Der kleine Waffenschein

  1. Was ist der kleine Waffenschein? Was ist der Unterschied zwischen Waffenschein und kleinem Waffenschein?
  2. Wie sieht ein kleiner Waffenschein aus?
  3. Seit wann gibt es den kleinen Waffenschein?
  4. Wer benötigt einen kleinen Waffenschein?
  5. Was kostet der kleine Waffenschein?
  6. Wann muss ich für den kleinen Waffenschein bezahlen?
  7. Wo bekomme ich den kleinen Waffenschein?
  8. Was braucht man für die Beantragung eines kleinen Waffenscheins?
  9. Welche Voraussetzungen muss ich für den kleinen Waffenschein erfüllen? Ab wie vielen Jahren kann der kleine Waffenschein gemacht werden?
  10. Wie lange dauert kleiner Waffenschein?
  11. Wie lange ist der kleine Waffenschein gültig?
  12. Wo darf ich mit dem kleinen Waffenschein eine Waffe führen?
  13. Wozu berechtigt der kleine Waffenschein? Welche Waffen fallen darunter?
  14. Wann benötige ich eine Waffenbesitzkarte?
  15. Was passiert beim Verlust der Zuverlässigkeit / dem Einsatz der Waffe?
  16. Kann ich auch ohne kleinen Waffenschein Signal-und Schreckschusswaffen führen?
  17. Brauche ich den kleinen Waffenschein für das Führen von Pfefferspray?
  18. Wann darf ich das Pfefferspray einsetzen?
  19. Was muss ich beim Einsatz von Pfefferspray beachten?
  20. Welche Messer darf ich mit dem kleinen Waffenschein benutzen?
  21. Gebührenübersicht kleiner Waffenschein

 

Derzeit steigen die Antragszahlen für einen kleinen Waffenschein in vielen Behörden Deutschlands. Die Gründe liegen vermutlich zum einen im Terroranschlag von Paris Ende 2015 und zum anderen in den Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Sylvesternacht von 2015 auf 2016.

Dabei ist es unter bestimmten Umständen möglich zum Selbstschutz Pfefferspray auch ohne einen Waffenschein mit sich zu führen. Es muss dafür allerdings als Tierabwehrspray gekennzeichnet sein und außerdem das PTB-Siegel (das Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt) tragen.

Der kleine Waffenschein wurde in Deutschland eigentlich als Reaktion auf die Amokläufe Anfang der 2000er Jahre eingeführt. Damit sollte erreicht werden, dass der Besitz beispielsweise von den genutzten Schreckschusswaffen leichter nachvollziehbar sein sollte. In der Folge sollte auf die Rechtsunsicherheit vieler Bürger eingegangen werden. Diese suchten auch damals nach Wegen, sich selbst schützen zu können. Mit dem kleinen Waffenschein wurde der Weg zum Waffenbesitz verkürzt und gleichzeitig aber eine qualitative Unterscheidung nach Waffengruppen vorgenommen. Gleichzeitig wurde es den Behörden dadurch ermöglicht, einen Überblick zu gewinnen, welche Bürger über leichte Waffen wie Schreckschusspistole oder Gaspistole verfügen. Häufig wurden zuvor bei Amokläufen solche Waffen eingesetzt. Da sie jedoch generell nicht registriert werden müssen und damals für Besitz und Kauf solcher Waffen kein Waffenschein erforderlich war, gab es keinerlei Anhaltspunkt für die polizeilichen Ermittlungen. Durch die registrierten Inhaber von kleinen Waffenscheinen haben die Behörden nun direkt einen Überblick über die potentiellen Waffenbesitzer. 

Ein Waffenschein legalisiert grundsätzlich das Führen bestimmter Waffen. Dabei wird zwischen einem kleinen und einem großen Waffenschein unterschieden. Der große oder vollwertige Waffenschein legalisiert das Führen von mehr Waffenarten als der kleine. Durch den kleinen Waffenschein wird ausschließlich das Führen von den so genannten SRS-Waffen legalisiert. Damit sind Signal-, Reizstoff- und Schreckschusswaffen gemeint. Allerdings ist die Benutzung von diesen in der Öffentlichkeit nicht erlaubt. Führen heißt dabei nicht besitzen. Der Besitz ist bei den erlaubnisfreien Waffen für jeden erlaubt. Es wird durch den kleinen Waffenschein lediglich zusätzlich erlaubt, die Waffe auch außerhalb eines eigenen Grundstückes mit sich zu führen. Es lässt sich kein direkter Rückschluss von einem Waffenschein auf den Besitzer einer Waffe ziehen. Die Unterscheidung ist vergleichbar zum Autofahren: Auch hier ist der Fahrzeugführer nicht zwangsläufig auch der Besitzer (Fahrzeughalter). Unter Fahrzeugführer wird die Person verstanden, die das Auto gerade fährt. Als Berechtigung dafür benötigt er einen Führerschein. Genauso verhält es sich mit dem Waffenschein er berechtigt das Führen einer Waffe, ohne dass man zwangsläufig der Besitzer ist. Der Führerschein lässt dann auch nicht den Besitzer des Autos erkennen, dieser ist im Fahrzeugschein eingetragen. Ähnlich ist es bei Waffen: Es muss die Waffenbesitzkarte hinzu gezogen werden, um Waffe und Besitzer zuordnen zu können, wobei auch mehrere Waffen einem Besitzer zugeordnet werden können. Die genauen Bedingungen dafür hängen von der Art der Waffenbesitzkarte ab. Eine Waffenbesitzkarte wird jedoch lediglich bei Waffen, für die der vollwertige Waffenschein gebraucht wird, geführt.

Der Zweck des kleinen Waffenscheins ist es dagegen lediglich das Führen von Waffen zu erlauben, die das Sicherheitsgefühl erhöhen, ohne dass eine Ausbildung an der Waffe gebraucht wird. Diese Waffen werden daher im Moment vermehrt erworben.

Der kleine Waffenschein muss alle drei Jahre verlängert werden, wobei die Zuverlässigkeit erneut nachgewiesen werden muss. Dies erfolgt durch die Vorlage eines aktuellen polizeilichen Führungszeugnisses.

 

Was ist der kleine Waffenschein? Was ist der Unterschied zwischen Waffenschein und kleinem Waffenschein?

Der kleine Waffenschein ist eine Erlaubnis zum Führen von bestimmten Waffen. Man darf Schreckschusspistolen usw.  also ohne Waffenbesitzerkarte und sogar ohne kleinen Waffenschein erwerben. Lediglich für das Führen von ihnen in der Öffentlichkeit wird ein kleiner Waffenschein nötig. Er unterscheidet sich von der größeren Variante, dem normalen Waffenschein, vor allem durch die Art der Waffen, die man mit diesem Schein führen darf. Beim kleinen Waffenschein fallen lediglich Schreckschuss-, Reizgas- und Signalwaffen unter die Erlaubnis, während der normale Waffenschein auch das Führen von Feuerwaffen erlaubt. Welche das genau sind, regelt dann die Art der Waffenbesitzkarte. Außerdem müssen für den regulären Waffenschein zwei weitere Voraussetzungen erfüllt werden: Der Bewerber muss vor Erteilung des Waffenscheins sein besonderes Bedürfnis nachweisen. Dieses wird laut Waffengesetz nur anerkannt, wenn er einer stärkeren Bedrohung ausgesetzt ist als die Allgemeinheit und er sich vor dieser Bedrohung durch eine Waffe schützen könnte. Dies ist zum Beispiel bei Personen, die Geldtransporte durchführen, der Fall. Es ist erstens aufgrund des Geldes, das sie mit sich führen, wesentlich wahrscheinlicher, dass sie einem Überfall ausgesetzt werden könnten als bei einem durchschnittlichen Menschen. Und zweitens ist die Waffe geeignet, mögliche Angreifer von dem Überfallversuch abzuschrecken oder zumindest zu verhindern, dass das Transportpersonal dabei verletzt wird. Dementsprechend können sie meist einen vollwertigen Waffenschein erhalten. Dazu benötigt der Antragsteller aber auch eine Waffenbesitzkarte, wenn er eigene Waffen erwerben will. Hierauf wird jede Waffe, die er erwirbt eingetragen. Ohne eine Waffenbesitzkarte darf der Waffenscheininhaber keine Waffen besitzen, die über die Waffenarten, die der kleine Waffenschein erlaubt, hinausgehen. Beides wird beim kleinen Waffenschein nicht gefordert. Der kleine Waffenschein wird also ohne besonderes Bedürfnis erteilt und die Waffen, die unter den kleinen Waffenschein fallen, dürfen ohne Waffenbesitzkarte besessen werden.

 

Wie sieht ein kleiner Waffenschein aus?

Auch wenn sich die Bezeichnung kleiner Waffenschein auf die Reichweite des Scheins bezieht, wird der kleine Waffenschein ebenfalls in einer kleinen Größe – nämlich dem A6- Format - ausgestellt. 

Der kleine Waffenschein ist ein zweiseitiges Dokument. Auf der Vorderseite werden die Daten des Scheininhabers sowie die Reichweite des kleinen Waffenscheins eingetragen. Zweiteres erfolgt entweder durch Verweis auf die Rückseite oder unmittelbar auf der Vorderseite jeweils mit dem Wortlaut: „Gilt für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit Kennzeichen PTB. Auch auf der Vorderseite wird darauf hingewiesen, dass der kleine Waffenschein nicht zum Führen dieser Waffen bei öffentlichen Versammlungen berechtigt. Vervollständigt wird der kleine Waffenschein durch ein amtliches Siegel und eine Signatur. Auf der Rückseite ist Platz für amtliche Eintragungen, wobei die Waffen, zu denen der kleine Waffenschein berechtigt, keiner Eintragung bedürfen.

 

Seit wann gibt es den kleinen Waffenschein?

Den kleinen Waffenschein gibt es in Deutschland seit dem 01.04.2003. Die Einführung geschah im Zuge der Novellierung des deutschen Waffengesetzes.

Auslöser für diese Erneuerungen waren mehrere Amokläufe an deutschen Schulen zu dieser Zeit. Als diese Amokläufe in Deutschland an Schulen verübt wurden, setzten die Täter in den meisten Fällen auch Schreckschusspistolen ein.

Ein weiterer Grund war aber auch der Versuch, die Zahl der Raubüberfälle zu senken, bzw. deren Aufklärungsrate zu erhöhen, da diese häufig mit eben den SRS-Waffen durchgeführt werden.

 

Wer benötigt einen kleinen Waffenschein? 

Jeder der eine der SRS-Waffen (Schreckschuss-, Reizgas- oder Signalwaffen) öffentlich führen möchte, benötigt den kleinen Waffenschein. Für den Besitz dieser Waffen selbst, braucht man keine Bescheinigung.

Wer bereits einen Jagdschein oder einen regulären Waffenschein besitzt, braucht für das Führen von SRS-Waffen keinen kleinen Waffenschein.

Auch Schauspieler, die im Rahmen eines Films oder einer Theaterführung eine Schreckschusswaffe führen oder Organisatoren von Sportveranstaltungen, die mit der Schreckschusspistole das Signal zum Start geben wollen, benötigen dafür keinen kleinen Waffenschein.

Das gleiche gilt für Bergsteiger oder Bootsbesitzer, wenn sie bei diesen Tätigkeiten eine Signalwaffe mit sich führen, um sich im Notfall bemerkbar machen zu können.

 

Was kostet der kleine Waffenschein?

Das Waffengesetz sieht keine bestimmte Gebühr für die Vergabe vor, so dass die Kreise selbst die jeweilige Höhe der Gebühr ansetzen können.

Die Kosten für den kleinen Waffenschein variieren daher von Bundesland zu Bundesland und auch zwischen den Kreisen sehr stark.

Häufig beträgt die Gebühr genau 50 €. In Bayern kann sie je nach Wohnort zwischen 30 und 150 € variieren, in Nordrhein-Westfalen sind es 55 €, in Sachsen 75 €. Weitere Informationen zu der Höhe der Gebühren in den verschiedenen Ländern bietet die Tabelle am Ende der Seite. 

Die Verlängerung nach spätestens drei Jahren kostet zwischen 15 € und 60 €.

 

Wann muss ich für den kleinen Waffenschein bezahlen?

Die zuständigen Ämter (meist die Kreisverwaltungen) erheben für die Ausstellung des Waffenscheins und die Prüfung der Berechtigung eine Gebühr.

Der Zeitpunkt, wann diese gezahlt werden muss, variiert zwischen den Kreisen und Bundesländern.

Häufig muss die Gebühr bereits bei der Antragstellung gezahlt werden. Es gibt auch Gemeinden, in denen die Bezahlung erst bei Abholung des Scheins zu leisten ist. Auch wenn der Antrag auf einen kleinen Waffenschein abgelehnt wird, muss die Gebühr in der Regel dennoch gezahlt werden.

Für die Verlängerung des kleinen Waffenscheins nach spätestens drei Jahren wird dann eine erneute Gebühr fällig. Diese ist jedoch in der Regel deutlich geringer als die für die Erstausstellung.

 

Wo bekomme ich den kleinen Waffenschein?

Die Kompetenz für die Ausgabe des kleinen Waffenscheins liegt auf kommunaler Ebene. In der Regel sind die Kreisverwaltungen zuständig. In einigen Bundesländern übernehmen diese Aufgabe auch die Landratsämter, das Ordnungsamt oder die Polizei selbst. Dort kann man das entsprechende Formular zur Beantragung des Waffenscheins ausfüllen und alle weiteren Unterlagen einreichen. Einen Überblick über die Zuständigkeiten in dem jeweiligen Bundesland finden Sie in der Tabelle unten

Der Antrag auf einen kleinen Waffenschein wird in der Regel in 1 bis 2 Monaten bearbeitet.

 

Was braucht man für die Beantragung eines kleinen Waffenscheins?

Um einen kleinen Waffenschein zu beantragen, benötigt man seinen Personalausweis oder den Reisepass und das entsprechende Antragsformular der Behörde. Darüber hinaus ist ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich, das die Zuverlässigkeit des Antragstellers bescheinigt. Gegebenenfalls wird auch ein ärztliches Zeugnis über die geistige oder körperliche Gesundheit erforderlich. Das ist dann der Fall, wenn erhebliche Zweifel an der körperlichen oder geistigen Eignung zum Führen einer Waffe bestehen. 

 

Welche Voraussetzungen muss ich für den kleinen Waffenschein erfüllen? Ab wie vielen Jahren kann der kleine Waffenschein gemacht werden?

Um einen kleinen Waffenschein erwerben zu können, muss man volljährig sein. Unter 18 Jahren ist es nicht erlaubt einen Waffenschein zu besitzen. Darüber hinaus muss der Antragsteller seine Zuverlässigkeit nachweisen. Das bedeutet unter anderem, dass er keine Vorstrafen haben darf. Eine Verurteilung darf dabei maximal über 60 Tagessätzen erfolgt sein. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Freiheits-, Geld- oder auch Jugendstrafe handeln. Auch abgesessene Strafen sprechen dauerhaft die Zuverlässigkeit ab. Ist gerade ein Verfahren anhängig, verhindert auch das für die Dauer des Verfahrens die Ausgabe eines kleinen Waffenscheins.      

Die Zuverlässigkeit wird auch demjenigen abgesprochen, der Mitglied in einer verbotenen Organisation oder einer verfassungswidrigen Partei waren.

Der Nachweis der Zuverlässigkeit erfolgt über die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses. Außerdem muss der Antragsteller sowohl geistig als auch körperlich absolut gesund sein. Insbesondere darf er keine Suchterkrankungen haben – etwa nach Alkohol oder Drogen.

Bestehen begründete Zweifel an der geistig-körperlichen Eignung, kann die Behörde vom Antragsteller ein fachpsychologisches Zeugnis der Eignung verlangen. 

Die Waffen müssen sicher aufbewahrt werden. Das bedeutet, dass Waffe und Munition jeweils getrennt voneinander in einem geschlossenen Behältnis aufbewahrt werden müssen. Eine besondere Sachkunde muss beim kleinen Jagdschein nicht nachgewiesen werden.

 

Wie lange dauert kleiner Waffenschein?

Für den kleinen Waffenschein ist kein Sachkundenachweis notwendig. Daher muss man keine Kurse oder Prüfungen zu belegen. Es wird lediglich durch die Behörde geprüft, ob Gründe gegen die Erteilung des kleinen Waffenscheins vorliegen. Das können zum Beispiel die fehlende Zuverlässigkeit oder mangelnde geistige oder körperliche Eignung zum Führen einer Waffe sein. Diese Prüfung dauert etwa ein bis zwei Monate, in einzelnen Behörden benötigt die Bearbeitung auch bis zu drei Monate.

 

Wie lange ist der kleine Waffenschein gültig?

Der kleine Waffenschein ist bis zu drei Jahre lang gültig. Er kann jedoch stets um weitere drei Jahre verlängert werden.

Dafür wird geprüft, ob die Voraussetzungen für den kleinen Waffenschein weiterhin bestehen. Ist das der Fall, wird der kleine Waffenschein gegen eine entsprechende Gebühr um weitere drei Jahre verlängert.  

 

Wo darf ich mit dem kleinen Waffenschein eine Waffe führen?

Nicht zum Führen einer Waffe gehört es, wenn man sie in einem geschlossenen Behältnis von einem Ort zum anderen transportiert. Dies ist bei erlaubnisfreien Waffen (also solchen, die nicht in eine Waffenbesitzkarte eingetragen werden müssen) auch ohne einen kleinen Waffenschein erlaubt.

Will ich die erlaubnisfreie Waffe jedoch tatsächlich am Körper führen und nicht nur transportieren, benötige ich einen kleinen Waffenschein.

Der kleine Waffenschein berechtigt jedoch nur zum verdeckten Führen der betreffenden Waffen im öffentlichen Raum. Das bedeutet, man darf die Waffe zum Einkaufen, in die Kneipe oder beim Joggen im Park mit sich Führen - allerdings ohne diese dabei öffentlich zur Schau zu stellen.

Die Waffe muss also verdeckt zum Beispiel unter der Jacke geführt werden. Wer im Park mit der Waffe herumwedelt, riskiert, die erforderliche Zuverlässigkeit zu verlieren.

Auf öffentlichen Veranstaltungen ist es auch trotz großem oder kleinem Waffenschein verboten, eine Waffe mit sich zu führen. Denn es bestünde die Gefahr, dass sich im Falle einer Unruhe oder Gefahr diverse unterschiedliche Personen gegenseitig mit ihrer Waffe bedrohen und sich gegenseitig verletzen oder es zumindest aber für die Polizei kaum noch möglich wäre auszumachen, wer ggf. ein Straftäter ist und wer sich nur verteidigen wollte. Außerdem ist es kaum möglich aus der Entfernung eine Schreckschuss- von einer normalen Pistole zu unterscheiden. 

 

Wozu berechtigt der kleine Waffenschein? Welche Waffen fallen darunter?

Als Inhaber des kleinen Waffenscheins, darf ich alle Pfeffersprays sowie Signal- und Schreckschusswaffen überall mit mir führen. Beispielsweise darf ich ein Pfefferspray in der Handtasche bei mir haben. Dafür muss ich allerdings neben dem kleinen Waffenschein auch ein Ausweisdokument oder einen Pass dabei haben, damit ich identifiziert werden kann. Kann man sich, obwohl man einen kleinen Waffenschein besitzt, nicht entsprechend ausweisen oder den Waffenschein vorlegen, so wird ein Bußgeld von bis zu 10.000 € fällig.

Für die Erlaubnis zum Führen der Waffe gibt es jedoch eine Ausnahme: Auf öffentlichen Veranstaltungen darf ich keine der Waffen – nicht einmal ein Pfefferspray – mit mir führen. Vor allem sind damit Demonstrationen oder andere Großveranstaltungen gemeint. Aber auch bei kleineren Veranstaltungen wie einem Kinobesuch sind weder Pfefferspray noch die anderen Waffen erlaubt. 

Dazu müssen die genannten Waffen auch das Siegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) besitzen. Diese testet die Waffen und gibt ihnen dann ihr Siegel. Waffen ohne das entsprechende Siegel dürfen auch mit dem kleinen Waffenschein nicht geführt werden. Wenn man beim Führen einer Waffe ohne PTB-Siegel erwischt wird, kann man wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt werden. Man riskiert dann durch die Verurteilung die notwendige Zuverlässigkeit und damit auch seinen kleinen Waffenschein zu verlieren. 

Waffen mit dem PTB-Siegel dürfen Besitzer des kleinen Waffenscheins nicht nur ungeladen, sondern auch schussbereit in der Öffentlichkeit führen. Der kleine Waffenschein berechtigt jedoch dennoch nicht dazu, die Waffen auch in der Öffentlichkeit tatsächlich abzufeuern. Die einzige Ausnahme davon wird in Notwehrsituationen gemacht. Hier überwiegt das Recht zur Verteidigung das Verbot zu schießen.

Auch bei der Notwehr darf man aber nur dann schießen, wenn die Reaktion dem Angriff angemessen ist. So ist eine Notwehr kaum zu rechtfertigen, wenn man auf einen unbewaffneten Kirschdieb schießt.

Auf dem eigenen Grundstück oder am Schießstand darf die Waffe jedoch abgefeuert werden.

 

Wann benötige ich eine Waffenbesitzkarte?

Eine Waffenbesitzkarte ist gleichzeitig die Erlaubnis zum Erwerb sowie Besitz von Waffen und auch Kartei über die registrierten Waffen. So muss jede neu erworbene Waffe in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden. Für die Waffenbesitzkarte werden über die Nachweise der Zuverlässigkeit, der Volljährigkeit, der geistig-körperlichen Eignung und der sicheren Aufbewahrung hinaus noch zwei weitere Bescheinigungen benötigt:

So muss einerseits die Sachkunde im Umgang mit der Waffe und andererseits ein besonderes Bedürfnis glaubwürdig gemacht werden.

Geerbte Waffen können, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, auf der eigenen Waffenbesitzkarte eingetragen werden.

Während also der Waffenschein für das Führen der Waffe erforderlich ist, benötigt man beim Erwerb einer Waffe grundsätzlich eine Waffenbesitzkarte. Ausgenommen sind die erlaubnisfreien Waffen. Diese darf jeder erwerben, ohne dass er eine spezielle Berechtigung besitzt. Daher werden diese Waffen auch nicht in die Waffenbesitzkarte eingetragen.

Da man mit dem kleinen Waffenschein nur erlaubnisfreie Waffen besitzen darf, benötigt man keine Waffenbesitzkarte.

Eine Waffenbesitzkarte wird also nur von Inhaber eines vollwertigen Waffenscheins benötigt.

 

Was passiert beim Verlust der Zuverlässigkeit / dem Einsatz der Waffe?

Wer die Waffe missbraucht und sie außerhalb von Notwehrsituationen einsetzt, verliert die Zuverlässigkeit. Auch der Einsatz der Waffe zur Notwehr ist allerdings rechtlich betrachtet nicht legal, es wird jedoch grundsätzlich von einer Verfolgung abgesehen.

So wird stets erwartet, dass Besitzer von Waffen sich besonders deeskalierend verhalten und einen öffentlichen Waffengebrauch zu verhindern versuchen. Zu Notwehrsituationen gehören zudem auch nur solche, die den Betroffenen in Laib und Leben bedrohen. Das bloße Verhindern eines Unrechts gehört nicht zur Notwehr.

Die besondere Zuverlässigkeit verliert man auch, wenn man eine registrierte Waffe beispielsweise beim Führen im Auto nicht in einem ordnungsgemäß verschlossenen Behältnis und geladen transportiert.

Verliert der Inhaber eines kleinen Waffenscheins die Zuverlässigkeit als Voraussetzung für diesen, muss die zuständige Behörde den (kleinen oder vollwertigen) Waffenschein einziehen und die Abgabe aller Waffen anordnen. Es wird dann gegebenenfalls ein Nachweis über die Abgabe oder Vernichtung aller Waffen verlangt.

 

Kann ich auch ohne kleinen Waffenschein Signal-und Schreckschusswaffen führen?

Nein, wer Schreckschuss- oder Signalwaffen außerhalb seines eigenen Grundstücks, der Geschäftsräume oder eines Schießstandes führt, ohne Inhaber eines kleinen Waffenscheins zu sein, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit. In der Regel handelt es sich aber sogar um einen Straftatbestand. Dieser wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe sanktioniert. Dabei ist es egal, zu welchem Zweck man die Waffe trägt. Das Führen ist auch zum Selbstschutz nicht gestattet. Ohne den kleinen Waffenschein darf ich diese Dinge allerdings besitzen und innerhalb eigenen Wohnung oder der Geschäftsräume und des Schießstandes führen. Für den Transport von einem Ort zum anderen muss die Waffe in einem geschlossenen Behältnis und getrennt von der Munition bewegt werden.

 

Brauche ich den kleinen Waffenschein für das Führen von Pfefferspray?

In Hinblick auf das Pfefferspray muss zwischen zwei Arten von Reizstoffsprays unterschieden werden:

Der Besitz und das Führen von Tierabwehrsprays mit PTB-Siegel sind erlaubt, denn sie fallen nicht unter das Waffengesetz. Diese erlaubten Reizstoffsprays müssen jedoch  eindeutig zu ihrem Zweck für den Einsatz gegen Tiere etikettiert sein. Dazu erhalten sie das Zertifikat, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind und eine begrenzte Reichweite und Sprühdauer haben. Bereits Jugendliche ab 14 Jahren dürfen dann dieses Spray besitzen. Das Siegel oder Zertifikat vergibt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt nach ihrer Prüfung. CS- und CN-Sprays, die jeweils maximal 80 mg des Wirkstoffes enthalten, gehören zu den erlaubten Pfeffersprays.

Pfefferspray, das für den gesundheitsgefährdenden Einsatz gegen Menschen bestimmt ist oder wie das OC-Spray kein PTB-Siegel erhält, fällt jedoch unter das Waffengesetz und ist damit erlaublinspflichtig. Es darf daher in Deutschland mit dem kleinen Waffenschein nicht erworben, besessen und schon gar nicht geführt werden. Nur der vollwertige Waffenschein und die entsprechende Waffenbesitzkarte erlauben den Umgang mit diesen besonderen Sprays.

Auch Schreckschuss und Signalwaffen dürfen ohne das PTB-Siegel nicht mit dem kleinen Waffenschein besessen werden.

 

Wann darf ich das Pfefferspray einsetzen?

Pfefferspray ist eigentlich zur Tierabwehr bestimmt, es darf daher auch nur zu diesem Zweck eingesetzt werden.

Der Einsatz von Pfefferspray gegen den Menschen ist ein Straftatbestand. In den Situationen der Notwehr oder der Nothilfe wird von der Strafverfolgung allerdings abgesehen, auch wenn der Einsatz gegen den Menschen weiterhin gesetzeswidrig ist.

Der Einsatz von Pfefferspray gegen den Menschen wird also lediglich in Notwehrsituationen, in denen Ihr körperliches Wohlergehen bedroht ist, oder auch zur Nothilfe toleriert. Unter Nothilfe versteht man dabei eine Situation, in der einem anderen, der sich in einer Notwehrlage befindet, geholfen wird. Wird das Pfefferspray in anderen Situationen eingesetzt, so handelt es sich um eine gefährliche Körperverletzung. Lediglich Polizisten dürfen auch in Ausübung ihres Dienstes Pfefferspray auch als Mittel zum Zwang einsetzen.

 

Was muss ich beim Einsatz von Pfefferspray beachten?

Den meisten Menschen fehlt die Erfahrung im Umgang mit Pfefferspray. Daher unterschätzt man leicht, wie schnell sich das Spray ausbreitet und wie stark es wirkt.

Setzen Sie das Pfefferspray daher nie in geschlossenen Räumen ein, da sich das Spray sehr rasch über den ganzen Raum ausbreitet und in hoher Konzentration in der Luft bleibt. Nicht nur der Angreifer, sondern auch Sie selbst werden dadurch handlungsunfähig gemacht.

Weht draußen ein leichter oder stärkerer Wind und sie wollen das Pfefferspray zur Verteidigung einsetzen, achten Sie darauf, niemals gegen die Windrichtung zu sprühen! Der Wind trägt das Spray nach Beenden des Sprühvorgangs wieder zu Ihnen zurück und macht sie dann selbst handlungsunfähig, während der Angreifer möglicherweise sogar verschont bleibt.  

 

Welche Messer darf ich mit dem kleinen Waffenschein benutzen?

Der kleine Waffenschein bietet keine besonderen Befugnisse in Hinblick auf das Tragen von Messern.

Grundsätzlich verboten sind Faust-, Fall- und Butterflymesser.  Dazu sind Springmesser verboten, wenn sie über eine beidseitig geschliffene Klinge verfügen oder ihre Klingenlänge 8,5 cm überschreitet. Alle anderen Messer sind erlaubnisfrei. Das bedeutet sie dürfen ohne Waffenschein besessen und geführt werden.

Die Messer, welche nicht erlaubnisfrei sind, darf man auch als Inhaber eines kleinen oder vollwertigen Waffenscheins nicht besitzen und vor allem auch nicht mit sich führen. Der Waffenschein hat also keine Auswirkung darauf, welche Messer benutzt werden dürfen.

 

Gebührenübersicht kleiner Waffenschein

Das bundesweite Waffengesetz setzt keine festen Gebühren für die Ausstellung eines kleinen Waffenscheins fest, sodass diese von Bundesland zu Bundesland und teilweise auch innerhalb der Länder variieren.

Am teuersten ist sie in Bayern und dort vor allem in Nürnberg mit 150 €.

Auch die Zuständigkeiten sind in jedem Bundesland anders verteilt. In vielen Ländern wird der Antrag auf einen kleinen Waffenschein von der Kreisverwaltung oder in kreisfreien Städten von der Stadtverwaltung bearbeitet, in anderen vom Ordnungsamt oder der Polizei.

Wer in welchem Bundeslang für die Antragsbearbeitung zuständig ist und wie hoch die jeweilige Gebühr ist, entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

 

Bundesland

Zuständigkeit

Gebühr

Baden-Württemberg

Kreis-/Stadtverwaltung oder Verwaltungsgemeinschaft

       50 – 75 €

Bayern

Kreisverwaltung

30 - 150 €

Berlin

Polizei Berlin

50 €

Brandenburg

Polizeidirektion Brandenburg, Cottbus, Frankfurt (Oder), Neuruppin

50 €

Bremen

Bürger- und Ordnungsamt Bremerhaven

50 €

Hamburg

Polizei Hamburg

50 €

Hessen

Kreis-/Stadtverwaltung

50 €

Mecklenburg-Vorpommern

Ordnungsamt

50 €

Niedersachsen

Kreis-/Stadtverwaltung

50 €

Nordrhein-Westfalen

Jeweilige Kreispolizeibehörde

55 €

Rheinland-Pfalz

Kreis-/Stadtverwaltungen

50 €

Saarland

Ordnungsamt/Waffenbehörde des Kreises

50 €

Sachsen

Ordnungsämter der Kreise/Städte

75 €

Sachsen-Anhalt

Ordnungsämter der Kreise sowie

die Polizei in Halle und Magdeburg

40 €

Schleswig-Holstein

Kreis- und Stadtverwaltungen

60 €

Thüringen

Jeweiliges Landratsamt

50 €

 

 

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