Jagdhunderassen und ihre Einsatzgebiete

Wie unter allen Hunderassen gibt es auch unter den Jagdhunden eine Vielfalt an Eigenschaften und Charakteristika, die je nach Rasse variieren. Aus diesem Grund und in Betracht der ursprünglichen Einsatzgebiete der Jagdhunde, sind sie für unterschiedliche Arten der Jagdarbeit geeignet. Im Folgenden wollen wir Ihnen einen Eindruck in die Einteilung der Jagdhunde(rassen) und ihre Einsatzgebiete geben. 

Jagdhunde werden erst einmal in drei Kategorien eingeteilt: In die Gemeinschaftsjäger, die Solitärjäger und die Meutejäger. Dabei stellen die Charakteristika der Hunde die Kriterien dar, nach welchen die Einordnung sich richtet.

 

Die Gemeinschaftsjäger

Das sind Jagdhunde, die sehr gerne und sehr eng mit dem Menschen zusammenarbeiten. Sie reagieren recht fein auf den Jagdhundeführer und "sprechen sich vor Entscheidungen mit ihm ab". Die Gemeinschaftsjäger werden noch einmal in verschiedene Gruppen eingeordnet, die ihre Einsatzgebiete genauer beschreiben sollen.

Dazu gehören die Vorstehhunde, welche auch als die "Allrounder" unter den Jagdhunden bezeichnet werden können. Sie können für die Arbeit vor und nach dem Schuss eingesetzt werden, apportieren zuverlässig und können auch zur Schweißarbeit gebraucht werden. Unter die Vorstehhunde zählen die folgendenen Rassen: Deutsch Draht-, Kurz- & Langhaar, große & kleine Münsterländer, Setter, Pointer, Griffon, Weimaraner und Pudelpointer. 

Eine weitere Gruppe der Gemeinschaftsjäger sind die Stöberhunde. Sie arbeiten eng mit dem Menschen zusammen, sind aber etwas selbstständiger als Vorstehhunde. Zu dieser Gruppe gehören die Rassen: Deutscher Wachtelhund, Springer Spaniel und Cocker Spaniel.

Auch die Apportierhunde gehören zu den Gemeinschaftsjägern. Ihr ursprünglicher Einsatz war die Entenjagd, weshalb ihnen das Aufstöbern von Wild schwer fällt. Sie apportieren aber zuverlässig und lassen sich auch über weite Distanzen meist sehr gut lenken. Auf Grund ihres ursprünglichen Einsatzes sind sie meist sehr wasserfreudig. Retriever aller Art und Pudel gehören zu dieser Gruppe.

 

Die Solitärjäger

Jagdhunde, die sehr selbstständig arbeiten und in der Baujagd eingesetzt werden, sind Solitärjäger. Sie können auch in der Meute und bei der Schweißarbeit eingesetzt werden. Zu dieser Kategorie gehören der Deutsche Jagdterrier, sowie alle Arten von Terriern, wie auch der Teckel (Dackel).

 

Die Meutejäger

Das sind Jagdhunde mit schwach ausgeprägtem Sozialinstinkt. Daher fällt es ihnen leicht, sich in große Gruppen zu fügen. Die Bindung zum Hundeführer ist allerdings dementsprechend eher von geringer Ausprägung. Die Meutejäger spüren zuverlässig auf. Zu dieser Kategorie gehören alle Arten von Bracken sowie alle Arten der Schweißhunde.

Je nach Rasse und Einordnung fallen den Hunden verschiedene Arbeiten eventuell einfacher als andere. Um genauer auf die Tätigkeiten an sich einzugehen, möchten wir Ihnen im Folgenden einige wichtige "Jagdhundearbeiten" genauer vorstellen. Dazu teilen wir die Aufgaben noch einmal in die Arbeit vor und die Arbeit nach dem Schuss ein.

 

Die Arbeit vor dem Schuss

Dazu gehören beispielsweise die freie Suche und das Vorstehen. Dabei spürt der Hund auf freiem Feld Wild auf, wobei er selbstständig arbeiten, sich aber immer am Jagdhundeführer orientieren sollte. Findet er Wild, so steht er vor. Das bedeutet, der Jagdhund harrt (meist mit einem erhobenen Vorderlauf) vor dem Wild aus, bis der Jäger kommt. 

Eine andere Art Wild aufzuspüren, ist das Buschieren. Der Jagdhund sucht dabei nur kurz unter der Flinte nach Wild, das sich vorzugsweise in niedrig bewachsener Deckung aufhält. Ist Wild gefunden, so steht der Jagdhund vor und macht das gefundene Wild hoch (scheucht es auf).

Bei der Bauarbeit kommen die oben genannten Solitärjäger zum Einsatz. Sie arbeiten unter der Erde, wo sie das Wild verbellen und aus dem Bau jagen.

Bei der Brackjagd werden die Meutejäger zum Brackieren eingesetzt. Die Hunde scheuchen Haarwild (meist Hasen) auf, wobei sie diese spurlaut verfolgen. Da die Hasen in einem Bogen zur Sasse zurück laufen, kann der Jäger dort warten, um ihn zu erlegen. Durch das Bellen seines Jagdhundes weiß er jeder Zeit, wo Jagdhund und Wild unterwegs sind.

 

Die Arbeit nach dem Schuss

Zu der Arbeit nach dem Schuss gehören überwiegend Apportier- und Aufspür-Tätigkeiten, wie auch das Verlorenbringen. Dabei apportiert der Jagdhund kleines, bereits erlegtes Wild.

Auch das Markieren gehört zur Jagdhundearbeit. Dabei soll sich der Jagdhund die Stelle merken, an der Federwild nach dem Abschuss auf den Boden trifft. 

Bei dem sogenannten Einweisen soll die Hundenase den menschlichen Verstand unterstützen. Der Jäger weist den Jagdhund dabei in die Richtung, in der Wild erlegt wurde. Der Jagdhund tut das Übrige und spürt dieses auf.

Die Verlorensuche ist ebenfalls eine Sache für die Spürnase. Dabei schickt der Jäger den Jagdhund mit Hilfe des Windes auf die Suche nach erlegtem Wild.

Das Heranbringen von angeschossenem Wild, welches meist vom Jagdhund zum Jäger getrieben wird, nennt sich Schleppen.

Zu guter Letzt gibt es noch die Schweißarbeit. Das ist die Verfolgung der Fährte von verletztem Wild. 

 

Je nach Revier und Jagdvorlieben eignen sich also andere Jagdhunderassen. Allerdings kann auch der beste und tollste Jagdhund nicht erfolgreich werden, wenn nicht auch die Ausbildung stimmt. Sie sollten sich bei dem Züchter Ihrer Wahl informieren und sich, im Falle von wenig bis gar keiner Erfahrung in der Jagdhundeausbildung, unbedingt einen Trainer suchen, der Ihren Jagdhund mit Ihnen auch zu einem erfolgreichen Jagdbegleiter machen kann. 

 

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