Entfernungsmesser für die Jagd

Auf kurzen Distanzen im Wald oder auf kleinem Feld kann der geübte Jäger die Distanzen zu seinem Ziel mit bloßem Auge schätzen. Denn meist hat er bereits mehrmals von dem Hochsitz auf dieselbe Distanz geschossen oder hat sein Gelände schon so oft durchstreift, dass er ein Gefühl für die Entfernungen entwickelt hat.

Entfernungsmesser sind aber insbesondere dann nützlich, wenn man das Revier noch nicht besonders gut kennt, beispielsweise als Jagdgast oder als weniger erfahrener Jäger.

Stehen jedoch Schüsse auf große Entfernung an, ist der Entfernungsmesser ein notwendiger Helfer. Gerade auf offenem Gelände wird eine große Distanz ohne ihn oft unterschätzt. Auch erfahrene Jäger können hier deutlich daneben liegen. Das gilt insbesondere dann, wenn beispielsweise durch Schnee oder andere äußere Einflüsse übliche Orientierungspunkte nicht mehr sicher auszumachen sind. Innerhalb von Sekunden kann dann der Entfernungsmesser ausgerichtet und die exakte Distanz bestimmt werden.

Nach der Messung wird mit der genauen Entfernung der richtige Haltepunkt gewählt. So ist ein waidgerechter Schuss auf große Distanz möglich, auch wenn das Zielfernrohr keine speziellen Skalen zur ungefähren Bestimmung der Entfernung besitzt. Damit werden ein Fehlschuss oder eine nötige Nachsuche weniger wahrscheinlich.

Bei stehenden Zielen kann die Distanz einfach durch direktes Anvisieren bestimmt werden.

Auf bewegte Ziele ist es sinnvoll die Distanz auf markante Punkte in der Umgebung zu messen, um dann entsprechend reagieren zu können.

Wenn man zunächst die Distanz schätzt und dann misst, trainiert das zudem das Gefühl für die tatsächliche Entfernung.

Entfernungsmesser werden monokular (Man blickt beim Anvisieren des zu messenden Objekts nur mit einem Auge hindurch.) oder auch biokular (Es wird mit beiden Augen wie durch ein Fernglas geschaut.) hergestellt, wobei die Herstellung der monokularen Varianten einfacher und günstiger ist. 

Durchschnittliche Entfernungsmesser, die für die Jagd ausgelegt sind, können Distanzen ab 25 Meter und bis zu 500 Meter - beziehungsweise sehr leistungsstarke sogar auf über einen Kilometer messen.

Die Geräte wären grundsätzlich natürlich problemlos in der Lage auch kürzere Distanzen als 25 Meter zu messen. Diese Funktion wird von den Herstellern für Jagd-Entfernungsmesser aber bewusst unterbunden, um zu verhindern, dass die Messungen von weit entfernten Objekten beispielsweise durch einen Ast in der Nähe blockiert oder verfälscht werden.

Es gibt sehr einfache Varianten für bereits 200 €. Gute Entfernungsmesser kosten jedoch ca. 500-700 €.

Im Nahbereich bis 400 Meter machen sich diese Qualitätsunterschiede jedoch weniger bemerkbar. Erst bei darüber hinaus gehenden Distanzen messen nur die besseren Geräte zuverlässig. Manche einfachere Geräte messen zwar auch bis zu 800 Meter, brauchen dafür jedoch mehrere Versuche.

Der Leica Rangemaster CRF 1000-R-Entfernungsmesser kann sogar bis zu 915 Meter messen.  Außerdem besitzt er die spezielle Aqua Dura - Beschichtung von Leica, die das Wasser von den Linsen abperlen lässt und das Gerät auch bei schlechtem Wetter gut einsetzbar sein lässt. Der Leica Rangemaster ist sehr robust bei Stößen und sonstigen äußeren Einwirkungen.

Das Nachfolgemodell Leica Rangemaster CRF 1600-B-Entfernungsmesser kann bis zu 1500 m messen und verfügt über einen eingebauten Ballistikcomputer. Dieser ermöglicht verschiedene Anwendungen für den Jagdgebrauch wie eine Haltepunktkorrektur, unterschiedliche Absehen und die Kompensation des Geschossabfalls.

 

Ferngläser und Zielfernrohre mit Entfernungsmesser

Einige hochwertige Ferngläser und Zielfernrohre haben einen eigenen Entfernungsmesser mit verbaut. Allerdings reduziert der eingebaute Entfernungsmesser die optische Leistungsfähigkeit des Glases, da ein Spiegelsystem für den Entfernungsmesser nötig ist, das Platz für die Technik des Fernglases oder Zielfernrohres nimmt.

Beispiele für Ferngläser mit Entfernungsmesser sind das Zeiss Victory RF, das Swarovski El Range, das Bushnell Fusion sowie das Steiner Nighthunter 8x30 LRF Fernglas mit Entfernungsmesser. Auch das Leica Magnus Zielfernrohr besitzt einen eingebauten Entfernungsmesser.

Das Zeiss Fernglas Victory RF schafft es auch mit eingebautem Entfernungsmesser hochauflösende Bilder zu erzeugen. Der Entfernungsmesser reicht von 10 m bis zu 1200 m. Außerdem bietet es ein sehr weites Sehfeld.

Die LotuTec-Beschichtung lässt Wasser und Schmutz einfach abperlen.

Beim Leica Geovid Fernglas kommt zum Entfernungsmesser noch das Ballistiksystem als weitere Funktion hinzu. Wie beim Leica CRF können damit verschiedene Absehen, eine Haltepunktkorrektur oder die Geschossabfallkompensation ausgewählt werden.

 

Funktion von Laser-Entfernungsmessern

Die meisten Entfernungsmesser arbeiten mit einem Laserstrahl. Dieser wird von dem Objekt, auf das der Entfernungsmesser gerichtet wird, reflektiert.

Ein Teil des Strahls wird dabei abgelenkt oder auch absorbiert, sodass er nicht zum Entfernungsmesser reflektiert wird. Ist dieser Anteil zu groß, scheitert die Messung wie bei den weniger leistungsstarken Entfernungsmessern beschrieben.

Der Rest, der zum Entfernungsmesser reflektiert wird, wird dann aber von einem Halbleiter im Inneren des Entfernungsmessers wahrgenommen. Dieser leitet, sobald er den Laserstrahl wahrnimmt.

Um nun die Entfernung zum Objekt zu bestimmen, wird die Zeit gemessen, die der Strahl braucht, um die Strecke bis zum anvisierten Objekt und zurück zu absolvieren.

Das ist deswegen möglich, weil sich Laserstrahlen mit einer gleichen, konstanten Geschwindigkeit fortbewegen.

Das Gerät verlässt sich dabei nicht auf eine Messung, sondern optimiert die Genauigkeit der Distanzbestimmung, indem innerhalb von Zehntelsekunden mehrere Messungen durchgeführt werden und der Mittelwert aus diesen Messungen gewählt wird.

Die spezielle Funktion Scan Modus ermöglicht, dass ständig die Distanz zu den jeweils anvisierten Objekten gemessen wird. Wenn man den Entfernungsmesser also zwischen verschiedenen Zielen bewegt, zeigt das Gerät immer die jeweilige Distanz.

Auf der Jagd ist dies vor allem bei Zielen, die in Bewegung sind, sinnvoll. Mit der Scan-Modus-Funktion zeigt der Entfernungsmesser dann immer den genauen aktuellen Abstand zu dem Ziel an.

Man sollte aber mit der Funktion sparsam umgehen, wenn man keine Ersatzbatterien oder –akkus dabei hat, da diese Funktion aufgrund der ständigen Erzeugung von Laserstrahlen sehr energieintensiv ist und die Batterie- oder Akkulaufzeit erheblich verkürzt.

 

Messgenauigkeit

Das Objekt, zu dem die Entfernung gemessen wird, kann durch ein Fadenkreuz genau ins Visier genommen werden. Außerdem hilft meist ein Vergrößerungsmodus, sodass auch bei kleinen Objekten die Entfernung zu dem richtigen Ziel gemessen wird.

Um das Objekt genau anzupeilen, haben einige Entfernungsmesser auch bis zu 8-fache Vergrößerung.

Um eine schnelle und genaue Messung zu erhalten, sollte das Gerät grade bei Messungen auf große Distanz während der Durchführung sehr ruhig gehalten werden.

Hohe Luftfeuchtigkeit oder gar Regen stören die Messungen, da ein größerer Teil der Laserstrahlen absorbiert oder gar ganz abgelenkt, bzw. in Extremfällen noch vor dem Objekt reflektiert wird.

Ist das anvisierte Objekt jedoch besonders hell und besitzt eine große Oberfläche, erleichtert das die Messung.

 

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