FAQ - Fernglas

  1. Wer hat das Fernglas erfunden?
  2. Seit wann gibt es das Fernglas?
  3. Was ist ein Fernglas?
  4. Wozu braucht man ein Fernglas?
  5. Woraus besteht ein Fernglas?
  6. Welche Fernglasarten gibt es?
  7. Warum ist das Fernglas mit Gas gefüllt?
  8. Was ist ein Dachkant-Fernglas?
  9. Wie funktioniert ein Fernglas?
  10. Wie weit kann man mit einem Fernglas sehen?
  11. Wie funktioniert der Entfernungsmesser im Fermglas?
  12. Was bedeutet die Zahlenkombination (7x50, 8x21, 8x30, 8x40, 10x25, 10x40, 10x50, 12x50, 20x50, 20x60, 50x70) bei der Modellangabe des Fernglases?
  13. Woran erkenne ich ein gutes Fernglas?
  14. Wofür brauche ich welches Fernglas?
  15. Worauf muss ich beim Kauf eines Fernglases achten?
  16. Welche Größe soll ich beim Fernglas wählen?
  17. Welche Fernglasmarke soll ich wählen?
  18. Wo soll ich mein Fernglas kaufen?
  19. Wie viel kostet ein Fernglas?
  20. Welche Vergrößerung hat ein Fernglas?
  21. Welche Vergrößerung sollte ein Fernglas haben?
  22. Was ist ein Zoom-Fernglas?
  23. Wie stelle ich den Dioptrienausgleich beim Fernglas ein?
  24. Wieso sehe ich im Fernglas alles doppelt?
  25. Wer justiert mein Fernglas?
  26. Wie justiere ich mein Fernglas?
  27. Was ist die Brennweite bei einem Fernglas?
  28. Wie kann ich ein Fernglas testen?
  29. Was ist ein nachtaktives Fernglas?
  30. Was ist mein Fernglas wert?

Geschichte

Wer hat das Fernglas erfunden?

Nachdem es seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts bereits Fernrohre gab, baute Johann Friedrich Voigtländer erst 1823 das erste Fernglas, das damals Stechbrille genannt wurde. Es war dazu gedacht, im Theater von weiter entfernten Plätzen das Geschehen auf der Bühne besser verfolgen und etwas von der Mimik der Schauspieler erkennen zu können.
Allerdings hatten diese Stechbrillen nur eine geringe Vergrößerung.
Wie viele andere Erfindungen erreichte diese Vorform des Fernglases ihre beste Weiterentwicklung, als der potentielle Nutzen für das Militär erkannt wurde. Mit Hilfe der finanziellen Mittel wurde es zu einem nützlichen Hilfsmittel entwickelt.
Da die Stechbrillen zuvor umgangssprachlich „Stecher“ hießen, setzte sich beim Militär der Begriff „Feldstecher“ durch.
Die Feldstecher hatten eine Vergrößerung zwischen 3 und 5, aber ein nur minimales Sehfeld.

1893 ließ die Firma Carl Zeiss das von Ernst Abbe entwickelte Porro Prisma und 1905 Hensoldt mit seiner Firma sein Dachkantprismensystem patentieren.
Beide Systeme sind die Grundlage für heutige Ferngläser.

Seit wann gibt es das Fernglas?

Der erste Vorläufer wurde 1823 gebaut und später zur militärischen Nutzung weiterentwickelt.
Ferngläser in der Form, wie wir sie heute kennen gibt es aber erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Mit den Prismensystemen ist es möglich, gleichzeitig deutliche Vergrößerungen und ein optimales Sehfeld zu erhalten.
Mit Hilfe des Prismas wird das seitenverkehrte und auf den Kopf gestellte Bild aus dem Objektiv wieder richtig herum gedreht. Es werden heute noch die Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Dachkant- und Porro-Prismen verwendet.

Dachkant-Prismen werden in Ferngläser mit grader, schmaler Bauform eingesetzt. Benötigen aber entweder eine starke Transmission oder eine Spiegelschicht auf den Prismen.
Porro-Prismen bestehen aus einem zwei-gliedrigen Aufbau und sind dadurch recht schwer und groß, sodass die Ferngläser breiter gebaut werden müssen.

Somit lässt sich eher davon sprechen, dass es richtige Fernrohre seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt, auch wenn die ersten Vorgänger – damals noch unter anderem Namen, aber mit der gleichen Grundidee – bereits ab 1823 gebaut wurden.

 

Grundlagen

Was ist ein Fernglas?

Ein Fernglas ist ein Fernrohr, das mit beiden Augen gleichzeitig durch getrennte Strahlengänge verwendet wird.
Ferngläser haben ein handliches Format, sodass sie frei getragen werden kann und ohne Stativ zur Beobachtung geeignet sind.
Dadurch dass mit beiden Augen durch Ferngläser geschaut wird, ist räumliches Sehen möglich.

Wozu braucht man Ferngläser?

Grundsätzlich sind Ferngläser dazu da, Dinge in weiter Entfernung sehen zu können. Mit Hilfe der Vergrößerung der Ferngläser kann die Distanz zu dem zu betrachtenden Objekt optisch verringert werden. 

Anders ausgedrückt kann man mittels eines Fernglases aber auch Dinge größer sehen und hat die Möglichkeit Details zu erkennen.

Gerade bei der Jagd sind Ferngläser von großem Nutzen, wenn man Tiere beobachten möchte, ohne sie zu verscheuchen, indem man ihnen zu nahe kommt.

Woraus besteht ein Fernglas?

Ein Fernglas besteht aus zwei durch eine oder mehrere Brücken verbundenen Fernrohren.

Jedes Rohr besitzt ein Objektiv (die auf das Objekt gerichtete Seite) und ein Okular (die den Augen zugewandte Seite), die wiederum jeweils aus mindestens einer Linse bestehen.

Mit dem Fokussierrad kann der Abstand zwischen Okular und Objektiv verändert werden, um das Bild scharf zu stellen.

Dazwischen befindet sich ein Prisma, welches das im Objektiv gedrehte Bild wieder korrigiert.

Umfasst wird das von einem Gehäuse, welches das Wasser abweist und gefüllt ist mit Stickstoff, um das Beschlagen der Linsen oder eine Tröpfchenbildung im Inneren zu verhindern.

Welche Fernglasarten gibt es?

Die Ferngläser unterscheiden sich in ihrer Bauart und Funktion, denn je nach Einsatzbedarf können Eigenschaften wie die Vergrößerung, Bildhelligkeit, das Sehfeld oder das Gewicht völlig unterschiedliche Bedeutung haben.

Auf der Jagd in der Dämmerung ist eine starke Vergrößerung eher ungeeignet. Denn diese reduziert die Bildhelligkeit, da das Licht aus einem kleineren Bildausschnitt auf die gleiche Fläche im Fernglas verteilt wird. 

Dagegen ist der Effekt tagsüber weniger schädlich und dann ist die Vergrößerung sehr nützlich, um weite Distanzen zu überwinden.

Neben den Theatergläsern, die pro Seite nur eine Linse besitzen und direkt ein korrektes, leicht vergrößertes Bild erzeugen, gibt es Prismenferngläser, die durch ein Umkehrsystem funktionieren. Dabei wird das Bild von der Linsen im Objektiv spiegelverkehrt und auf dem Kopf abgebildet und dann durch das Prisma wieder zurecht gedreht.

In ihrer Bauart unterscheiden sich die Prismenferngläser in zwei Systeme: das Dachkant und das Porro. 

Die Porroprismen brauchen weniger aufwendige Vergütungen, da sie an sich sehr kompakt zu verbauen sind. Daher sind sie vor allem in der Breite und bei günstigen Modellen zu finden. Der Qualitätsunterschied ist hinsichtlich des Prismas unter den Porro-Geräten nicht allzu groß.

Das Dachtkantprisma ist gut geeignet für schmale, grade Ferngläser. Dafür benötigt es aber eine sehr hochwertige Vergütung, außerdem muss es deutlich besser verarbeitet werden. Die Qualität unter diesen Prismen variiert daher sehr stark.

Warum sind Ferngläser mit Gas gefüllt?

Ferngläser besitzen eine Füllung aus Stickstoff. Das dient vor allem dazu zu verhindern, dass die Linsen oder das Prisma beschlagen. Außerdem schützt es auch allgemein das Innere des Fernglases vor Feuchtigkeit und Korrosion. Korrosion bedeutet, dass es aufgrund der Feuchtigkeit zu Zersetzungsprozessen kommt.

Teilweise kommt auch Argon anstelle von Stickstoff zum Einsatz. Argon hat den Vorteil, dass es, weil seine Moleküle wesentlich größer als die des Stickstoffes sind, wesentlich länger braucht, bis es durch Diffusion aus dem Fernglas entweicht. 

Was ist ein Dachkant-Fernglas?

Das Dachkant-Fernglas ist benannt nach dem bei ihm eingesetzten Prisma. Neben dem Dachkant gibt es auch Porro-Prismen, die etwas größer und schwerer, aber dafür leichter zu verarbeiten und weniger anspruchsvoll hinsichtlich der Vergütung sind.

Das Dachtkantprisma besteht aus zwei Prismen, von denen eines eine Dachkante besitzt.  

Es ist dank seiner Form gut geeignet für den Einsatz in schmalen, geraden Ferngläsern. Allerdings benötigt es eine sehr hochwertige Vergütung und muss bei der Fertigung sensibler behandelt werden.

Daher ist es auch unter den hochwertigeren und preiswerteren Ferngläsern sehr verbreitet. Die Qualität unter diesen Prismen variiert untereinander jedoch abhängig von der Qualität der Fertigung und Vergütung sehr stark.

Wie funktioniert ein Fernglas?

Ein Fernglas setzt sich aus zwei symmetrisch und nach gleichem Prinzip aufgebauten Seiten, die durch eine oder mehrere Brücken verbunden sind, zusammen. Beide Seiten sind parallel zueinander ausgerichtet.

Die Lichtstrahlen, die von einem Gegenstand auf die Linse im Objektiv treffen, werden gebündelt, wodurch ein spiegelverkehrtes und auf den Kopf gestelltes Zwischenbild entsteht. Dieses durchläuft dann das Prisma, wodurch es wieder richtig gedreht wird. 

Durch das Okular wird dann das korrekte und vergrößerte Bild im Auge des Benutzers wiedergegeben.

Wie weit kann ich mit einem Fernglas sehen? / Mit welchem sieht man am weitesten?

Die Reichweite von Ferngläsern wird grundsätzlich nur durch den Horizont oder durch Hindernisse wie Berge und Bäume begrenzt.

Die Vergrößerung entscheidet nur darüber, wie gut erkennbar und wie groß die Objekte dann sind.

Ab einer Entfernung von fünf Kilometern können Objekte nicht mehr unterschieden werden, weil ihre Konturen trotz Vergrößerung für unsere Augen verschwimmen. 

Dazu kommen weitere Einschränkungen wie Unschärfe und Lichtpunkte, die entstehen. Außerdem ist es extrem schwer das Fernglas bei besonders weit entfernten Objekten ausreichend ruhig zu halten, da das Bild sonst zu sehr springt.

Da die Vergrößerung die Entfernung verkürzt, sieht man am weitesten mit Ferngläsern, die eine besonders starke Vergrößerung haben. Eine Vergrößerung von 12 ist dabei privat gerade noch realistisch.

Für militärische Zwecke werden sogar 25-fache und ganz vereinzelt 50-fache Vergrößerung genutzt. Da dafür aber ein Objektivdurchmesser von etwa 200 mm, also 20 cm und ein extrem ruhiges Halten notwendig sind, können diese nicht mehr in der Hand gehalten werden und sind für den Privatgebrauch nicht realisierbar.

Wie funktioniert der Entfernungsmesser im Fernglas?

Aus dem Fernglas wird ein Laserstrahl entsendet, der von dem Objekt, auf das das Fernglas gerichtet ist, reflektiert wird.
Ein Teil der Strahlen wir in die Umgebung abgelenkt oder absorbiert. Der Rest trifft dann im Fernglas auf einen Halbleiter im Messgerät, der leitet, sobald er den Laserstrahl wahrnimmt.
Indem die Zeit die der Strahl benötigt gemessen wird, kann aufgrund seiner konstanten Geschwindigkeit die Entfernung bestimmt werden.
Die Genauigkeit der Angabe wird erreicht, weil nicht nur eine Messung durchgeführt, sondern der Mittelwert aus mehreren Messungen errechnet wird.

Geräte mit der Funktion Scan Modus ermitteln konstant die Distanz zum anvisierten Objekt. Nützlich ist das vor allem bei der Jagd, wenn das Ziel in Bewegung ist.
Allerdings benötigt der aktivierte Scan Modus durch die ständigen Messungen sehr viel Energie, sodass die Batterielaufzeit verkürzt wird.

 

Bedeutung von Abkürzungen

Was bedeutet die Zahlenkombination (7x50, 8x21,8x30,  8x40, 10x25, 10x40, 10x50, 12x50, 20x50, 20x60, 50x70) bei der Modellangabe des Fernglases?

Mit den beiden Zahlen werden die Vergrößerung und der Objektivdurchmesser in Millimeter beschrieben, denn sie gehören zu den wichtigsten Kennzeichen eines Fernglases.

Die erste Zahl gibt die Vergrößerung, die zweite den Durchmesser des Objektivs an.

Ein Modell der Bezeichnung 7x50 hat also eine 7-fache Vergrößerung und ein 50 mm breites Objektiv.

Analog hat ein Modell 12x50 ebenfalls ein 50 mm breites Objektiv, aber eine 12-fache Vergrößerung.

Eine 12-fache Vergrößerung bedeutet, dass das betrachtete Objekt um den Faktor 12 größer ist, als würde man ohne das Fernglas schauen.

Je größer der Objektivdurchmesser, desto mehr Licht kann vom Fernglas aufgenommen werden und dementsprechend heller ist das Bild. Allerdings hängt die Bildhelligkeit auch von der Transmission (der Lichtdurchlässigkeit der Gläser) ab.

Es gibt auch eine Modellbezeichnung wie 6-8x25. Das bedeutet, dass das Fernglas eine variable Vergrößerung zwischen 6 und 8 hat. Der Objektivdurchmesser ist in dem Fall 25.

 

Welches Fernglas ist das Richtige?

Woran erkenne ich ein gutes Fernglas?

Grundsätzlich sollte ein Fernglas angenehm in ihren Händen liegen und ein angemessenes Gewicht haben. Ist es zu leicht, wird es schwer das Glas bei hoher Vergrößerung ruhig zu halten. Wenn es zu schwer ist, wird es auf langen Wegen zur Last. Ein gutes Gewicht für Allrounder liegt bei um die 500 g.

Wichtig ist auch, dass das Gehäuse des Fernglases möglichst wenig empfindlich für Stöße ist.

Die Vergütung der Linsen spielt neben der Qualität der Gläser eine extrem wichtige Rolle für die Bildqualität. Beispielsweise wird die Transmission (also die Lichtdurchlässigkeit) auf bis zu 96 % durch entsprechende Beschichtungen gesteigert.

Weiterhin sollte es eine gute saubere Verarbeitung haben und bis zum Rand ein scharfes Bild zeichnen. Alle Teile sollten dafür passgenau eingebaut und aufeinander abgestimmt sein. Man spricht davon, dass die optische Rechnung stimmen muss. Die Qualität der Verarbeitung lässt sich in der Regel erst mit dem Gebrauch herausfinden. Hier kann es sinnvoll sein, den Händler nach seiner Einschätzung zu fragen.

Das Glas sollte möglichst keine Farbsäume haben. Das können Sie testen, indem sie auf eine von der Sonne beleuchtete weiße Wand schauen. Jetzt werden Farbsäume sichtbar bzw. nicht. Farbsäume werden durch ED-Gläser verhindert, das ED steht für extra-low dispersion und bedeutet, dass die Dispersion, die diese Farbsäume durch Aufspaltung des Lichts in seine Farben erzeugt, bis auf ein Minimum reduziert wird.

Die Vergrößerung sollte nicht zwangsläufig sehr hoch sein, sondern nur dann, wenn Sie diese auch benötigen. Ansonsten nehmen Sie lieber mit einer kleineren Vergrößerung Vorlieb, da sich das positiv auf ihre Bildhelligkeit auswirkt.

Die Objektivweite spielt eine große Rolle, wenn man bei einsetzender Dunkelheit beobachten will. Je größer der Objektivdurchmesser, desto mehr Licht kann vom Fernglas eingefangen werden und dementsprechend höher die Bildhelligkeit am Tag.

Wird das Glas aber nur am Tag bei guten Sichtverhältnissen gebraucht, kann auf einen hohen Objektivdurchmesser zugunsten der Kompaktheit verzichtet werden. Das gilt allerdings nur, wenn man auch auf ein weites Sehfeld verzichten kann. Andernfalls sollte auch die Größe des Sehfelds (Das Sehfeld wird in m/1000 m angegeben.) verglichen werden und gegebenenfalls auf die Kompaktheit verzichtet werden.

Wofür brauche ich welches Fernglas? 

Je nachdem, wo Sie Ihr Fernglas einsetzen möchten, sind unterschiedliche Faktoren wichtig:

Für Beobachtungen im Nahbereich wie bei Vögeln und Schmetterlingen reicht eine Vergrößerung von 6 bis 8 aus. Transmission und Objektivweite sind weniger wichtig - außer Sie haben vor auch bei angehender Dunkelheit zu beobachten. Das Fernglas sollte möglichst leicht sein, um es bequem mit sich zu führen.

Bei der Jagd ist zu unterscheiden, ob auf mittlere oder sehr weite Distanzen und ob tagsüber oder in der Dämmerung gejagt werden soll.

Auf weite Distanzen ist eine hohe Vergrößerung von 10-12 oder im Einzelfall sogar mehr nötig. Diese kann aber nur genutzt werden, wenn auch die Objektivweite damit einhergehend entsprechend groß ist. Andernfalls reicht eine Vergrößerung von 8. Bei hohen Vergrößerungen ist es sinnvoll, das Fernglas nicht zu leicht zu wählen, da es einfacher ist, das Glas ruhig zu halten, wenn es etwas schwerer ist – ein sehr leichtes Glas verwackelt schneller, was sich gerade bei hohen Vergrößerung sehr bemerkbar macht.

Allerdings sollte das Glas nicht allein schwerer, sondern so austariert sein, dass der Schwerpunkt beim Okular liegt.  

Wird das Glas häufig in der Dämmerung genutzt, sollte ein großer Objektivdurchmesser (56 mm oder größer) gewählt werden, der ermöglicht, dass eine große Menge an Licht eingefangen wird.

Außerdem sollte hier besonders auf eine hohe Transmission und entsprechend hochwertige Vergütung der Gläser geachtet werden. Denn gerade in der Dämmerung kommt es darauf an, das vorhandene Licht möglichst optimal zu nutzen und möglichst wenig zu verlieren.

In der Dämmerung ist es sinnvoll eine niedrigere Vergrößerung zu wählen. Denn die Vergrößerung macht das Bild dunkler, weil sie nur aus einem kleinen Bildausschnitt Licht sammelt, das dann auf die gleiche Fläche im Fernglas verteilt wird, wie wenn bei kleinerer Vergrößerung Licht aus einer entsprechend größeren Fläche gesammelt wird.

Die Austrittspuppille sollte außerdem für die Dämmerung größer sein. Optimalerweise liegt sie bei 7 mm, da das auch die Weite ist, bis zu der sich die Pupille nachts öffnet. Es macht allerdings auch nichts, wenn sie größer ist, denn dann hat das Auge einen größeren Bereich, auf dem es das Bild im Fernglas suchen kann.

Worauf muss ich beim Kauf eines Fernglases achten?

Sie sollten ihr Fernglas in jedem Fall zunächst ausprobieren. Kommen Sie mit dem Gewicht gut zurecht? Gerade wenn sie das Fernglas lange halten müssen, sollte es angenehm in der Hand liegen. Dabei ist leichter nicht unbedingt besser, es ist zwar zum Tragen angenehmer, aber ein schwereres Fernglas lässt sich ruhiger halten. Daher ist auch wichtig, dass der Schwerpunkt für Sie angenehm liegt.

Außerdem sollten sie testen, ob das Gerät einen für sie geeigneten Augenabstand hat. Dieser liegt beim Mensch zwischen ca. 55 und 75 mm. Die meisten Geräte bleiben mit dem minimalen Abstand darunter. Für Menschen mit geringem Augenabstand kann es aber problematisch sein, wenn Hersteller wie beispielsweise Minox ihre Dachkant-Ferngläser mit etwas größerem Augenabstand bauen. Deswegen hilft es das Gerät auszuprobieren, um ebendas zu vermeiden. Bei Porro-Ferngläsern gibt es dieses Problem nicht.

Für Brillenträger jedoch ist ein großer Augenabstand wichtig, damit das Sehfeld uneingeschränkt beobachtet werden kann. Ansonsten können Schatten am Rand auftreten.

Ferngläser mit Porro-Prisma sind meist deutlich kostengünstiger. Allerdings sind sie nicht Druckwasser dicht. Die Dachkant-Ferngläser können bei entsprechender Verarbeitung und Vergütung die Porro-Prismen deutlich in ihrer Qualität übertreffen. Gerade in der Nahdistanz bis 10 m sind die Dachkant-Prismen um ein Vielfaches überlegen, in der mittleren Distanz von 10 bis 100 m wiederum ermöglichen die Porro-Prismen ein deutlich besseres räumliches Sehen.

Es hängt also – wie auch bei den folgenden Komponenten – sehr stark davon ab, wie Sie das Fernglas einsetzen wollen, welches Prisma das Richtige ist. Allerdings hat sich das Dachkant-System inzwischen durchgesetzt.

Oft wird dazu tendiert, die Vergrößerung möglichst maximal zu wählen, das kann auch sinnvoll sein, wenn man tagsüber häufig weite Distanzen überbrücken will.

Allerdings kann das Fernglas nur bis zu einer bestimmen Vergrößerung verwacklungsfrei gehalten werden. Diese ist individuell, liegt aber in der Regel bei maximal 10-facher Vergrößerung.

Je größer die Vergrößerung, desto kleiner die Fläche, von der das Licht für das Bild eingesammelt werden kann. Daher sinkt mit stärkerer Vergrößerung die Bildhelligkeit. Deswegen sollte mit steigender Vergrößerung auch auf einen größeren Objektivdurchmesser geachtet werden. Denn je größer dieser ist, umso mehr Licht wird eingesammelt und damit der negative Effekt der Vergrößerung aufgehoben.

Für einen durchschnittlichen Gebrauch ist beispielsweise eine Vergrößerung von 8 bei einem Objektivdurchmesser von 42 mm nützlich. Bei einem Einsatz in der Dämmerung sollte die Vergrößerung schwächer oder der Objektivdurchmesser entsprechend größer sein.

Auch das Sehfeld beeinflusst, wie gut sich mit dem Fernglas beobachten lässt.

Das Sehfeld beschreibt, wie breit die Fläche ist, die in 1000 m Distanz überblickt werden kann. Sie wird dann in Meter auf 1000 m angegeben. Genauso kann sie als Sehwinkel beschrieben werden. Dabei entspricht 1° einer Breite von 17,5 m.

Das Sehfeld für das oben beschriebene Modell 8x42 sollte ein Sehfeld von 130 m, bzw. einen Sehwinkel von 7,4° haben.

Ein weiterer zu bedenkender Aspekt ist die Austrittspupille, diese bestimmt, wie angenehm das Beobachten ist, denn sie bietet dem Auge eine Fläche, auf der die Pupille einen Punkt suchen kann, daher lässt sich das Bild bei einer großen Austrittspupille schneller erfassen.

Als optimal gilt einen Austrittspupille von 7 mm, sie sollte jedoch 4 mm nicht unterschreiten. Man kann die Austrittspupille des Fernglases einfach berechnen, indem man Eintrittspupille - also den Objektivdurchmesser – durch die Vergrößerung teilt. In unserem Beispiel also 42:8. Damit wäre die Austrittspupille dabei bei ca. 5,3 mm. Das ist gut für den Gebrauch tagsüber, in der Dämmerung sollte sie jedoch möglichst größer sein.

Die Qualität des Bildes wird auch von der Transmission beeinflusst, diese liegt bei sehr guten Ferngläsern bei 90% oder mehr. Sie wird durch eine besonders hochwertige Vergütung erreicht.

Diese und die Qualität der Gläser selbst, testen Sie am besten, indem Sie durch das Fernglas schauen und verschiedene Modele vergleichen.

Überlegen Sie sich bei all diesen Aspekten zunächst, wie Sie das Gerät einsetzen wollen, das macht die Entscheidung leichter!

Welche Größe soll ich beim Fernglas wählen?

Je nach Verwendung ist eine unterschiedliche Größe zu empfehlen.

Soll das Fernglas viel transportiert werden und eher im Nahbereich beobachtet werden, ist ein kleineres, leichtes Modell zu empfehlen. Denn wenn keine besonders hohe Vergrößerung notwendig ist, braucht das Fernglas auch keinen allzu großen Objektivdurchmesser und ist im kleinen Format angenehmer zu tragen.

Wird das Fernrohr aber wenig transportiert oder soll auf größere Distanzen beobachtet werden, ist ein größeres Modell mit breitem Objektivdurchmesser zu empfehlen. Das ermöglicht auch eine stärkere Vergrößerung.

Auch bei für die Dämmerung genutzten Geräten, bietet es sich an, das größere Modell mit weiterem Objektivdurchmesser zu wählen.

Welche Fernglasmarke soll ich wählen?

Die Spitzenreiter unter den Fernglas-Herstellern sind Swarovsky, Leica und Zeiss. Sie sind im höchstqualitativen, aber auch höchstpreisigen Bereich relativ konkurrenzlos.

Sie bieten eine sehr gute Verarbeitung, hervorragende Gläser und eine hochwertige Vergütung. Das Modell Zeiss Victory FL gilt derzeit als führend in Hinblick auf die Transmission.

Die drei Hersteller bieten auch Modelle im mittleren Preisbereich an. Ebenfalls hochwertige Ferngläser mittlerer Preiskategorie gibt es bei Steiner, Meopta, Minox und Nikon.

 

Wo kaufe ich mein Fernglas?

Wo soll ich mein Fernglas kaufen?

Ferngläser können sowohl online als auch in speziellen Jagdshops erworben werden.

Im Living-Active- Shop (Hans-Wilhelmi-Straße 1, 66386 St. Ingbert) können Sie täglich von Montag bis Freitag 10-12 und 14-18 Uhr diverse hochqualitative Ferngläser vor Ort ansehen und sich von erfahrenen Jägern beraten lassen.

Sollte Ihnen die Anfahrt zu weit sein, können Sie auch online über Living-Active vergleichen und bestellen.

Da fast alle Artikel im Lager verfügbar sind, werden Sie Ihr Fernglas dort schnell erhalten.

 

Preis

Wie viel kostet ein Fernglas?  / Wie viel kostet ein gutes Fernglas?

Günstige und einfache Varianten der Ferngläser gibt es bereits ab 70 €.  Akzeptable Ferngläser gibt es bereits für 150 €.

Für gute Ferngläser bewegt man sich schnell in der Preisklasse um die 500 € und die besten kosten bis zu 2500 €  oder sogar 6000 € - im Segment bis 6000 € stellt allerdings nur noch Zeiss Ferngläser her.

Der Unterschied zu den einfachen Gläsern liegt neben der Verarbeitung vor allem in der Hochwertigkeit der Vergütung der Gläser und Linsen.

Allerdings behalten die Gläser sehr konstant ihren Wert, da bei Neuanschaffungen selten die alten Gläser verkauft werden, ist der Sammlerwert auch hoch.

 

Vergrößerung

Welche Vergrößerung hat ein Fernglas?

In der Modellbezeichnung beschreibt die erste Zahl die Vergrößerung. Ein Fernglas 8x50 hat also eine Vergrößerung von 8.

Bei einer variablen Vergrößerung zwischen beispielsweise 8 und 10 steht dann als Modellbezeichnung 8-10x50.

Allerdings benutzen einige Hersteller die bekannten Zahlen, wenn die eigentlich etwas größer oder etwas kleiner ist, sodass auch bei einer eigentlichen Vergrößerung von 8,2 oder 7,8 als Modelbezeichnung 8x50 steht.

Dazu wirkt die Vergrößerung bei geringer Distanz zum Objekt etwas geringer und Dachkant-Ferngläser vergrößern scheinbar bei gleicher objektiver Vergrößerung für unsere Wahrnehmung stärker als die des Porro-Typs.

Welche Vergrößerung sollte ein Fernglas haben?

Die beliebtesten Vergrößerungen sind 7, 8 und 10.

Ein Fernglas mit starker Vergrößerung hat natürlich den Vorteil, dass es Objekte sehr detailliert darstellen kann, auch wenn sie weit entfernt sind.

Andererseits ist das Bild bei geringerer Vergrößerung ruhiger und verwackelt weniger schnell, was gerade bei der Bewegungsjagd nützlicher ist. Denn bei einem ruhigen Bild kann das Objekt nicht nur angenehmer beobachtet, sondern auch besser bei seiner Bewegung verfolgt werden, ohne dass man es durch ein Verwackeln schnell aus dem Blick verliert. Bei Vergrößerungen ab 10 ist eine sehr ruhige Hand notwendig, um das Verwackeln zu verhindern.

Außerdem ist das Sehfeld bei geringerer Vergrößerung natürlich größer, sodass ein größerer Bereich überblickt werden kann. Auch die Schärfentiefe ist bei niedriger Vergrößerung höher, was die Bildqualität verbessert.

Je höher die Vergrößerung, desto geringer ist auch die Bildhelligkeit. Denn das Licht, das nur aus dem betrachteten Bildausschnitt eingesammelt wird, muss dann auf die gleiche Fläche verteilt werden, von der vorher entsprechend mehr Licht eingesammelt wurde.

So steht die Lichtmenge von zuvor 40 m² nun bei 8-facher Vergrößerung der von 5 m² gegenüber. Dementsprechend dunkler ist das Bild.

Somit lässt sich nicht per se sagen, dass eine große Vergrößerung besser als eine kleine ist.

Die Vergrößerung hat situationsabhängig Vor- und Nachteile.

Daher sollte man sich zunächst überlegen, zu welchem Zweck man das Fernglas benötigt.

Gerade wenn das Fernglas eher bei Dämmerung eingesetzt werden soll, ist eine geringe Vergrößerung zu empfehlen, da bei wenig Licht in der Umgebung eine optimale Bildhelligkeit nötig ist, die ja durch die Vergrößerung reduziert wird.

Wird andererseits häufig eine große Vergrößerung gebraucht, weil man beispielsweise auf sehr große Distanzen beobachtet, ist es jedoch sinnvoll ein Gerät mit großem Sehfeld zu wählen, da dann trotz hoher Vergrößerung ein weites Feld betrachtet werden kann.

Was ist ein Zoom-Fernglas?

Es gibt einige Ferngläser, die keine feste Vergrößerung haben. Deren Vergrößerung ist variabel zwischen einem Mindest- und einem Maximalwert verstellbar.

Man erkennt sie daran, dass in der Modellbezeichnung ein Bindestrich auftaucht. Beispielsweise hat ein Modell 8-20x56 eine variable Vergrößerung zwischen 8 und 20.

Es kann also auf bis zu 20-fache Vergrößerung gezoomt werden.

Weit verbreitet ist die Vergrößerung von 7 bis 20.

Diese Funktion ist einerseits sehr komfortabel, hat aber den Nachteil, dass sie mit geringerer Qualität der Ferngläser im Vergleich zu denen mit fester Vergrößerung einhergeht.

Eine gute Qualität haben diese Zoom-Ferngläser erst in der Preisklasse von 800-1000 €.

 

Probleme und Einstellung

Wie stelle ich den Dioptrienausgleich beim Fernglas ein?

Angenommen das Fernglas verfügt über einen Dioptrienausgleich, der auf das linke Auge wirkt.

Dann kneift man, um das Fernglas auf die richtige Fokussierung und Dioptrien ohne Brille einzustellen, zunächst das linke Auge zu. Man wählt ein Objekt in mittlerer Entfernung von etwa 100 m und fokussiert, bis das Bild optimal scharf ist.

Jetzt sollte auch für das linke Auge die Sicht scharf sein, wenn sie auf beiden Augen dieselbe Sehstärke haben. In diesem Fall bleibt der Dioptrienausgleich auf Null gestellt.

Verfügen ihre Augen über eine unterschiedliche Sehstärke, kommt der Dioptrienausgleich ins Spiel.

Es wird dazu das rechte Auge geschlossen und mit dem Rad zur Regelung der Dioptrien scharf gestellt.

Wichtig ist es, nun nicht mehr die Einstellung am Fokussierrad zu verstellen, denn dann wäre es wieder für das rechte Auge unscharf.

Danach schaut man mit beiden Augen durch das Fernglas und fokussiert gegebenenfalls leicht nach.

Benutzen Sie ein Fernglas, das über einen Dioptrienausgleich verfügt mit ihrer Brille, dann sollten sie ihn auf Null oder neutral stellen und auch die Augenmuscheln zurückschrauben.

Es ist möglich, dass der Dioptrienausgleich nachkorrigiert werden muss, wenn zwischen der Beobachtung im Nahbereich und in sehr großer Entfernung gewechselt wird.

Wieso sehe ich im Fernglas alles doppelt?

Um eine optimale Bildqualität zu erreichen, müssen alle Bauteile im Fernglas in der richtigen Stellung zu einander sein. Den Vorgang dieser Ausrichtung nennt man Justieren.

Entstehen bei der Benutzung des Fernglases Doppelbilder, die nicht vorhanden sind, wenn man nur mit einem Auge durch das Fernglas schaut, ist das Gerät dejustiert.

Häufig sitzen dann die Prismen nicht mehr richtig, sodass die Bilder, die auf beiden Seiten erzeugt werden, nicht mehr deckungsgleich sind.

Der Hersteller kann das Gerät in der Regel wieder neu justieren.

Eine Justierung sollte auf jeden Fall durchgeführt werden, da das Beobachten mit einem nicht-justierten Fernglas zu Kopfschmerzen und Schwindelgefühl führen kann.

Wer justiert mein Fernglas?

Das Justieren kann zwar auch selbst vorgenommen werden, das ist allerdings gerade bei teuren und hochwertigen Ferngläsern nicht zu empfehlen.

In der Regel bieten die Hersteller der Ferngläser diesen Service für ein kleines Entgelt an.

Am besten kontaktieren Sie den Hersteller Ihres Gerätes und schicken es dann ein. So vermeiden Sie, dass mögliche Garantieansprüche aufgrund unsachgemäßer Handhabung bei der Justierung verloren gehen. 

Wie justiere ich mein Fernglas?

Das Justieren eines Fernglases bedeutet, die Elemente seiner Optik und Mechanik aufeinander abzustimmen. Das ist ein sehr feiner Prozess, bei dem man als Laie viel falsch machen kann. Daher sollte man gerade bei höherwertigen dejustierten Gläsern die Justage von einem Experten durchführen lassen.

Eine Dejustierung entsteht vor allem durch Stoß, beispielsweise wenn das Fernglas beispielsweise zu Boden fällt. Dann kann es passieren, dass die Prismen verschoben werden. Das Fernglas ist dann dejustiert.

Das lässt sich daran erkennen, dass Doppelbilder entstehen. Außerdem treten bei längerem Beobachten Kopfschmerzen auf.

Beide Seiten des Fernglases müssen parallel ausgerichtet sein. Dazu gibt es bei Porro-Prismen Justierschrauben am Gehäuse.

Man verankert das Fernglas dann ein Platz, an dem es nicht verwackelt und schaut abwechselnd mit immer nur einem Auge durch das Glas. Dabei wird das Bild jedes Mal springen. Man dreht dann in sehr feinen Bewegungen an den Justierschrauben, bis sich die Bilder wieder decken.

Das wechselnde Schauen mit nur einem Auge verhindert, dass das Auge schon die Dejustage ausgleicht.

Hat das Fernglas keine Justierschraube, muss es geöffnet werden. Dazu entfernt man zunächst die Augenmuscheln und dreht dann die Okulare auf. Dann entfernt man die Objektive.

Anschließend stellt man den Körper des Fernglases auf ein Blatt Papier mit einer geraden Linie.

Die Linie sollte beim Schauen durch das Fernglas einen Knick machen, wenn es dejustiert ist.

Die Prismen werden vorsichtig so verschoben, bis die Linie gerade ist.

Es ist nicht zu empfehlen das Fernglas selbst zu justieren.

 

Sonstiges

Was ist die Brennweite bei einem Fernglas?

Die Brennweite bezeichnet den Abstand von der optischen Linse zum Brennpunkt.

Der Brennpunkt wiederum  ist der Punkt, in dem der Strahl von der Spitze des betrachteten Objekts die gedachte Achse durch die Mitte der Linse schneidet. Das liegt daran, dass alle Strahlen, die parallel zur optischen Achse auf die Linse fallen, so abgelenkt werden, dass sie den Brennpunkt auf der Bildseite durchlaufen. Der Brennpunkt liegt dementsprechend hinter der Linse.

Ist der Gegenstand sehr weit von der Linse entfernt, entspricht die Brennweite nahezu dem Abstand des Bildes von der Linse

Zur genauen Bestimmung wird der Mittelpunkt der Linse als Ausgangspunkt gewählt. Man misst die Brennweite dabei in Millimeter. Zu ihrer Berechnung multipliziert man Vergrößerung und Okularbrennweite.

Ist die Vergrößerung beispielsweise bei 12 und die Okularbrennweite beträgt 8,5 mm, dann ist die Brennweite 102 mm (12 x 8,5 mm).

Auf Ferngläsern und Zielfernrohren wird die Brennweite nicht angegeben, weil das Okular nicht wechselbar ist. Wenn die Komponenten nicht wie beispielsweise beim Fotoapperat austauschbar sind, das System also geschlossen ist, wird der Abstand von Objektiv und Okular nicht verändert. Deshalb ist es nicht wichtig, die Brennweite zu wissen. Darum wird sie nicht auf den Gläsern angegeben, kann aber bei Interesse mit der oben beschriebenen Formel errechnet werden.

Wie kann ich ein Fernglas testen?

Die Qualität der Ferngläser gerade bei hochwertigen Modellen liegt in vielen Details. Diese zu testen ist nicht ganz einfach.

Einige Tests können jedoch auch ohne größere Erfahrung durchgeführt werden:

Wenn man das Glas in gleichmäßig helles weißes Licht hält, kann man sehen, ob auf den Objektiven Verfärbungen von den Objektiven sind. Daran erkennt man die Vergütung. Ist die Reflexion dagegen weiß, sind die Gläser nicht vergütet. Das bedeutet, dass die Transmission und die Bildqualität schlecht sind.

Derselbe Test kann an den Okularen durchgeführt werden.

Somit kann zumindest die Vergütung der äußeren Linsen getestet werden.

Um die korrekte Abbildung der Prismen zu testen, sollte das Fernglas auf eine gleichmäßig helle Fläche gehalten werden. Mit etwas Abstand zu den Okularen lassen sich darin zwei runde, helle Kreisflächen erkennen. Sollten diese allerdings eckig oder kantig sein, würden die Prismen das Licht nicht korrekt widerspiegeln und somit die Abbildung verzerren.

Das sollte aber in den seltensten Fällen geschehen. Weit häufiger treten Farbsäume aufgrund der Dispersion auf. Wechselt das Licht das Medium von Luft zu Glas wird es aufgrund der unterschiedlichen Brechkraft teilweise in seine Farben aufgespaltet – es entstehen Farbsäume. Diesen Effekt kennt man vom Regenbogen.

Für die Beobachtung mit dem Fernglas sind diese Farbsäume natürlich sehr hinderlich.

Um zu testen, ob Farbsäume bei dem Fernglas entstehen, richtet man es auf eine von der Sonne bestrahlte, weiße Wand. Hier werden nun Farbsäume erkennbar oder optimaler Weise eben nicht.

Was ist ein nachtaktives Fernglas?

Nachtaktive Ferngläser sind nicht zu verwechseln mit Nachtsichtgeräten, die über einen Restlichtverstärker verfügen. Es handelt sich bei nachtaktiven Ferngläsern um solche, die eine Effektbeschichtung aus orangerot oder gold besitzen, die angeblich besondere Sichtverhältnisse bei Dunkelheit ermöglicht. Tatsächlich reduzieren sie aber sogar die Transmission und damit die Bildhelligkeit deutlich.

Das Bild ist also nachts dunkler und tagsüber hat es einen Grünstich.

Was ist mein Fernglas wert?

Ferngläser sind sehr wertstabil, da bei Neuanschaffungen selten das Vorgängermodell verkauft wird. Sie haben daher einen großen Sammlerwert.

Außerdem ist der Entwicklungsfortschritt weniger schnell als etwa bei Computern. Es werden eher Details verbessert und der Komfort erhöht, aber das Vorgängermodell bleibt nutzbar.

Der jeweilige Wert des Geräts ist allerdings individuell abhängig davon, wie gut die Verarbeitung und Beschaffenheit des Fernglases ist – also seinem ursprünglichen Wert – und wie gut es erhalten ist und gepflegt wurde.

Eine allgemeine Aussage ist daher nicht möglich.

 

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