FAQ - Zielfernrohr

  1. Wann wurde das Zielfernrohr erfunden?
  2. Was ist ein Zielfernrohr?
  3. Wie ist ein Zielfernrohr aufgebaut?
  4. Wie funktioniert ein Zielfernrohr?
  5. Was ist Parallaxenausgleich beim Zielfernrohr?
  6. Was bedeutet AO/AOE bei der Modellbezeichnung des Zielfernrohres?
  7. Was bedeutet 4x32 (4x20) beim Zielfernrohr?
  8. Welches ist das beste Zielfernrohr?
  9. Welches Zielfernrohr ist gut für die Jagd?
  10. Worauf muss ich beim Zielfernrohr achten?
  11. Welches Zielfernrohr soll ich für einen Schuss von 300 m wählen?
  12. Welche Vergrößerung soll ich für mein Zielfernrohr wählen?
  13. Welche Montage gibt es für das Zielfernrohr?
  14. Was bringt eine Schiene als Zielfernrohrmontage?
  15. Welchen Kleber soll ich bei der Zielfernrohrmontage verwenden?
  16. Wie stelle/schieße ich mein Zielfernrohr ein?
  17. Was bedeutet Absehen bei Zielfernrohren?
  18. Was ist ein beleuchtetes Zielfernrohr?
  19. Was ist ein Red-Dot-Zielfernrohr?
  20. Welche neue Linie an Zielfernrohren hat Minox zur IWA 2014 vorgestellt?
  21. Wo befindet sich beim Zeiss-Zielfernrohr die Höhenverstellung?

 

Geschichte

Wann wurde das Zielfernrohr erfunden?

Die ersten Zielfernrohre gab es bereits 1890. Die Firma Sauer & Sohn entwickelte und baute sie. In der Folge kamen noch einige Weitere auf den Markt, waren jedoch alle noch nicht so weit entwickelt, dass sie brauchbar gewesen wären.

Ab 1920 gab es die ersten Zielfernrohre, die über ein Umkehrsystem des Bildes verfügten. Jenes wurde hier noch über die Linsen gesteuert.

Die ersten Zielfernrohre mit Zoomfunktion – also variabler Vergrößerung – bot die Firma Zeiss 1922 an.

Mitte der 30er-Jahre wurde dann die Qualität der Linsen und der Vergütung verfeinert.

Durch den erhöhten Rüstungsbedarf vor und während des zweiten Weltkrieges wurde die Entwicklung der Zielfernrohre in dieser Zeit besonders engagiert vorgenommen.

 

Grundlagen

Was ist ein Zielfernrohr?

Zielfernrohre sind eine Form der Zielhilfe und ersetzen quasi Kimme und Korn. Der große Vorteil des Zielfernrohres ist, dass diese dabei nicht in unterschiedlichen Ebenen liegen, die ausgeglichen werden müssen, sondern in einer Ebene vereint sind.

Zielfernrohre bestehen im Gegensatz zum einfachen Fernrohr nur aus einem Strahl, bzw. Rohr, durch das nur mit einem Auge geschaut wird, während man das andere zukneift.

Ein zusätzlicher Vorteil des Zielfernrohrs ist, dass es eine Vergrößerung des beobachteten Objekts ermöglicht. Häufig wird aber auch gerade bei der Drückjagd nur die einfache Vergrößerung gewählt, um ein möglichst großes Sichtfeld zu erreichen, damit Bewegungen früher erfasst werden können und der Schütze schneller reagieren kann.

Ohne Vergrößerung nutzt man durch das Zielfernrohr aber immer noch den Vorteil, dass Absehen und Ziel in einer Ebene liegen.

Wie ist ein Zielfernrohr aufgebaut?

Zielfernrohre bestehen aus mehreren optischen Linsen, die das Bild wiedergeben und die Vergrößerung ermöglichen. Sie sind in ein schmales zum Anfang und Ende breiter werdendes Rohr eingebaut. Der Teil des Zielfernrohres, durch den man hinein blickt, nennt sich Okular. Der dem Objekt zugewandte Teil ist das Objektiv.

Ungefähr in der Mitte des Zielfernrohres befindet sich das Absehen. Das Absehen wurde früher aus einfachem Draht gebildet. Heute gibt es neben der Variante aus Draht auch Glasscheiben, in die das Absehen eingeätzt ist. Diese haben aber den Nachteil, dass das Licht einmal mehr Glas passieren muss, so dass zusätzlich Bildhelligkeit verloren gehen kann. Daher sollte auch die Glasscheibe des Absehens aus hochwertigem Glas und bestenfalls vergütet sein.   

Das Absehen kann vor oder hinter der Vergrößerung angebracht sein. Ist es davor, also im Objektivbereich, spricht man davon, dass es in der 1. Bildebene oder auch Objektivbildebene  liegt.

Andernfalls liegt das Absehen in der 2. Bildebene, der so genannten Okularbildebene.

In der Regel gibt es noch einen Verstellring für die Vergrößerung und gegebenenfalls einen Parallaxenturm, um den Parallaxeausgleich einzustellen.

Am Gewehr befestigt wird das Zielfernrohr mittels einer Montage. Es gibt die Ringmontage, die Schienen- und die Schwenkmontage und diverse weitere Formen.

Wie funktionieren Zielfernrohre?

Durch das Objektiv wird das Licht eingesammelt. Je größer der Objektivdurchmesser, desto mehr Licht kann von einem Bild eingesammelt werden.

Dieses Bild wird allerdings durch die Linsen im Objektiv seitenverkehrt und auf dem Kopf wiedergegeben.

Das verdrehte Bild wird mit Hilfe einer Umkehrlinse gedreht und anschließend gegebenenfalls vergrößert.

Vor oder nach der Vergrößerung ist das Absehen installiert und wird dann dem Bild hinzugefügt.

Durch das Okular kann dann das Bild mit der ergänzten Zielhilfe betrachtet werden.

Was ist Parallaxenausgleich beim Zielfernrohr?

Der Parallaxenausgleich verhindert, dass wenn man nicht genau gerade sondern versetzt durch das Zielfernrohr schaut, Parallaxenfehler auftreten. Gerade bei stärkerer Vergrößerung ist dies schnell der Fall, denn durch die Vergrößerung werden kleine Fehler verstärkt.

Außerdem wird das Bild bei falsch eingestellter Parallaxe leicht unscharf.

Mit Hilfe des Parallaxenturms kann dieser Parallaxenfehler ausgeglichen werden und der Parallaxenausgleich auf die jeweilige Entfernung des Schusses abgestimmt werden. Dabei wird erreicht, dass Absehen und Zielen auf die abgestimmte Distanz in einer Ebene liegen.

Zielfernrohre werden in der Regel auf 100 m parallaxenfrei abgestimmt. Bei deutlich weiteren Distanzen kann dann trotzdem der Parallaxenfehler auftreten.

Daher ist ein verstellbarer Parallaxenausgleich erst bei Weitschüssen nötig.

Besitzt man Zielfernrohre mit variablem Parallaxenausgleich, sollte man immer einen Entfernungsmesser dabei haben, um den Parallaxenausgleich auf die richtige Entfernung einstellen zu können.

 

Bedeutung von Abkürzungen

Was bedeutet AO / AOE bei der Modellbezeichnung des Zielfernrohres?

AO ist die Abkürzung für das englische „adjustable objective“, was bedeutet, dass das

Zielfernrohr über ein verstellbares Objektiv zum Ausgleich der Parallaxe verfügt.

Normalerweise sind Zielfernrohre standardmäßig auf 100 m parallaxefrei abgestimmt.

Bei Zielfernrohren mit der Kennzeichnung AO kann der Parallaxenausgleich auf die entsprechende Entfernung eingestellt werden.

Dieser sorgt dafür, dass Absehen und Ziel immer in einer Ebene liegen, damit es nicht zu Fehlern beim Zielen kommt.

Das zusätzliche E in der Bezeichnung AOE ist der Hinweis darauf, dass auch eine Absehensbeleuchtung eingebaut ist.

Die Absehensbeleuchtung unterstützt das Absehen in der Dämmerung entweder durch einen roten Punkt im Zentrum oder durch die Beleuchtung des gesamten Fadenkreuzes.

Das AO steht wieder für „adjustable objective“ – das Zielfernrohr verfügt dann also auch über einen variablen Parallaxenausgleich.

Was bedeutet 4x32 (4x20) beim Zielfernrohr?

Diese Zahlenkombination gibt Auskunft über zwei wichtige Kennzahlen des Zielfernrohres:

Die erste Zahl beschreibt die Vergrößerung. Sie ist in beiden Fällen 4x20 und 4x32 bei 4.

Hierbei handelt es sich um eine feste Vergrößerung.

Es gibt aber auch genauso Ferngläser mit veränderbarer Vergrößerung - der so genannten Zoomfunktion. Diese werden dann durch einen Bindestrich zwischen der minimalen und der maximalen Vergrößerung dargestellt.

So würde dann zum Beispiel in der Modellbezeichnung 1-5x20 als Kennzeichnung stehen. Es könnte bei diesem Zielfernrohr zwischen den Vergrößerungsfaktoren von 1 bis maximal 5 verstellt werden.

Die zweite Zahl beschreibt den Objektivdurchmesser in der Einheit Millimeter. Bei großem Objektivdurchmesser kann viel Licht eingesammelt werden. Demzufolge ist das Bild auch heller, was gerade in der Dämmerung eine wichtige Rolle spielt.

In den genannten Beispielen liegt der Objektivdurchmesser bei 20 mm beim einen und 32 mm beim anderen Modell.

Zielfernrohre mit der Bezeichnung 5x24 besitzen eine feste 5-fache Vergrößerung und einen Objektivdurchmesser von 24 mm.

Welches Zielfernrohr ist das Richtige? 

Welches ist das beste Zielfernrohr?

Das optimale Zielfernrohr an sich gibt es nicht. Es gibt nur die jeweils optimale Wahl für die individuellen Bedürfnisse.

Wird häufig in der Dämmerung gejagt, sollte die Vergrößerung eher gering gewählt werden. Denn bei stärkerer Vergrößerung wird für die gleiche Bildfläche weniger Licht gesammelt, weil der betrachtete Bildausschnitt ja kleiner ist.

Das senkt die Bildhelligkeit, die in der Dämmerung sehr wichtig ist. Sie kann durch hochwertige Gläser und Vergütungen, die eine Transmission von 95-96 % ermöglichen, optimiert werden.

Außerdem sollte der Objektivdurchmesser möglichst groß gewählt werden, da dann viel Licht vom Fernrohr eingesammelt werden kann.

Wird eher tagsüber gejagt, ist die Bildhelligkeit zwar nicht mehr so entscheidend, aber eine hohe Qualität von Gläsern und Vergütung ist auch hier wichtig, da es die Bildqualität erhöht.

Für weite Distanzen sollte dann eine hohe Vergrößerung gewählt werden. Das Objektiv kann etwas kleiner ausfallen, wenn es nur tagsüber eingesetzt werden soll.

Ein variabler Parallaxenausgleich ist nur bei Schüssen auf weite Distanz nötig, denn auf 100 m sind die Zielfernrohre standardmäßig parallaxenfrei abgestimmt.

Welches Zielfernrohr ist gut für die Jagd?

Wichtig für die Jagd ist eine gute Schussfestigkeit. Durch den Rückstoß beim Schuss können bei mangelnder Schussfestigkeit schnell Schäden am Zielfernrohr entstehen.

So kann beispielsweise das Fadenkreuz reißen oder der Treffpunkt wandern. Das Zielfernrohr wird dadurch unbrauchbar.

Namhafte Hersteller wie Leica, Meopta, Minox, Swarovski und Zeiss bieten bei ihren Produkten eine hohe Schussfestigkeit. Vorsicht ist bei billigen Zielfernrohren beispielsweise aus Asien geboten.

Bei der Jagd sollte zudem auf eine passende Vergrößerung geachtet werden. Also sollten sehr hohe Vergrößerungen nur gewählt werden, wenn tatsächlich auf weite Distanzen gejagt wird, und für die Jagd bei einsetzender Dunkelheit eher niedrige Vergrößerungen und gleichzeitig große Objektivdurchmesser gewählt werden.

Worauf muss ich beim Zielfernrohr achten?

Sie sollten ihr Zielfernrohr in jedem Fall zunächst ausprobieren. Qualitätsmerkmale wie die Glassorten oder Vergütungen können schlecht durch Zahlen beziffert werden, man bemerkt den Qualitätsunterschied aber bei der Benutzung.

Oft wird dazu tendiert, die Vergrößerung möglichst maximal zu wählen, das kann auch sinnvoll sein, wenn man tagsüber häufig weite Distanzen überbrücken will. Dann sollte man auch auf einen verstellbaren Parallaxenausgleich achten. Dieser sorgt dafür, das Absehen und Ziel in einer Ebene liegen, damit es nicht zu Fehlschüssen kommt, wenn man etwas versetzt ins Fernrohr schaut.

Eine hohe Vergrößerung über 12 lässt sich nur schwer ruhig und verwacklungsfrei halten, daher eignen sich höhere Vergrößerungen von 15 und mehr eher für die Ansitzjagd.

Je größer die Vergrößerung, desto kleiner ist auch die Fläche, von der das Licht für das Bild eingesammelt werden kann. Daher sinkt die Bildhelligkeit mit steigender Vergrößerung. Das lässt sich teilweise durch einen entsprechend größeren Objektivdurchmesser ausgleichen. Bei der Jagd in der Dämmerung sollte aber, wenn möglich, auf eine hohe Vergrößerung verzichtet werden, um eine hohe Bildhelligkeit zu gewährleisten.

Beim Zielfernrohr ist auch wichtig, dass der Austrittspupillenabstand bei ca. 8 cm liegt.  Der Austrittspupillenabstand ist der Abstand zwischen Okular (Austrittspupille) und Pupille. Das liegt daran, dass sonst Verletzungsgefahr durch den Rückstoß des Gewehres bestünde.

Für die Bildqualität braucht es einerseits hochwertige HD-Gläser und andererseits eine hohe Transmission und qualitative Vergütungen.

Außerdem sollte man sich die Wahl des Absehens gut überlegen. Hier lässt sich allerdings nicht allgemein sagen, welches besser oder schlechter ist. Es hängt eher davon ab, ob man selbst lieber viele Hilfslinien oder ein freies Feld, bei dem einen nichts stört, im Absehen hat.

Überlegen Sie sich bei all diesen Aspekten zunächst, wie Sie das Gerät einsetzen wollen, das macht die Entscheidung leichter!

 

Welches Zielfernrohr soll ich für einen Schuss von 300 m wählen?

Auf die Distanz von 300 m ist eine stärkere Vergrößerung von 8-12 nötig. Wenn das Gewehr vornehmlich aufgelegt und somit ruhig gehalten wird, kann auch eine Vergrößerung von 24 genutzt werden.

Dazu bieten sich ca. 40 mm Objektivdurchmesser an, die ein entsprechendes Sichtfeld bieten und genügend Licht angesichts der Vergrößerung einsammeln.

Gerade auf weite Distanzen sollte auf eine hochwertige Verarbeitung und gute Qualität der Linsen und Vergütungen geachtet werden. Diese bieten vor allem Hersteller wie Leica, Swarovski und Zeiss.

Weiterhin sollte ein Zielfernrohr mit verstellbarem Parallaxenausgleich gewählt werden. Denn die gängigen Zielfernrohre sind auf 100 m parallaxenfrei abgestimmt. Das bedeutet, dass dieser Ausgleich auf 300 Meter nicht mehr wirkt.

Der Parallaxenausgleich hat den Vorteil, dass nicht nur Zielfehler durch Parallaxe umgangen werden, weil Absehen und Ziel dann in einer Ebene liegen, sondern das Bild auch sehr scharf erscheint.

 

Welche Vergrößerung soll ich für mein Zielfernrohr wählen?

Bei der Wahl der Vergrößerung kommt es vor allem auf den beabsichtigten Einsatz des Zielfernrohres an.

Eine hohe Vergrößerung ist nicht automatisch besser als eine niedrigere.

Schieße ich aus dem Ansitz und habe größere Distanzen zu überwinden oder ein relativ kleines Ziel im Visier, ist eine hohe Vergrößerung von beispielsweise 6-15 sinnvoll. Das Sichtfeld ist dann noch groß genug und das Gewehr kann bei der Ansitzjagd aufgesetzt werden, so dass es auch bei hoher Vergrößerung in sehr ruhiger Position gehalten werden kann und das Bild gut erkennbar bleibt.

Bei der Treib- und Drückjagd wird hingegen ein großes Sichtfeld benötigt, sodass die Vergrößerung eher kleiner sein sollte. Es bietet sich eine variable Vergrößerung von 1-5 an, die kurzfristig angepasst werden kann, sofern das Ziel schlecht zu erkennen ist. Normalerweise wird dann eine niedrigere Vergrößerung genutzt, um es früh zu sehen, wenn etwas ins Sichtfeld kommt.

 

Montage und Einstellung

Welche Montagen gibt es für das Zielfernrohr?

Es lässt sich zwischen 3 gängigen Formen der Montage des Zielfernrohrs am Gewehr unterscheiden: Ringmontage, Schienenmontage und Schwenkmontage.

Bei der Ringmontage umfassen zwei Ringe das Rohr des Zielfernrohres und halten es damit am Gewehr.

Es ist nicht leicht, die Ringe genau zu befestigen, sodass das Fernrohr in der richtigen Position sitzt. Deswegen muss diese Montage vom Büchsenmacher vorgenommen werden.

Diese Form der Montage ist sehr verbreitet, sie hat jedoch  einen entscheidenden Nachteil: Das Zielfernrohr ist einer hohen Spannung ausgesetzt, sodass die Gefahr besteht, dass es sich verzieht oder Beschädigungen davonträgt.

Es kommt jedenfalls schnell zum Bedarf an Nachjustieren. Das Absehen muss genau ins Blei gesetzt und die Montage verklebt werden.

Die Schienenmontage hingegen ist fest mit dem Zielfernrohr verbunden und wird vom Hersteller bereits vorgefertigt, daher kann sie auch leicht vom Nutzer allein angebaut werden. Sie ist direkt richtig justiert, da sie nicht nur zwei Aufsetzpunkte, sondern eben eine ganze Schiene hat.

Die Schienenmontage ist aber nicht nur genauer, sie verursacht auch weniger Spannung, die auf das Zielfernrohr wirkt.

Sie ist ebenfalls sehr verbreitet bei der Montage von Zielfernrohren.

Die Schwenkmontage ist bei der Erstinstallation aufwändig und muss deswegen zunächst vom Büchsenmacher angepasst werden.

Es ist wichtig, dass sie ganz genau passend montiert wird, was sie sehr teuer macht.

Einmal montiert ist die Schwenkmontage aber sehr praktisch, da schnell zwischen den Zielfernrohren gewechselt werden kann. Es benötigt dann nur einen Klick, um das eine Zielfernrohr herauszunehmen und das neue einzusetzen. Das ist beispielsweise nützlich, wenn man ein kleineres Zielfernrohr mit höherer Vergrößerung für den Tag und eines mit großem Objektiv und geringerer Vergrößerung für die Jagd bei Dämmerung hat.

Außerdem kann die Schwenkmontage sehr niedrig auf dem Gewehr installiert werden, sodass das Zielen angenehmer ist und man nicht den Hals strecken muss.

 

Was bringt eine Schiene als Zielfernrohrmontage?

Eine Schiene hat gegenüber der Ringmontage den Vorteil, dass sie an mehreren Punkten ansetzt. Dadurch kann das Zielfernrohr genauer montiert werden. Es besteht daher weniger Gefahr, dass auf das Zielfernrohr zu viel Spannung wirkt, sodass es sich verzieht und die genaue Einstellung verstellt wird.

Außerdem ist die Installation der Schienenmontage sehr einfach, sie kann daher oft vom Benutzer selbst installiert werden – es braucht dafür nicht immer den Büchsenmacher.

Im Vergleich zur Schwenkmontage lässt sie sich allerdings weniger schnell und einfach austauschen.

Einige Hersteller wie Blaser haben hier jedoch auch Sattelmontagen, die einen Wechsel wie bei einer Schwenkmontage ermöglichen.

 

Welchen Kleber soll ich bei der Zielfernrohrmontage verwenden?

Kleber wird häufig beim Einsatz von Ringmontagen verwendet, um das Wandern des Glases zu verhindern.

Normalerweise ist das bei guten Ringmontagen gar nicht notwendig. Wenn doch kann als Alternative zum Kleber auch eine Latexeinlage den gleichen Dienst tun. Dazu kann man beispielsweise einen Ring aus einem Latexhandschuh schneiden und diesen zwischen Ringmontage und Zielfernrohr klemmen.

Wer dennoch Kleber verwenden will, kann beispielsweise auf Uhu-Zwei-Komponenten-Kleber zurückgreifen.

Der Kleber lässt sich später durch Erwärmen auf ca. 80° wieder erweichen, sodass ein Austausch des Zielfernrohres möglich ist.

 

Wie stelle/schieße ich mein Zielfernrohr ein?

Für die richtige Einstellung eines neu montierten Zielfernrohres muss man sich an den Schießstand begeben.

Die Einstellung des Fadenkreuzes im Zielfernrohr wird vorgenommen, indem man zunächst ein Ziel in einer beliebigen Entfernung wählt. Wichtig ist, dass man den Abstand zum Ziel genau kennt.

An einem Schießstand liegt dieser zwischen etwa 50 und 100 Metern.

Zunächst sollte dann über die Laufbohrung die Mitte der Zielscheibe anvisiert und das Absehen entsprechend nachgestellt werden, sodass es sich mit der Mitte der Zielscheibe deckt. Das Absehen lässt sich über die Seiten- und Höheneinstellung am Zielfernrohr einstellen.

Dann werden 1-2 Schüsse abgegeben. Hierbei und bei den vorherigen Einstellungen muss das Gewehr unbedingt sehr ruhig gehalten werden.

In der Regel wird zunächst nicht genau die Mitte getroffen werden, sodass ein Nachjustieren nötig wird.

Danach werden nochmals 3 Schüsse abgegeben. Von deren Mittelpunkt  aus wird dann fein justiert, wobei ein Verziehen nach links bedeutet, dass die Klickverstellung nach rechts gedreht werden muss und analog für Verzug nach unten in Richtung oben. Dabei schaut man, um wie viele Schritte der Treffer von der Mitte entfernt ist. 1 Zoll entspricht dabei 1 MOA auf der Klickverstellung. MOA steht für „Minutes of Angle“ – also die Winkelabmessung.

Wird um 2 Zoll nach oben und 6 Zoll nach links verzogen, muss also um 2 MOA nach unten und 6 nach recht nachjustiert werden.

Dieser Vorgang wird anschließend mit ebenfalls drei Schüssen wiederholt und wenn nötig wird wieder nachjustiert. Allerdings sollte der Mittelpunkt der Treffer dieses Mal bereits sehr nahe an der Mitte der Zielscheibe sein.

Der Ablauf wird solange wiederholt, bis man zu einem optimalen Treffergebnis in der Mitte der Zielscheibe kommt.

Bei  Selbstladern, bei denen man nicht durch den Lauf schauen kann, helfen Laserjustagepatronen bei der Vorausrichtung.

 

Absehen beim Zielfernrohr

Was bedeutet Absehen bei Zielfernrohren?

Das Absehen wird umgangssprachlich auch als Fadenkreuz bezeichnet.

Es gibt unterschiedliche Varianten des Absehens, die das genaue Zielen erleichtern sollen.

Sie bestehen meist aus Hilfslinien, die an ein Fadenkreuz erinnern oder aus parallelen Linien, die das Abschätzen des Abstandes zum Ziel ermöglichen.

Das Absehen kann in der ersten Bildebene, der Objektivbildebene, oder in der zweiten Bildebene, der Okularbildebene, liegen.

Das Absehen in der Objektivbildebene eignet sich besser für Fernrohre mit konstanter Vergrößerung, denn es wird dem Bild vor der Vergrößerung hinzugefügt, sodass es anschließend mit vergrößert wird. Das hat den Nachteil, dass es ein kleines Ziel oder das Sichtfeld teilweise verdecken kann und die Hilfslinien relativ weit außen sind, da mit der Vergrößerung ja die Lücke in der Mitte auch vergrößert wird.

Bei konstanter Vergrößerung lässt sich das Absehen an diesen Effekt besser anpassen, indem zum Beispiel die Hilfslinien weiter in die Mitte gezogen werden als beim Absehen der Okularbildebene.

Dementsprechend wird das Absehen in der Okularbildebene (2. Bildebene) eher bei Ferngläsern mit variabler Vergrößerung eingesetzt.

Das Absehen in der Okularbildebene wird in erster Linie von Jägern genutzt, weil es bei hohen Vergrößerungen nichts verdeckt. Es hast den Nachteil, dass es hier zu Schussabweichungen kommen kann, weshalb bei Polizei, Militär und von Scharfschützen das Absehen in der Objektivbildebene verwendet wird. Für den Jagdbereich sind diese Abweichungen zu vernachlässigen, vor allem wenn sehr hochwertige Zielfernrohre zum Einsatz kommen.

Für die Jagd in der Dunkelheit gibt es außerdem beleuchtetes und Leuchtpunkt-Absehen. Beim beleuchteten Absehen wird das gesamte Fadenkreuz erleuchtet und ist dadurch einerseits in der Dunkelheit besser zu erkennen. Andererseits blendet es auch beim Blick durch das Zielfernrohr, sodass das Ziel schlechter zu erkennen ist.

Deswegen hat sich für das Jagen bei (einsetzender) Dunkelheit das Leuchtpunktabsehen durchgesetzt. Dabei wird nur der Zielpunkt in der Mitte des Absehens beleuchtet. Das übrige Absehen erscheint wie am Tag.

Zur Beleuchtung wird jeweils eine kleine Diode eingesetzt. Oft sind die Beleuchtungen unterschiedlich stark dimmbar.

 

Was ist ein beleuchtetes Zielfernrohr? / Was ist ein Red-Dot-Zielfernrohr?

Wenn von einem beleuchteten oder Red-Dot-Zielfernrohr die Rede ist, bezieht sich das auf das Absehen:

Das beleuchtete Zielfernrohr verfügt über ein beleuchtetes Absehen, in dem das ganze Fadenkreuz oder alle Hilfslinien beleuchtet sind.

Der Vorteil davon ist, dass das Absehen in der Dunkelheit gut zu erkennen ist. Der Nachteil liegt allerdings darin, dass das Absehen so beim Blick durch das Zielfernrohr den Schützen blendet, weshalb das Ziel schlechter erkennbar ist.

Um dem zu begegnen haben einige Hersteller ein dimmbares beleuchtetes Absehen entwickelt, das auf die individuellen Bedürfnisse und Sichtverhältnisse angepasst werden kann.

Das Red-Dot-Zielfernrohr hat zu den regulären Hilfslinien des Absehens, die nicht beleuchtet sind, einen roten Leuchtpunkt, der sich genau in der Mitte des Absehens befindet und recht klein ist. Dadurch verdeckt er das Ziel nicht und hilft dennoch dabei genau zu zielen.

Den Namen haben diese Zielfernrohre aus der Übersetzung ins Englische, „red dot“ bedeutet einfach „roter (Leucht-)Punkt“.

Die Red-Dot-Zielfernrohre sind unter Jägern sehr beliebt für die Jagd in der Dämmerung. 

 

Sonstiges

Welche neue Linie an Zielfernrohren hat Minox zur IWA 2014 vorgestellt?

Die IWA ist eine Internationale Messe für Jagd und Outdoor.

Minox hat dort 2014 zwei Serien vorgestellt: Zum einen die taktischen ZP-Zielfernrohrmodell und zum anderen die ZA HD-Modelle.

In der ZP-Reihe gibt es das ZP8 1-8x24, das ZP5 3-15x50 und das ZP5 5-25x56. Mit ihnen soll die Bandbreite der Minox-Produkte erweitert und eine hohe Präzision im Nah- und Fernbereich erreicht werden. Dafür wurde in der Serie die Erkennbarkeit von Details verbessert.

Die ZA-Serie wurde komplett erneuert und ist vor allem auf den Einsatz in der Dämmerung ausgerichtet. Dazu wurde in erster Linie das Leuchtabsehen optimiert.

Außerdem verfügen sie über ein neu entwickeltes Langstrecken-Absehen, das das Zielen bei Schüssen auf weite Distanzen erleichtert.

 

Wo befindet sich beim Zeiss Zielfernrohr die Höhenverstellung?

Die Höhenverstellung befindet sich bei den Zeiss-Zielfernrohren als Turm auf den Zielfernrohren.

Bei einem Tiefschuss wird die Höhenverstellung nach rechts (also im Uhrzeigersinn) gedreht, um den Schuss nach oben zu korrigieren.

Bei einem Hochschuss wird entsprechend nach links (gegen den Uhrzeigersinn) gedreht, um nach unten zu korrigieren.

 

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