Effektiver Zeckenschutz auf der Jagd

 

Die Zecke ist ein weit verbreiteter Parasit, der sich vom Blut anderer Lebewesen ernährt. Die Zecke gehört zu den Spinnentieren, genauer gesagt zu den Milben. Sie braucht im Vergleich zu Stechmücke und Co sehr viel Blut, kann sogar bis zu 15 Tage das Blut ihres Wirts trinken. Bekannt sind die kleinen Tierchen allerdings eher auf Grund der hohen Krankheitsübertragungs-Gefahr. In Deutschland lebt der gemeine Holzbock, welcher nicht selten Borreliose und FSME (besonders in Risikogebieten) überträgt. Dabei ritzt er die Haut seines Opfers mit seinen Beißwerkzeugen auf, um den Saugrüssel dann tief in das Gewebe zu graben. Nachlaufendes Blut saugt die Zecke ab. Dabei können Krankheitserreger übertragen werden.

 

FSME - Frühsommer-Meningoenzephalitis

Das FSME-Virus sitzt im Speichel der Zecke und kann daher direkt nach dem Stich übertragen werden. Allerdings sind nur ca. 2 % der Zecken in Risikogebieten auch wirklich mit dem Virus infiziert. Die Krankheit verläuft dann in mehreren Phasen, wobei in manchen Fällen die Krankheit auch nach der ersten Phase schon besiegt war. Im ersten Stadium sind die Symptome Sommergrippe-ähnlich. Das heißt der Erkrankte klagt über Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Fieber und Abgeschlagenheit. Im zweiten Stadium kommt dann meist ein Befall des zentralen Nervensystems hinzu, welcher nicht selten in eine Hirnhautentzündung übergeht. Die Symptome äußern sich in hohem Fieber, Kopfschmerzen und steifer Nackenmuskulatur. Bei besonders schweren Fällen greift die Entzündung auf das ganze Gehirn mit samt den Nervenzellen über. Dann kommen Sprach- und Bewusstseinsstörungen sowie Lähmungen hinzu. Die Spätfolgen wurden in einer Studie des Klinikums Pforzheim untersucht, welche ergab, dass selbst nach 10 Jahren noch 50% der Betroffenen an Lähmungen der Extremitäten, Atmenschwäche und Sprach- wie Gleichgewichtsstörungen litten. 30% der Betroffenen starben im Laufe der Studie. Nur 20% wurden wieder vollständig gesund. Die Behandlung einer FSME erfolgt nach den Symptomen. In Risikogebieten werden Impfungen empfohlen.

Borreliose

Die Borreliose wird heutigen Wissensstandards zufolge ausschließlich von Zecken übertragen. Borrelien sind Bakterien, die im Darm der Zecke sitzen, weshalb die Übertragung einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Es ist in jedem Falle ratsam, die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen. Die Symptome der Borreliose sind die wohl bekannte "Wanderröte", bei der eine Rötung von der Einstichstelle weiter wandert, sowie Fieber, Kopfschmerzen und bei schwerem Verlauf auch Hirnhautentzüng und Gesichtslähmung. Alle diese Symptome können, müssen aber nicht auftreten, weshalb eine Diagnose oft schwierig ist. Die Behandlung erfolgt dann mit Antibiotika. Rund 25% der Menschen, die von Zecken gestochen wurden, weisen Antikörper gegen Borrelien auf. Auch wenn die Krankheit nie ausgebrochen war.

Die Entfernung von Zecken

Bei der Entdeckung einer festgebissenen Zecke gilt: Die Entfernung sollte so schnell wie möglich erfolgen, um die Infektionsgefahr zu minimieren. Bei der Entfernung selbst gilt dann jedoch: Langsam, vorsichtig und kontrolliert. Sie können sich Hilfsmittel wie Zeckenzange, Zeckenkarte, Pinzette und ähnliches zu Nutze machen, allerdings tuen es auch Ihre Fingernägel. Egal mit was Sie die Zecke entfernen, achten Sie darauf, sie nicht zu zerquetschen. Bei Kontakt mit den Körperflüssigkeiten der Zecke sollten Sie die Stelle unbedingt desinfizieren. Auch wenn Körperteile der Zecke stecken bleiben sollten, desinfizieren Sie die Einstichstelle unbedingt sorgfältig. Beobachten Sie die Stelle unbedingt einige Zeit lang, um bei Veränderungen direkt einen Arzt konsultieren zu können. Die Entsorgung der Zecke sollte dann gewissenhaft erfolgen, ohne dass Sie sich den Körperflüssigkeiten unnötig aussetzen müssen. Die Zecke überlebt einige Zeit im Wasser!

 

Um einen Zeckenstich zu vermeiden, hilft nicht nur das gründliche Absuchen des Körpers nach dem Aufenthalt in der Natur. Es gibt besondere Kleidung, die die Zecken abschreckt und auch einige Mittelchen zum cremen und sprühen, die die Zecken vertreiben sollen. Im Folgenden wollen wir Ihnen einige dieser Produkte näher bringen.

Zeckenschutz-Kleidung

Wer sich einmal genauer mit der Jagdbekleidung befasst hat, wird bemerkt haben, dass viele Kleidungsstücke bereits einen Zeckenschutz "integriert" haben. Das liegt an speziellen Repellentien, die auf oder in die Fasern der Jagdbekleidung eingearbeitet werden. Diese sind unter verschiedenen Namen bekannt, beispielsweise ZeckProtec (der Marke Rovince) oder auch ProVerde (der Marke Willax). 

Beide erzeugen für eine wandernde Zecke einen so genannten "hot feet"-Effekt. Die Zecke bekommt unangenehm heiße, brennende Füße und versucht, sich auf den Rücken zu drehen. Dabei fällt sie von der Kleidung ab - sie kommt also nicht einmal bis auf die Haut, wo sie dann zu stechen könnte. Damit ist die Gefahr eines Stiches gebannt. Die Wirkung der Zeckenschutzkleidung oder auch Anti-Zecken-Kleidung soll laut Hersteller bis zu 80 Wäschen halten. 

Zeckenschutz-Mittel

Sollte Ihnen die Zeckenschutzkleidung aus welchem Grund auch immer nicht zusagen, oder Sie Angst quälen, an exponierten Hautpartien von den Biestern erwischt zu werden, so bleiben noch einige Mittel übrig, die Sie entweder zum Imprägnieren Ihrer Kleidung oder aber zum direkten Auftragen auf die Haut nutzen können. Die wirksamsten Repellentien sind dabei DEET, Permethin und Icaridin. Alle drei sind in größeren Mengen gesundheitsschädlich und sollten nicht mit Augen, Schleimhäuten oder Wunden in Kontakt kommen. Die Wirkstoffe werden von den Zecken und Insekten dabei über den Geruchssinn wahrgenommen, was ihnen "den Appetit verdirbt". Sie nehmen die anziehenden Gerüche nicht mehr wahr und haben kein Bedürfnis, Ihre Nähe oder gar Ihr Blut aufzusuchen.

Sollten Sie trotz allem eine Zecke entdecken, halten Sie sich an oben genannte Hinweise und suchen Sie bei Unsicherheit einen Arzt auf.

 

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