Drück- und Treibjagd in Deutschland

Drückjagd und Treibjagd gehören zur Kategorie der Gesellschaftsjagden. Als Gesellschaftsjagd gilt jede Jagdform, bei der - je nach Bundesland – mindestens drei oder mindestens 4 Personen gemeinsam jagen. Finden mehrere Einzeljagden zufällig gleichzeitig in demselben Revier statt, spricht man nicht von einer Gesellschaftsjagd. Eine dritte Form der Gesellschaftsjagd ist die Stöberjagd, bei der die Hunde allein das Wild in Bewegung bringen.

Inhaber eines Jugendjagdscheins dürfen nicht an Gesellschaftsjagden teilnehmen, sie müssen erst das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Je nach Bundesland werden unterschiedliche Kriterien für die Unterscheidung von Drück- und Treibjagd gewählt.

Im Saarland gilt es als Drückjagd, wenn nur wenige Treiber das Wild still auf den oder die Schützen zu drücken.

Die geringe Zahl von Treibern durchstreift dabei gemächlich und leise das Revier und vertreibt das Wild dadurch aus seinen Tageseinständen. Durch das ruhige Vorgehen der Treiber wird das Wild nicht beunruhigt und verlässt relativ langsam seinen Platz.

Wenn es an den Wechseln, an denen die Schützen postiert sind, vorbeizieht, ist es daher ein leichtes Ziel. Die Drückjagd dauert zwischen zwei und vier Stunden.

Als Treibjagd hingegen gilt es, wenn die Treiber das Wild lautstark zu den Schützen Treiben. Die Schützen stehen dann meist außen und das Ziel der Treibjagd ist in der Regel Niederwild wie Fuchs, Wildschwein oder Hase.

In einigen Bundesländern ist die Treibjagd zu manchen Jahreszeiten grundsätzlich verboten oder bedarf einer speziellen Genehmigung.

Davon abgesehen gilt die grundsätzliche Erlaubnis der Treibjagd durch das Bundesjagdgesetz mit zwei Ausnahmen: Sie darf grundsätzlich nicht bei Mondschein und im Frühjahr nicht auf Fasanen erfolgen.

Als Treibjagd gilt nach dem Bundesjagdgesetz eine Gesellschaftsjagd mit mindestens vier Treibern, bei der das Wild gezielt auf die Schützen zugetrieben wird.

In einigen Bundesländern gelten wie oben angesprochen über das Bundesjagdgesetz hinaus strengere Vorgaben. Sie sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

 

 

              Drückjagd

              Treibjagd

Baden-Württemberg

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Bayern

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Berlin

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Brandenburg

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Bremen

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Hamburg

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Hessen

In Notzeiten und bei Schnee verboten

 

Mecklenburg-Vorpommern

Alle Jagdformen, bei denen Treiber das Wild zum Wechseln animieren, im Zeitraum 11.01.-31.07. verboten

Niedersachsen

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Nordrhein-Westfalen

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Rheinland-Pfalz

bei Mondschein + Schnee ebenfalls verboten

 

Saarland

in Notzeiten verboten

auf Rotwild generell verboten

 

-> ansonsten Nachweis besonderer Schießfertigkeit erforderlich

Sachsen

beides auf in Not geratenes Wild verboten

Sachsen-Anhalt

keine Abweichung vom Bundesjagdgesetz

Schleswig-Holstein

maximal 3 Drückjagden pro Wintersaison erlaubt

in Naturschutzgebieten verboten

Thüringen

 

auf Schalenwild verboten

 

Eine Treibjagd auf Rotwild, also Hirsche, ist nicht erlaubt. Es gilt allerdings bei Rotwild erst als Treibjagd, wenn mehr als zehn Schützen und mehr als drei Treiber an der Jagd teilnehmen. Wird diese Zahl unterschritten spricht man noch von einer Drückjagd, die auf Rotwild erlaubt ist.

Bei der Treibjagd wird nicht die komplette Revierfläche bejagt – eine Fläche von etwa einem Drittel sollte von der Jagd verschont bleiben. Für eine Treibjagd muss außerdem ausreichend Wild vorhanden sein. So sollten weniger als drei Schützen pro erlegtem Tier dabei sein. 

Um eine bessere Übersicht zu haben, werden bei der Drückjagd so genannte Drückjagdstände eingesetzt, von denen aus die Schützen das gedrückte Wild anvisieren.

Häufigstes Ziel der Drückjagd sind Rehwild, Füchse und Schwarzwild.

Aus Sicherheitsgründen muss bei den Gesellschaftsjagden der Schussbereich des Schützen immer gut markiert sein.

 

Ablauf der Drückjagd

Vor der Jagd werden die Standplätze eingerichtet, dazu werden gegebenenfalls Drückjagdstände aufgestellt. Die Ansitzböcke für die Drückjagd sind optimaler Weise aus dem leichten Holz von Kiefer oder Fichte gebaut, so dass sich die Böcke gut von zwei Personen tragen lassen. Außerdem werden Sammelplätze vorbereitet.

Der Veranstalter der Drückjagd legt den Zeitpunkt und die Teilnehmer fest bereitet Karten mit den Standplätzen vor, in die das Treiben eingezeichnet wird. Außerdem weist er die Gruppenführer ein.

Führen Verkehrswege an den Jagdbereichen vorbei, stellt der Jagdleiter hier vor der Jagd Warnschilder auf und informiert die Polizei über die geplante Jagd.

Zu Beginn der Jagd findet eine Begrüßung statt, zu der auch gehört, dass die Jagdscheine aller Teilnehmer kontrolliert werden und ein Jagdleiter festgelegt wird. Außerdem werden Beginn und Ende der Jagd sowie die entsprechenden Zeichen kommuniziert, um kein Sicherheitsrisiko durch Missverständnisse einzugehen. Dazu legt der Jagdleiter fest, was geschossen werden darf. Die gesetzlichen Vorgaben bleiben davon jedoch unberührt. Auch wird bereits hier der Ablauf der Nachsuche organisiert, damit später im Verlauf der Jagd kein angeschossenes Wild unversorgt bleibt.

Als Treiber sind Jäger mit guter Kenntnis des Reviers am besten geeignet. In der Regel sind das der Pächter des Reviers und seine Mitjäger. Denn nur sie kennen die Struktur des Reviers gut genug und finden die Stände des Wilds. Ihre Hunde werden während dem Treiben geschnallt.

Die Waffen der Schützen bleiben ungeladen, bis sie ihren Stand erreicht haben und dort vom Ansteller eingewiesen wurden. Erst wenn auch die Schussbereiche gekennzeichnet sind, wird das Jagen angeblasen und die Jagdwaffen geladen. Nach dem Treiben werden die Gewehre unmittelbar wieder entladen.

Die Schützen auf den Ständen stimmen sich mit ihren Nachbarn ab und verlassen den Stand während der Jagd nicht mehr. Nach einem Schuss bleibt der Schütze im Stand und verlässt ihn auch dann nicht, wenn er nicht sicher ist, ob er das Wild erlegt hat.

Die Treiber tragen während des Treibens unterladene Waffen. An Schneisen machen sie sich zusätzlich zu ihren Warnwesten im Interesse ihrer eigenen Sicherheit durch Rufen für die Schützen bemerkbar, damit diese sie nicht für wechselndes Wild halten.

Die Treiber bewegen sich möglichst nicht nur in einer Linie, sondern verhalten sich für das Wild möglichst unberechenbar. Wenn das Wild das Verhalten der Treiber vorhersehen kann, wird es in seinen Dickungen bleiben und sich versteckt halten. Unberechenbares Verhalten wie spontane Richtungswechsel, aber auch das minutenlange Verharren an einem Ort in der Nähe des vermuteten Wilds helfen, das Wild zu verunsichern und zur Veränderung seines Standortes zu animieren. Bei der Drückjagd sollte das ganze sehr ruhig und möglichst ohne Geschrei ablaufen, denn das Wild soll nur in Bewegung versetzt, aber nicht unter Stress gesetzt werden.

Der Erfolg der Schützen hängt wesentlich von einer guten Arbeit der Treiber ab.

Die schützen selbst warten auch nach der Jagd auf den Ständen, bis die Ansteller sie abholen. Anschließend werden die Anschüsse markiert und die Schüsse gemeldet.

Daraufhin gehen die Nachsucheführer auf die Nachsuche und Versorgen das erlegte Wild.                     Nach der abgeschlossenen Jagd und gegebenenfalls Nachsuche erfolgt das Strecke legen, indem sämtliches erlegtes Wild auf Fichtenzweigen in Reihen ausgelegt wird, wobei stets die rechte Körperseite am Boden liegt.

Dies ist eine Tradition aus dem jagdlichen Brauchtum.

 

Staatliche Drückjagden

In den Landesforsten der Bundesländer werden regelmäßig Drückjagden angeboten. Für die Teilnahme fällt jedoch eine Gebühr als Standgeld in unterschiedlicher Höhe je nach Bundesland an. Dieses Standgeld liegt in der Regel bei 50-150 €, kann aber in einigen Ländern über 500 € betragen.

In Bayern etwa kostet das Standgeld im Wildpark Ebersberg 350 € und im Bundesforst Hohenfels 699 €, dafür liegt das Stückverhältnis in Hohenfels bei 1 Stück pro Jäger und im Ebersberg finden für die Standgebühr vier Jagden statt.

Auch beim Forstamt Lüttenhagen in Mecklenburg-Vorpommern fallen 845 € an. Auch diese sind für den Zeitraum von drei Tagen angesetzt und hier liegt das Verhältnis von Stück zu Jäger bei 1:1.

Im Saarland kann man bereits für 50 € einen Stand für eine Drückjagd mieten.

Für alle Drückjagden in den staatlichen Forsten gilt, dass das Stück-Jäger-Verhältnis zufrieden stellend, oft aber auch sehr gut ist.

 

Bekleidung Drück- und Treibjagd

Alle Teilnehmer einer Gesellschaftsjagd müssen in gut erkennbaren Farben gekleidet sein. Es bietet sich dafür signalfarbenes Orange an, das für Rehwild nicht erkennbar ist, aber vom menschlichen Auge sofort bemerkt wird.

Besonders die Treiber müssen durch Signalbekleidung gekennzeichnet sein.

Die Deerhunter 5196 Recon Winterjacke bietet nicht nur effektiven Schutz vor Kälte, sondern warnt durch ihr signalfarbenes Orange auch die Mitjäger. Gleichzeitig setzt ihr Tarnmuster Maßstäbe durch das Equipt Flaming Blaze. Das ist ein Tarnmuster, das neueste Pixeltechnik nutzt und den Jäger für das Wild fast unsichtbar macht. Die Jacke für 240 € ist besonders wind- und wasserdicht sowie atmungsaktiv.   

An wärmeren Tagen müssen sich die Treiber jedoch zumindest durch eine Warnweste gut erkennbar kleiden.

Die Treiber sollten sehr gutes Schuhwerk tragen, um sich nicht zu verletzen, wenn sie durch die Dickungen streifen. Der Meindl Dovre Extreme GTX Wide Jagd- und Treckingstiefel schützt durch seine stabilen Schuhwände vor Verstauchungen. Er kostet 280 € und ist mit atmungsaktivem Gore-Tex-Material gefüttert.

Die Firma Therm-ic stellt für kalte Tage Thermic Sohlen her, ein cleveres Hilfsmittel, mit dem die Füße im Schuh gewärmt werden. In den Sohlen ist jeweils ein Heizelement verbaut, das an mehreren Punkten Wärme an die Füße abgibt. Trotz des verbauten Elements sind die Sohlen sehr flach und ersetzen einfach die normalen Sohlen im Schuh. Allerdings benötigen die Sohlen eine externe Energiequelle in Form eines Akkus oder einer Batterie, die an die Sohle angeschlossen wird. Ein Paar Thermic Sohlen kostet knapp 20 €. 

Auch bei Regen müssen die Treiber gut erkennbar sein. Die AKAH Regenjacke senkt gleichzeitig durch die atmungsaktive Netzstruktur die Schweißbildung unter der Jacke, indem sie die Feuchtigkeit nach außen transportiert und fördert die Sichtbarkeit durch den großflächigen Einsatz von orange als Signalfarbe. Sie kostet 75 €.

Dazu passt der Pinewood 9113 Südwester Regenhut für 29 €. Er ist regenabweisend und schützt auch den Nacken. Der Regenhut ist in dezenten dunkelgrün oder schwarz, aber auch im für die Drück- oder Treibjagd geeignetem Orange verfügbar. 

Bei besserem Wetter macht die Deerhunter 6680 Cumberland Kappe mit Nackenschutz schon für 30 € in orange den Kopf gut sichtbar. Sie ist zudem wind- und wasserdicht, falls das Wetter doch umschlagen sollte.

Neben der richtigen Kleidung braucht es für eine gelungene Drück- oder Treibjagd aber auch die passende Waffe. Merkel bietet mit der Helix SWF ein Gewehr, das besonders für die Drückjagd (vor allem auf Schwarzwild) entwickelt wurde. Für knapp 2600 € ist es zu erwerben.

Durch den verstellbaren Schaftrücken hat es einen perfekten Anschlag. Es wird mit einem Magazin von fünf Patronen genutzt und kann durch den Kugelkammergriff schnell repetiert werden.

Dazu hilft auch ein gutes Zielfernrohr. Das Leica Magnus 1-6.3x24. hat einen Objektivdurchmesser von 42 mm und eine verstellbare Vergrößerung vom 1,5- bis zum 10-fachen. Der Leuchtpunkt lässt sich in 60 Stufen zwischen Tag- und Nachtmodus feinjustieren. Es bietet damit ein optimales Sehfeld und eine perfekte Zielhilfe auch bei schlechten Sichtverhältnis und ist für 2230 € zu erwerben.

 

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