Die Entenjagd – Bekleidung und Vorgehen

In der Regel werden die Enten tagsüber beim Anfliegen eines neuen Gewässers oder über dem Abendstrich (Entenstrich) gejagt. Der Abendstrich ist der Flug bei einsetzender Dämmerung vom Liegeplatz tagsüber zum Nachtplatz verbunden mit der Hoffnung, am neuen Ort Futter zu finden.

Eine häufige Form der Entenjagd ist auch die Lockjagd am Gewässer. Es kommt allerdings auch eine Treibjagd auf Enten vor.

Bei dieser Treibjagd beziehen die Schützen Position an den Gewässern oder auf Booten. Dann durchstreifen die Treiber den flachen Uferbereich, sodass die Enten aufgescheucht werden.

Jährlich werden in Deutschland ca. eine halbe Million Wildenten gejagt und erlegt.

Für die Entenjagd wird unbedingt ein geübter Jagdhund benötigt.

 

Vorgehen bei der Entenjagd

Voraussetzung für die Wildentenjagd ist eine gute Kenntnis der unterschiedlichen Wildentenarten.

In mehreren Bundesländern dürfen nur die Stockenten gejagt werden. Diese sind in Deutschland mit Abstand am meisten verbreitet.

Für fast alle Wildentenarten sind Jagdzeiten festgelegt. So dürfen die Stockente von Anfang September bis Mitte Januar und die anderen Arten erst ab Oktober und ebenfalls bis Mitte Januar bejagt werden. Ab März brüten die Enten und sollen dann ungestört sein. Zu den genannten anderen Entenarten gehören Trauer-, Samt-, Tafel-, Berg-, Pfeif-, Reiher-, Krick- und Spießenten. 

Alle übrigen Wildentenarten dürfen grundsätzlich nicht bejagt werden.

Die Erpel lassen sich von den Enten in allen Arten durch einen prächtigeren Federschmuck und auffälligere Farben unterscheiden. So hat beispielsweise der Erpel bei den Stockenten einen dunkelgrünen Kopf.

Nicht mehr erlaubt ist es, mit Spürhunden im Juni und Juli Jagd auf Erpel zu machen. Diese sind dann nämlich in der Mauser (wechseln ihr Federkleid) und deswegen unfähig zu fliegen.

Auch sollte zuvor die Praxis an der Flinte am Schießstand für Wurfscheiben geübt werden.

Am besten lassen sich Enten an kleineren Gewässern jagen, an denen sie nicht zu weit weg vom Ufer landen können. Außerdem sollte das Gewässer nicht zu sehr zugewachsen sein, ansonsten fehlt den Enten die Möglichkeit, den Teich oder See anzusteuern.

Sucht man Deckung im Schilf, ist es sinnvoll, dies vor einem auf Augenhöhe zurück zu schneiden. Das Schilf ist ein besonders geeigneter Schutz, weil die Enten es gewöhnt sind und nicht gewarnt werden.

Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang beginnt der abendliche Einfall der Enten. 

Die Enten fallen in der Regel gegen den Wind ein. Mit diesem Wissen lässt sich leicht ein geeigneter Platz am Ufer finden, wenn man nicht ohnehin von einer Insel im See aus jagt.

Mit Lockenten und Lockern können die Enten angesprochen werden. Die Lockenten geben den ankommenden Enten das Gefühl, dass es ein sicherer Landeplatz wäre und die Locker sprechen die Enten akustisch an. Lebende Lockenten sind nicht erlaubt, weshalb sie in der Regel aus Plastik gefertigt werden.

Als Munition sollte am besten Schrot in der Plastikhülle verwendet werden, weil hier das Schrot vor der zwangsläufigen Nässe am Gewässer geschützt bleibt.

Bleischrot ist bereits in einigen Bundesländern verboten. Auch in den anderen sollte besser beispielsweise Stahlschrot, also vor allem bleifreie Munition, eingesetzt werden, da das Blei im Teich auch in relativ geringen Konzentrationen zu Vergiftungen führt. Das führt dazu, dass einerseits Enten, die das Wasser trinken, sterben und auch darauf folgende Fressfeinde noch von der Bleikonzentration (dann in der Ente) belastet werden.

Da Stahlschrot aber aufgrund des geringeren Gewichts auch weniger Energie mitbringt, sollte es immer zwei Größen größer gewählt werden, um die gleiche Energie wie Bleischrot aufbringen zu können.

Erlegte Enten in Ufernähe werden vom Jagdhund apportiert. Daher sollte der trainierte Jagdhund ein ständiger Begleiter bei der Entenjagd sein. Schwimmen die erlegten Enten zu weit vom Ufer entfernt, werden sie mit dem Boot durch den Jäger eingesammelt.

Für die Nachsuche sollte man eine ausreichend starke Taschenlampe dabei haben, da die Nachsuche bei der Entenjagd auch länger dauern kann. Mit eintretender Dunkelheit sind die relativ kleinen Enten zudem immer schlechter zu finden, gerade wenn sie neben dem Gewässer landen.

 

Bekleidung bei der Entenjagd

Tarnbekleidung spielt bei der Entenjagd eine besondere Rolle.

Ist keine ausreichende Deckung vorhanden, kann mit Hilfe eines Tarnschirms Deckung

gefunden werden.

Wendejacken sind meist hilfreich, weil sie einerseits eine Schilftarnung und andererseits eine dunkle Seite besitzen, die auch in der Dunkelheit Tarnung bietet.

Die Pinewood 8168 Michigan-Wendejacke lässt sich entsprechend wenden und hat zudem kleinere orangefarbene Elemente, die den Jäger für andere Jäger gut erkennbar macht. Sie schützt zuverlässig vor Wind und Wasser.

Für die noch etwas wärmeren Tage gibt es die entsprechende Weste Pinewood Halleberg-Wendeweste.

Außerdem sollte die Kleidung natürlich wasserdicht und wasserabweisend sein.

Mit der Pinewood 9685 Kilimanjaro Jagdhose für Herren und der Pinewood 9386 Kilimanjaro Jagdhose für Damen hat man eine wasserabweisend und gegen mechanische Einwirkungen resistente Hose, die schon recht günstig zu haben ist. Die spezielle Gewebetechnologie macht sie schmutzabweisend, schnelltrocknend und schützt vor Moskitostichen.

Es bietet sich bei der Entenjagd, bei der man häufig durch matschige Ufer streift, an, hochwertige Stiefel mit tiefen Sohlen zu wählen, die die Füße warm und trocken halten.

Der Meindl Island Light MFS Active Schuh bietet mit der Gore-Tex-Membran gleichzeitig Wasserdichtheit und Atmungsaktivität. Außerdem wird durch das Meindl Memory Foam System eine optimale Anpassung des Schuhs an die Fußform erreicht.

Zusätzlich besitzt er eine Vibramsohle, die perfekten Halt ermöglicht und sich aufgrund ihrer Profilstruktur selbst reinigt.

Ein nettes Accessoire ist außerdem ein Tarn-Cap. Es schützt einerseits vor Sonneneinstrahlung und macht andererseits die Tarnung komplett.

Das wasserdichte Pinewood Cap Kodiak ist wendbar. Es hat eine Tarnseite mit Schilfhalm-Design und kann zu einem signalfarbenen Orange gewendet werden. Damit ist man auch gewappnet, wenn die Enten durch ein Treiben gejagt werden und es darauf ankommt, von den Schützen sicher gesehen zu werden. Das Cap gibt es je nach Bedarf entweder für 59 cm oder 63 cm Kopfumfang.

Da die Enten gerade in der kalten Herbst-/Winterzeit bejagt werden, wird man auch um Handschuhe nicht herumkommen. Die Pinewood Shooting Finger-Fäustlinge bieten eine interessante Kombination aus Fäustling, der optimal warm hält, und einem Handschuh mit einzelnen Fingern, der für das Schießen notwendig ist. Der Fäustling kann dabei zurückgeklappt werden, so dass der Handschuh mit Fingern frei wird.

 

Hege für Enten

Bei den Enten sollte keine Hege durchgeführt werden. Das heißt vor allem, dass ihnen keine künstlichen Bruthäuser gebaut werden sollten, sondern sie sich in einem natürlichen Lebensraum entfalten können.

Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass die Eier der Enten absterben, wenn die Temperatur in dem Bruthaus zu hoch wird oder es keine ausreichende Luftzirkulation gibt.

Allerdings sollte es die Möglichkeit geben, dass die Enten auf einer Insel im Teich brüten können, sodass die Eier nicht wie am Ufer durch Ratten oder Füchse bedroht werden.

Auch das Füttern im See oder Teich sollte unterlassen werden, da dies zur Wasserverschmutzung und Eutrophierung führt. Eutrophierung ist der Prozess der Anreicherung von Nährstoffen in einem Ökosystem. Besonders in stehenden Gewässern tritt sonst Eutrophierung schnell auf. Das führt dazu, dass sich einerseits die Stockente - wie in Deutschland passiert – deutlich vermehrt, weil sie viel Nahrung findet. Andererseits kommt es dazu, dass sich immer mehr Algen und ähnliche Pflanzen bilden, die sich von Phosphaten und Nitraten ernähren.

Dieses zunehmende Pflanzenwachstum ist kurzfristig positiv, weil die Pflanzen Sauerstoff produzieren. Schnell passiert es aber, dass das Gewässer überbelegt ist, sodass die Pflanzen absterben. Der Abbau verbraucht aber viel Sauerstoff und führt zum anderen zur Freisetzung weiterer (die Algenbildung fördernder) Phosphate, sodass sich dieser Kreislauf von selbst fortsetzt und verstärkt. Mittelfristig entzieht Eutrophierung dem Teich oder See also den Sauerstoff und verschlechtert damit die Lebensbedingungen für die Bewohner erheblich. Kippt das Gewässer einmal um, ist es schwierig, wieder einen ausgeglichenen Zustand herzustellen.

Stattdessen sollte die Hege für die Wildenten darin liegen, dass sie einen möglichst unberührten Lebensraum behalten können.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Ratgeber Jagdbekleidung

Ratgeber Optik

Ratgeber Jagdausrüstung

Drück- und Treibjagd in Deutschland

Ansitzjagd und die richtige Bekleidung

 

Tags: Entenjagd
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.