Phänomen Bockjagd – Vorbereitungen und Ausrüstung

Ab dem 1. Mai beginnt für die Jäger die Zeit der Bockjagd, bei der Rehwild das Ziel darstellt. Vorher ist es nicht erlaubt auf Rehwild zu schießen. Dessen Schonzeit endet deutschlandweit mit dem 30. April. Der Beginn der Schonzeit variiert allerdings je nach Bundesland und Art des Rehwilds.

In den meisten Bundesländern beginnt die Schonzeit für Rehwild zwischen Dezember und Februar. Für die Böcke hat die Schonzeit ihren Beginn häufig schon im Oktober.  

Zum Anfang des Mais sollten zunächst die jungen, schwachen Tiere erlegt werden, die Böcke sollten bis zur oder nach der Brunft verschont bleiben.

Als Orientierung für den Abschussplan gilt, dass man je ein Drittel Kitze, ein Drittel Ricken und ein Drittel Böcke schießen sollte, um den Bestand des Waldes ausgeglichen zu halten. Außerdem ist es sinnvoll nicht ausschließlich das alte Rehwild zu bejagen, denn das würde die bestehenden Hierarchien und Besiedlungsgebiete zerstören und das  junge Rehwild müsste den Wald quasi neu besiedeln. Dabei würden die Nachfolger ihr neues Revier markieren, was zu größeren Fegeschäden führen würde. Ein ständiger Wechsel in der Struktur des Rehwildbestandes schadet also der Pflanzenwelt des Waldes und ist daher nicht erstrebenswert.

Davon abgesehen müssen aber die Abschussquoten erfüllt werden. Man muss also einen Kompromiss finden zwischen der Zeit für die richtige Auswahl und damit auch der Entscheidung ein gesichtetes Rehwild gegebenenfalls nicht zu schießen und auf der anderen Seite dem Erreichen der notwendigen Menge beim Abschuss.

Mit dem Beginn der Bockjagd beginnt auch das Jagdjahr so richtig. Daher werden alle Vorbereitungen nach Möglichkeit bis dahin abgeschlossen. Dazu gehört auch die Reparatur und Wartung der Hochsitze. Außerdem melden die Reviere rechzeitig davor ihre Abschusszahlen an die unteren Jagdbehörden, die dann ihre Abschusspläne erstellen.

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Bockjagd ist eine gute Kenntnis des Reviers. Wer die Gewohnheiten des Rehwilds gut kennt und weiß, wann es wechselt oder wo es seine Ruheplätze hat, ist auf der Jagd wesentlich effektiver, als wenn er auf gut Glück loszieht.

Die beste Zeit für die Bockjagd ist dann meist der frühe Morgen, denn dann ist das Wild es gewohnt ungestört im Revier zu sein und ist eher unterwegs.

Es empfiehlt sich bei der Bockjagd Tarnbekleidung zu tragen. Auch die Handinnenflächen sollten durch Handschuhe und das Gesicht etwas durch eine Kappe verdeckt sein, damit diese hellen Hautflächen nicht direkt als Warnung für das Wild wirken.

Gut getarnt, kann man dem Wild äußerst nahe kommen, denn die menschlichen Formen und Umrisse sind durch das Tarnmuster schlechter auszumachen und der Jäger löst sich quasi in der Umgebung auf.

 

Bockjagd auf der Pirsch

Kennt man sein Revier gut, streift man auf der Pirsch die Plätze ab, in denen Einstände und Futterplätze des Rehwilds ausgemacht wurden. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, das Rehwild anzutreffen.

Für die Pirsch ist es nützlich einen Zielstock dabei zu haben.

Der Zielstock Quick Stick bietet dabei einen Schnellverstellung, mit der man sich geräuschlos und schnell auf die Situation einstellen kann, wenn man Wild auf der Pirsch antrifft. Er kostet ca. 50 € und hat eine stabile Auflage in V-Form. Er besteht nur aus einem Bein.

Bei zwei- und mehrfüßigen Auflagen wird die Ablage zwar stabiler, jedoch nimmt der Aufbau auch mehr Zeit in Anspruch und so kann eine günstige Gelegenheit schnell verstreichen.

Wenn man sich an unterschiedlichen Punkten im Revier bewegt, die man nicht aus dem Ansitz schon gut kennt, ist ein Entfernungsmesser ein nützlicher Helfer. Leica bietet mit dem Geovid 8x56 einen sehr guten Entfernungsmesser, der in ein Fernglas integriert ist. Durch das Zielen auf ein Objekt wird in sekundenschnelle per Laserstrahl die Entfernung dorthin gemessen. Unbedingt ist darauf zu achten, dass das Gerät geräuschlos arbeitet und nicht etwa nach der Messung ein Piepen abgibt.

Jagdmesser (beispielsweise von Victorinox) und Taschenlampen (Hier gibt es die besten von LED Lenser.) sollte man ohnehin für das Aufbrechen und gegebenenfalls für die Nachsuche dabei haben. Auch braucht man gerade auf der Pirsch ein gutes Fernglas, das das Rehwild schon von weitem erkennbar macht. Ein leistungsstarkes Zielfernrohr ist bei der Pirsch auf Rehwild eher verzichtbar. Besser ist dabei eines mit einer variablen Vergrößerung.

Als Bekleidung ist es bei der Pirsch nicht ganz so wichtig wie bei der Ansitzjagd geräuscharme Kleidung zu tragen. Dennoch sollte man es vermeiden Materialien zu wählen, die bei jeder Bewegung so laut raschelt, dass das Wild schon auf weite Distanz gewarnt ist. Loden eignet sich, da es praktisch geräuschlos ist, optimal für die Jagd.

 

Jagen in der Blattzeit

Von Mitte Juli bis etwa Mitte August ist die so genannte Blattzeit. Dabei paart sich das Rehwild.

Dementsprechend reagieren die Rehböcke besonders intensiv auf die weiblichen Reize.

Auf der Suche nach brünftigen Ricken brechen die Böcke aus ihren Einständen auf und folgen den Rufen der fiependen Ricken.

Dies kann sich der Jäger mit einem Blatter zu Nutze machen. Ein Blatter ist eine Art Pfeifinstrument, das an die Laute der Ricke erinnert und die Böcke so zu den Jägern treibt.

Besonders gut funktioniert das Anlocken in den beiden ersten Augustwochen, wenn es nur wenige noch nicht beschlagene Ricken gibt, die noch brünftig sind, und die Böcke intensiv nach ihnen suchen müssen.

Die Blatter gibt es in verschiedenen Materialien, mit etwas Geschick reicht aber auch ein einfacher Grashalm, um das Fiepen der Ricke zu imitieren. Am besten macht man kurze und schnelle Töne, die immer wieder von Pausen unterbrochen werden. Vor dem ersten Blatten sollte man jedoch zu Hause den Umgang mit einer Blatter üben, um das Fiepen der Ricke richtig imitieren zu können. Weniger empfehlenswert ist es, dies vor der Blattzeit im Revier zu tun, denn dann werden die Böcke verstehen und sich bis zur Blattzeit merken, dass dieses Fiepen nicht von einer Ricke kommt. Das Gleiche gilt für ein ungeübtes Blatten, das sich zu stark von den üblichen Signalen der Ricke unterscheidet.

Eine gute Kenntnis des Reviers hilft auch hier. Wenn man weiß, wo sich die Einstände des Rehwilds befinden, kann der Ansitzplatz in ihrer Nähe gewählt werden, was ein optimales Ergebnis befördert. Außerdem sollte nicht immer von demselben Ansitz geblattet werden, sondern zwischen den verschiedenen Einständen gewechselt werden.

Wenn man seinen Ansitz bezieht sollte man dennoch etwa 100 Meter Abstand zum erkannten Einstand halten. Ansonsten wird das Rehwild direkt auf den Eindringling aufmerksam.

Jagt man vom Ansitz aus, so sollte man, nachdem man ihn bezogen hat, für einige Minuten bis zu einer Viertelstunde still warten, bevor man beginnt, das Rehwild zu locken. Dann hat sich das Wild von der zwangsläufigen Störung, die durch das Beziehen des Hochsitzes entsteht, erholt und vergisst die Anwesenheit des Jägers.

Außerdem ergibt es nur Sinn, vom Hochsitz aus den Rehbock durch die Blatter anzulocken, wenn er noch etwas entfernt ist und nicht sich der Höhenunterschied durch die Entfernung wenig bemerkbar ist. Bewegt sich der Bock schon in der Nähe des Hochsitzes, wird es ihn eher alarmieren, wenn das Fiepen der Ricke aus der Luft oder den Bäumen kommt.

Deswegen sind niedrige Ansitze oder Bodenansitze vorzuziehen. Wenn man den favorisierten Aufenthaltsort eines Rehbocks zu Beginn des Jahres schon ausgemacht hat, ist es sinnvoll in dieser Umgebung auf Blattjagd zu gehen, optimal kann man auch mit Hilfe eines Bodenschirms jagen.

Je nachdem zu welchem Zeitpunkt man in der Blattzeit versucht den Rehbock zu locken, kann es etwas Zeit dauern, bis er darauf anspringt, es ist also etwas Geduld nach dem Blatten gefordert.

Man sollte immer nach 5 Fieplauten eine etwa zehnminütige Pause einlegen und beobachten, ob sich ein Bock nähert. Wenn keine Reaktion erfolgt, wechselt man die Richtung und steigert nach einigen Versuchen langsam die Lautstärke. Auch sollte das Fiepen variiert werden, um den Bock zu verschiedenen Gelegenheiten anzusprechen. Es ist jedoch Geduld gefragt, da auch nach einiger Zeit noch eine Reaktion erfolgen kann, denn der eine oder andere Bock ist etwas zögerlich. Er kann jedoch durch etwas Rascheln im Gebüsch zusätzlich gelockt werden.

Dazu hilft auch das Imitieren des Angstschreis der Ricke den Bock hervorzulocken. Dieser sollte aber nur wenige Male oder am besten nur ein Mal erfolgen, um das übrige Wild nicht in Unruhe zu versetzen.

Reagiert auf die Lockrufe, die einem älteren Rehbock galten, ein junger, so lässt er sich zum Locken des älteren Bocks nutzen. Dazu stellt man zunächst das Blatten ein und lässt den jungen ziehen. Er wird sich dann immer wieder anlocken lassen und dadurch den älteren Bock selbst zum Springen bringen, der den Konkurrenten ausstechen will.

Besonders bei sehr warmen Temperaturen treiben die Rehböcke sehr stark und nehmen gegen Ende der Blattzeit Menschen kaum noch war. Gesteuert durch die Hormone verlagert sich bei den Ricken, aber vor allem bei den Böcken die gesamte Aufmerksamkeit auf die Paarung.

Da der Bock zur Blattzeit recht schnell wechselt, ist das Ansprechen mit dem Fernglas nicht immer besonders ausgiebig möglich. Daher ist ein Fernglas bei der Blattjagd nicht zwingend nötig. Umso besser sollte dafür allerdings das Zielfernrohr sein, durch das man dann beobachtet, und es sollte eine variable Vergrößerung haben.

 

Kleidung für die Bockjagd

Gerade in der Blattzeit können sich springende Böcke dem ansitzenden Jäger sehr stark nähern. Somit ist es in dieser Zeit besonders wichtig, äußerst geräuscharme Kleidung zu tragen, damit der Bock nicht im entscheidenden Moment durch ein Rascheln gewarnt wird.

Sobald der Bock einen nämlich gesehen und als Jäger oder als Gefahr erkannt hat, ist die Gelegenheit vertan und er ist durch kein Fiepen mehr zurückzulocken. Dann ist die Blattjagd zumindest an dieser Stelle gelaufen.

Geräuscharme Kleidung und gute Tarnung gerade im Gesicht und an den Handinnenflächen helfen dabei, dieses Szenario zu verhindern.

Die Pinewood Deer Jagdhose bietet einen fast lautlosen Schutz vor Wind und Feuchtigkeit. Sie ist atmungsaktiv und verfügt über praktische Seitenfächer. Sie kostet 129 € und kann mit der Pinewood Deer Jagdjacke, welche für 149 € dieselben Eigenschaften mitbringt, kombiniert werden. 

Das Pinewood T-Shirt Realtree Camouflage bietet für 25 € eine gute Tarnung für wärmere Tage. Es hat einen runden Halsausschnitt und besteht zu 65 % aus Baumwolle.

Für eine eventuelle Nachsuche sollte man auch mit einer Taschenlampe ausgestattet sein. Die LED Lenser P5R.2 High Performance Line bringt für 100 € bis zu 12 Stunden Leuchtdauer. Zudem hat sie bei einem Gewicht von nur 77 Gramm eine Leuchtleistung von 270 Lumen.

 

Die richtige Blatter

In Revieren, die nicht von Wald durchzogen sind, sondern aus weiten Feldern und Wegen bestehen, ist eine sehr laute Blatter nötig, um mit dem Fiepen zu den Böcken durchzudringen. 

Im Schnitt erreicht eine Blatter beim Fiepen um die 75 Dezibel. Wird der Angstschrei der Ricke imitiert, können auch über 80, teilweise sogar über 90 Dezibel erreicht werden. Eine gute Blatter kostet um die 25 €.

Die Kunststoffblatter von Nordic Roe kostet knapp 30 € und hat mit Dezibelleistungen von über 75 beim Fiepen und fast 95 beim Angstschrei der Ricke eine besonders große Reichweite.

Auch mit einer lauten Blatter sollte zunächst jedoch gedämpft gefiept werden, damit ein unbemerkter, nahe stehender Rehbock nicht verschreckt wird.

Grundsätzlich ist es am effektivsten in und an Waldstücken zu blatten.

 

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Tags: Bockjagd
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