehreren Taschen und Fächern eignen sich besonders für die Jagd, da man  eine Reihe von kleineren Teilen braucht, die so leichter zu finden sind.

Vor dem Kauf sollte auch getestet werden, wie der Rucksack auf dem Rücken sitzt, denn bei längeren Transporten kann ein schlechtes Tragesystem sehr unangenehm werden.

Es bietet sich an den Rucksack schon fertig gepackt vorzubereiten, um in der Hektik des Aufbruchs nichts zu vergessen. Darin sollten ein Fernglas, ein Sitzkissen für den Ansitz und warme Handschuhe für die kalte Zeit sein. Außerdem werden die oder das Jagdmesser am besten in einer Hülle im Rucksack transportiert.

Auch stets dabei haben muss man Jagdschein und Waffenbesitzkarte, welche man am besten griffbereit im Rucksack transportiert.

Weiterhin findet der Gehörschutz im Rucksack seinen Platz und auch die Bergehilfe und Taschenlampe können hier bis zu ihrem eventuellen Einsatz aufbewahrt werden.

Für den Fall, dass man das erlegte Wild vor Ort aufbricht, sollten noch Schutzhandschuhe und Beutel für Eingeweide und Trichinprobe dabei sein. Das erlegte Wild selbst sollte allerdings nie in einem Plastikbeutel abtransportiert werden. Sonst bestünde die Gefahr, dass es verhitzt. Das bedeutet, dass das Wild für die Verwendung als Wildbret unbrauchbar wird, indem der tote Körper zu lange warm gehalten wird, sodass sich das Fleisch gelb-bräunlich verfärbt und säuerlich riecht.

Der AKAH Multifunktionsrucksack Loden bietet zum Beispiel einen angenehmen Tragekomfort durch gepolsterte Trageriemen und ist gleichzeitig sehr robust. Der Bauchgurt dient praktischer Weise gleichzeitig als Patronengurt.

Außerdem hat er ein spezielles Rückenpolster, das die dortige Schweißbildung verhindert. Der AKAH Multifunktionsrucksack kostet ca. 170 €.

 

Ansitzeinrichtungen

Die Ansitzjagd ist erst seit einiger Zeit verbreitet. Noch vor einem Jahrhundert wurde vor allem aus der Bewegungsjagd heraus geschossen.

Dementsprechend hat sich die Variation der Ansitzeinrichtungen auch erst mit der Zeit zur heutigen Vielfalt entwickelt.

Es gibt grundsätzlich Hochsitze und Bodenansitze. Beide gibt es aber in den unterschiedlichsten Kategorien. Der Bodenansitz kann aus einer geschlossen Ansitzhütte oder aus mobilen Ansitzschirmen bestehen, die entweder offen oder überdacht sind. Als Provisorium kann auch ein Tarnnetz als Ansitzschirm dienen.

Bei den Hochsitzen, die im Vergleich zu den Bodenansitzen durch den Schusswinkel besseren Kugelfang durch den Boden ermöglichen und einen besseren Überblick über das Feld davor ermöglichen, da sie auf Stelzen gebaut sind, wird zwischen Kanzeln und Leitersitzen unterschieden. Die Kanzeln gibt es in verschiedenen Bauarten von komplett offen bis geschlossen. Geschlossen bedeutet dabei, dass auch die Seiten bis auf Schießluken verschalt sind. Solche Ansitzeinrichtungen haben aber den Nachteil, dass man weniger Geräusche aus der Umgebung hört. Der Vorteil von Hochsitzen ist jedoch, dass das Wild den Jäger in der Regel nicht so leicht riecht und die Gefahr nicht erkennt, wenn er sich im Hochsitz befindet.

Die Leitersitze gibt es ebenfalls offen oder überdacht. Sie können entweder angelehnt oder völlig freistehend gebaut sein. Der Aufstieg erfolgt von vorne.

Freistehende Bauten sind stabiler als solche, die an Bäume gelehnt werden. Denn mit einem Baum verbundene Ansitzeinrichtungen müssen beweglich sein, wenn der Baum durch den Wind geneigt wird. Das macht auch den Abschuss von einer solchen Einrichtung bei Wind unmöglich.

Bei der Auswahl des Standortes gilt es zu beachten, dass der Wind an Waldrändern oder

–wegen sowie an Hängen schwer einzuschätzen ist. Hier dreht der Wind schnell oder es entstehen Windkanäle, in denen der Wind besonders stark ist.

Zur Vermeidung von Unfällen muss der Erbauer für die Standsicherheit des Sitzes sorgen und regelmäßig, möglichst vor jedem Aufstieg überprüfen. Ungenutzte Sitze sollten zudem abgebaut werden, damit sie ungewartet nicht beim Betreten durch Unbefugte einen Gefahrenherd darstellen.

Um einen sicheren Auf- und Abstieg zu gewährleisten werden die Rinden von den Stämmen entfernt, die als Sprossen dienen sollen. Denn mit der Zeit löst sich die Rinde und kann somit zum Abrutschen beim Erklimmen der Leiter führen. Für zusätzliche Trittsicherheit werden die Stämme längs durchtrennt, so dass man eine flache Trittfläche hat. Damit ist das größte Unfallrisiko umgangen, denn die größte Zahl an Unfällen in Zusammenhang mit Aufsitzeinrichtungen entsteht beim Auf- und Abstieg.

Auch auf dem Stand selbst sollte eine rutschige Oberfläche vermieden werden, um einen sicheren Stand zu gewährleisten. Dazu hilft entweder Sand, der auf dem Boden gleichmäßig verteilt wird, oder so genannter Kückendraht. Eine besonders nachhaltige Lösung ist das Anbringen von Dachpappe, denn diese verhindert einerseits das Rutschen und schützt andererseits den Boden gegen die Witterung.

Für einen einfacheren Aufstieg solle die Sitzfläche mit einem Scharnier versehen sein, sodass sie auf- und abklappbar ist. Sie wird beim Aufstieg hochgeklappt und später als Sitzfläche wieder hinabgeklappt.

Hochsitze müssen außerdem so gebaut werden, dass sie sich in die Landschaft nahtlos einfügen, daher werden für die Stützen und Leitern meist unbearbeitete Stämme genutzt. Dazu muss vor dem Bau immer die Genehmigung des Grundbesitzers eingeholt werden.

Fertige Hochsitzgerüste, die nur noch aufgebaut werden müssen oder teilweise schon den Aufbau inklusive haben, kosten zwischen 100 € für einfache Leitersitze und bis zu 1000 € für geschlossene Kanzeln.

Es gibt auch mobile Ansitzleitern aus ultraleichtem Aluminium. Diese bieten einen Ansitz, der fest mit einer Leiter verbunden ist und werden in einen Baum eingehängt. Die Leiter ist faltbar und lässt sich somit bequem tragen. Die kosten für eine solche Leiter liegen bei etwa 180 €.

 

Bergehilfe

Um das erlegte Wild einfacher bis zum Auto bringen zu können, benötigt man eine Bergehilfe. Denn meist kann man nicht in die Nähe des erlegten Wildes fahren.

Diese Bergehilfe kann entweder ein einfaches Seil sein oder aber auch eine ausgefeiltere Variante mit verstellbarem Haken.

Das Wild kann auch in Wildwannen davongetragen werden. Diese sehen aus wie größere Wäschewannen, sind ebenfalls aus Kunststoff hergestellt und somit leicht abwaschbar. Sie sind für etwa 20-50 € zu erwerben.

Wildtaschen zählen ebenfalls zu den Bergehilfen. Sie sind aus flüssigkeitsabweisendem Material und ersetzen die Wildwannen.

Solche Wildtaschen gibt es aus Kunststoff für bereits etwa 50 €.

 

Entfernungsmesser

Schnell verschätzt man sich, insbesondere wenn die Orientierungspunkte fehlen, um ein Erhebliches, wenn man nur mit bloßem Auge die Distanz zum Ziel abschätzt.

Ein nützlicher Helfer ist daher, vor allem wenn auf große Distanzen oder in unbekannten Revieren gejagt wird, der Entfernungsmesser.

Teilweise sind solche Entfernungsmesser in hochwertigen Ferngläsern bereits mit verbaut. Ansonsten lohnt sich aber die Anschaffung eines solchen Geräts.

Heutige Entfernungsmesser funktionieren über einen Laserstrahl, der vom Gerät ausgesendet wird. Es wird mittels einer Halbleiterdiode im Gerät die Zeit gemessen, die der Laserstrahl für Hin- und Rückweg benötigt. Diese wird dann in die Entfernung in Metern umgerechnet und auf dem Display angezeigt.

Der Leica Rangemaster CRF 1000-R-Entfernungsmesser ist mit einer Messweite von bis zu 1500 Meter in der Spitzengruppe der Entfernungsmesser vertreten und ist bereits für 500 € zu haben.

 

Jagdmesser

Jagdmesser dienen als praktische Helfer auf der Jagd. Sie helfen unter anderem sich bei der Nachsuche durch das Dickicht zu kämpfen oder aber beim Aufbrechen von erlegtem Wild. Manchmal können es die Umstände wie ein steiler Abhang oder eine unübersichtliche Situation nötig machen, dass das Jagdmesser auch zum Erlegen von angeschossenem Wild genutzt wird.

Das beste Material für Jagdmesser ist Stahl mit einem Härtegrad zwischen 57 und 60.

Es werden verschiedene Messertypen anhand ihrer Klingenform unterschieden. Das so genannte Droppoint-Messer besitzt eine Klinge, deren Rücken zur Spitze hin einen starken Bogen nach unten macht. Sie sind sehr beliebt, da sie einerseits aufgrund der Klingenform eine gute Kraftübertragung haben und andererseits mit ihren breiten Klingen sehr stabil sind. Dafür sind sie im Vergleich zu anderen Messertypen im Schnitt weniger scharf.

Die umgekehrte Variante, das Clippoint-Messer hat eine leicht nach oben gezogene Spitze. Es lässt sich daher gut kontrollieren und ist vor allem bei Stichbewegungen sehr präzise. Damit ist ihr Haupteinsatzbereich das Erlegen angeschossenen Wilds.

Die dritte wichtige Variante ist die Skinner-Klinge. Ihre Klinge ist lang und konvex, weshalb sie optimal für das Häuten von Tieren geeignet ist.

 

Jagdhund

Jagdhunde waren vor der Entwicklung von Feuerwaffen und Zieloptik zwingend erforderliche Helfer bei der Jagd bestimmter Wildarten. So konnten die wehrhaften Wildarten wie Bären und Keiler nur erlegt werden, wenn sie zuvor schon durch starke Jagdhunde überwunden worden waren. Auch flüchtiges Wild wie Hasen oder Rotwild konnten nur mit Hilfe von Jagdhunden in Fangnetze oder zum Jäger getrieben und noch nicht auf weite Distanzen erlegt werden.

Heute können letztere mit Hilfe von Zieloptik auf weite Distanzen erlegt werden. Auch die wehrhaften Wildarten sind dem Menschen durch die Feuerwaffen unterlegen.

Dennoch werden Hunde noch gern auf der Jagd eingesetzt. Ihre besonderen Geruchsfähigkeit werden beispielsweise bei der Nachsuche gebraucht. Durch ihre Spürnasen können sie der Schweißfährte von angeschossenem Wild folgen. Durch diese Entwicklung ließ auch die  Nachfrage nach spezialisierten Jagdhunden nach, stattdessen werden vermehrt Allrounder eingesetzt.

Erfahrenere Hunde leisten auch auf der Drückjagd hilfreiche Dienste. Zur Vorbereitung auf die Drückjagd mit Sauen kann Ihr Hund zunächst in ein Schwarzwildgatter mitgenommen werden. Dort kann er sich in sicherer Umgebung daran gewöhnen, einen gewissen Respekt gegenüber stärkeren und gleichstarken Tieren zu gewinnen, der ihn später vor Verletzungen aufgrund von unbedachtem Verhalten schützt.

Jagdhunde, die noch nicht fertig ausgebildet sind, sollten allerdings nicht auf Saujagden mitgenommen werden, da sie sich hierbei neben äußeren Verletzungen auch tiefe Traumata einfangen können.

Nicht alle Hundearten dürfen als Jaghunde eingesetzt werden. Lediglich brauchbare Jagdhunde sind erlaubt. Das dient in  erster Linie der waidgerechten Jagd.

Als brauchbare Jaghunde gelten solche, die bei der Zucht hinsichtlich ihrer Sinneswahrnehmung, körperlichen Disposition und ihrem Wesen einwandfrei ausgebildet wurden. Zum Wesen gehören unter anderem der genaue Gehorsam, Ruhe und die Unterordnung unter den Hundeführer. Der Gehorsam beispielsweise liegt dabei nicht im Hund veranlagt, er kann nur antrainiert werden. Eine Unterprüfung der Prüfung des Gehorsams ist die Schussfestigkeit. Hierbei wird geprüft, ob der Hund den Schussknall erträgt oder empfindlich reagiert.

Die Brauchbarkeit wird durch eine entsprechende Prüfung belegt, in der Gehorsam, Wasserarbeit, Schweißarbeit und Verlorenbringen geprüft werden. Für die Nachsuche auf Schalenwild ist eine Zusatzprüfung notwendig. Diese kann entweder aus der Verbandsschweißprüfung, der erschwerten Schweißprüfung oder der Übernachtfährte bestehen. 

Jagdhunde sollten nur von anerkannten Züchtern erworben werden, die auch die entsprechenden Bescheinigungen aushändigen.

Optimalerweise wird der Hund schon als Welpe gekauft, um dann gemeinsam den Hundeführerlehrgang zu absolvieren, wodurch beide, Hund und Hundeführer, gemeinsam lernen und der Hund nicht zwischen Ausbilder und Führer unterscheiden muss.

Je später man den Hund erwirbt, desto besser ist er einerseits ausgebildet und desto weniger stark ist er aber andererseits auch von seinem Führer geprägt.

Auch die Haltung des Hundes ist eine Abwägungsfrage. Wird er im Haus gehalten, verweichlicht er einerseits, hat aber auch ausreichend sozialen Kontakt. Dieser fehlt ihm aber, wenn er nur im Zwinger gehalten wird, was wiederum stark abhärtet. Das Optimum scheint hier abhängig vom Hund ein Kompromiss aus beidem zu sein. 

 

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