Ratgeber Optik

Absehen

Das Absehen ist die Zielmarkierung im Fernrohr und wird umgangssprachlich als Fadenkreuz bezeichnet. Es wird entweder aus Draht gebildet oder in der Glasplatte verarbeitet.

Der Vorteil des bei Herstellern wie Zeiss aus Draht gebildeten Absehens ist, dass keine weitere Glasscheibe eingefügt werden muss, auf der das Absehen sonst eingeätzt wäre. Jede weitere Glasscheibe schluckt wieder Licht, sodass die Bildhelligkeit und Bildqualität abnimmt.

Das Absehen kann zum Beispiel ein Fadenkreuz mit unterschiedlich genauen Skalen oder aber auch nur ein Zielpunkt sein. Jäger benutzen häufig das Absehen 4, während Sportschützen oft das Absehen mit durchgehendem Fadenkreuz (Mil Dot) benutzen.

Je nach Hersteller variiert die Bezeichnung für das gleiche oder ähnliche Absehen leicht.

Einige Beispiele für das Absehen von Zeiss in der Übersicht:

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          Absehen 4                       Absehen 6                       Absehen Z-Plex                   Absehen 43/ Mildot           

        Quelle: Zeiss                    Quelle: Zeiss                      Quelle: Zeiss                           Quelle: Zeiss    

Das Absehen 4 (So bezeichnen es Meopta, Steiner, Swarovski, Zeiss [Bei Minox heißt es German #4]) ist das deutlich beliebteste unter Jägern. Es wird meistens in der 1. Bildebene eingesetzt, weshalb die dickeren Linien des Fadenkreuzes auch sehr weit bis in die Mitte ragen, um nämlich bei höherer Vergrößerung noch nah am Ziel zu sein. Das Absehen 6 (Zeiss [4a bei Swarovski]) hat hingegen feinere Linien und wird in der 2. Bildebene verwendet. 

Das Absehen Z-Plex (Meopta, Zeiss) hat eine weitere hervorgehobene Linie. Das Absehen besteht dabei aus einem echten Kreuz dessen Linien nur in der Mitte sehr fein sind. Dazu hat es am Übergang von den dicken zu den feineren Linien kleine Pfeilspitzen. Das macht dieses Absehen geeignet für besonders weite Distanzen. Es liegt auch in der 2. Bildebene. Das Absehen gibt es genauso auch ohne die Pfeilspitzen als Absehen Plex (Minox, Swarovski [Duplex bei Steiner]).

Das Mildot-Absehen (Minox, Meopta [bei Zeiss Absehen 43]) ist dem Plex sehr ähnlich – mit dem Unterschied, dass die dickeren Linien früher enden und die Mitte des Fadenkreuzes nicht aus durchgezogenen Linien, sondern feinen Punkten besteht. Diese haben einen Abstand von 1 Mil, was 10 cm auf 100 m entspricht. Das heißt, die Punkte helfen dem Schützen die Distanz zum Ziel zu schätzen und entsprechend genauer zu zielen.

Das Absehen BRH eignet sich für das Schießen auf weite Entfernungen. Dazu hat es 5 horizontale Markierungsstriche, die als Orientierung für die Distanz dienen.

Andererseits gibt es auch das ganz einfache Absehen Crosshair, das nur aus einem feinen Fadenkreuz ohne Hilfslinien besteht.

Das Absehen kann entweder in der Objektiv- (1. Bildebene) oder der Okularebene (2. Bildebene) installiert sein.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass zwischen beiden Orten die Vergrößerungsoptik eingebaut ist.

Das führt dazu, dass das Absehen, wenn es in der Objektivbildebene (1. Bildebene) verbaut wird, mit dem Ziel vergrößert wird. Dadurch bleiben die Abstände zwar gleich, allerdings ist das Absehen bei kleiner Vergrößerung kaum zu erkennen und verdeckt bei stärkerer Vergrößerung ein kleines Ziel.

Deswegen ist das Absehen in der Objektivbildebene (1. Bildebene) eher für Fernrohre mit konstanter Vergrößerung geeignet. Denn es kann dann an die fixe Vergrößerung angepasst werden.

Scharfschützen, Militär und Polizei verwenden gern das Absehen in der ersten Bildebene, da es hier nicht wie in der 2. Bildebene möglich zu Schussabweichungen kommen kann.

Dagegen erfreut sich das Absehen in der Okularbildebene (2. Bildebene) unter den Jägern steigender Beliebtheit, da es nicht mit vergrößert wird und nichts bei hoher Vergrößerung verdeckt.

Im jagdlichen Einsatzbereich und beim waidgerechten Schuss ist die Schussabweichung zudem bei hochwertigen Zielfernrohren sehr minimal bzw. kaum messbar und daher zu vernachlässigen.  

Das Absehen kann für den Jagdbereich bei variablen Vergrößerungen also besser in der Okularbildebene (2. Bildebene) verbaut werden, weil es dann immer gut zu erkennen ist und auch ein kleines Ziel nicht verdeckt.

Es gibt auch die Möglichkeit des Leuchtabsehens. Dabei wird das Absehen durch eine Diode beleuchtet. Das macht das Absehen bei Nacht leichter.

Allerdings wird es häufig als blendend empfunden, da beim Leuchtabsehen alle Linien und Einheiten beleuchtet sind. Es gibt aber auch dimmbare Varianten des Leuchtabsehens, um das Blenden zu vermeiden.

Dennoch ist das Leuchtpunktabsehen die optimale Variante bei Nacht und Dämmerung. Dabei wird nur der Zielpunkt durch einen leuchtenden roten Punkt dargestellt, der Rest des Absehens bleibt unbeleuchtet. Es überstrahlt das Ziel nicht und blendet nicht, deswegen ist es bei den Jägern sehr beliebt.

Auch das Leuchtpunktabsehen kann mit den anderen Absehensformen kombiniert werden.

Nachfolgend sind einige Beispiele für das Leuchtpunktabsehen abgebildet:

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              Absehen 40                       Absehen 60                            Absehen 66                              Absehen 43         

             Quelle: Zeiss                     Quelle: Zeiss                           Quelle: Zeiss                            Quelle: Zeiss

Das gängige Absehen 4 mit drei Orientierungslinien gibt es ergänzt durch einen Leuchtpunkt als Absehen 4 A-I (Swarovski, Steiner [Absehen 60 (beleuchtet) bei Zeiss, 4C-RD bei Meopta, L-4a bei Leica und German #4 (beleuchtet) bei Minox genannt.]).

Als ergänzende Orientierungshilfe bietet das Absehen L-CD i (Leica, Swarovski) einen Zielkreis, der ebenfalls beleuchtet ist. Davon abgesehen hat es Orientierungslinien und Leuchtpunkt wie das L-4a.

Beim beleuchteten 44 (Zeiss [Bezeichnet als 4K-RD bei Meopta und als 4-NK bei Swarovski.]) findet sich im Vergleich zum L-4a ein kleines Leuchtkreuz statt des Punktes und die Linien sind etwas dicker. Das Kreuz ist teilweise angenehmer zum Zielen.

Das L-Plex (Leica [Plexleuchtabsehen bei Minox]) hat wie das Plex ein Kreuz als grundsätzliche Orientierung, das nur in der Mitte feiner wird und ergänzt dieses durch einen Leuchtpunkt.

Das Absehen 43 beleuchtet ist aufgebaut wie das Mildot-Absehen, hat also wie das Plex ein hervorgehobenes Fadenkreuz, aber im Zentrum kleine Punkte mit dem Abstand von 1 Mil (10 cm auf 100 m), die hierbei beleuchtet sind.

Beim Absehen 0 (Zeiss [Als Dot bezeichnet bei Minox und als 0-I bei Steiner.]) ist nicht einmal ein zartes Fadenkreuz eingezeichnet, sondern es wird nur der Leuchtpunkt eingezeichnet. Damit eignet es sich besonders für die Drückjagd, da keine Zielhilfen den Überblick stören.

Zeiss bietet dazu noch die Funktion Variopoint. Dabei liegt das Absehen in der 1. Bildebene und der Leuchtpunkt in der zweiten. Das hat den Vorteil, dass der Leuchtpunkt nicht mit vergrößert wird.

 

Austrittspupille

Die Austrittspupille bezeichnet den Durchmesser des Lichtstroms, der am Okular aus dem Fernglas oder Zielfernrohr austritt.

Wird das Fernglas oder Zielfernrohr auf ein gleichmäßig helles Bild gerichtet, sollte die Austrittspuppille als gleichmäßig heller runder Kreis erkennbar sein, den man mit etwas Augenabstand problemlos sehen kann.

Der Abstand zwischen Austrittspupille und Augenpupille sollte bei ca. 0,8 cm beim Fernglas und mindestens 8 cm beim Zielfernrohr liegen. Dieser Austrittspupille-Abstand dient beim Zielfernrohr allerdings vor allem der Sicherheit. Denn durch den Rückstoß beim Schuss wird das Gewehr nach hinten gedrückt und so würde das Okular ins Auge stoßen.

Nur mit dem richtigen Austrittspupillenabstand kann das Auge das Sehfeld ganz und klar erfassen. Ist das Sehfeld sehr klein und am Rand verschwommen, dann ist der Augenabstand falsch. Bewegen Sie das Fernglas oder Zielfernrohr dann etwas näher ans Auge oder etwas weiter weg, bis sie ein größeres Bild mit einer klaren Bildbegrenzung erhalten!

Es gibt auch Ferngläser mit einem Austrittspupillenabstand von 1,5 cm. Diese wurden extra Brillenträger- freundlich konstruiert, denn diese können die Ferngläser einfach mit ihrer Brille nutzen und haben dann denn korrekten Austrittspupillenabstand.

Die Austrittspupille ist variabel. Sie berechnet sich, indem man die Eintrittspupille - also den Objektivdurchmesser - durch die Vergrößerung teilt.

Beispielsweise ist bei einer großen Eintrittspupille von 56 mm die Vergrößerung auf 8 gestellt, so lässt sich durch teilen von 56:8 die Austrittspupille von 7 berechnen.

Wird die Vergrößerung auf 4 gesenkt, so ist die Austrittspupille (56:4) bei 14. Je größer also die Vergrößerung, desto kleiner wird die Austrittspupille.

Bei einem Vergrößerungsfaktor von 1 – also einer nicht vergrößerten Wiedergabe des Bildes – ist die Austrittspupille genauso groß wie die Eintrittspupille. Eine Austrittspupille von 7mm gilt als ideal und als perfekter Allrounder. Denn die Augenpupille öffnet sich bei Nacht auf bis zu 7 mm. Bei jüngeren Menschen kann sie auch größer werden. Es wird vermutet, dass die Fähigkeit sich ganz zu öffnen im Alter wie die sonstige Sehkraft nachlässt. Dann kann die Öffnungsweite der Austrittspupille nicht mehr vollständig genutzt werden. Es gibt aber auch einige ältere Menschen, die diese Öffnungsweite bis ins hohe Alter nutzen können.

Die Auswirkung der unterschiedlichen Größen der Austrittspupille hängt davon ab, ob man tagsüber oder in der Dämmerung jagt, denn eine größere Austrittspupille bietet nur dann ein helleres Bild, wenn die Augenpupille entsprechend weit oder weiter geöffnet ist.

Wenn in der Dämmerung sehr wenig Licht zur Verfügung steht und die Augenpupillen weit geöffnet sind, können Objekte bei größerer Austrittspupille besser gesehen werden.

Tagsüber wirkt sich die Größe der Austrittspupille nicht auf die Bildqualität oder Helligkeit aus. Allerdings hat die Augenpupille einen größeren Spielraum auf der Austrittspupille, sodass das Beobachten angenehmer wird. Das ist gerade auf die Dauer entspannter für die Augen. Außerdem kann das Auge Objekte schneller erfassen, das bedeutet nicht nur, dass man schneller etwas erkennt, sondern dass man auch ein gutes und einheitliches Bild erkennt, wenn man das Fernglas oder Zielfernrohr nicht exakt eingestellt hat oder nicht richtig hält. 

 

Bildhelligkeit

Die Bildhelligkeit wird davon beeinflusst, wie viel Lichtstrahlen gesammelt werden können. Dadurch ist die Bildhelligkeit natürlich tagsüber am größten. Aber auch die Eintrittspupille beeinflusst die Bildhelligkeit. Je größer sie ist, umso mehr Licht kann gesammelt werden und umso heller das Bild.

Die Vergrößerung wirkt sich gegenteilig aus: Je größer man zoomt, desto kleiner ist der Bildausschnitt, der auf das sichtbare Feld im Fernglas vergrößert wird. Da aber die gleiche Menge Licht, die vorher nur einen kleinen Teil des Bildes ausmachte, nun auf das ganze Bild gestreckt wird, wird das Bild dunkler.

Auch lässt sich sagen, dass die Bildhelligkeit von der Austrittspupille abhängt, die jedoch durch die bereits genannten (Eintrittspupille und Vergrößerung) beschrieben wird. Deshalb ist die Formulierung „Je größer die Austrittspupille, umso größer die Bildhelligkeit.“ zwar richtig, aber nur eine andere Ausdrucksweise dafür, dass für die Bildhelligkeit die Eintrittspupille möglichst groß und die Vergrößerung möglichst klein sein muss.

Ein wichtiger Faktor für die tatsächliche Bildhelligkeit ist die Transmission. Transmission und Bildhelligkeit sollten nicht verwechselt werden. Transmission bezieht sich auf die Eigenschaft der Linsen. Und ist damit eine der Ursachen für das Ergebnis, nämlich die Bildhelligkeit. Denn die Transmission bestimmt, wie viel des Lichtes, das aufgrund der Größe der Eintrittspupille  eingesammelt werden könnte, tatsächlich gesammelt wird. Wird wenig davon reflektiert ist die Transmission hoch und damit steigt die Bildhelligkeit.

 

Brechung und Brechzahl

Trifft das Licht schräg auf eine Glasfläche, wird es gebrochen. Diese Brechung findet unterschiedlich stark statt. Das hängt davon ab, von welchem Medium in welches das Licht wechselt.

Diese Abweichung von der normalen Ausbreitungsrichtung wird durch die Brechzahl beschrieben.

Eine niedrige Brechzahl bedeutet dabei, dass das Licht nur wenig abgelenkt wird, wenn es auf dieses Material trifft, bei einer hohen wird es entsprechend deutlich abgelenkt.

Bei der Brechung des Lichts, kommt es zu einer teilweisen Aufspaltung der Lichtstrahlen, sodass ihre unterschiedlichen Farben erkennbar werden. Das nennt sich Dispersion

 

Dämmerungszahl

Die Dämmerungszahl gibt an, wie genau Details in der Dämmerung erkennbar sind.

Sie lässt sich berechnen, indem man die Wurzel aus dem Produkt von Vergrößerung und Eintrittspupille zieht.

Liegt die Vergrößerung zum Beispiel bei 5 bei einem Fernrohr mit 56 mm Eintrittspupille, zieht man also die Wurzel aus 280 (5x56) und erhält damit die Dämmerungszahl von 16,7.

Hat ein anderes Fernrohr bei gleicher maximaler Vergrößerung eine kleinere Eintrittspupille von 42mm, wäre die Dämmerungszahl bei nur 14,5 (Wurzel aus 210).

Je größer also Vergrößerung und Eintrittspupille, desto größer auch die Dämmerungszahl und damit die Erkennbarkeit der Details. 

Für den Nachteinsatz sollte man Fernrohre mit einer Dämmerungszahl von mindestens 20 wählen.

Die Dämmerungszahl allein gibt aber keinen sicheren Aufschluss darüber, inwieweit Bilder tatsächlich besser erkennbar sind, da sie sich aus den Katalogzahlen berechnet.

Durch die Vergütung der Gläser wird nämlich die Transmission erhöht, sodass bei hochwertigerer Vergütung dieselbe Dämmerungszahl zu einem deutlich besseren Bild führt.

Daher dient die Dämmerungszahl nur als Orientierung zwischen Ferngläsern und Zielfernrohren der gleichen Produktserie. Auch die Produkte eines Herstellers können dabei in der Qualität der Vergütung variieren, daher hat die Dämmerungszahl nur eine beschränkte Aussagekraft. Vergleichbar ist das mit der Wirkung der PS beim Auto. Durch die Gewichtsreduzierung und Aerodynamik kommen diese beim Sportwagen besser bei der Beschleunigung zur Geltung als beim Kleinwagen des gleichen Herstellers. Weswegen die PS-Zahl ihre volle Aussagekraft auch nur innerhalb einer Produktklasse besitzt. Genauso ist es mit der Dämmerungszahl, man sollte sie erst zu Rate ziehen, wenn man sich für eine Produktklasse eines Herstellers entschieden hat, oder sich zumindest ihrer begrenzten Bedeutung bewusst sein.

Denn in der Optik spielen Werte und Qualitätsfaktoren wie Linsensorte, Transmission, Vergütung, Materialien, Verarbeitung und Genauigkeit eine wichtigere Rolle.  

 

Dispersion (Lichtaufspaltung)

Bei der Brechung des Lichts werden nicht alle Farben im gleichen Maße gebrochen, es gibt feine Unterschiede, da die Farben unterschiedliche Wellenlängen haben.

Die Farben werden dann in leicht versetztem Winkel nebeneinander abgebildet, man nennt das Dispersion. Diesen Effekt kennt man auch vom Regenbogen. Das Glas wird dabei durch das Wasser in Form der Regentropfen ersetzt.

Für das Bild im Fernglas hat die Dispersion weniger positive Folgen: Es entstehen Farbsäume und das Bild ist weniger scharf. Die Auflösung des Bildes ist also geringer.

Um dem entgegen zu wirken, gibt es ED-Gläser. Das ED steht für extralow Dispersion, das heißt, diese Gläser senken die Dispersion und erhöhen dadurch die Auflösung.

Besonders effektiv sind dabei fluorid-haltige Gläser, sie erzielen die beste Auflösung.

Solche qualitativ hochwertigen Gläser, sind in der Anschaffung teurer und werden meist in hochwertigen Systemen verbaut.

Um zu testen, ob Farbsäume bei dem betreffenden Fernglas entstehen, richtet man es auf eine von der Sonne bestrahlte, weiße Wand. Hier werden nun Farbsäume erkennbar oder optimaler Weise eben nicht.

 

Eintrittspupille (Objektivdurchmesser)

Die Eintrittspupille bestimmt, wie viel Licht in das Fernrohr geraten kann.

Je größer sie ist, desto mehr Licht kann eingesammelt werden und dementsprechend heller wird das Bild.

Die Eintrittspupille ist auf dem Gerät angegeben, sie entspricht dem Durchmesser des Objektivs. Um sie zu berechnen, falls Austrittspupille und Vergrößerung bekannt sind und die Eintrittspupille aber nicht, multipliziert man einfach Vergrößerung und Austrittspupille.

Dementsprechend ist die Eintrittspupille 56, wenn die Vergrößerung 8 und die Austrittspupille 7 sind.

 

Entspiegelung

-> siehe Vergütung

 

Farbsäume

Bei der Brechung des Lichts, das auf das Glas der Linse trifft, werden die Farben teilweise aufgespaltet, das nennt sich Dispersion.

Dadurch werden auch Farbsäume erzeugt. Außerdem treten Farbsäume verstärkt bei großen Objektivdurchmessern und Vergrößerungen auf.

Hat ein Bild Farbsäume, verliert es seine Schärfe. Meist ist dieses Phänomen an den Rändern des Bildes zu beobachten. 

 

Fernglas

Ein Fernglas ist ein Fernrohr, das frei in den Händen tragbar ist und die Vergrößerung und das Beobachten weit entfernter Dinge ermöglicht.

Das Fernglas besteht aus je zwei Okularen und Objektiven, dem Rad zum Scharfstellen und einem weiteren zur Einstellung der Vergrößerung, sofern diese verstellbar ist. Viele Ferngläser verfügen über einen Dioptrienausgleich an Okular oder Scharfstellrad, der es ermöglicht unterschiedliche Sehstärken auf beiden Augen auszugleichen.

Seine Qualität wird bestimmt durch die Qualität der Gläser, die sich durch die Art der Vergütung  und den Grad der Transmission bestimmen lässt, sowie seine Objektivgröße und die Vergrößerung. Außerdem spielen Verarbeitung und Genauigkeit eine wichtige Rolle.

Bei der Bezeichnung des Fernglastypen werden die Modelle mit Zahlenkombinationen beschrieben, die ein x trennt:

Die Vergrößerung  wird als erste Zahl bei der Modellbeschreibung genannt.  Eine Modellbezeichnung 10x42 bedeutet also, dass das Modell eine feste Vergrößerung von 10 besitzt. Die zweite Zahl beschreibt den Durchmesser des Objektivs.

Steht als Bezeichnung 8-10x42 bedeutet dies eine variable Vergrößerungseinstellung im Bereich von mindestens 8 bis maximal 10.

Es lassen sich zwei Bauarten von Ferngläsern unterscheiden, die sich anhand ihrer Prismen beschreiben lassen.

Geräte mit Porro-Prisma sind weniger anspruchsvoll bei Verarbeitung und Veredelung, daher sind sie preisgünstiger. Allerdings sind sie sehr groß und schwer und bedingen eine breite Bauart des Fernglases.

Deswegen haben sich mittlerweile die Dachkant-Prismen durchgesetzt. Mit ihnen ist die typische schmale und längliche Form der Ferngläser möglich.

 

Fokussierung (Scharfstellen)

Das Fokussieren ist das Scharfstellen des Fernglases, sodass ein bestimmtes Objekt optimal erkennbar ist, dabei wird das Fernglas genau auf die Entfernung eingestellt. Das Beobachten ist dann auch entspannt für das Auge.

Dies geschieht über das Fokussierrad. Es gibt drei Möglichkeiten das technisch umzusetzen: Entweder wird der Objektivbereich verschoben, das bedeutet man verstellt entweder das ganze Objektiv oder einzelne Linsen oder man macht dasselbe als zweite Möglichkeit mit dem Okular oder aber man verschieb das Prisma zwischen Okular und Objektiv.

Verbreitet ist bei modernen Ferngläsern die Innenfokussierung, das heißt, dass entweder das Prisma oder eine Linse zwischen Objektiv bzw. Okular und dem Prisma verschoben wird. Indem die äußeren Gläser fix und unbeweglich bleiben, wird es ermöglicht, das Fernglas einfacher wasserdicht und staubgeschützt zu halten.

Eine Besonderheit ist das Fokussieren mit Entfernungsmesser:

Der optische Entfernungsmesser nutzt den Parallaxeausgleich zwischen den zwei Linsen, um die Entfernung zu bestimmen. Liegen die Bilder dabei korrekt übereinander, ist optimal fokussiert. Damit lässt sich auch bei wenig Licht leichter und exakter fokussieren.

Oft ist es irritierend, dass sich das Fokussierrad weiter drehen lässt, obwohl man bereits ein Objekt in maximaler Entfernung fokussiert hat.

Die Fokussierung über das Maximale hinaus, wirkt sich nur bei kurzsichtigen Menschen aus. Diese brauchen diese zusätzliche Fokussierung, um das gleiche Objekt scharf zu sehen. Indem es den Fokus weiter verstellt, ersetzt das Fernglas die Brechkraft der Brille.

Je nachdem, bei wie vielen Dioptrien die zusätzliche Brechkraft des Fernglases liegt, benötigen Kurzsichtige dann keine Brille mehr.

Für Weitsichtige ist das Nutzen des Fernglases immer möglich.

Die einzige Ausnahme ist dann gegeben, wenn ein Astigmatismus vorliegt. Ein Astigmatismus ist ein unsymmetrischer Augenfehler, das heißt es liegen unterschiedliche Stärken auf beiden Augen vor.

Das kann die Fokussierung des Fernglases nicht optimal ausgleichen, dann sollte besser die Brille zusätzlich genutzt werden.

Um das Fernglas auf die richtige Fokussierung und Dioptrien ohne Brille einzustellen, schließt man, wenn der Dioptrienausgleich auf das linke Auge wirkt, zunächst das linke Auge zu und fokussiert, während man mit dem rechten Auge hindurchblickt, auf ein Objekt in ca. 100 m Entfernung, bis das Bild optimal scharf ist. Jetzt sollte auch für das linke Auge die Sicht scharf sein – außer Sie haben unterschiedliche Sehstärken auf beiden Augen. 

Dann kommt der Dioptrienausgleich ins Spiel. Es wird nun das rechte Auge geschlossen und mit dem Rad zur Regelung der Dioptrien scharf gestellt. Wichtig ist es, nicht die Einstellung am Fokussierrad zu verstellen, denn dann wäre es wieder für das rechte Auge unscharf.

Danach schaut man mit beiden Augen durch das Fernglas und fokussiert gegebenenfalls leicht nach.

Benutzen Sie ein Fernglas, das über einen Dioptrienausgleich verfügt mit Brille, dann sollten sie den Dioptrienausgleich auf Null oder neutral stellen und auch die Augenmuscheln zurückschrauben.

Denn sowohl der Dioptrienausgleich als auch der richtige Austrittspupillenabstand werden dann bereits durch die Brille gewährleistet.

Genauso steht der Dioptrienausgleich auf Null, wenn sie auf beiden Seiten dieselbe Dioptrienzahl haben, da dann ja nichts auszugleichen ist.

Es ist möglich, dass der Dioptrienausgleich nachkorrigiert werden muss, wenn zwischen der Beobachtung im Nahbereich und in sehr großer Entfernung gewechselt wird.

 

Lichtstärke

Die Lichtstärke beschreibt die Menge des Lichts, die das Objektiv einsammeln kann.

Sie wird errechnet, um die Bildhelligkeit von Ferngläsern zu vergleichen.

Die Lichtstärke ist einfach das Quadrat der Austrittspupille. Ist die Austrittspupille beispielsweise 7mm, so liegt die Lichtstärke bei 49.

 

Objektiv (Eintrittspupille)

Das Objektiv ist der Teil des Fernglases oder Zielfernrohrs, der dem Ziel, also dem Objekt zugewandt ist.

Durch das Objektiv wird das Licht aus der Umgebung eingesammelt und innerhalb des Fernglases ein Zwischenbild des betrachteten Objekts erstellt, das zunächst spiegelverkehrt und auf dem Kopf stehend ist.

Durch das Prisma oder die Prismen im Fernglas wird es wieder umgekehrt, sodass mit Hilfe des Okulars das richtige Bild betrachtet werden kann.

Der Objektivdurchmesser (Eintrittspupille) wird bei der Modellbezeichnung angegeben und stets durch die zweite Zahl bezeichnet (Die erste Zahl beschreibt die Vergrößerung). Bei einem Modell mit der Aufschrift 8x42 ist die Objektivweite also 42 mm (bei 8-facher Vergrößerung).

Ist die Objektivweite nicht bekannt, kann sie durch das Produkt von Vergrößerung und Okularweite (Austrittspupille) errechnet werden: Angenommen die Okularweite beträgt 8 mm und die Vergrößerung ist 6, dann ist die Objektivweite 48 mm (8 mm mal 6).

 

Okular (Austrittspupille)

Das Okular ist der Teil des Fernglases, der dem Auge zugewandt ist, in den man also hineinschaut.

Das Okular funktioniert wie eine Lupe, mit der das vom Objektiv erzeugte Zwischenbild betrachtet werden kann.

Die Lichtstrahlen verlassen das Fernglas parallel durch das Okular, sofern der Fokus richtig eingestellt ist.

 

Parallaxe (-fehler)

Schaut man nicht genau durch die verlängerte Achse des Zielfernrohrs, also etwas versetzt oder schief, so wandert das Absehen auf dem Bild. Das wird Parallaxe oder Parallaxefehler genannt, Absehen und Ziel sind dann nicht in einer Ebene.

Parallaxefrei ist das Bild nur, wenn genau durch die Mitte der Austrittspupille geschaut wird.

Um die Parallaxe und damit verbundene Unschärfe auszugleichen gibt es in der Regel die Möglichkeit, am Objektiv oder am Verstellrad die Parallaxe zu regulieren. Das ist jedoch nicht bei jedem Gerät der Fall.

Bei Zielfernrohren, die kein Verstellen der Parallaxe ermöglichen, ist in der Regel eine Parallaxe von 100 m eingestellt.

Das heißt auf 100m ist das Zielfernrohr parallaxefrei abgestimmt.

Beim Weitschuss auf beispielsweise 500 m kann das abhängig davon, wie versetzt man ins Glas schaut, dazu führen, dass der Treffpunkt um ein gutes Stück verfehlt wird.

Daher sollte darauf geachtet werden, dass das Zielfernrohr über einen Parallaxeausgleich verfügt, wenn man häufig auf sehr weite Distanzen schießt.

 

Parallaxeausgleich

Zielfernrohre werden auf 100 m parallaxefrei abgestimmt. Das heißt, auf diese Distanz sind Absehen und Ziel in einer Ebene. Bei weiteren Distanzen ist das nicht mehr der Fall.

Wenn dann nicht zentral ins Okular geschaut wird – was häufig der Fall ist – kann es zu Zielfehlern kommen. Besonders ist das natürlich bei starker Vergrößerung der Fall, da diese einen kleinen Fehler verstärkt.

Mit Hilfe einer kleinen Rastung wird der Parallaxeausgleich ermöglicht und darüber die Entfernung eingestellt auf die man schießt. Bei falsch eingestellter Parallaxe ist oft sogar das Bild unscharf.   

 

Prisma

Das Prisma dreht das Bild, das durch das Objektiv seitenverkehrt und auf dem Kopf ist, um. Deswegen ist auch häufig die Rede vom Prismenumkehrsystem.

Es gibt zwei Arten von Prismen: Dachkant und Porro.

Die gängigen Dachkant-Prismen werden in Ferngläsern mit grader, schmaler Bauform eingesetzt.

Es gibt das Schmidt-Pechan-System, das besonders leicht und klein ist. Dafür benötigt es aber eine Spiegelschicht. Diese führt zu Lichtverlust oder benötigt eine sehr aufwändige Beschichtung, um das auszugleichen.

Das andere ist das Abbe-König-System, dessen Vorzug ist seine starke Transmission, es reflektiert zu 100%, weshalb es vor allem in der Dämmerung vorzuziehen ist.

Porro-Prismen bestehen aus einem zwei-gliedrigen Aufbau und sind dadurch recht schwer und groß, sodass das Fernglas breiter gebaut werden muss.

Es wird gleichzeitig auch etwas kürzer und ist allerdings etwas preisgünstiger.

Diese Bauart ist jedoch weniger beliebt, da das Fernglas dadurch eher unhandlich ist.

Deswegen haben sich mittlerweile die Dachkant-Prismen durchgesetzt. Mit ihnen ist die beliebte schmale und längliche Form der Ferngläser möglich.

 

Schärfentiefe

Schärfentiefe bezeichnet den Bereich, der vor oder hinter der fokussierten Entfernung noch scharf zu erkennen ist.

Die Schärfentiefe hängt von der Vergrößerung des Gerätes ab. Je stärker die Vergrößerung, umso geringer die Schärfentiefe des Geräts.

Aber auch die Akkomodationsfähigkeit, also die Flexibilität, des Auges nimmt Einfluss auf die wahrgenommene Schärfentiefe. Daher können jüngeren Menschen, bei denen die Anpassungsfähigkeit noch größer ist, einen größeren Bereich sehen.

Die Schärfentiefe wird nicht durch die Art der Fokussierung und optischen Konstruktion beeinflusst.

 

Sehfeld und subjektiver Sehwinkel

Das Sehfeld – oft ist auch die Rede vom objektiven Sehfeld – beschreibt den Ausschnitt, der im Fernglas, Zielfernrohr oder Spektiv sichtbar wird. Das Sehfeld von Ferngläsern ist im Allgemeinen größer als bei Zielfernrohren.

Es wurde festgelegt, dass auf den Ferngläsern das Sehfeld in 1000m Entfernung angegeben wird.

Beispielsweise steht dann auf dem Modell 114m/1000m.

Das bedeutet das Sehfeld deckt einen Durchmesser von 114 m in dieser Entfernung ab. Der Durchmesser ist gleichzeitig die maximale Breite und Höhe des Bildes.

Steht man zum Beispiel bei freier Sicht exakt 1000m entfernt von einem 125m hohen Hochhaus, so würde man mit diesem Fernglas nicht die ganze Höhe des Hauses durch das Fernglas sehen können.

Mit einem Modell 130 m/1000m könnte man in der maximalen Höhe des Bildes noch 5 m über das Dach hinaus schauen.

Die Vergrößerung beeinflusst natürlich das Sehfeld: Stelle ich bei dem Hochhausbeispiel die Vergrößerung auf das 8-fache, sehe ich entsprechend nur einige Etagen des Hochhauses, diese aber eben größer. Das heißt je höher meine Vergrößerung, desto mehr verschwindet aus meinem Sehfeld.

Benötige ich bei meinem Fernglas häufig starke Vergrößerungen, sollte ich beim Kauf auf ein möglichst großes Sehfeld achten, das heißt, die erste Zahl sollte möglichst hoch sein.

Allerdings nimmt die Schärfe am Rand des Bildes bei sehr großen Sehfeldern ab.

Ein Weitwinkelfernglas muss abhängig von der Vergrößerung ein minimales Sehfeld von 1050 auf 1000m Entfernung abdecken.

Das errechnet sich, indem Vergrößerung mal Sehfeld auf 1000m multipliziert werden.

Ein Fernglas mit einer Vergrößerung von 8 und 120 m/1000m Sichtfeld kommt demnach nur auf 960/1000m Sichtfeld und scheitert damit an der Weitwinkelbedingung.

Hätte es bei gleicher Vergrößerung 150m Sichtfeld, würde es diese Bedingung mit einem Wert von 1200m/1000m erfüllen und dürfte als Weitwinkelfernglas eingestuft werden.

Das Sehfeld beim Zielfernrohr wird in 100m Entfernung angegeben.

Beispielsweise steht dann auf dem Modell 12m/100m.

Bei Zielfernrohren für die Drückjagd sollten Sehfeld und Austrittspupille möglichst groß sein, um das Ziel schnell erfassen zu können.

Der subjektive  Sehwinkel wird auch als okularseitiger Sehwinkel bezeichnet.

Er gibt an, in welchem Winkel das Bild im Okular sichtbar wird. Ist er sehr gering, wird der Blick durch das Fernglas als Tunnelblick empfunden.

Der subjektive Sehwinkel wird berechnet, indem die Höhe des Objekts durch die Entfernung des Objekts geteilt wird. Vom Ergebnis muss dann noch der arctan gezogen werden.

Beispielsweise ist ein 6 m hoher Baum 10 m entfernt. Es muss also arctan von 0,6 eingegeben werden. (Den erhält man, indem man auf dem Taschenrechner die Shift- und dann die Tangens-Taste „tan“ und 0,6 drückt.) Und so ergibt sich ein Sehwinkel von 33,4°.

Ist derselbe Baum 50 m weit weg, so muss der arctan von 0,06 berechnet werden. Der Sehwinkel liegt dann bei 6,9°.

Der scheinbare Sehwinkel errechnet sich durch die Multiplikation von subjektivem Sehwinkel mal Vergrößerung.

Das oben genannte Fernglas mit 6,3° subjektivem Sehwinkel und 10-facher Vergrößerung hätte demnach einen scheinbaren Sehwinkel von 63°.

Es würde damit als Weitwinkelfernglas gelten. Diese Bezeichnung dürfen sich alle Ferngläser mit mindestens 60° scheinbarem Sehwinkel geben. Die 60° sollten aber auch nicht zu deutlich überschritten werden, weil das der Winkel ist, den das Auge noch komfortabel erfassen kann.

 

Soll-Verzeichnung

Ferngläser würden normalerweise verzeichnungsfrei abbilden, das bedeutet ein Muster aus geraden Linien würde auch als solches abgebildet. Allerdings hat das auch den Nebeneffekt, dass beim Schwenken der so genannte Globuseffekt auftritt. Das bedeutet, dass Objekte wenn sie ins Bild kommen, zunächst etwas kleiner sind, dann vergrößert werden, wenn sie in die Bildmitte kommen, und sich schließlich wieder verkleinern, wenn sie auf der anderen Seite aus dem Bild verschwinden.

Die meisten Ferngläser besitzen deswegen eine Soll-Verzeichnung. Dabei wird das Bild nach außen hin leicht vergrößert, um einen Ausgleich zu erzielen.

Der Nachteil liegt allerdings darin, dass beim Beobachten gerader Linien dieser Effekt stört, da die Linien nach außen gebogen werden.

Da bei der Jagd oder der Beobachtung der Natur aber Häuser und andere gerade Installationen in der Regel nicht auftauchen, wird das in Kauf genommen.

Verzeichnung3

Quelle: Wikipedia 

In der Grafik lässt sich erkennen, wie sich die absichtliche Verzeichnung auswirkt. Die Linien sind nicht gerade und nach außen nimmt die Vergrößerung zu. Dadurch sieht das Gitterraster verzerrt aus, mit dem Fernglas wird der Schwenk aber angenehmer.

 

Transmission

Beim Aufprall des Lichts auf das Glas, wird ein Teil des Lichts reflektiert. Der übrige Teil wird jedoch weiter transportiert. Dabei spricht man von Transmission.

Je höher die Transmission, desto höher ist auch die Bildhelligkeit, da eben mehr Licht weitertransportiert wird.

Der Transmissionsgrad hängt von der Vergütung der Gläser ab. Je höher-wertiger diese ist, umso besser die Transmission.

Aber auch die Glasqualität nimmt Einfluss auf die Transmission. Denn innerhalb des Glases kommt es ebenfalls zu einem Verlust der Lichtintensität. Durch eine hohe Brechzahl wird die Transmission erhöht.

Bei Nacht und Dämmerung sind für gutes Sehen gerade die Blautöne entscheidend, daher zielen viele Gläser gerade auf eine hohe Brechzahl im Blaubereich ab und erhöhen dort die Transmission.

Die Transmission wird in Prozent angegeben.

Sie variiert zwischen Tag und Nacht. Das liegt an der Wahrnehmung in unserem Auge, tagsüber nehmen die Zäpfchen die Farben wahr, nachts die Stäbchen die Helligkeit. Durch die Mehrschichtvergütung wird die Transmission bei unterschiedlichen Wellenlängen festgelegt.

Gute Gläser erreichen eine Transmission von 90 bis 95 Prozent. Hier sind die Premiumhersteller führend und entwickeln diese Qualität immer weiter. 

 

Vergrößerung

Die Vergrößerung wird als erste Zahl bei der Modellbeschreibung genannt.  Eine Modellbezeichnung 10x42 bedeutet also, dass das Modell eine Vergrößerung von 10 besitzt. Die zweite Zahl beschreibt den Durchmesser des Objektivs.

Steht als Bezeichnung 8-10x42 bedeutet dies eine variable Vergrößerungseinstellung im Bereich von 8 bis 10.

Es gibt zwei Wege die Vergrößerung zu beschreiben: Die übliche ist zu sagen, das Objekt ist um V vergrößert.

Das bedeutet aber auch, dass die Entfernung des Objekts um geringer ist.

Betrachtet man ein 75 cm großes Reh in einer Entfernung von 200 Metern, wird es durch die zehnfache Vergrößerung so groß gesehen, als wäre es zehnmal so groß – also 7, 50 m und stünde in derselben Entfernung. Oder man kann es auch so beschreiben, dass es bei gleicher Größe eben näher herangeholt wird.

Die 200 m werden also nach der oben stehenden Formel mit 1/10 multipliziert und man erhält 20 m. Die Vergrößerung wirkt also so als stünde das Reh nur 20 m entfernt.

Beide Betrachtungsweisen beschreiben auf unterschiedliche Weise dasselbe Phänomen.

Eine starke Vergrößerung führt natürlich dazu, dass ein Objekt sehr detailliert und auch auf große Entfernung betrachtet werden kann.

Andererseits ist das Bild bei geringerer Vergrößerung ruhiger und verwackelt weniger schnell, was gerade bei der Bewegungsjagd nützlicher ist. Denn bei einem ruhigen Bild, kann das Objekt nicht nur angenehmer beobachtet werden, sondern auch besser bei seiner Bewegung verfolgt werden, ohne dass man es durch ein Verwackeln schnell aus dem Blick verliert.

Außerdem ist das Sehfeld bei geringerer Vergrößerung natürlich größer, sodass ein größerer Bereich überblickt werden kann. Auch die Schärfentiefe ist bei niedriger Vergrößerung höher, was die Bildqualität verbessert.

Je höher die Vergrößerung, desto geringer ist auch die Bildhelligkeit. Denn das Licht, das aus dem Bereich gesammelt wird, muss dann auf eine größere Fläche verteilt werden.

Die Vergrößerung hat ihre Vor- und Nachteile, sie muss situationsabhängig eingesetzt werden. Wird häufig eine große Vergrößerung gebraucht, ist es sinnvoll ein Gerät mit großem Sehfeld zu wählen.

Wird die Vergrößerung gerade nicht so stark benötigt, ist es sinnvoll diese unter 8 einzustellen, denn dann ist die Austrittspupille verhältnismäßig groß. Das hat nachts den Vorteil, dass dadurch diese nicht kleiner ist als die auf bis zu 7 mm geweitete Augenpupille. Es ist aber auch tagsüber angenehmer, da das Auge eine größere Fläche hat, auf der es ansetzen kann, sodass das der Komfort beim Beobachten wächst. 

 

Vergütung (Entspiegelung)

Licht kann durch diverse Medien wie Luft, Wasser und Glas hindurchgehen. Wenn das Licht das Medium wechselt und dabei beispielsweise aus der Luft kommend auf Glas trifft, geht ein Teil des Lichts insofern verloren, als dass er reflektiert wird.

Durch die Reflexion wird ein Teil des Lichts an der Glasoberfläche gespiegelt und verbleibt in der Luft. Das liegt daran, dass Luft und Glas einen unterschiedlichen Brechungsgrad besitzen.

Der übrige Teil passiert das Glas.

Derselbe Effekt tritt beim Wechsel von Glas zu Luft auf.

Ohne Beschichtung liegt der Reflexionsgrad bei ca. 4%.

Höherwertiges Glas hat auch einen höheren Brechungsgrad, dadurch werden dabei sogar 8% reflektiert.

Eine Einfachvergütung - also eine einfache Schicht zur Entspiegelung – führt dazu, dass der Reflexionsgrad auf 1,5% reduziert wird.

Eine Breitbandvergütung - also eine mehrfache Beschichtung – senkt die Reflexion sogar auf nur noch 0,1-0,2%.

Durch die Beschichtung des Glases entsteht eine zweite Reflexion, die entgegengesetzt wirkt. Durch die entgegengesetzte Bewegung wird die erste Reflexion weitgehend aufgehoben. Zur Vergütung wird häufig Magnesiumfluorid genutzt.

Von der Vergütung hängt die Transmission ab. Je besser die Vergütung, desto höher die Transmission, also die Lichtdurchlässigkeit.

Ohne Vergütung liegt die Transmission bei nur 50 %. Mit Vergütung kann sie bei 80-96 % liegen.

Es gibt drei Varianten der Vergütung:

Coated lenses besitzen eine einfache, multicoated lenses eine mehrschichtige Vergütung. Bei beiden wird diese in der Regel aber nur auf der Objektiv- und Okularlinse aufgetragen.

Bei den fully multicoated lenses handelt es sich um eine mehrschichtige Vergütung auf allen verbauten Linsen.

Bei den hochwertigsten Gläsern, werden solche Linsen eingesetzt. Pro Linse sind dann mehrere Schichten Vergütung aufgetragen, die jeweils eine Eigenschaft oder Funktion wie Steigerung der Transmission oder Härte der Gläser haben.

Man kann die Qualität der Vergütung mit einem Blick auf das Objektiv testen. Erscheint das Objektiv komplett einfarbig, ist die Vergütung hochwertig. Je mehr Farben darin erscheinen, desto weniger hochwertig die Vergütung. 

 

Zielfernrohr

Zielfernrohre dienen als Zielhilfen. Ihr Nutzen besteht vor allem in der optischen Vergrößerung und der Präzisionshilfe.

Damit kann eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit erreicht werden.

Einsatzbereiche von Zielfernrohren sind der Ansitz, die Pirsch, die Bergjagd und die Drückjagd, aber auch die Jagd bei Dämmerung und Dunkelheit sowie das Sportschießen.

Grundsätzlich gehören zu einem Zielfernrohr mehrere optische Linsen, das Absehen und der Schärferegler.

Dazu gibt es einen Ring zum Einstellen der Vergrößerung, die Parallaxeverstellung am Objektiv oder Tubus und einen weiteren Verstellturm, an dem - sofern vorhanden - die Absehensbeleuchtung eingestellt werden kann. 

Bei der Bezeichnung des Fernrohrtypen werden die Modelle mit Zahlenkombinationen beschrieben, die ein x trennt:

Die Vergrößerung wird als erste Zahl bei der Modellbeschreibung genannt.  Eine Modellbezeichnung 10x42 bedeutet also, dass das Modell eine feste Vergrößerung von 10 besitzt. Die zweite Zahl beschreibt den Durchmesser des Objektivs.

Steht als Bezeichnung 3-12x56 bedeutet dies eine variable Vergrößerungseinstellung im Bereich von mindestens 3 bis maximal 12.

Bei der Drückjagd sind ein großer Objektivdurchmesser und eine geringe Vergrößerung wichtig, um ein möglichst großes Sehfeld und trotzdem gute Bildqualität zu haben.

Bei der Pirsch ist ein 44er Objektiv gut geeignet als Allrounder, das nicht zu schwer sein sollte, um es angenehm durch das Revier tragen zu können.

Im Ansitz sollten Objektiv (z.B. 54 mm) und Vergrößerung sehr groß sein, um einen guten weiten Blick zu haben.

Es gibt Zielfernrohre mit Schiene und solche ohne Schiene für Ringmontage.

Die Schiene hat gegenüber der Ringmontage eine Reihe von Vorteilen. Sie kann sehr leicht vom Käufer oder Händler selbst montiert werden, während bei der Ringmontage ein Büchsenmacher nötig ist, der die Montage und Verklebung exakt durchführt und das Fadenkreuz korrekt ausrichtet. Das ist für den Laien nicht machbar.

Dagegen kann das Zielfernrohr mit Hilfe der Schiene, die die richtige Ausrichtung vorgibt, leicht montiert werden.

Dadurch ist mit der Schiene auch ein einfaches Austauschen oder einfacher Auf- und Abbau des Zielfernrohres möglich.

Außerdem entstehen keine Beschädigungen des Rohres. Mit der Schiene gibt es kein Verspannen des Zielfernrohrs.

Bei der Ringmontage wird das Zielfernrohr fest installiert. Dies kann jedoch dazu führen, dass eine hohe Spannung auf dem Zielfernrohr lastet, sodass es je nach Witterung einen unterschiedlichen Treffpunkt gibt.

An der Schiene kann das Zielfernrohr darüber hinaus auch noch durch Schrauben nach vorn und hinten verschoben werden, um den Augenabstand an den Gewehrnutzer anzupassen.

Aufgrund der lange Zeit führenden Ringmontage ist die Variabilität der unterschiedlichen Mittelrohrdurchmesser begrenzt, denn dadurch mussten die Büchsenmacher nur eine begrenzte Zahl an Ersatzteilen vorhalten, da die Ringmontage an den Mittelrohren ansetzte.  

Der Durchmesser der Mittelrohre wird in Deutschland in Millimeter, in den USA in Zoll angegeben. 1 Zoll entspricht dabei 25,4 mm. Es gibt die Varianten mit 26 mm (1,02 Zoll), 30 mm (1,18 Zoll), 34 mm (1,34 Zoll) und 36 mm (1,42 Zoll).

Bei fester Vergrößerung ist in Europa das Modell mit 25,4 mm Durchmesser gängig.

30 mm sind der üblichste Durchmesser bei variabler Vergrößerung, denn dieser wird mindestens für eine angemessene Zoomfunktion gebraucht. Andernfalls ist eine entsprechende Konstruktion mit ausreichenden Linsen nicht möglich. Dementsprechend haben viele US-Modell mit nur einem Zoll Durchmesser oft auch nur drei- statt vier- oder sechsfachen Zoom. Mittlerweile setzen sich aber auch auf dem US-Markt Modelle mit 30 mm (1,18 Zoll) Durchmesser durch.

Die größeren Zollmaße 34mm und 36 mm ermöglichen einen größeren Verstellbereich in der Höhe und erlauben eine kompaktere Bauweise. Dazu ist die Bildqualität deutlich höher. Auch in der Dämmerung zahlt sich das größere Mittelrohr aus, sodass es für die Dämmerungsjagd geeignet ist.

Die Einstellung des Fadenkreuzes im Zielfernrohr wird vorgenommen, indem man zunächst ein Ziel in bestimmter, bekannter Entfernung wählt. Meist wird dies am Schießstand auf eine Entfernung von 50 bis 100 Meter vorgenommen. Sie visieren durch die Lauföffnung, sodass das Zentrum der Zielscheibe genau anvisiert ist. Dann wird das Zielfernrohr durch die Seiten- und Höhenverstellung angepasst, sodass der Mittelpunkt des Absehens sich mit dem Zentrum der Zielscheibe deckt.

Wichtig ist dabei und beim Schießen, dass das Gewehr immer ruhig gehalten wird.

Dann sollte ein- oder zweimal geschossen werden. Variiert der Treffer deutlich von der Mitte, muss entsprechend nachjustiert werden.

Danach sollten drei weitere Schüsse abgegeben werden. Die Mitte dieser Treffer bietet dann den Ausgangspunkt für die Feinjustierung hinsichtlich Seite und Höhe.

Für die Justierung ist die MOA-Zahl wichtig. Wird 3 Zoll nach links und 4 Zoll nach oben verzogen, muss entsprechend um 3 MOA nach rechts und 4 MOA nach unten nachgestellt werden.

Durch die Klick-Verstellung (siehe weiter unten) kann dann die Feinjustierung vorgenommen werden.

Danach wird nochmals eine Gruppe von drei Schüssen abgegeben. Das Zentrum von diesen sollte schon sehr nah an der Mitte der Zielscheibe liegen.

Mittels einer Einschusshilfe kann viel Zeit aber auch Munition beim Justieren gespart werden. Damit wird nämlich bereits eine Voreinstellung des Zielfernrohrs vorgenommen.

Die Klickverstellung wird in Deutschland in cm und in den USA in MOA gemessen.

MOA steht für Minutes of Angle also die Winkelminuten.

Die Klickverstellung korrigiert die Neigung des Zielfernrohrs, sodass das Absehen akkurat zielt. Der Treffpunkt wird also mit jedem Klick auf der links-rechts bzw. hoch-tief Achse verstellt.

Dabei wird jeweils angegeben, um wie viel cm oder MOA auf 100m ein Klick verstellt. Die Einheit 1 MOA sind umgerechnet 2,908 cm und entspricht fast genau einem Zoll auf 100 Yards.

Häufige Klickverstellungen sind in Deutschland 0,5 cm oder 1 cm pro Klick. In den USA sind 1/8 (0,36cm) bzw. ¼ MOA (0,73 cm) verbreitet.

Die entsprechende Klickverstellung wird multipliziert mit der entsprechenden Entfernung. Wenn man beispielsweise auf 200 m um 4cm weiter nach oben schießen will und die Klickverstellung bei 0,5 cm pro Klick liegt, rechnet man zunächst die Klickeinheit von 100 m auf 200 m um. Dazu rechne man einfach die gegebenen 0,5 cm/100m x 200m und erhält 1 cm. Ein Klick entspricht somit auf 200 m genau 1 cm. Ich muss also viermal die Klickverstellung nach oben drehen, um die gewünschten 4 cm auf 200 m zu erhalten. Das Absehen rutscht dazu entsprechend im Zielfernrohr  hinab.

Für ein Zielfernrohr, dessen Klickverstellung in MOA angegeben ist, bleibt der Rechenweg derselbe, nur die Werte sind weniger rund:

Angenommen es soll ebenfalls auf 200 m Distanz dieses Mal um 3 cm justiert werden und das Zielfernrohr hat eine Klickverstellung von 1/8 MOA auf 100m. Multipliziert mit der zu betrachtenden Distanz von 200 m ergibt das ¼ MOA, was umgerechnet 0,73 cm sind. Ein Klick verstellt also um 0,73 cm auf 200 m. Teilt man nun 3 cm durch die 0,73 cm pro Klick erhält man 4,11. Es lassen sich also nicht genau 3 cm justieren, da nur ganze Klicks ausgeführt werden können.

Das zeigt, dass die Justierung umso genauer möglich ist, je kleiner die Schritte pro Klick sind. Muss ich allerdings eher größere Werte justieren, ist eine größere Verstellung pro Klick sinnvoll, da sonst eine hohe Klickzahl erforderlich wird.

Wird häufig auf sehr weite Distanzen geschossen, reicht die Klickverstellung nicht aus, da hier in größeren Einheiten justiert werden muss. Zumal sie nur beim ersten Justieren nach unten genutzt wird, danach wird der Bereich der Klickverstellung im Vertikalen nur noch nach oben gebraucht, da die Kugel während des Fluges bei einem geraden Schuss nicht steigt, man also nie nach unten korrigieren muss.

Da aber bei weiteren Distanzen die Kugel aufgrund ihres Gewichts sinkt, wird das Zielfernrohr bei Weitschützen mit einer Neigung auf dem Gewehr montiert. Dann wird je nach Neigung automatisch schon ein Teil des Absinkens korrigiert und die Klickverstellung kann besser genutzt werden, da situationsabhängig nach unten und oben korrigiert werden muss.

Als Zubehör für das Zielfernrohr gibt es unter anderem Schutzklappen, um eine Beschädigung von Okular und Objektiv zu vermeiden, und Linsenreinigungstücher oder –stifte, die bei vergüteten Linsen notwendig sind. Weiterhin gibt es Scope-Maximizer, das sind Gummirohre für das Okular, die das Zielen erleichtern.

Vorsicht ist bei eventuell mitgelieferten Montagen geboten, da deren Qualität oft schlecht ist. Es ist daher zu empfehlen eine zusätzliche Montage anzuschaffen. 

 

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