Die Ansitzjagd und die richtige Bekleidung

Das meiste Wild wird in Deutschland aus dem Ansitz heraus erlegt. Die Ansitzjagd ist dabei eine Jagdform aus der Kategorie Einzeljagd. Der Jäger erwartet dabei das von sich aus anwechselnde Wild. Treiber oder Jagdhunde werden nicht eingesetzt.

Die Ansitzjagd kann von verschiedenen Einrichtungen aus erfolgen: von der Leiter, einer offenen oder geschlossenen Kanzel, einer Drückjagdkanzel oder einem Sitzstock.

Der Vorteil der Ansitzjagd liegt darin, dass das Wild in der Regel weniger gestört wird, als wenn bei der Pirsch oder der Gesellschaftsjagd das Revier durchzogen wird.

Möglichst sollte man dann noch die Ansitzeinrichtung so erreichen können, dass dabei das Wild ebenfalls nicht oder nur wenig beunruhigt wird. Dann erhält man während des Ansitzens auch einen möglichst unverfälschten Blick über den Bestand im Revier.

Dabei sollte man beachten, dass sich das Wild an die Gegebenheiten im Revier gewöhnt und gewöhnlich dann aktiv ist, wenn üblicherweise kein Ansitz stattfindet, dementsprechend wechselt es meist vormittags besonders stark. Eine Verlegung der Ansitzzeiten auf den frühen Morgen aber auch den späten Abend hilft dann, möglichst viel Wild anzutreffen.

Durch zu häufige Ansitzjagd wird andererseits allerdings auch der Jagddruck deutlich erhöht. Außerdem haben einige Wildarten gelernt, dass Hochsitze Gefahr bedeuten und meiden diese Orte, so dass ergänzende Bewegungsjagden sinnvoll bleiben.

 

Ansitzbauten

Ansitze sind in der Regel in Form eines Hochsitzes angelegt.

Dadurch ist einerseits ein guter Überblick über das Zielfeld und andererseits aufgrund des Schusswinkels ein effektiver Kugelfang durch den Boden möglich. Außerdem kann das Wild den Jäger in der Regel nicht so leicht riechen, sodass es sich eher in die Gefahr des Schussfeldes begibt.

Es gibt aufwändige Kanzeln und einfache Leiteransitze. Die Kanzeln sind entweder geschlossen, das heißt auch die Seiten sind abgesehen von Schießluken vollständig verschalt,

oder ganz offen, sodass man herannahendes Wild früh hört.

Die Leiteransitze werden normalerweise völlig offen angelegt. Sie lehnen sich entweder an einen Baum, wobei sie sehr beweglich sein müssen, um bei Wind nicht abgebrochen zu werden, oder sie stehen frei. Letztere sind, weil sie sich nicht mit einem Baum neigen müssen, wesentlich stabiler angelegt, weshalb sich von ihnen aus auch leichter zielen lässt.

Bei den Hochsitzen ist zu beachten, dass sie so gebaut werden, dass beim Aufstieg die Rutschgefahr durch möglichst große und raue Oberflächen minimiert wird und sie von Unbefugten möglichst nicht betreten werden können.

Besonders praktisch sind die flexiblen Baumansitze von Summit. Sie können leicht zusammengepackt und transportiert werden und ermöglichen einen in der Höhe ständig wechselnden Ansitzplatz. Es gibt diese Ansitze in verschiedenen Größen, die unterschiedlich viel Bewegungsfreiheit erlauben. Alle können mit bis zu 136 kg belastet werden. Für besonderen Komfort gibt es noch eine gepolsterte Variante, die bis zu 158 kg trägt.

Der Summit Ansitz kann problemlos an fast jedem Baum befestigt werden und benötigt keine Leiter. Man klettert einfach mit dem Baumansitz am Baum rauf und runter.

Dadurch können außerordentliche Höhen für den Ansitz erreicht werden. Man kann den Summit Baumansitz im Stehen aber auch im Sitzen nutzen. Dazu klappt man einfach die Sitzfläche herunter.

Es gibt auch die Möglichkeit des Ansitzens am Boden. Dies hat den Vorteil, dass der Wind beim Zielen eine deutlich geringere Rolle spielt. Dafür hat man aber auch einen schlechteren Überblick als von einem Hochsitz aus. Auch kann einen das Wild leichter riechen.

In der Regel wird daher eine geschlossene Ansitzhütte oder ein Ansitzschirm genutzt. Will man besonders flexibel sein, kann man auch ein einfaches Tarnnetz wählen.

 

Kleidung für die Ansitzjagd

Grundsätzlich bietet es sich in der kalten Zeit an, mehrere Schichten an Kleidung nach dem Zwiebelprinzip übereinander zu schichten. Dieses Prinzip ist effektiver als die Wahl von nur wenigen dicken Schichten, da sich in dem Hohlraum mehr Luft staut. Diese Luft isoliert die Wärme nach außen. Dementsprechend gibt es mit steigender Zahl an Schichten weniger Wärmeverlust.

Ein weiterer Vorteil des Kleidens nach dem Zwiebelprinzip ist, dass man sich flexibel an wechselnde Temperaturen anpassen kann.

Für die unterste Schicht wählt man am besten eng anliegende Thermounterwäsche aus Polyester. Diese soll gewährleisten, dass Feuchtigkeit schnell vom Körper wegtransportiert wird und somit die Isolationsfunktion der ersten Schicht gewährleistet bleibt. Dadurch bleibt die Haut trocken und wird nicht durch die Verdunstungskälte gekühlt.

Verdunstungskälte entsteht, wenn Flüssigkeit (hier der Schweiß) verdampft. Dabei verlassen als erstes die Teilchen mit der höchsten Bewegungsenergie die Verbindung. Diese Teilchen sind aber auch diejenigen, die am meisten wärmen. Da so immer die Teilchen mit der jeweils höchsten Bewegungsenergie die Verbindung verlassen, kühlt die Stelle, an der die Verdunstung stattfindet immer weiter ab.

Das Thermounterwäsche-Set „Pinewood Tirol“ ist durch einen Poyesteranteil von 94 % besonders effektiv im Transport von Schweiß in die entfernteren Kleidungsschichten, wo die Verdunstungskälte den Körper nicht mehr abkühlt. Es ist für bereits 59 € zu erwerben.

In der Zwischenschicht sollte dann Fleece oder Wolle als Material gewählt werden, um die Körperwärme zu speichern.

In der äußeren Schicht sollte vor allem darauf Wert gelegt werden, dass externe Einflüsse wie Regen und Wind, die den Körper schnell abkühlen, durch spezielle Wind- oder Regenjacken abgehalten werden. Außerdem sollte diese Schicht atmungsaktiv sein, damit der vom Körper weg transportierte Schweiß leicht verdunsten kann.

Das Schuhwerk muss im Winter nicht nur Kälte sondern vor allem auch Feuchtigkeit abhalten. Das können beispielsweise Gummistiefel gewährleisten.

Im Winter sollten die Gummistiefel aber eine gute Fütterung haben. Am besten sind die Gummistiefel aus beweglichem Gummikautschuk hergestellt. Das PVC ist zu fest und daher sehr unbequem beim Tragen.

Denn es sollte bei der Wahl der Schuhe – egal ob Stiefel oder Gummistiefel - nicht nur darauf geachtet werden, dass sie warm halten, sondern auch darauf, dass sie auf langen Wegen bequem sitzen, so dass man auch eine längere Strecke zur Kanzel beschwerdefrei gehen kann.

Um Platz für mehrere Schichten an Socken zu haben, werden Schuhe für den Winter besser etwas größer gewählt. Lammwolle hält als Futter besonders warm.

Dazu bietet es sich an mehrere Paar Socken zu tragen. Von Pinewood gibt es für 20 € knielange Lammwollstrümpfe.

Bei der sonstigen Kleidung kommt dann das Zwiebelprinzip zum Tragen.

Je besser die einzelnen Lagen Luft speichern können, desto effektiver ist der Kälteschutz. Daher ist es sinnvoll sich für renommierte Marken wie Thinsulate oder Pinewood mit entsprechend guter Verarbeitung zu entscheiden. Als Material eignen sich Faserpelz und Fleece besonders, denn beide halten sehr warm, indem sich zwischen ihren dünnen Fäden Luftmengen sammeln, die die Wärme isolieren.

Optimal geeignet ist beispielsweise die Pinewood New Bore Faserpelzjacke. Sie ist ein nahezu geräuschloses Oberteil. Sie bietet Schutz vor Wind und Feuchtigkeit und hält gleichzeitig warm.

Darüber werden Lagen gewählt, die vor Wind und Regen in erster Linie schützen.

Die warme Jacke und die Überziehhose zieht man am besten erst auf der Kanzel an, wenn die reguläre Kleidung warm genug für den Weg ist. Damit verhindert man, dass man bereits auf dem Weg zur Kanzel schwitzt und der Feuchtigkeitstransport schon vor Beginn des Ansitzens herausgefordert wird. Die Winterhose von Pinewood für 150 € ist eine solche Überziehhose und besitzt innen eine Fütterung. Sie bietet vor allem für besonders kalte Tage einen ebenfalls gefütterten Nierenschutz.

Bei einem Ansitz über die ganze Nacht ist es sinnvoll auf einen Ansitzsack zurückzugreifen. Dieser bietet ein geschlossenes System, das nicht für Kälteströme offen ist. Er funktioniert ähnlich wie ein  Schlafsack, wobei er nur oben eine Öffnung hat. Der Ansitzsack umschließt so fast den ganzen Körper bis zur Brust.

Der Ansitzsack von Carinthia aus Loden ist besonders geräuscharm und leicht, weshalb er sich bequem zum Ansitz transportieren lässt. Er kostet 189 € und besitzt etwa auf Brusthöhe eine Kordel, mit der er sich zusammenziehen lässt, sodass die Wärme nicht durch die Öffnung entweicht.

Außerdem sollte stets der Kopf bedeckt sein, da man über den Kopf besonders viel Wärme verliert.

Ein netter und günstiger Helfer ist ein kleines Gel-Heizkissen für die Jackentasche. Dabei wird durch das Knicken eine chemische Reaktion eingeleitet, die dazu führt, dass sich das Gel im Kissen erwärmt.

Sparen sollte man an der Bekleidung im Winter nicht, denn schlechtes Material lässt schnell in seiner Wärmewirkung nach und so wird bald ein Nachkauf erforderlich.

Im Sommer ist es im Ansitz wichtiger, dass die Kleidung funktional hinsichtlich der Jagdbedürfnisse ist. Die Kleidung muss reißfest sein und darf vor allem nicht rascheln. Außerdem sollten möglichst viele Taschen verfügbar sein.

Auch im Sommer sollte man darauf achten, dass die Kleidung wasserfest und möglichst bequem ist.

Loden ist daher als Material sehr beliebt. Es ist einserseits bequem und vor allem fast völlig geräuschlos, wenn man sich bewegt. Dazu ist es auch weitgehend wind- und wasserfest.

GoreTex- und Flexothane-Materialien bieten dazu einen effektiven Feuchtigkeitsschutz. Sie besitzen eine besonders feine Mikrostruktur, die Wasserdampf nach außen lässt, so dass der Schweiß verdunsten kann, ohne dass er sich unter der äußersten Kleidungsschicht staut. Gleichzeitig sind sie in die andere Richtung aber undurchlässig für Regen, Wind und Feuchtigkeit.

Da durch das Material nur eine begrenzte Menge an Wasserdampf vom Inneren in einer bestimmten Zeit entweichen kann, kommt es auch mit dem GoreTex-Material zu erhöhter Feuchtigkeitssammlung unter der äußersten Schicht, wenn viel geschwitzt wird. Es ist daher wenig geeignet für sportliche Tätigkeiten oder eine lange Pirsch durch das Revier. Für den Ansitz ist es jedoch das optimale Material. Für die Flexothane-Produkte gilt dasselbe, wobei diese besonders flexibel und beweglich sind.

Als Farbe bieten sich für die Jacken grün-graue Tarnfarben an, um im Wald möglichst wenig aufzufallen.

Zu empfehlen ist daher die olivgrüne Regenjacke Baleno Arras. Sie verfügt über die regenabhaltende und gleichzeitig atmungsaktive Flexothane-Technologie und ist für 89 € zu erwerben.

Auch bei dem Zwiebelsystem sollte man am Ende aber beachten, dass die Beweglichkeit nicht zu stark eingeschränkt werden sollte, um immer noch auf schnell wechselndes Wild reagieren zu können.

 

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